Die OTWorld feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen – und damit ein halbes Jahrhundert Innovation und Fortschritt in der Orthopädie-Technik. Anlässlich dieses Jubiläums hat die OT-Redaktion Stimmen aus der Branche eingeholt, die zeigen, wie sich die OTWorld entwickelt hat und welche persönlichen Momente – ob überraschend, witzig oder besonders bewegend – unvergessen bleiben.
Beate Benecken, Kim Glapa, Niklas Riecke, Andrés A. Maldonado, Sebastian Benner
Eine komplexe traumatische Verletzung des Plexus brachialis, insbesondere eine Panplexusverletzung hat schwerwiegende funktionelle Defizite im Bereich der oberen Extremität zur Folge und führt zum Verlust der Schulter‑, Ellenbogen- und Handfunktion. Trotz erheblicher Fortschritte in der rekonstruktiven Nervenchirurgie bleiben die therapeutischen Optionen limitiert.
Wir stellen einen Behandlungsalgorithmus vor, der die rekonstruktive Nervenchirurgie mit der frühzeitigen Anpassung einer myoelektrischen Orthese kombiniert. Die Orthesenversorgung soll eine Vielzahl funktioneller Aufgaben im täglichen Leben unterstützen und die Selbstständigkeit und Lebensqualität der Betroffenen verbessern.
Die myoelektrische Orthese dient als Hilfsmittel sowie zur Beübung der betroffenen Extremität im Rahmen der Rehabilitation. Sie soll die Beweglichkeit der Gelenke zunächst passiv erhalten und verbessern und je nach Verlauf und möglicher Erholung der Nervenschädigungen, die Bewegung im Ellenbogen unterstützen sowie eine Greifleistung für die Hand herstellen. Durch die Integration des Arms in den Bewegungsablauf zeigt sich bei den Anwendern außerdem ein positiver Effekt auf die neuropathische Schmerzsymptomatik und Phantomschmerzen.
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Fast vier Jahrzehnte stand Thomas Münch in der ersten Reihe der Innung für Orthopädie-Technik Düsseldorf. Im Rahmen der Innungsversammlung Ende März schied Münch nun offiziell auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand aus und wurde gebührend für sein Engagement geehrt.
Kaltplasma ergänzt die Kompressionstherapie bei chronischen Wunden: Studien und Praxiserfahrungen zeigen, wie die Kombination Heilung beschleunigt, Schmerzen lindert und die Therapietreue verbessert.
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Die Welt wird immer digitaler. Entsprechend werden die Anforderungen an die Rahmenbedingungen immer höher. Das gilt zum Beispiel auch im Bereich der digitalen Identitäten, denn die Frage „Wer ist wer?“ lässt sich im digitalen Raum nicht so einfach klären wie in der analogen Welt. Deshalb hat die Europäische Union die European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet) entwickelt.
Fachkräftemangel, steigende Anforderungen und wachsende Dokumentationspflichten: Der Alltag in der Orthopädie-Technik wird zunehmend anspruchsvoller. Meisterinnen und Meister tragen Verantwortung für Qualität, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit – bei gleichzeitig begrenzten Ressourcen.
Mitte April traf sich die Vereinigung Süddeutsche Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. (VSOU) in Baden-Baden zu ihrem jährlichen Kongress. In dessen Rahmen fand auch der Tag der Technischen Orthopädie (TTO) statt, veranstaltet vom Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik (BIV-OT) in Kooperation mit der Vereinigung Technische Orthopädie (VTO) und der Fortbildungsinitiative ’93.
Nach seiner Ausbildung zum Orthopädietechniker suchte Hendrik Schoeneich nach einer neuen Herausforderung und entschied sich für den Studiengang Orthopädie- und Rehabilitationstechnik. Durch die Kooperation der Bundesfachschule für Orthopädie-Technik (Bufa) und der Fachhochschule (FH) Dortmund erwarb er so parallel seinen Meister- und Bachelortitel.
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Zum 75. Kongress der Studiengemeinschaft Orthopädieschuhtechnik traf sich die Branche in Osnabrück, um aktuelle Entwicklungen der Fußversorgung und die Zukunft des Handwerks zu diskutieren.
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Um vulnerable Gruppen in Altenheimen, Kliniken oder der ambulanten Versorgung besser zu schützen, wurde an einer Anpassung des Infektionsschutzgesetzes gearbeitet, die eine Impfpflicht für Arbeitnehmer mit Tätigkeiten in diesem Bereich bedeutet.
