Mit 3D-Druck gegen Druckgeschwüre
Ein intelligentes Sitzkissen gegen Dekubitus: Forschende verbinden 3D-Druck, biomechanische Simulation und Sensorik für eine individuellere Versorgung.
Ein intelligentes Sitzkissen gegen Dekubitus: Forschende verbinden 3D-Druck, biomechanische Simulation und Sensorik für eine individuellere Versorgung.
Mehr Transparenz bei der Kompression: Sensorik ermöglicht die Kontrolle des Auflagendrucks und eröffnet neue Möglichkeiten für eine datenbasierte Versorgung.
Daniel Merbold
Durch eine Amputation des Beins wird der betroffene Mensch im Alltagsleben vor große Herausforderungen gestellt, sei es beim alltäglichen Gehen und Stehen auf unterschiedlichen Untergründen, beim Tragen von Gegenständen oder auch in der sozialen Integration [1–3]. Die Prothese muss den individuellen Anforderungen und Bedürfnissen gerecht werden. Der heutige Stand der Technik ermöglicht es zwar, den verlorenen Teil des Bewegungsapparats zu einem großen Teil zu ersetzen, jedoch bleibt die Sensorik der amputierten Gliedmaße weitgehend verloren. Dieser Verlust spiegelt sich beispielsweise in einer erhöhten Sturzgefahr wider und hat somit einen direkten Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen [4, 5].
Im vorliegenden Projekt „VarioFoot“ – gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR – ehemals BMBF) – wurden genau hier angesetzt (Abb. 1). Hierzu wurde ein Prothesenfuß in Gänze konstruiert und entwickelt, der innerhalb seiner mechanischen Struktur mit Sensoren instrumentiert ist, Informationen aufnimmt, bewertet und durch Schwingungsaktoren ein vibrotaktiles Feedback über den Prothesenschaft übermittelt.
Markus Stefka
Während es für den Leser mühsam erscheinen mag, jeden zweiten Artikel mit „in Zeiten der Digitalisierung“ beginnen zu müssen, ist es doch so, dass wir in Zeiten der Digitalisierung immer öfter orthopädietechnische Themen betrachten müssen, die sich vom allgemeinen Bild der Branche abheben: Additive Fertigung, Digitale Verordnungen oder wie in diesem Artikel das Thema der Sensorik.
Dieser Beitrag betrachtet die Sensorik in Bezug auf das breite Feld der Orthopädie- und Reha-Technik und bietet eine Fülle an Möglichkeiten, Ideen und Informationen für völlige Neulinge, aber auch für Spezialisten. Der Themenumfang ist enorm.
Der Artikel beginnt mit einer Übersicht über Sensoren, die häufig oder weniger häufig in der Branche genutzt werden, da ein besseres Verständnis der technischen Grundlagen die Anwendung in der Praxis erleichtert. Danach lenken wir das Thema auf die Vorteile der Sensorik und auf Produkte, die bereits am Markt erhältlich sind oder es hoffentlich bald sein werden. Der Artikel berührt auch Themen, die nicht nur primär für den Orthopädietechniker und Reha-Techniker spannend sind, sondern auch für eng zusammenarbeitende Gruppen wie Physiotherapeuten oder Fachärzte. Nachdem das Sanitätshaus in vielen Belangen aber ein erster Ansprechpartner für viele Thematiken ist, scheint dieser Zugang durchaus angemessen und realistisch.
Wir beenden den Artikel mit einem Fazit und einem Ausblick auf die Zukunft.
