Implantat-Technologie ermöglicht intuitivere Prothesensteuerung
Eine neue neuromuskuläre Implantat-Technologie soll die intuitive Steuerung myoelektrischer Armprothesen deutlich verbessern.
Eine neue neuromuskuläre Implantat-Technologie soll die intuitive Steuerung myoelektrischer Armprothesen deutlich verbessern.
Sommer, Sonne, Wärme: Was eigentlich für gute Laune sorgen soll, ist für Prothesenträger zum Teil ein zweifelhaftes Vergnügen. Denn bei höheren Temperaturen geraten sie ins Schwitzen, was zu Feuchtigkeit, Hautirritationen und vor allem zu einer deutlichen Einschränkung des Tragekomforts führt. Mit einem innovativen System aus atmungsaktivem Liner und einer Optimierung des Schafts kann hier Abhilfe geschaffen werden.
Clara Rocktäschel
Das Besondere an der Arbeit in der Kinderorthopädie ist das Mitwachsen der orthopädietechnischen Versorgungen mit den Kindern, wobei jede Neuversorgung neue Möglichkeiten für weitere und optimierte Anpassungen bietet. Ob Diagnosen von begrenzter Tragweite oder umfassende Beeinträchtigungen – es sind oft die scheinbar selbstverständlichen Aufgaben, die für Betroffene den Alltag erschweren und ihre Teilhabe am sozialen Leben einschränken. Wir als Orthopädietechniker können mit unserem Handwerk die körperlichen Einschränkungen verbessern und damit einen großen positiven Einfluss auf das Leben der Patienten ausüben.
Der Bereich der Sonderanfertigungen ist groß. Trotz allem gibt es Grenzen bei der technischen Machbarkeit, die wir nutzen und gegebenenfalls erweitern können. Zusätzlich kann die rasante Entwicklung der digitalen OT zunehmend dabei unterstützen.
Die größten Fragen im Bereich der Kinderorthopädie sind: Wie können wir Versorgungen bei unvermeidlichem Körperwachstum und den damit verbundenen Veränderungen anfertigen? Ließe sich die Größe der vorhandenen Hilfsmittel nicht entsprechend nachjustieren?
An einem Versorgungsbeispiel wird dargestellt, wie herausfordernd die Betreuung eines Patienten mit einer seltenen Erkrankung sein kann. Bei einem angeborenen Gendefekt und besonderen Ansprüchen an eine Versorgung ist es nicht immer möglich, sich an den bestehenden Standards zu orientieren.
Daniel Merbold
Durch eine Amputation des Beins wird der betroffene Mensch im Alltagsleben vor große Herausforderungen gestellt, sei es beim alltäglichen Gehen und Stehen auf unterschiedlichen Untergründen, beim Tragen von Gegenständen oder auch in der sozialen Integration [1–3]. Die Prothese muss den individuellen Anforderungen und Bedürfnissen gerecht werden. Der heutige Stand der Technik ermöglicht es zwar, den verlorenen Teil des Bewegungsapparats zu einem großen Teil zu ersetzen, jedoch bleibt die Sensorik der amputierten Gliedmaße weitgehend verloren. Dieser Verlust spiegelt sich beispielsweise in einer erhöhten Sturzgefahr wider und hat somit einen direkten Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen [4, 5].
Im vorliegenden Projekt „VarioFoot“ – gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR – ehemals BMBF) – wurden genau hier angesetzt (Abb. 1). Hierzu wurde ein Prothesenfuß in Gänze konstruiert und entwickelt, der innerhalb seiner mechanischen Struktur mit Sensoren instrumentiert ist, Informationen aufnimmt, bewertet und durch Schwingungsaktoren ein vibrotaktiles Feedback über den Prothesenschaft übermittelt.
