Paras­port­ler erhal­ten beson­de­re Auszeichnung

Die Parasportlerinnen und Parasportler konnten coronabedingt kaum einen Wettkampf durchführen. Damit fehlen die ganz großen Siege im Jahr 2020, doch für die Rollstuhlbasketball-Damen, Anna Schaffelhuber und Markus Rehm gab es dennoch eine ganz besondere Ehrung, die ihre Leistungen in den vergangenen zehn Jahren würdigt.

Sie alle wur­den zu Paras­port­lern des Jahr­zehnts gewählt und erhiel­ten dafür eine Aus­zeich­nung, Prä­mie, aber vor allem den Respekt der gesam­ten Sport­welt. Dass die Sie­ge­rin­nen und Sie­ger pan­de­mie­be­dingt digi­tal in einer Ehrungs­wo­che ver­kün­det wur­den statt bei einer Gala in der Sport­stadt Düs­sel­dorf, dürf­te die Freu­de über die Aus­zeih­nung kaum trüben.

„Unser Prä­si­dent (Fried­helm Juli­us Beu­cher, Prä­si­dent des Deut­schen Behin­der­ten­sport­ver­bands (DBS), Anm. der Red.) hat mich abends um 22 Uhr ange­ru­fen und ich dach­te: okay, 22 Uhr, spä­ter Anruf. Als er mir die freu­di­ge Nach­richt mit­ge­teilt hat, hat­te ich wirk­lich Herz­klop­fen, weil das schon eine ganz beson­de­re Aus­zeich­nung ist“, erklär­te Mar­kus Rehm, der als ers­ter Paras­port­ler des Jahr­zehnts geehrt wur­de. Dabei bekam der 32-jäh­ri­ge Weit­sprin­ger (TSV Bay­er 04 Lever­ku­sen) 24,05 Pro­zent der mehr als 10.000 Stim­men und setz­te sich knapp vor Ski­fah­rer Gerd Schön­fel­der (22,78 Pro­zent) und Kugel­sto­ßer Niko Kap­pel (21,08 Pro­zent) durch.

Seit 2009 ungeschlagen

Seit sei­nem inter­na­tio­na­len Debüt 2009, als Rehm bei der IWAS-Junio­ren-Welt­meis­ter­schaft Gold im Weit­sprung gewon­nen hat­te, ist der rechts­sei­tig unter­schen­kel­am­pu­tier­te Ath­let unge­schla­gen: Er wur­de fünf Mal Welt- und vier Mal Euro­pa­meis­ter, gewann dar­über hin­aus Gold bei den Paralym­pics 2012 und 2016 – und ver­bes­ser­te regel­mä­ßig sei­nen Welt­re­kord, der mitt­ler­wei­le bei 8,48 Metern liegt. Zusätz­lich jubel­te Rehm mit der 4x100-Meter-Staf­fel über je zwei WM- und EM-Titel sowie Paralym­pics-Gold 2016 und war in Rio Fah­nen­trä­ger des deut­schen Teams. „Die­se Aus­zeich­nung bedeu­tet mir wahn­sin­nig viel. Ich durf­te ja schon Paras­port­ler des Jah­res wer­den, aber eine Ehrung über das gesam­te Jahr­zehnt ist noch mal eine ganz ande­re Haus­num­mer“, sagt Rehm.

Bei jedem Groß­ereig­nis eine Medaille

„Die­se Mann­schaft hat in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren kon­ti­nu­ier­lich Spit­zen­er­fol­ge erzielt: vier Mal Mann­schaft des Jah­res im deut­schen Paras­port, Paralym­pics-Sie­ge­rin­nen, zwei EM- und zwei Vize-WM-Titel. Viel mehr kann man kaum errei­chen“, sagt Fried­helm Juli­us Beu­cher zum Sieg der Roll­stuhl­bas­ket­ball-Natio­nal­mann­schaft der Damen. Mit 37,93 Pro­zent der Stim­men setz­te sie sich gegen die 4x100-Meter-Staf­fel der Para­leicht­ath­le­tik (29,33 Pro­zent) sowie das Goa­l­ball-Team der Her­ren (13,84 Pro­zent) durch.

Seit 2005 haben die Roll­stuhl­bas­ket­bal­le­rin­nen bei jedem Groß­ereig­nis eine Medail­le gewon­nen. Das waren Gold und Sil­ber bei den Paralym­pics, zwei Sil­ber- und eine Bron­ze­me­dail­le bei Welt­meis­ter­schaf­ten sowie zwei Mal Gold, zwei Mal Sil­ber und ein Mal Bron­ze bei Euro­pa­meis­ter­schaf­ten. „Es ist etwas Beson­de­res, für ein gan­zes Jahr­zehnt geehrt zu wer­den. Dass unser Erfolg über einen so lan­gen Zeit­raum in Deutsch­land auf die­se Wei­se wahr­ge­nom­men wird, bedeu­tet uns sehr viel“, resü­mier­te Marei­ke Mil­ler, die 2010 für die Natio­nal­mann­schaft debütierte.

Neun Medail­len bei Paralympics

„Ich freue mich wirk­lich unbän­dig und möch­te mich bei allen Fans, Part­nern, För­de­rern und mei­ner Mann­schaft, die mich jah­re­lang sehr stark unter­stützt hat, ganz herz­lich bedan­ken. Es ist wun­der­schön, wenn ich zurück­bli­cke. Mein Kar­rie­re­en­de ist ein Jahr her und wenn ich die­se Aus­zeich­nung bekom­me, den­ke ich an die­se Kar­rie­re und schaue mit einem ganz ande­ren Blick auf die­se zehn, zwölf Jah­re zurück. Es ist Wahn­sinn, wie viel ich da erlebt habe und man lässt das alles Revue pas­sie­ren“, erklär­te Anna Schaf­fel­hu­ber im Rah­men ihrer Aus­zeich­nung. Von mehr als 10.000 Stim­men wähl­ten 39,08 Pro­zent die ehe­ma­li­ge Mono­ski­fah­re­rin. Sie­ben Gold‑, eine Sil­ber- und eine Bron­ze­me­dail­le bei Paralym­pics, elf WM-Titel und sechs Gesamt­welt­cup­sie­ge sind nur ein Aus­zug aus ihrer beein­dru­cken­den Erfolgs­bi­lanz. Auf Platz zwei folg­te Andrea Eskau (20,18 Pro­zent), die im Win­ter im Para-Ski nor­disch und im Som­mer im Para-Rad­sport erfolg­reich ist. Drit­te in der Damen-Wer­tung wur­de Para-Ski-nor­disch-Legen­de Vere­na Ben­te­le (14,92 Pro­zent), die jüngst zudem in die Hall of Fame des deut­schen Sports auf­ge­nom­men wor­den ist.

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