Sensorik schafft mehr Transparenz in der Kompressionstherapie
Mehr Transparenz bei der Kompression: Sensorik ermöglicht die Kontrolle des Auflagendrucks und eröffnet neue Möglichkeiten für eine datenbasierte Versorgung.
Mehr Transparenz bei der Kompression: Sensorik ermöglicht die Kontrolle des Auflagendrucks und eröffnet neue Möglichkeiten für eine datenbasierte Versorgung.
Hans-Walter Fiedler
Das Lipödem ist eine schmerzhafte, disproportionale und symmetrische Fettgewebsverteilungsstörung der Extremitäten, die überwiegend die Beine und fast ausschließlich Frauen betrifft. Trotz zunehmender Aufmerksamkeit für operative Verfahren bleibt die konservative Therapie ein zentraler Bestandteil des Behandlungskonzeptes. Die medizinische Kompression stellt dabei eine wesentliche Maßnahme zur Symptomlinderung, funktionellen Stabilisierung und Unterstützung körperlicher Aktivität dar. Der Beitrag ordnet den Stellenwert der Kompressionsversorgung im Kontext aktueller Leitlinienempfehlungen, internationaler Konsenspapiere, der aktuellen Ergebnisse der LIPLEG-Studie sowie des G‑BA-Beschlusses zur Liposuktion ein. Darüber hinaus werden praktische Herausforderungen bei Verordnung, Begutachtung und Versorgung aus Sicht der Sanitätshäuser diskutiert.
Kaltplasma ergänzt die Kompressionstherapie bei chronischen Wunden: Studien und Praxiserfahrungen zeigen, wie die Kombination Heilung beschleunigt, Schmerzen lindert und die Therapietreue verbessert.
J. Dissemond1, S. Eder2, S. Läuchli3, H. Partsch4, M. Stücker5
Die Kompressionstherapie ist eine nebenwirkungsarme konservative Therapie, die im deutschsprachigen Raum eine lange Tradition hat. Bei den Indikationen der Kompressionstherapie kann man im Bereich der Wundbehandlung zwei wesentliche Einsatzbereiche differenzieren. Die Verbesserung der Hämodynamik ist insbesondere bei phlebologischen Krankheitsbildern von großer Bedeutung. Zudem sollte die Kompressionstherapie bei nahezu allen Patienten mit Ödemen der unteren Extremitäten angewendet werden.
Heute gibt es zunehmend weniger Kontraindikationen, die gegen die Durchführung einer Kompressionstherapie in der klinischen Praxis sprechen. Entsprechend aktuellen Leitlinien sind diese Kontraindikationen die fortgeschrittene periphere arterielle Verschlusskrankheit, die dekompensierte Herzinsuffizienz, die septische Phlebitis und Phlegmasia coerulea dolens. Zudem gibt es einige Patienten, bei denen eine engmaschige Kontrolle erfolgen sollte. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Patienten mit nässenden Hautveränderungen oder Polyneuropathie. Kontrovers diskutiert wird weiterhin der Einsatz der Kompressionstherapie bei akuten Infektionskrankheiten wie beispielsweise dem Erysipel.
Aufgrund der Vielzahl der heute zur Verfügung stehenden Kompressionsmaterialien und ‑systeme kann bei dem Großteil aller Patienten mit Wunden und Ödemen der unteren Extremitäten eine Kompressionstherapie durchgeführt werden. Diese sollte sich dann als patientengerechte Versorgung an den Komorbiditäten und individuellen Bedürfnissen sowie Fähigkeiten der Patienten orientieren.
F. Krefting1, S. Hölsken2, M. Moelleken1, J. Dissemond1, W. Sondermann1
Hintergrund: Psoriasisplaques an den Unterschenkeln zeigen sich oftmals besonders therapierefraktär. Eine Kompressionstherapie könnte an dieser Lokalisation möglicherweise eine sinnvolle ergänzende Therapiemaßnahme darstellen. Jedoch bestehen oft Bedenken, dass ein Köbner-Phänomen zu einer Verschlechterung des Hautbefundes führen könnte. Daher wurden in dieser Studie die Effekte einer Kompressionstherapie auf Psoriasisplaques bei gleichzeitig bestehenden Ödemen an den Unterschenkeln untersucht.
Das Branchenhighlight des Fachs findet vom 19. bis 22. Mai 2026 auf dem Messegelände Leipzig als internationale Leitmesse und Weltkongress statt.
WeiterlesenMit dem Ziel, innovative Lösungen in der Wundtherapie bekannt zu machen, haben sich der Hilfsmittelhersteller Bauerfeind und das Medizintechnik-Unternehmen Coldplasmatech zusammengeschlossen.
WeiterlesenN. Fürup
In diesem Fachartikel wird die Wichtigkeit der Kompressionstherapie im Bereich des Ulcus cruris venosum (UCV) im Rahmen einer interdisziplinären Behandlung von Wunden im prä- und poststationären Bereich erläutert. Hilfreich hierfür ist ein Blick auf die Wirkmechanismen und klinischen Charakteristika sowie die therapeutischen Ansätze, die Ängste von Patienten und die Rolle der Angehörigen [vgl. Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie e. V. S2K-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Ulcus cruris venosum. Stand 22.01.2024. Registernummer 037–009. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/037–009 (Zugriff am 25.08.2024)]. In der UCV-Behandlung ist die Kompressionstherapie unabdingbar. Unbeachtet bleiben hier oftmals Patienten im prä- sowie im poststationären Bereich. Hier ist eine Kompressionstherapie je nach Diagnose, Eingriffsverfahren und Lage der Wunde erwähnenswert und indiziert. Mithilfe der Kompressionstherapie können deutliche Erfolge bei der Wundheilung und der frühen Mobilisierung erreicht werden.
Kompressionsstrümpfe in modischen Farbtönen fallen insbesondere in Schaufensterauslagen von Sanitätshäusern ins Auge. Im Gegensatz dazu rückt ihre medizinische Bedeutung oft in den Hintergrund. Dabei kann gerade bei Lymphödemen eine falsche Versorgung fatale Folgen haben.
WeiterlesenC. Horrer, A. Arnold
Ziel dieses Artikels ist es, die Notwendigkeit einer verstärkten Sensibilisierung und besseren Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln innerhalb der Mammakarzinom-Therapie aufzuzeigen. Trotz der weltweiten Zunahme von Brustkrebsfällen bleibt das sekundäre Lymphödem nach Mammakarzinom eine oft vernachlässigte Folgeerkrankung in der öffentlichen Diskussion. Im Zuge der konservativen Therapie ist die Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln ein wichtiger Grundpfeiler der Behandlung. Die Aufklärung über das Lymphödem inkl. entsprechender Therapiemöglichkeiten soll nicht nur das Bewusstsein schärfen, sondern auch die Grundlage für verbesserte Präventions‑, Behandlungs- und Versorgungsstrategien schaffen.
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