TTO ist zur fes­ten Grö­ße geworden

Mitte April traf sich die Vereinigung Süddeutsche Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. (VSOU) in Baden-Baden zu ihrem jährlichen Kongress. In dessen Rahmen fand auch der Tag der Technischen Orthopädie (TTO) statt, veranstaltet vom Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik (BIV-OT) in Kooperation mit der Vereinigung Technische Orthopädie (VTO) und der Fortbildungsinitiative ’93.

„Der TTO hat sich seit sei­ner ers­ten Ver­an­stal­tung zu einer fes­ten Grö­ße im Rah­men des VSOU-Kon­gres­ses eta­bliert“, erklär­te Prof. Frank Bra­atz, Vor­sit­zen­der der VTO. Und wei­ter beton­te er: „Die leb­haf­ten Dis­kus­sio­nen in den Ver­an­stal­tungs­räu­men haben gezeigt: Wir sind mit unse­ren The­men nah an der Pra­xis und bie­ten allen Betei­lig­ten in der Tech­ni­schen Ortho­pä­die kon­kre­te Mehr­wer­te für ihren Berufsalltag.“

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Anfang März fan­den die Para­lym­pi­schen Win­ter­spie­le in Ita­li­en statt und stell­ten eines der sport­li­chen High­lights in die­sem Jahr dar. Pas­send und mit gro­ßem Aktua­li­täts­be­zug nahm die Fel­lows­sit­zung der Initia­ti­ve ’93 das The­ma „Win­ter­pa­ra­lym­pics und Sport­ver­sor­gung“ unter der Lei­tung von Dr. Hart­mut Sti­nus und Mai­ke Truel­sen in den Fokus. Chris­toph Glötz­ner schil­der­te die Anfor­de­run­gen aus Sicht eines Para-Ski-Alpin-Ath­le­ten mit Ober­schen­kel­am­pu­ta­ti­on und beschrieb, wel­che Rol­le indi­vi­du­ell ange­pass­te Ver­sor­gun­gen im Zusam­men­spiel mit Trai­ning, Sai­son­vor­be­rei­tung sowie dem Umgang mit Belas­tung und Rege­ne­ra­ti­on spie­len. Ergänzt wur­de dies durch medi­zi­ni­sche Ein­ord­nun­gen von Dr. Maren Goll zum Ski­fah­ren mit Quer­schnitt­läh­mung im Mono­ski sowie durch die Trai­nings­per­spek­ti­ve von Jus­tus Wolf.

Unter der Lei­tung von Dr. Tho­mas Wer­ner und Mat­thi­as Bau­che wur­de in der Sit­zung „Von Daten zu Bewe­gung – Hilfs­mit­tel bei Dia­be­tes“ die Fra­ge gestellt, wie digi­ta­le und daten­ba­sier­te Anwen­dun­gen die Ver­sor­gungs­qua­li­tät ver­bes­sern kön­nen. Dabei wur­de deut­lich, dass struk­tu­rier­te Pro­zes­se und vali­de Daten eine zen­tra­le Grund­la­ge für eine qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Ver­sor­gung darstellen.

Wer­ner stell­te den Nut­zen eines kon­ti­nu­ier­li­chen Glu­ko­se­mo­ni­to­rings mit CGM-Sen­so­ren im kli­ni­schen All­tag her­aus. Tino Spre­kel­mey­er beleuch­te­te anhand eines Pra­xis­bei­spiels, wie ein struk­tu­rier­ter Ver­sor­gungs­pro­zess in der Ver­sor­gung des dia­be­ti­schen Fuß­syn­droms umge­setzt wer­den kann – von der Defi­ni­ti­on des Ver­sor­gungs­ziels über die Befund­er­he­bung bis hin zur mess­tech­nisch gestütz­ten Über­prü­fung und Anpas­sung des Hilfs­mit­tels. Dabei ver­an­schau­lich­te er, dass stan­dar­di­sier­te und nach­voll­zieh­ba­re Abläu­fe eine wesent­li­che Vor­aus­set­zung für eine qua­li­täts­ge­si­cher­te Ver­sor­gung sind. Prof. Frank Bra­atz und BIV-OT-Prä­si­dent Alf Reu­ter hat­ten die Lei­tung der abschlie­ßen­den Sit­zung mit dem Titel: „KI und Hilfs­mit­tel in der digi­ta­len Welt“ inne.

Prof. Dr. Mal­te Bell­mann stell­te aktu­el­le Ent­wick­lun­gen in der Ver­sor­gung der unte­ren Extre­mi­tät vor und mach­te deut­lich, dass Digi­ta­li­sie­rung, die der­zeit ins­be­son­de­re im Kon­text von KI dis­ku­tiert wird, in der Tech­ni­schen Ortho­pä­die schon seit vie­len Jah­ren eta­bliert ist. Tino Spre­kel­mey­er beleuch­te­te in sei­nem Vor­trag „Vom 3D-Scan zur addi­ti­ven Fer­ti­gung – Pra­xis­bei­spiel aus der Fuß­ver­sor­gung“, wel­che Mög­lich­kei­ten digi­ta­le Fer­ti­gungs­pro­zes­se bie­ten und wel­che Anfor­de­run­gen dabei an Stan­dar­di­sie­rung und struk­tu­rier­te Abläu­fe gestellt wer­den, um eine gleich­blei­bend hohe Ver­sor­gungs­qua­li­tät sicherzustellen.

„Das Mot­to des dies­jäh­ri­gen VSOU-Kon­gres­ses ‚Zei­ten­wen­de – Auf­bruch in die Zukunft‘ wur­de beim TTO aus Sicht der Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung ein­drucks­voll unter­stri­chen“, resü­mier­te Alf Reu­ter. „Die vor­ge­stell­ten tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lun­gen haben dar­ge­stellt, wie die Ver­sor­gung mit Hilfs­mit­teln künf­tig effi­zi­en­ter, struk­tu­rier­ter und zukunfts­fest gestal­tet wer­den kann.“

 

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