Orthese unterdrückt tremorbedingtes Zittern
Ruhige Hand statt Zittern: Wie eine mechanische Orthese Tremor-Patienten neue Selbstständigkeit im Alltag ermöglicht. Ein Versorgungsbeispiel.
Ruhige Hand statt Zittern: Wie eine mechanische Orthese Tremor-Patienten neue Selbstständigkeit im Alltag ermöglicht. Ein Versorgungsbeispiel.
Niklas Brusten
Das Knie gehört zweifellos zu den Gelenken mit dem komplexesten Bewegungsmuster im menschlichen Körper. Hingegen sind orthetische Hilfsmittel für Anwender mit Einschränkungen in diesem Bereich selten auf diese Komplexität ausgelegt. Der aus fertigungstechnischer Sicht naheliegende Ansatz bei der Erstellung von Orthesen, den physiologischen Gelenkachsen mit einem einfachen Scharnier zu folgen, stößt beim menschlichen Kniegelenk rasch an signifikante Grenzen. Das Knie ist kein einfaches Scharniergelenk, sondern folgt in seiner Dynamik einer hochkomplexen Roll-Gleit-Bewegung mit sich verschiebender Drehachse (Abb. 1). Neben monozentrischen Lösungen, sprich, Gelenkorthesen, die eine einzige Achse als Drehpunkt nutzen, bietet der Markt zwar einige Anwendungen mit polyzentrischem Anspruch. Diese sind allerdings ebenfalls als kompromissbehaftet zu bewerten, da auch sie nicht kongruent zur menschlichen Evolute sind [1, 2].
In diesem Forschungs- und Entwicklungsprojekt, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (KMU-innovativ Medizintechnik), geht das Konsortium der Fragestellung nach, ob und wie es möglich ist, in einem Gelenk für eine Knieorthese den individuellen Bewegungsumfang eines menschlichen Kniegelenks abzubilden. Ein weiteres Ziel ist es, durch die Integration aktiver und passiver dynamischer Elemente eine Stand-und-Schwungphasen-kontrollierte Orthese (SSCO) zu entwickeln.
Sebastian Benner, Beate Benecken, Kim Glapa
Die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit ausgeprägter Schwäche oder Lähmung der kniestreckenden Muskulatur stellt nach wie vor eine besondere Herausforderung in der orthopädietechnischen Praxis dar. Klassische gesperrte Ganzbeinorthesen (KAFO) gewährleisten zwar eine hohe Stand- und Gangsicherheit, gehen jedoch häufig mit funktionellen Einschränkungen, einem erhöhten Energieverbrauch und kompensatorischen Bewegungsmustern einher.
Vor diesem Hintergrund wurden in den vergangenen Jahren Versorgungskonzepte entwickelt, die eine schrittweise funktionelle Erweiterung dieser Systeme ermöglichen. Standphasenkontrollierte Orthesen (SCO) und insbesondere stand- und schwungphasenkontrollierte Orthesen (SSCO) zielen darauf ab, Sicherheit und Beweglichkeit besser miteinander zu verbinden und ein ökonomischeres, alltagstauglicheres Gangbild zu fördern.
Der vorliegende Beitrag baut auf einer bereits publizierten Übersicht auf und beschreibt die Entwicklung von klassischen KAFO über SCO bis hin zu modernen SSCO-Systemen. Der Fokus liegt auf den zugrundeliegenden technischen Prinzipien, den systembedingten Limitationen sowie auf praxisrelevanten Aspekten der Versorgung aus orthopädietechnischer Sicht.
Hannes Joseph1, Jannis Breuninger2, Timo Schmeltzpfenning2
Distale Radiusfrakturen werden zunehmend konservativ versorgt. Evidenz belegt bei ausgewählten Indikationen von distalen Radiusfrakturen eine funktionelle Gleichwertigkeit von Orthesen und Gips. Eigenschaften wie bessere Atmungsaktivität oder weniger Gewicht stellen Vorzüge der Orthesen dar. Materialeffizienz und indikationsgerechte Anwendung sollen eine nachhaltige Alternative zur klassischen Gipsversorgung ermöglichen. Ein Erfahrungsbericht und eine Fallstudie zur „Manu-Cast Organic FX Long“ an der Medizinischen Hochschule Hannover stellen die mechanische Leistungsfähigkeit und klinischen Vorteile der bionisch konstruierten, monomateriellen 3D-Rahmenorthese dar.
Nach einem schweren Unfall war der Arm einer Patientin kaum noch nutzbar. Heute kocht, putzt und lebt sie wieder selbstständig – dank einer myoelektrischen Orthese. Ein Versorgungsbeispiel.
Wolfgang Paul Lenze, Robert Knoke
Die Dupuytrenkrankheit mit ihren Fingergelenkkontrakturen ist nicht heilbar. Chirurgische Fingerbegradigungen, invasiv oder minimal invasiv, sind von begrenztem zeitlichem Erfolg.
Vorgestellt wird eine dynamische Fingerstreckorthese, die nicht nur die Nachhaltigkeit jeder chirurgischen Fingerbegradigung erhöht, sondern auch postoperativ verbliebene Restkontrakturen, vor allem im Fingermittelgelenk, strecken kann. Zusätzlich ist mit dieser neuen Orthese die einzige atraumatische Behandlung der beginnenden Dupuytren’schen Kontraktur im Stadium 1 nach Tubiana möglich.
Individuell entwickelt, unter Extrembedingungen getestet: Eine 3D-gedruckte Orthese zeigt das Potenzial additiver Fertigung in der Orthopädie-Technik.
WeiterlesenInvent Medical beruft Josh Ahlstrom zum CEO des US-Ablegers. Der langjährige Orthopädietechnik-Experte soll die Marktposition des Anbieters für 3D-gedruckte O&P‑Lösungen in den USA weiter ausbauen.
WeiterlesenZiel & Kursinhalt: In diesem zweitägigen Workshop in Köln gehen wir gemeinsam in den Wissens- & Erfahrungstransfer. Ziel ist es,
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