Björn Altenburg1, Michael Ernst1, Pawel Maciejasz1, Charlotte Seitz2, Malte Bellmann1,2
Diese Studie vergleicht die biomechanischen Effekte und subjektiven Bewertungen eines hydraulischen Knöchelgelenks mit einem Energy-Storing-and-Return(ESR)-Fuß mit gleicher Karbonbasisfeder bei zehn Personen mit unilateraler Unterschenkelamputation. Untersucht wurden Gehen und Stehen in der Ebene sowie auf einer 7,5° Schräge mittels instrumentierter Ganganalyse. Ergänzend wurden Schaftkomfort und wahrgenommene Anstrengung erfasst.
Mit dem hydraulischen Knöchelgelenk stieg die minimale Bodenfreiheit in allen Situationen signifikant. Zudem verbesserten sich Schaftkomfort und wahrgenommene Anstrengung auf Schrägen bei gleichzeitig erhöhter Energieabsorption und verringerter Energierückgabe. Prothesenfüße mit hydraulischem Knöchelgelenk können somit zu einer Verbesserung von Sicherheit und Komfort beitragen.
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Harald Böhm, Markus Müller
Die Ganganalyse ist ein zentraler Bestandteil der orthopädischen Diagnostik, wobei bisher vor allem markerbasierte Systeme in spezialisierten Laboren als Goldstandard gelten. Diese Verfahren liefern präzise Gelenkwinkel und Kräfte, sind jedoch kosten- und zeitintensiv. Fortschritte in künstlicher Intelligenz und Computer Vision ermöglichen nun markerlose, videobasierte Analysen, die Bewegungsdaten automatisiert erfassen und auswerten – bereits mit Standardkameras oder Smartphones. Aktuelle Systeme wie z. B. Orthelligent Vision von Oped GmbH, oder Theia3D von Theia Markerless Inc. zeigen, dass sagittale Bewegungen zuverlässig quantifiziert werden können, während Rotationen in der Transversalebene und im Beckenwinkel weiterhin Limitationen aufweisen. Die Integration von KI-Modellen in die orthopädietechnische Praxis eröffnet neue Möglichkeiten für die Funktionsdiagnostik, Therapieevaluation und individualisierte Versorgungsplanung. Zentrale Herausforderungen bleiben die Validierung, Standardisierung der Algorithmen, Berücksichtigung pathologischer Gangbilder und Softwareabhängigkeit. Langfristig könnten markerlose 3D-Ganganalysesysteme den klinischen Alltag ergänzen, indem sie objektive, zeitnahe und evidenzbasierte Daten für Therapieentscheidungen liefern.
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E. Pröbsting, M. Ernst, T. Schmalz, V. Schopper, B. Pobatschnig, M. Bellmann
Eine exakte Bewertung der Funktion und Sicherheit von Prothesenkniegelenken ist mit einer instrumentellen 3D-Bewegungsanalyse möglich. Dabei ist methodisch zu beachten, dass bei den markerbasierten Untersuchungsmethoden neben der Messtechnik das genutzte Modell die Genauigkeit der Analyse entscheidend mitbestimmt. In diesem Beitrag wird eine Studie vorgestellt, in der ein speziell für die Bewegungsanalyse von Oberschenkelamputierten entwickeltes Modell multizentrisch getestet wurde. Dabei zeigte sich, dass dieses für die prothetische Extremität im Vergleich zu Standardmodellen die validesten und reliabelsten biomechanischen Parameter liefert.
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D. Hochmann, M. Kirillov
Der Beitrag beschreibt den aktuellen Wissensstand bei der Knieorthesen-Prüfung und definiert die Voraussetzungen für einen reproduzierbaren und trennscharfen Vergleich der funktionellen Eigenschaften von Knieorthesen unter kontrollierten Prüfbedingungen.