Alexander Kastner1, Daniel Jäger1, Steffen Matyssek2, Felix Capanni1
Um die Vorteile der digitalen Fertigung vollständig auszuschöpfen, kann die Schnittstelle von Unterschenkelschäften zu den distalen Strukturbauteilen additiv mitgefertigt werden. Für dieses lasttragende Bauteil muss der Nachweis der mechanischen Sicherheit durch den Hersteller geleistet werden. Eine mögliche Vorgehensweise bietet dabei die Anwendung der Norm DIN EN ISO 10328:2016. In dieser Arbeit wird erst eine numerische Abbildung der Norm durchgeführt, welche anschließend durch eine physische Testung bestätigt wird. Die Messergebnisse bestätigen die mechanische Eignung des zu prüfenden Schaftadapters.
Jan Euerle
Die vorliegende Einzelfallbeschreibung beleuchtet die Versorgung einer Patientin mit inkompletter Tetraplegie (Zustand nach C3/C4 Nucleus Pulposus Prolaps, NPP) durch individuell angepasste Unterschenkelorthesen (AFOs) mit sensomotorisch wirksamen Einlagen und additiv gefertigten TPU-Innenschuhen. Neben tonusmindernden Effekten konnte eine funktionelle Verbesserung der Mobilität erzielt werden. Der Beitrag diskutiert pathophysiologische Grundlagen, Wirkprinzipien nach Nancy Hilton, moderne Gelenktechnologien und materialtechnische Besonderheiten wie Multi-Jet-Fusion(MJF)-Druck.
Beate Benecken, Kim Glapa, Niklas Riecke, Andrés A. Maldonado, Sebastian Benner
Eine komplexe traumatische Verletzung des Plexus brachialis, insbesondere eine Panplexusverletzung hat schwerwiegende funktionelle Defizite im Bereich der oberen Extremität zur Folge und führt zum Verlust der Schulter‑, Ellenbogen- und Handfunktion. Trotz erheblicher Fortschritte in der rekonstruktiven Nervenchirurgie bleiben die therapeutischen Optionen limitiert.
Wir stellen einen Behandlungsalgorithmus vor, der die rekonstruktive Nervenchirurgie mit der frühzeitigen Anpassung einer myoelektrischen Orthese kombiniert. Die Orthesenversorgung soll eine Vielzahl funktioneller Aufgaben im täglichen Leben unterstützen und die Selbstständigkeit und Lebensqualität der Betroffenen verbessern.
Die myoelektrische Orthese dient als Hilfsmittel sowie zur Beübung der betroffenen Extremität im Rahmen der Rehabilitation. Sie soll die Beweglichkeit der Gelenke zunächst passiv erhalten und verbessern und je nach Verlauf und möglicher Erholung der Nervenschädigungen, die Bewegung im Ellenbogen unterstützen sowie eine Greifleistung für die Hand herstellen. Durch die Integration des Arms in den Bewegungsablauf zeigt sich bei den Anwendern außerdem ein positiver Effekt auf die neuropathische Schmerzsymptomatik und Phantomschmerzen.
Als Richard Kurda im Jahr 1926 sein Sanitätshaus eröffnete, konnte er nicht ahnen, dass er damit lediglich das erste Kapitel einer langen Geschichte schreiben würde: Noch heute werden in Kiel zahlreiche Kunden mit Hilfsmitteln „Made by Kurda“ versorgt – und das in mittlerweile dritter Generation von seinem Enkelsohn Andreas Kurda und dessen Ehemann Erik.
Das Korsett ist und bleibt das zentrale Element in der konservativen Behandlung von Patienten mit idiopathischer Skoliose. Was es bei der individuellen Anpassung zu beachten gilt und welche Bedeutung dem Zusammenspiel von Handwerk, Physiotherapie und Compliance zukommt, das erfahren die Teilnehmer in einem Workshop im Weltkongress der OTWorld 2026.
Mit einer Interimorthesenversorgung mit C‑Brace-Funktion soll eine Lücke in den Versorgungskonzepten geschlossen werden, die Querschnitt-Patienten bisher nur die Wahl zwischen Rollstuhl und keinem Rollstuhl ließ. Am Fall von Peggy Blanke wird gezeigt, wie eine erfolgreiche Versorgung wieder mehr Mobilität ermöglicht.
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