Markerlose Ganganalyse

FachartikelPeer ReviewPLUS

KI-gestütz­te Gang­ana­ly­se im All­tag der Ortho­pä­die­tech­nik: Poten­zia­le, Vali­di­tät und Ver­gleich zur mar­ker­ba­sier­ten Referenzmethode

Harald Böhm, Mar­kus Mül­ler
Die Gang­ana­ly­se ist ein zen­tra­ler Bestand­teil der ortho­pä­di­schen Dia­gnos­tik, wobei bis­her vor allem mar­ker­ba­sier­te Sys­te­me in spe­zia­li­sier­ten Labo­ren als Gold­stan­dard gel­ten. Die­se Ver­fah­ren lie­fern prä­zi­se Gelenk­win­kel und Kräf­te, sind jedoch kos­ten- und zeit­in­ten­siv. Fort­schrit­te in künst­li­cher Intel­li­genz und Com­pu­ter Visi­on ermög­li­chen nun mark­erlo­se, video­ba­sier­te Ana­ly­sen, die Bewe­gungs­da­ten auto­ma­ti­siert erfas­sen und aus­wer­ten – bereits mit Stan­dard­ka­me­ras oder Smart­phones. Aktu­el­le Sys­te­me wie z. B. Ort­hel­li­gent Visi­on von Oped GmbH, oder Theia3D von Theia Mark­erless Inc. zei­gen, dass sagit­ta­le Bewe­gun­gen zuver­läs­sig quan­ti­fi­ziert wer­den kön­nen, wäh­rend Rota­tio­nen in der Trans­ver­sal­ebe­ne und im Becken­winkel wei­ter­hin Limi­ta­tio­nen auf­wei­sen. Die Inte­gra­ti­on von KI-Model­len in die ortho­pä­die­tech­ni­sche Pra­xis eröff­net neue Mög­lich­kei­ten für die Funk­ti­ons­dia­gnos­tik, Therapie­evaluation und indi­vi­dua­li­sier­te Ver­sor­gungs­pla­nung. Zen­tra­le Her­aus­for­de­run­gen blei­ben die Vali­die­rung, Stan­dar­di­sie­rung der Algo­rith­men, Berück­sich­ti­gung patho­lo­gi­scher Gang­bil­der und Soft­ware­ab­hän­gig­keit. Lang­fris­tig könn­ten mark­erlo­se 3D-Gang­ana­ly­se­sys­te­me den kli­ni­schen All­tag ergän­zen, indem sie objek­ti­ve, zeit­na­he und evi­denz­ba­sier­te Daten für The­ra­pie­ent­schei­dun­gen liefern.

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