Medizinische Kompressionsstrümpfe reduzieren die Beschwerden bei Adipositas-assoziierter funktioneller venöser Insuffizienz
Markus Stücker1, Walter Olbricht2
Hintergrund: Viele übergewichtige Menschen entwickeln eine Adipositas-assoziierte funktionelle venöse Insuffizienz (AA-FVI), auch genannt Adipositas-assoziiertes Dependency Syndrom. Diese Studie untersucht den Einfluss von medizinischen Kompressionsstrümpfen (MKS) auf die Beschwerden.
Patienten und Methoden: Es wurden 49 Patienten, 37 Frauen und 12 Männer, mit Body-Mass-Index (BMI) 30–40 kg/m2 und klinischem Bild einer AA-FVI entsprechend chronisch venöser Insuffizienz (CVI) Stadien C3–C5 eingeschlossen. Während der Interventionsphase trugen die Patienten knielange MKS der Kompressionsklasse 2 (KKL2). In der ersten Woche wurden am linken Bein Flachstrick-MKS getragen, am rechten Bein Rundstrick-MKS. In den folgenden drei Wochen trugen die Patienten beidseitig den MKS ihrer Wahl.
Ergebnisse: Das Patientenalter lag durchschnittlich bei 54,0 Jahren und der BMI bei 35,6 kg/m². Die durchschnittliche tägliche Tragedauer der MKS betrug 9,6 Stunden. Unter den 40 Patienten mit analysierbaren Daten reduzierte sich der VVSymQ-Beschwerdescore auf 57 % des Ausgangswertes (p 0,00001), insbesondere bei den Leitsymptomen Schwellung, Schwere, Schmerzen und Pochen. Ödeme lagen anfänglich bei 22 Patienten vor. Während der MKS-Intervention heilten diese bei 73 % der betroffenen Patienten ab. Die Passform und der Sitz der MKS wurden von 98 % der Patienten als gut oder sehr gut bewertet, das An- und Ausziehen wurde von 89 % bzw. 78 % als gut oder sehr gut bewertet.
Diskussion: Das Beschwerdebild einer AA-FVI kann durch MKS effektiv reduziert werden. Die adipösen Patienten zeigten eine gute Therapieadhärenz.











