Zum Nut­zen mikro­pro­zessor­ge­steu­er­ter Pro­the­sen­knie­ge­len­ke bei ein­ge­schränk­ten Außen­be­reichs­ge­hern — Eine sys­te­ma­ti­sche Ana­ly­se der Literatur

A. Kan­nen­berg, B. Zacha­ri­as, E. Pröbsting
Der Nut­zen mikro­pro­zessor­ge­steu­er­ter Pro­the­sen­knie­ge­len­ke (MPK) für unein­ge­schränk­te Außen­be­reichs­ge­her (Akti­vi­täts­klas­se 3) mit Ober­schen­kel­am­pu­ta­ti­on ist in der wis­sen­schaft­li­chen Lite­ra­tur gut belegt. Die vor­lie­gen­de sys­te­ma­ti­sche Über­sichts­ar­beit der ver­öf­fent­lich­ten Stu­di­en mit MPK bei ein­ge­schränk­ten Außen­be­reichs­ge­hern (Akti­vi­täts­klas­se 2) hat nun den Nut­zen von MPK in den Berei­chen Sicher­heit des Pro­the­sen­ge­brauchs, leis­tungs­ba­sier­te Funk­tio­na­li­tät und Mobi­li­tät sowie wahr­ge­nom­me­ne Funk­tio­na­li­tät und Zufrie­den­heit mit der Pro­the­se in die­ser weni­ger leis­tungs­fä­hi­gen Pati­en­ten­grup­pe ana­ly­siert. Zehn wis­sen­schaft­li­che Lite­ra­tur­da­ten­ban­ken wur­den nach ent­spre­chen­den Ver­öf­fent­li­chun­gen über kli­ni­sche Stu­di­en durch­sucht. Es konn­ten ins­ge­samt sechs Publi­ka­tio­nen über vier Stu­di­en mit MPK bei 57 Pati­en­ten der Akti­vi­täts­klas­se 2 iden­ti­fi­ziert und ana­ly­siert wer­den. Nach den Kri­te­ri­en eines Coch­ra­ne-Reviews zu Pro­the­sen­pas­s­tei­len wur­de die metho­di­sche Qua­li­tät von vier Arti­keln als mit­tel und von zwei Publi­ka­tio­nen als gering ein­ge­stuft. Die Ana­ly­se der Stu­di­en, die alle mit dem C‑Leg und/ oder dem C‑Leg Com­pact durch­ge­führt wur­den, ergab eine signi­fi­kan­te Ver­rin­ge­rung der Stür­ze von ein­ge­schränk­ten Außen­be­reichs­ge­hern um bis zu 80 % und eine signi­fi­kan­te Ver­bes­se­rung von Indi­ka­to­ren für das Sturz­ri­si­ko bei Ver­wen­dung eines MPK. Die leis­tungs­ba­sier­ten Test­pa­ra­me­ter zeig­ten, dass ein MPK die Pati­en­ten der Akti­vi­täts­klas­se 2 befä­hi­gen kann, in der Ebe­ne ca. 14 bis 25 %, auf unebe­nem Unter­grund etwa 20 % und Ram­pen her­un­ter bis zu 30 % schnel­ler zu gehen. Dar­über hin­aus kön­nen die Pati­en­ten auch Akti­vi­tä­ten bes­ser bewäl­ti­gen, die eigent­lich typisch für die Akti­vi­täts­klas­se 3 sind.

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Behand­lung von Lum­bo­i­s­chi­al­gien mit­tels Rücken­orthe­sen – Ermitt­lung des Nut­zens von Rückenorthesen

J. Schrö­ter, J. Nie­mey­er, K. Sander
Hin­sicht­lich des kli­ni­schen Nut­zens von Rücken­orthe­sen zur The­ra­pie von Pati­en­ten mit Lum­bo­i­s­chi­al­gien wur­den bereits zahl­rei­che Stu­di­en durch­ge­führt. Die­se zei­tig­ten aller­dings unter­schied­li­che Ergeb­nis­se: Teil­wei­se konn­te ein posi­ti­ver Nut­zen von Rücken­orthe­sen im Ver­gleich zu ande­ren The­ra­pien oder auch kei­ner The­ra­pie auf­ge­zeigt wer­den, in ande­ren Stu­di­en war dage­gen kein Nut­zen nach­weis­bar. Die in die­sem Arti­kel vor­ge­stell­te Stu­die unter­sucht den allei­ni­gen Nut­zen von Rücken­orthe­sen und den Nut­zen in Ver­bin­dung mit einer Phy­sio­the­ra­pie. Es wur­den 256 Pati­en­ten in zwei Behand­lungs­grup­pen (Orthe­se mit bzw. ohne zusätz­li­che Phy­sio­the­ra­pie) betrach­tet. Vor The­ra­pie­be­ginn und nach The­ra­pie­en­de wur­den VAS und ODI erfasst und ver­glei­chend gegen­über­ge­stellt. Die Rücken­orthe­se bewirk­te in bei­den Behand­lungs­grup­pen eine signi­fi­kan­te Reduk­ti­on des VAS (p ≤ 0.001) und des ODI (p ≤ 0.001). Die Ver­bes­se­run­gen waren in bei­den Grup­pen ver­gleich­bar. Rücken­orthe­sen bewir­ken eine deut­li­che Schmerzr­eduktion und Lebens­qua­li­täts­ver­bes­se­rung, unab­hän­gig davon, ob es sich um eine kom­bi­nier­te The­ra­pie mit Phy­sio­the­ra­pie oder um eine allei­ni­ge The­ra­pie handelt.

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