Sani­täts­haus Grenz­land bekommt Besuch aus dem Bundestag

Wie sieht der Arbeitsalltag in einem Sanitätshaus aus und welche Rolle spielt die Versorgung mit Hilfsmitteln im System der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)? Davon machte sich Maria Klein-Schmeink MdB, Mitglied im Gesundheitsausschuss und gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis90/Die Grünen, im September selbst ein Bild.

Gemein­sam mit Alf Reu­ter, Prä­si­dent des Bun­des­in­nungs­ver­ban­des für Ortho­pä­die-Tech­nik (BIV-OT), besuch­te Klein-Schmeink das Sani­täts­haus „Grenz­land“ in Ahaus. Betriebs­in­ha­ber und stell­ver­tre­ten­der Ober­meis­ter der Innung für Ortho­pä­die-Tech­nik Müns­ter Hei­ner Schro­er und Ober­meis­te­rin Adel­heid Micke über­nah­men die per­sön­li­che Führung.

Anzei­ge

„Wir als Leis­tungs­er­brin­ger ken­nen kein Home­of­fice. Wir müs­sen jeden Tag an die Pati­en­tin oder den Pati­en­ten ran“, beton­te Reu­ter. Ver­sor­gung sei immer etwas sehr Indi­vi­du­el­les, Per­sön­li­ches und für vie­le Pati­en­ten und Pati­en­tin­nen auch immer etwas Inti­mes; „Ver­sor­gung ist daher stets mit viel Ver­trau­en ver­bun­den. Wir han­deln nicht mit Pro­duk­ten, son­dern ver­sor­gen Men­schen mit Mobi­li­täts­ein­schrän­kun­gen“, führ­te er wei­ter aus. „Das konn­ten wir der Abge­ord­ne­ten Klein-Schmeink ein­drucks­voll ver­mit­teln.“ Wäh­rend des Besuchs wur­den Ver­sor­gungs­bei­spie­le aus den Berei­chen Pro­the­tik, Orthe­tik, Home Care sowie Reha-Tech­nik vor­ge­stellt. „Uns war es wich­tig, der Poli­tik ein­mal zu zei­gen, dass die Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung ein sehr kom­ple­xes The­men­feld ist und dies nichts mit Ein­zel­han­del, Tank­stel­le oder Dro­ge­rie zu tun hat. In die­se Schub­la­de wur­den wir wäh­rend der Coro­na-Kri­se sei­tens der Gesund­heits­po­li­tik viel­fach gesteckt“, so Schro­er. „Das woll­ten wir korrigieren.“

Kom­pe­tenz im Sani­täts­haus und der Gesundheitsregion

Die­ser Auf­fas­sung konn­te sich auch Maria Klein-Schmeink anschlie­ßen: „Bei der Füh­rung durch das Sani­täts­haus ist deut­lich gewor­den, dass hier über­all Hand ange­legt wird. Aus­gangpunkt ist nicht ein Pro­dukt, son­dern das Pro­blem des Pati­en­ten und der Pati­en­tin. Ein Hilfs­mit­tel ist eine medi­zi­nisch-tech­ni­sche Lösung. Daher geht es auch bei der Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung um die Umset­zung von Ver­sor­gungs­kon­zep­ten. Ich bin beein­druckt, wie viel Kom­pe­tenz in einem Sani­täts­haus zusam­men­kommt.“ Wäh­rend des Gesprächs erläu­ter­te sie die Idee der Gesund­heits­re­gio­nen. Es gehe um die Stär­kung der inte­grier­ten Ver­sor­gung ins­be­son­de­re in den länd­li­chen Berei­chen. Man müs­se über die Ver­net­zung von Kom­pe­ten­zen neu nach­den­ken – auch auf dem Land müs­sen kom­ple­xe Ver­sor­gun­gen für alle zugäng­lich sein. In den Gesund­heits­re­gio­nen sei­en nicht nur Ärz­te, son­dern alle Gesund­heits­be­ru­fe gefragt.

Ver­wal­tung effi­zi­en­ter gestalten

Eine beson­de­re Ant­wort auf die Fra­ge „Wie kön­nen wir Ver­sor­gung ver­bes­sern?“ wur­de an die­sem Tag über den Ver­weis auf den ste­tig wach­sen­den Ver­wal­tungs­auf­wand gege­ben. Die Ver­sor­gung wird durch die Ver­wal­tung von mehr als 400 Ver­sor­gungs­ver­trä­gen beglei­tet; mit jeweils unter­schied­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen und Leis­tungs­um­fän­gen. Hin­zu kom­men die Bean­tra­gung und Geneh­mi­gung durch Kran­ken­kas­sen. Die Ver­wal­tung zwi­schen Leis­tungs­er­brin­ger, Kran­ken­kas­se, Medi­zi­ni­schem Dienst der Kran­ken­kas­sen, Sach­be­ar­bei­ter und Gut­ach­ter sei nicht effi­zi­ent gere­gelt, son­dern ver­ur­sa­che viel zu oft die Stö­rung und Ver­zö­ge­rung der dring­li­chen Ver­sor­gung. Am Ende waren sich alle Betei­lig­ten einig: Es besteht Hand­lungs­be­darf, damit der Pati­ent da steht, wo er hin­ge­hört – im Mittelpunkt.

 

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