Behand­lungs­stra­te­gien bei Knieluxation

W. Peter­sen
Der vor­lie­gen­de Arti­kel gibt einen Über­blick über die ver­schie­de­nen Behand­lungs­stra­te­gien bei Knie­lu­xa­ti­on. Die Knie­lu­xa­ti­on ist eine schwe­re Knie­ver­let­zung, bei der es nicht nur zu Band­lä­sio­nen, son­dern auch zu Gefäß- und Ner­ven­ver­let­zun­gen kom­men kann. Ursa­che sind oft Ver­kehrs­un­fäl­le; Knie­lu­xa­tio­nen kön­nen aber auch im Rah­men von Sport­un­fäl­len auf­tre­ten. Je nach Aus­maß der betrof­fe­nen Bän­der kann die Knie­lu­xa­ti­on in 5 ver­schie­de­ne Schwe­re­gra­de unter­teilt wer­den (Schenck-Klas­si­fi­ka­ti­on). Dabei sind min­des­tens ein Band des zen­tra­len Pfei­lers und ein Kol­la­te­r­al­band betrof­fen (Schenck I). Aus die­sem Grun­de erfor­dern Knie­lu­xa­tio­nen ins­be­son­de­re in der aku­ten Pha­se eine dif­fe­ren­zier­te Dia­gnos­tik (Gefäß­dia­gnos­tik, Band­ap­pa­rat, Rönt­gen, CT). In der aku­ten Pha­se (Tag der Ver­let­zung) sind ope­ra­ti­ve Inter­ven­tio­nen vor allem bei offe­nen Ver­let­zun­gen, Gefäß­ver­let­zun­gen oder bei einem Kom­part­ment­syn­drom erfor­der­lich. In der sub­aku­ten Pha­se kann die MRT hilf­reich sein, das Aus­maß der Band­lä­si­on zu klas­si­fi­zie­ren und eine ope­ra­ti­ve Inter­ven­ti­on zu pla­nen. Bei aku­ten Kom­bi­na­ti­ons­ver­let­zun­gen kommt eine früh­zei­ti­ge Naht der pos­te­ro­me­dia­len oder pos­te­ro­la­te­ra­len Struk­tu­ren in Kom­bi­na­ti­on mit einer Kreuz­band­plas­tik (hin­te­res Kreuz­band) in Fra­ge. Eine Alter­na­ti­ve für den frü­hen Ban­der­satz ist die Naht und Aug­men­ta­ti­on mit kräf­ti­gen Faden­kor­deln („liga­ment bracing“).

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Pro­tek­ti­on, Prä­ven­ti­on und Akut­ver­sor­gun­gen in der Sport­or­tho­pä­die — Aktu­el­le Ortho­pä­die-Tech­nik von Kopf bis Fuß

H. Semsch
In Deutsch­land trei­ben rund 23 Mio. Men­schen regel­mä­ßig Sport. Davon ver­let­zen sich jedes Jahr über 5 Pro­zent. Etwa 1,25 Mio. Sport­ler müs­sen wegen einer Ver­let­zung ärzt­lich behan­delt wer­den. Ursa­che für die­se Ver­let­zun­gen sind oft ein Foul beim Fuß­ball, ein Sturz beim Ski­fah­ren oder ein Umkni­cken beim Hand­ball oder Jog­gen – mit zum Teil fol­gen­schwe­ren Aus­wir­kun­gen für die Akti­ven. Regel­mä­ßig kommt es im Sport zu Muskel‑, Seh­nen- oder Bän­der­ver­let­zun­gen sowie Frak­tu­ren. Der Arti­kel befasst sich mit der Fra­ge, was die Ortho­pä­die-Tech­nik heut­zu­ta­ge leis­ten kann, um Sport­ver­let­zun­gen zu ver­sor­gen und Krank­heits- und Reha-Zei­ten zu mini­mie­ren oder sogar prä­ven­tiv zu ver­mei­den. Anhand von Bei­spie­len wer­den aktu­el­le tech­ni­sche Ver­sor­gun­gen für ver­schie­de­ne Sport­ar­ten und Risi­ko­ak­ti­vi­tä­ten vor­ge­stellt und deren Wir­kungs­wei­se beschrieben.

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Der Effekt dyna­mi­scher Car­bon-Ein­la­gen im Laufsport

