Der digi­ta­le Schuhmacher

Schon seit Jah­ren ist Ortho­pä­die­schuh­ma­cher-Meis­ter Mar­tin Jae­ger begeis­tert von den Mög­lich­kei­ten digi­ta­ler Fer­ti­gungs­tech­ni­ken. Anfang 2020 sprach die OT-Redak­ti­on mit ihm über sei­ne Erfah­run­gen und sei­ne Pro­gno­se für die Zukunft. Jetzt, mehr als zwei­ein­halb Jah­re spä­ter, wid­met sich der 61-Jäh­ri­ge dem The­ma in Voll­zeit. Sei­ne Antei­le an der Ortho­pä­die­tech­nik W. Jae­ger GmbH hat er an sei­nen Bru­der ver­kauft und gemein­sam mit sei­ner Frau Mar­ti­na Jae­ger die Fir­ma Trans2form gegrün­det, für die er als CEO Betrie­be und Her­stel­ler aus den Berei­chen Ortho­pä­die-Schuh­tech­nik und Ortho­pä­die-Tech­nik auf dem Weg in die digi­ta­le Welt berät.

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3D-gedruck­te Unter­ar­mor­the­se macht Grei­fen wie­der möglich

Durch Mul­ti­ple Skle­ro­se (MS) sind die Funk­tio­nen von Ullis rech­tem Unter­arm und rech­ter Hand stark ein­ge­schränkt. Um der 32-Jäh­ri­gen wie­der ein geziel­tes und kraft­vol­les Grei­fen zu ermög­li­chen und ihre Schmer­zen zu redu­zie­ren, hat der Traun­stei­ner Spe­zia­list für Ortho­pä­die-Tech­nik Poh­lig eine 3D-gedruck­te Unter­arm-Spi­ral­orthe­se gefer­tigt. Die Hin­ter­grün­de erklärt Ortho­pä­die­tech­nik-Meis­te­rin Lisa See­hu­ber, die Ulli wäh­rend des Ver­sor­gungs­pro­zes­ses begleitete. 

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Ellen­bo­gen­orthe­se aus dem 3D-Drucker

Dista­le Hume­rus Pseu­darthro­se rechts, kurz gesagt ein nicht ver­hei­len­der Ober­arm­bruch: So lau­te­te die Dia­gno­se des Pati­en­ten, für den das Sani­täts­haus Jae­ger in Lahn­stein eine Lösung fin­den woll­te. Durch regel­mä­ßi­ge Dia­ly­se war sei­ne Haut zudem sehr emp­find­lich. Ortho­pä­die­tech­nik-Meis­ter Jan Euer­le und Micha­el Wil­le such­ten nach einer pas­sen­den Ver­sor­gung und erstell­ten mit Unter­stüt­zung von Medi­zin­technik­her­stel­ler Mecu­ris eine 3D-gedruck­te Ellen­bo­gen­orthe­se. Für die OT beschreibt Euer­le den Pro­zess und die Vor­tei­le gegen­über einer kon­ven­tio­nel­len Versorgung. 

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Pro­the­sen­ver­sor­gung mit selek­ti­vem Ner­ven­trans­fer (Tar­ge­ted Mus­cle Rein­ner­va­ti­on) nach trans­hu­me­ra­ler Osseo­in­te­gra­ti­on – Versorgungsbeispiel