M. Bresser
Laterale Bandverletzungen sind eine der häufigsten auftretenden Sportverletzungen. Die Langzeitfolgen münden oft in einer chronischen Sprunggelenkinstabilität. Die vorliegende Arbeit untersucht die biomechanische Optimierung in Bezug auf Gang- und Laufbewegungen mittels Trainings- und orthopädischer Einlagenintervention. 54 Probanden wurden hierbei in 4 Probandengruppen (A, B, C, D) eingeteilt und nach 12 Wochen untersucht. Es wurden teilweise signifikante Verbesserungen und Trends im Vergleich zur Kontrollgruppe oder aber der Ausgangsmessung festgestellt, welche zur Optimierung des Gangbildes beigetragen haben. Dabei wurde der Inversionswert minimiert und die Muskelaktivität des M. peroneus longus optimiert. Die Kombination von Trainingstherapie und individueller orthopädischer Einlagenversorgung erzielte hierbei den größten Effekt.
Bereits zum zwölften Mal öffneten sich Anfang Dezember die Türen des Zentrums für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg (UKHD) anlässlich des Heidelberger Symposiums Technische Orthopädie.
Auf der OTWorld 2024 in Leipzig wurde die mikroprozessorgesteuerte Knieprothese „Genium X4“ vom Duderstädter Medizinproduktehersteller Ottobock erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, Ende September gab es zu diesem Hilfsmittel ein ganzes Symposium, bei dem internationale Expert:innen ihre Erfahrungen mit der neuen prothetischen Versorgung teilten.
C. Slater1,2, B. J. Hafner1, S. J. Morgan1,3,4
Hintergrund: Die prothetischen Optionen für Patienten nach einer Exartikulation im Sprunggelenk (Syme-Amputation) sind begrenzt. Bedingt durch Einschränkungen bei der Bauhöhe haben Prothesenfüße für Patienten nach Syme-Amputation häufig eine niedrige Aufbauhöhe, was zu einer verringerten Energierückgabe während des Gehens führt. Crossover-Füße mit hoher Aufbauhöhe, die an der posterior-proximalen Seite des Prothesenschaftes befestigt werden, können diese Einschränkungen umgehen und ein physiologischeres Gangbild fördern.
Ziele: Vergleich der Biomechanik des Gangs auf einer ebenen Fläche und der patientenberichteten Ergebnisse zwischen Crossover- und herkömmlichen energiespeichernden Füßen bei Patienten nach Syme-Amputation.
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L. Pötz, J. Ditsche
In dieser Thesis wird der Einfluss von drei verschiedenen Greifpositionen auf die Kräfteverteilung beim manuellen Rollstuhlantrieb untersucht. Rollstuhlfahrer:innen klagen über starke Schulterbeschwerden, welche auf die Ineffizienz des manuellen Vortriebs zurückzuführen sind. In einer Vorstudie mit einer Teilnehmerin werden zwei Methoden zur Berechnung des Kraftangriffspunktes am Greifring unter statischen Bedingungen verglichen. In der Hauptstudie fahren gesunde Teilnehmer:innen (n = 8) und Alltagsrollstuhlfahrer:innen (n = 2) in einem instrumentierten Rollstuhl auf einer ebenen Strecke. Die auf den Greifring wirkenden Kräfte und Drehmomente werden mit dem SmartWheel aufgezeichnet. Der Kraftangriffspunkt wird kinematisch mithilfe eines 3D-Bewegungsanalysesystems bestimmt. Die Datenauswertung geschieht über eine eigens entwickelte Programmierroutine. Bezüglich der Kräfteverteilung konnten Unterschiede zwischen den Greifpositionen und den zwei Gruppen gefunden werden. Auch die Fahrgeschwindigkeiten, die Effizienz und erbrachte Leistung unterschieden sich zwischen den Greifpositionen und den zwei Gruppen. Zusammenfassend bestätigt diese Thesis den Einfluss der Greifposition beim manuellen Rollstuhlantrieb. Die entwickelte Messmethodik sowie die Auswerteroutine sollen daher als Grundlage für zukünftige Forschung in diesem Themengebiet dienen. Weiterführend soll es im orthopädietechnischen Betrieb möglich sein, durch eine Analyse des Rollstuhlvortriebs individuelle Empfehlungen geben zu können.
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