L. Öksüz
Hin­ter­grund: Ziel der wis­sen­schaft­li­chen Unter­su­chung war es, die Aus­wir­kun­gen dyna­mi­scher Car­bon-Ein­la­gen auf Lauf­sport­ler auf­zu­zei­gen, die an Knie- oder Achil­les­seh­nen­be­schwer­den lei­den. Mate­ri­al und Metho­den: Ins­ge­samt wur­den bei 26 Pro­ban­den Lauf­ana­ly­sen durch­ge­führt. Im Anschluss wur­de der Ein­fluss der Ein­la­gen auf die Hüf­tro­ta­ti­on und die Fuß­be­las­tun­gen im Schuh­aus­ge­wer­tet. Die Mess­da­ten wur­den mit dem Iner­ti­al­sen­sor­sys­tem „Myo­Mo­ti­on“ (Nora­xon) und dem Innen­soh­len­mess­sys­tem „vebi­to­SCI­ENCE“ (Vebi­to) erfasst. Ergeb­nis­se: Die Ergeb­nis­se zei­gen, dass sich bei männ­li­chen und weib­li­chen Pro­ban­den Hüft­in­nen­ro­ta­ti­on sowie Ever­si­on durch die Ein­la­ge redu­zie­ren las­sen. Auch die Bie­ge- und Tor­si­ons­mo­men­te­an Fer­se und Meta­tar­so­phal­an­ge­al­ge­lenk (MTP) 5 wur­den ver­rin­gert. Kei­nen signi­fi­kan­ten Ein­fluss hat die Ein­la­ge dage­gen auf die Fuß­be­las­tun­gen am MTP 1. Schluss­fol­ge­rung: Bei Sport­lern mit spe­zi­el­len Beschwer­den ist eine Lauf­ana­ly­se abso­lut emp­feh­lens­wert. Car­bon-Ein­la­gen kön­nen das Gang­bild des Läu­fers im Hin­blick auf Fuß­be­las­tun­gen, Sprung­ge­lenks­be­we­gung und Hüf­tro­ta­ti­on optimieren.

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Stu­di­en­ergeb­nis­se zu den Vor­tei­len eines akti­ven Prothesenfußes

B. Frasu­re
„Empower“ ist ein akti­ver mikro­pro­zes­sor­ge­steu­er­ter Pro­the­sen­fuß, der die Funk­ti­on der bio­lo­gi­schen Waden­mus­ku­la­tur und der Achil­les­seh­ne nach­ahmt und ein phy­sio­lo­gi­sche­res Gang­bild ermög­licht. Der Arti­kel beschreibt tech­ni­sche Hin­ter­grün­de und ver­mit­telt einen Über­blick über bereits ver­öf­fent­lich­te Stu­di­en­ergeb­nis­se und Anwendervorteile.

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Sind Orthe­sen im Trai­ning zur Prä­ven­ti­on von OSG-Dis­tor­sio­nen sinnvoll?

C. Lukas
OSG-Dis­tor­sio­nen sind die häu­figs­te Sport­ver­let­zung und wei­sen zudem ein hohes Rezi­div­ri­si­ko auf. Gold­stan­dard ist die früh­funk­tio­nel­le The­ra­pie mit Orthe­se und Sta­bi­li­sa­ti­ons­trai­ning. Prä­ven­ti­ve Mög­lich­kei­ten sind ein geziel­tes Übungs­pro­gramm, Tape-Ver­bän­de und Orthe­sen. Für alle die­se Optio­nen ist eine deut­li­che Reduk­ti­on des Ver­let­zungs­ri­si­kos nachgewiesen. 

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Mit­tel­fuß­ver­let­zun­gen im Sport

M. Walt­her, A. Röser
Mit­tel­fuß­ver­let­zun­gen im Sport umfas­sen ein wei­tes Spek­trum von Läsio­nen des Lis­franc-Liga­ment­kom­ple­xes. Mit­tel­fuß­ver­let­zun­gen las­sen sich in Dis­tor­sio­nen, par­ti­el­le Band­zer­rei­ßun­gen und kom­plet­te Band­ver­let­zun­gen ein­tei­len. Davon abzu­gren­zen sind Ver­let­zun­gen mit Knochenbeteiligung. 

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Effek­ti­vi­tät unter­schied­li­cher Sta­bi­li­sie­rungs­sys­te­me des dista­len Unter­arms in Dor­sal­ex­ten­si­on — Eine Unter­su­chung unter Ver­wen­dung von Computermodellen

S. Leh­ner, N. Huber, D. Bau­meis­ter, F. Michel
Die Kno­chen­frak­tur am dista­len Unter­arm ent­steht typi­scher­wei­se durch Sturz auf das nach dor­sal gestreck­te Hand­ge­lenk. Wäh­rend im Sport mit­tels Hand­ge­lenks­pro­tek­to­ren ver­sucht wird, den dista­len Unter­arm prä­ven­tiv zu schüt­zen, wer­den bei der medizinischen/therapeutischen Behand­lung bereits vor­han­de­ner Ver­let­zun­gen im Auf­bau ähn­li­che Orthe­sen eingesetzt. 

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Behand­lung von Muskelverletzungen

M. Engel­hardt, C. Grim
Mus­kel­ver­let­zun­gen sind eine häu­fi­ge Sport­ver­let­zung. Die The­ra­pie basiert auf Erfah­rungs­me­di­zin. Bei einem Mus­kel­riss wird eine mit Eis­was­ser getränk­te Bin­de unter Druck groß­flä­chig ange­wi­ckelt, der Mus­kel ent­las­tet und die Extre­mi­tät hoch­ge­la­gert. Über 98 % der Mus­kel­ver­let­zun­gen wer­den kon­ser­va­tiv behan­delt. Bei kom­plet­ten Mus­kel­rup­tu­ren und Abris­sen von Kno­chen­vor­sprün­gen wird ins­be­son­de­re bei Leis­tungs­sport­lern ope­ra­tiv rekon­stru­iert. Nicht ord­nungs­ge­mäß behan­del­te Mus­kel­ver­let­zun­gen bedin­gen ein deut­lich erhöh­tes Rezi­div­ri­si­ko und kön­nen zum Kar­rie­re­en­de des Sport­lers führen.