F. Nau­mann, B. Oelßner
Die hier beschrie­be­ne Ver­sor­gung – die noch immer sel­te­ne Kom­bi­na­ti­on einer trans­hu­me­ra­len Osseo­in­te­gra­ti­on mit einer myo­elek­tri­schen Pro­the­se – stellt sowohl medi­zi­nisch als auch tech­nisch eine gro­ße Her­aus­for­de­rung dar. Ein gründ­li­ches Vor­ab-Scree­ning unter Berück­sich­ti­gung aller Betei­lig­ten (Medi­zi­ner, Tech­ni­ker, The­ra­peu­ten, Kos­ten­trä­ger und Pas­s­teil­in­dus­trie) ist unab­ding­bar für eine erfolg­rei­che Ver­sor­gung. Zudem bestehen dabei beson­ders hohe Anfor­de­run­gen an die fach­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on, die tech­ni­sche Aus­stat­tung und die ent­spre­chen­de Moti­va­ti­on aller Betei­lig­ten. Aber auch die Anwen­de­rin­nen und Anwen­der wer­den stark gefor­dert: Sie benö­ti­gen ein hohes Maß an Eigen­in­itia­ti­ve und Durch­hal­te­ver­mö­gen im auf­wen­di­gen Ver­sor­gungs­ver­lauf, der sich über ein bis zwei Jah­re erstre­cken kann und in der Regel meh­re­rer Test­ver­sor­gun­gen bedarf – so auch hier. Trotz der bestehen­den Erfah­run­gen sowohl mit trans­hu­me­ra­len als auch mit trans­fe­mo­ra­len Osseo­in­te­gra­tio­nen sowie trotz jah­re­lan­ger Erfah­rung mit myo­elek­tri­schen Pro­the­sen­ver­sor­gun­gen im Unter­neh­men der Autoren waren die hohen Ansprü­che des Pati­en­ten hin­sicht­lich Hand­hab­bar­keit und die gege­be­nen tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten in Ver­bin­dung mit TMR eine her­aus­for­dern­de Auf­ga­be, die eines hohen Maßes an Krea­tivität und indi­vi­du­el­ler Lösun­gen bedurfte.

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Otto­bock setzt auf 3D-gedruck­te Prothesenschäfte

Die Addi­ti­ve Fer­ti­gung hält in immer mehr Berei­chen der Ortho­pä­die-Tech­nik Ein­zug. Bei Otto­bock wird bei­spiels­wei­se auf 3D-gedruck­te Pro­the­sen­schäf­te gesetzt. Trotz erschwer­ter Bedin­gun­gen auf­grund der Coro­na­pan­de­mie ist der Schaft MyFit TT nun auf dem Markt. Wie dem Hilfs­mit­tel­her­stel­ler das gelun­gen ist und wel­che Vor­tei­le die Tech­nik und das Pro­dukt bie­ten, erläu­tert Fran­zis­ka Leh­mann, Seni­or Digi­tal Pro­duct Mana­ger iFab, im Gespräch mit der OT-Redaktion.

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Wel­chen Stel­len­wert hat digi­ta­le Fer­ti­gung im Werkstattalltag?

T. Kempf, J. Steil, H. Metzger
Die Ortho­pä­die­tech­nik ist ein Hand­werk, das vie­le ver­schie­de­ne Mate­ria­li­en und Ver­ar­bei­tungs­me­tho­den ver­eint, um dar­aus hoch­wer­ti­ge, ästhe­tisch über­zeu­gen­de und funk­tio­nell anspruchs­vol­le Hilfs­mit­tel her­zu­stel­len. Seit eini­gen Jah­ren gibt es jedoch ein neu­es Werk­zeug in die­sem bereits gut gefüll­ten Werk­zeug­kas­ten: die digi­ta­le Fer­ti­gung. Wie bei jedem neu­en Hand­werks­zeug wird nun dis­ku­tiert, wo und wann sei­ne Anwen­dung sinn­voll ist und wie es in den ver­schie­de­nen Fach­be­rei­chen gehand­habt wer­den kann. Dabei gibt es kein „Patent­re­zept“ – viel­mehr muss jedes Unter­neh­men selbst ent­schei­den, inwie­fern die digi­ta­le Fer­ti­gung den Ver­sor­gungs­all­tag ver­ein­fa­chen kann. Der Arti­kel ver­mit­telt einen Über­blick über die aktu­el­len Mög­lich­kei­ten und beleuch­tet, wel­chen Stel­len­wert das Werk­zeug „digi­ta­le Fer­ti­gung“ der­zeit im hand­werk­li­chen All­tag ein­nimmt und in wel­chen Berei­chen es sich durch das Spek­trum neu­er Mög­lich­kei­ten als beson­ders effi­zi­ent erweist (Abb. 1).