In der konstituierenden Sitzung des Gesundheitsausschusses des Bundestags konnten sich die 42 Mitglieder nicht auf einen regulären Vorsitzenden einigen. Das Vorschlagsrecht lag bei der AfD-Fraktion, die Jörg Schneider nominierte. In geheimer Wahl erhielt der Gelsenkirchener Berufsschullehrer aber nicht die nötige Mehrheit.
Ein „vorsorgendes, krisenfestes und modernes Gesundheitssystem“ definiert die Ampel-Koalition als eines der zentralen Zukunftsfelder im Koalitionsvertrag – einem Papier mit Interpretationsspielraum. Der neue Bundesgesundheitsminister verspricht: „keine Leistungskürzungen im Gesundheitswesen“.
„Digital oder analog, das ist hier die Frage – Hilfsmittelversorgung im Wandel“: Unter diesem Motto hat das 10. Qualitätsforum des Qualitätsverbundes Hilfsmittel (QVH) stattgefunden. Bei der virtuellen Veranstaltung nahmen die Referent:innen die Auswirkungen sowie Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Hilfsmittelversorgung in den Blick.
Einen digitalen Scan voraus – dank der wegweisenden Technologie von medi vision: Mit dem innovativen Tool von medi funktioniert Maßnehmen von Rundstrick- und Flachstrickversorgungen nahezu berührungslos.
Führungswechsel an der Spitze des isländischen Hilfsmittelherstellers Össur. Der langjährige Präsident und Vorstandsvorsitzende (CEO) Jon Sigurdsson beim aktiennotierten Unternehmen verabschiedet sich zum 31. März 2022 in den Ruhestand. Als Nachfolger hat der Aufsichtsrat des „Global Player“ den bisherigen Finanzchef (CFO) Sveinn Sölvason ernannt, der ab dem 1. April die Geschicke in der Firmenzentrale in Reykjavik leiten wird.
Dem deutschen Handwerk fehlt der Nachwuchs – und jungen geflüchteten Menschen oft eine berufliche Perspektive. Genau hier setzt das vom Bundesbildungsministerium geförderte Programm „Berufliche Orientierung für Zugewanderte“ (BOF) an. Geflüchtete Menschen mit Unterstützungsbedarf haben so die Möglichkeit, einen intensiven Einblick in verschiedene Berufe zu erhalten, mit dem Ziel, nach der Qualifizierung in eine Ausbildung zu starten.
Der Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik (BIV-OT) arbeitet seit Anfang des Jahres 2021 an einem Pilotprojekt zum Thema E‑Versorgung unter Einbindung von Leistungserbringern, Software- und ERP-Anbietern sowie Krankenkassen. Ein erster Feldtest soll im Jahr 2022 umgesetzt werden. Da spätestens ab 2026 der Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) und die Einführung der E‑Verordnung als existenziell für alle Betriebe in der Hilfsmittelversorgung eingestuft werden, hat der Spitzenverband das Thema zur „Chefsache“ erklärt.
Orthopädieschuhmacher-Meister Arno Eschbach führte 29 Jahre lang sein Unternehmen „Eschbach Orthopädie Schuhtechnik“ mit 23 Mitarbeitern an zuletzt fünf Standorten in Hünfeld, Fulda und Umgebung. Im Gespräch mit der OT-Redaktion berichtet er über den langen Weg vom Entschluss, den Betrieb abzugeben, bis zur endgültigen Übergabe an das Marburger Sanitätshaus Kaphingst im September 2019, das damals 17 Filialen hatte.
Drei klassische Wege führen zur Übernahme von Sanitätshäusern: Ein Familienmitglied folgt den Spuren der Elterngeneration, ein Betriebsangehöriger wagt den Sprung in die Selbstständigkeit oder ein Filialist erweitert seine Marktanteile. Im Falle der Übernahme des 1995 von Orthopädietechnik-Meister Walter Borchard gegründeten Sanitätshauses Borchard in Lahnstein durch das Sanitätshaus Thönnissen in Koblenz zum 2. November 2021 geht es um den vierten, selteneren Weg: die Einigung zweier kleinerer Häuser. Im Gespräch mit der OT-Redaktion berichtet Thönnissen-Geschäftsführer Alexander Müller über seine frischen Übernahme-Erfahrungen.