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Die Funk­ti­on des sen­so­mo­to­ri­schen Sys­tems – Basis für Prä­ven­ti­on und Therapie

W. Lau­be
Das sen­so­mo­to­ri­sche Sys­tem (SMS) ver­ant­wor­tet alle Bewe­gun­gen. Es pro­du­ziert die Mus­kel­span­nun­gen, die über die Fas­zi­en­sys­te­me und Seh­nen auf das Ske­lett über­tra­gen wer­den. Das Ske­lett wird sta­bi­li­siert und bewegt. In den Fas­zi­en­sys­te­men sind vie­le Mecha­n­o­re­zep­to­ren für die Regu­la­ti­on der Bewe­gun­gen ver­ant­wort­lich. Gleich­zei­tig agie­ren sie als Gleit­schich­ten. Eine chro­ni­sche Inak­ti­vi­tät führt zu Ver­kle­bun­gen der Fas­zi­en, zur Stö­rung der Mikro­zir­ku­la­ti­on und zu einer „low­gra­de inflamm­a­ti­on”. Der Sen­sor­stand­ort wird „insuf­fi­zi­ent”. Jeg­li­che leis­tungs­ori­en­tier­ten, prä­ven­ti­ven, the­ra­peu­ti­schen und medi­zi­nisch reha­bi­li­ta­ti­ven Wir­kun­gen von Bewe­gungs­pro­gram­men ent­ste­hen im Zyklus Belas­tung – Adapt­a­ti­on. Das Trai­ning muss eine Min­dest­in­ten­si­tät haben. Sie ist essen­ti­ell für die Akti­vie­rung des Sets auto‑, para- und endo­kri­ner ana­bo­ler Signal­stof­fe, die alle struk­tu­rel­len Wir­kun­gen ver­mit­teln. Zusätz­lich akti­vie­ren das Aus­dau­er- und das Kraft­trai­ning die Mus­ku­la­tur als endo­kri­nes Organ. In den Mus­keln selbst ent­ste­hen anti­dia­be­ti­sche und ana­bo­le Wir­kun­gen. Die Mikro­zir­ku­la­ti­on wird aus­ge­baut, und die chro­ni­sche gering inten­si­ve Ent­zün­dung wird unter­drückt. Nur ein lang­fris­ti­ges medi­zi­ni­sches Trai­ning ver­hin­dert eine atro­phi­sche, dege­ne­ra­ti­ve pro­ent­zünd­li­che und pro-nozi­zep­ti­ve Kör­per­struk­tur oder ver­än­dert die­se erneut in Rich­tung einer soma­ti­schen, anti-atro­phi­schen, anti-ent­zünd­li­chen und anti-nozi­zep­ti­ven Kör­per­struk­tur. Dabei wird das Aus­maß der mög­li­chen Wirk­sam­keit vom Stand der krank­haf­ten Pro­zes­se abhän­gig sein.

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Aku­te und chro­ni­sche Insta­bi­li­tät am Sprung­ge­lenk – Therapiekonzept

J. Bisch­off
Dis­tor­sio­nen des obe­ren Sprung­ge­len­kes sind eine der häu­figs­ten Ver­let­zun­gen in unfall­chir­ur­gi­schen Not­fall­auf­nah­men. Bei ca. einem Drit­tel aller Sport­ver­let­zun­gen han­delt es sich um Sprung­ge­lenks­dis­tor­sio­nen. 20 bis 40 % der aku­ten Band­ver­let­zun­gen mün­den in einer chro­ni­schen Insta­bi­li­tät (Val­der­ra­ba­no V, et al. Chro­ni­sche Insta­bi­li­tät des obe­ren Sprung­ge­lenks [Chro­nic ank­le insta­bi­li­ty]. Unfall­chir­urg, 2007; 110 (8): 691–699, quiz 700). Ursa­che hier­für ist häu­fig eine inad­äqua­te Dia­gnos­tik und The­ra­pie. Die chro­ni­sche Insta­bi­li­tät des obe­ren Sprung­ge­len­kes ist die häu­figs­te Ursa­che für die Ent­wick­lung einer Arthro­se des obe­ren Sprung­ge­len­kes. Das ver­deut­licht die Bedeu­tung von aku­ten und chro­ni­schen Insta­bi­li­tä­ten des obe­ren Sprung­ge­len­kes. In den letz­ten Jah­ren und Jahr­zehn­ten kam es zu einem deut­li­chen Wan­del in der Dia­gnos­tik und The­ra­pie der Sprung­ge­lenks­in­sta­bi­li­tä­ten. In die­sem Arti­kel wird der aktu­el­le Stand der Dia­gnos­tik und The­ra­pie von aku­ten und chro­ni­schen Insta­bi­li­tä­ten des Sprung­ge­len­kes dargestellt.

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