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3D-Druck – Mög­lich­kei­ten und Gren­zen in der Orthopädietechnik

A. Grus­ka, I. Heu­zeroth, K. Popp
Der 3D-Druck ist wei­ter auf dem Vor­marsch und bahnt sich ange­sichts der Her­stell­bar­keit indi­vi­dua­li­sier­ter Pro­duk­te mit­tels digi­ta­ler und auto­ma­ti­sier­ter Fer­ti­gungs­ket­te auch sei­nen Weg in die Medi­zin. Der Ober­be­griff „Addi­ti­ve Fer­ti­gung“ umfasst dabei ein brei­tes Spek­trum unter­schied­li­cher Ver­fah­ren, von denen jedes bestimm­te Vor- und Nach­tei­le auf­weist. Pul­ver­ba­sier­te Tech­no­lo­gien wie das Laser­sin­tern (LS) bie­ten dabei die größ­ten Frei­heits­gra­de bezüg­lich der Kom­ple­xi­tät der Bau­tei­le, ohne dass spe­zi­el­les Stütz­ma­te­ri­al ver­wen­det wer­den muss. Im Fol­gen­den wird das LS-Ver­fah­ren bezüg­lich sei­ner Ver­wen­dungs­mög­lich­kei­ten in der Ortho­pä­die­tech­nik ins­be­son­de­re im Hin­blick auf die ein­setz­ba­ren Mate­ria­li­en und die beson­de­ren Eigen­schaf­ten der auf die­se Wei­se gedruck­ten Bau­tei­le dis­ku­tiert – auch in Abgren­zung zu alter­na­ti­ven Tech­no­lo­gien wie „Mul­ti Jet Fusi­on“ (MJF) und „Fused Lay­er Mode­ling“ (FLM).

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Ent­wick­lung und Eva­lua­ti­on einer 3D-gedruck­ten bio­ni­schen Fuß­orthe­se mit Unter­stüt­zung des Windlass-Effekts

Th. Stief, T. Sprekelmeyer
Eine hohe Beweg­lich­keit des Fußes ist not­wen­dig, um Belas­tun­gen zu dämp­fen. Ande­rer­seits muss der Fuß aber auch eine star­re Kon­fi­gu­ra­ti­on ein­neh­men kön­nen, da er als Hebel für den Vor­trieb essen­zi­ell ist. Gewähr­leis­tet wird dies durch den soge­nann­ten Wind­lass-Mecha­nis­mus („Seil­win­den-Mecha­nis­mus“): Wer­den die Zehen dor­salex­ten­diert, span­nen sich die plan­taren Mus­keln, Seh­nen und Bän­der an – Mit­tel- und Rück­fuß wer­den auf­ge­rich­tet, supi­niert und auf die­se Wei­se ein rigi­der Hebel erzeugt. Bei vie­len Fehl­stel­lun­gen ist die­ser Mecha­nis­mus beein­träch­tigt oder gar nicht vor­han­den; kei­ne Ein­la­ge kann ihn bis­her aktiv unter­stüt­zen oder erset­zen. Die hier vor­ge­stell­te 3D-gedruck­te bio­ni­sche Fuß­orthe­se unter­stützt den Wind­lass-Mecha­nis­mus, wodurch eine dyna­mi­sche Unter­stüt­zung des Fußes ermög­licht wird. In einer bio­me­cha­ni­schen Stu­die konn­ten die posi­ti­ven Effek­te der 3D-gedruck­ten bio­ni­schen Fuß­orthe­se nach­ge­wie­sen werden.

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Neu­ar­ti­ge modu­la­re Gehorthe­se zur leis­tungs­fä­hi­gen Kor­rek­tur von Gang­ab­wei­chun­gen bei neu­ro­lo­gisch beding­ten Gehstörungen

J.-H. Schrö­der, G. A. Baran­dun, P. Lei­mer, R. Morand, B. Göp­fert, E. Rutz
Die Orthe­sen­ver­sor­gung von Men­schen mit Läh­mun­gen, ins­be­son­de­re bei Zere­bral­pa­re­se, ist kom­plex. Der Arti­kel stellt in die­sem Zusam­men­hang ein neu­ar­ti­ges inte­grier­tes Ver­sor­gungs­kon­zept vor, bei dem mit­tels fort­schritt­li­cher Tech­no­lo­gien inner­halb einer kom­plett digi­ta­len Pro­zess­ket­te eine modu­la­re Orthe­se pro­du­ziert wird, bei der von vorn­her­ein alle Para­me­ter für den jewei­li­gen Ver­sor­gungs­fall berück­sich­tigt wer­den. Aus Sicht der Autoren sind sol­che neu­en Ver­sor­gungs­kon­zep­te viel­ver­spre­chend und wer­den hel­fen, eine effi­zi­en­te­re Ver­sor­gung in einem mul­ti­dis­zi­pli­nä­ren Team zu erstellen.

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