V. Katter1, C. Huperz1, J. Bartsch1, I. Özlü2, M. Regier3, R. I. Amelung2, B. Klemme2, M. Kohlhase1
Herkömmliche Orthesen zur Prävention des Diabetischen Fußsyndroms (DFS) können kritische Belastungen nicht kontinuierlich überwachen. Diese Studie untersucht die Integration von Drucksensorik in einer Orthese. Zuerst wird die optimale Sensorposition evaluiert, wobei sich die prozesstechnisch einfachste Position unter der Weichbettung als messtechnisch anspruchsvoll erweist (starke Dämpfung, Informationsverlust). Eine zweite Studie zeigt mittels einer KI-basierten Anomalieerkennung (LSTM-Autoencoder), dass aus diesen gedämpften Daten dennoch klinisch relevante Abweichungen detektiert werden können, sofern eine hohe Sensordichte und personenspezifische Modelle genutzt werden. Dies belegt die technische Machbarkeit einer smarten Orthese für die Alltagsüberwachung.
Vertrauen ist gut, Kontrolle und Motivation noch besser. Während sich Mediziner, Therapeuten und Techniker lange Zeit auf die Angaben ihrer Patienten und deren Eltern verlassen mussten, ist es heute möglich, die Tragezeit von Korsetten zu tracken. Und die Daten sind nicht nur für den Therapieerfolg des Einzelnen von Bedeutung – sie können auch als Basis für die Forschung und damit für die künftigen Standards in der Therapie idiopathischer Skoliose dienen.
R. Brunner
Die Zerebralparese wird als in erster Linie motorische Affektion angesehen. Moderne Untersuchungen zeigen aber, dass die Sensorik in gleichem Ausmaß betroffen ist. Erstaunlicherweise findet diese Tatsache nur wenig Beachtung. Sie kann aber viele der bei Zerebralparese vorhandenen Probleme zumindest miterklären.
Dabei ist klar, dass die motorische Kontrolle betroffen ist, wodurch die Funktion behindert wird. Allerdings ist ohne adäquate sensorische Information über Spannungen und Belastung in den Geweben und über die Stellung des Körpers und der Körpersegmente auch gar keine gezielte und präzise motorische Antwort möglich. Sensorik ist für das motorische Lernen erforderlich, denn neue Bewegungsstrategien müssen überprüft werden. Weniger sensorischer Input bedeutet längere Lernzeiten, was sich als Entwicklungsverzögerung äußert. Der Mangel an Sensomotorik führt zu einem Instabilitätsgefühl, Angst, zu fallen, und Stress. Dadurch werden mehr und falsche Muskeln aktiviert und in der Folge hoher Tonus und Spastizität ausgelöst. Es kommt zunächst durch die veränderten Aktivitätsmuster zu funktionellen Deformitäten. Dadurch ändern sich die Kraftverhältnisse, und aus den strukturellen Deformitäten entwickeln sich strukturelle, auch ossäre Veränderungen, die wieder einschränken und Kompensationen erfordern. Es kommt zu reduzierter Aktivität sowie möglicherweise zu chronischen Schmerzen.
2021 als Start-up gegründet kann sich Sendance über eine erfolgreiche Finanzierungsrunde freuen, bei der ein sechsstelliges Investment generiert wurde.
WeiterlesenJoin us for an exciting presentation of our new INSIGHT product range that improves the lower-limb socket fitting process using
WeiterlesenM. A. Schweisfurth, M. Markovic, T. Bentz, D. Wüstefeld, D. Farina, S. Dosen
Nach dem traumatischen Verlust einer Hand wird in der Regel eine einfache Motorik durch eine Handprothese wiederhergestellt. Damit kann der Prothesennutzer zwar funktionelle Aufgaben erledigen (z. B. ein Objekt greifen), hat jedoch kein taktiles oder propriozeptives Gefühl für die Prothese. In diesem Artikel wird beschrieben, inwiefern dieses fehlende Feedback sich auf den Prothesennutzer auswirkt. Die Forschungsansätze, die einen Teil des Feedbacks über sensorische Substitution nichtinvasiv ersetzen, werden vorgestellt und die Studien zum potenziellen funktionellen Nutzen sensorischen Prothesenfeedbacks beleuchtet. Schließlich wird eine Pilotstudie vorgestellt, die ein neues, vielversprechendes Feedbacksystem testet und zeigt, dass Feedback nur bei hinreichend komplexen Aufgaben einen funktionellen Nutzen bringt.
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