Jac­ques Chê­ne­au verstorben

Es gilt als DAS Hilfs­mit­tel in der Ver­sor­gung von Skoliose-Patient:innen. Nun ist der Namens­ge­ber und Erfin­der des Chê­ne­au-Kor­setts, der fran­zö­si­sche Arzt Dr. Jac­ques Chê­ne­au, laut Mit­tei­lung sei­ner Ehe­frau im Alter von 94 Jah­ren verstorben.

Weiterlesen

Effek­ti­vi­tät der kon­ser­va­ti­ven The­ra­pie der idio­pa­thi­schen ado­les­zen­ten Sko­lio­se mit Chê­ne­au-Kor­sett – Grund­sätz­li­che Über­le­gun­gen und Ver­sor­gung aus ortho­pä­die­tech­ni­scher Sicht

C. Weni­ger, M. Fuchs, C. Neu­bau­er, A. Fujak
Das the­ra­peu­ti­sche Vor­ge­hen bei der ado­les­zen­ten idio­pa­thi­schen Sko­lio­se rich­tet sich vor allem nach der Loka­li­sa­ti­on und dem Aus­maß der Krüm­mung. Die Indi­ka­ti­on zur Kor­sett­ver­sor­gung besteht grund­sätz­lich bei einem Krüm­mungs­win­kel nach Cobb zwi­schen 20 und 40° am wach­sen­den Ske­lett. Eine Viel­zahl von Stu­di­en beschreibt bereits den posi­ti­ven Ver­lauf der Sko­lio­se unter kon­se­quen­ter Kor­sett­be­hand­lung. Im vor­lie­gen­den Arti­kel wird auf die Effek­ti­vi­tät des Chê­ne­au-Kor­setts in der The­ra­pie der ado­les­zen­ten idio­pa­thi­schen Sko­lio­se hin­ge­wie­sen und die für den Ortho­pä­die­tech­ni­ker rele­van­ten Aspek­te aus des­sen Sicht­wei­se dar­ge­stellt. Für die Daten­la­ge her­an­ge­zo­gen wird eine von den Autoren durch­ge­führ­te retro­spek­ti­ve Stu­die. Die Pati­en­ten wur­den ent­spre­chend den von der Sco­lio­sis Rese­arch Socie­ty emp­foh­le­nen Kri­te­ri­en rekru­tiert. Es wur­den nur Pati­en­ten in die Stu­die auf­ge­nom­men, die die gesam­te The­ra­pie im Rah­men der Sprech­stun­de absol­vier­ten und bei denen min­des­tens ein 2‑Jah­res-Fol­low-up nach Errei­chen der Ske­lett­rei­fe vor­lag. 159 von 643 Pati­en­ten erfüll­ten die genann­ten Ein­schluss­kri­te­ri­en. Die Effek­ti­vi­tät der Kor­sett­be­hand­lung wur­de anhand der Pro­gres­si­on des Krüm­mungs­win­kels nach Cobb bewer­tet. Lag die­se bei maxi­mal 5°, wur­de der Ver­lauf als posi­tiv beurteilt.
In enger Zusam­men­ar­beit mit den Ortho­pä­die­tech­ni­ker­meis­tern wird in die­sem Arti­kel die not­wen­di­ge Sorg­falt in der hand­werk­li­chen Leis­tung und im Umgang mit den Pati­en­ten her­vor­ge­ho­ben. Nicht nur der behan­deln­de Arzt, son­dern auch der ver­sor­gen­de Ortho­pä­die­tech­ni­ker muss die Patho­lo­gie der Sko­lio­se ver­stan­den haben und exak­te Kennt­nis­se in der Ana­to­mie besit­zen. Die­se sind unab­ding­bar sowohl in der kli­ni­schen Eva­lua­ti­on als auch zur Aus­wer­tung der Rönt­gen­dia­gnos­tik. Wachs­tums­fak­to­ren müs­sen berück­sich­tigt wer­den, um stets die Pass­ge­nau­ig­keit des Kor­setts und somit eine effek­ti­ve The­ra­pie zu ermög­li­chen. Die Akzep­tanz des Kor­setts ist abso­lut not­wen­dig, um die erfor­der­li­che Com­pli­an­ce bezüg­lich der Tra­ge­zeit zu errei­chen. Für den Behand­lungs­er­folg maß­ge­bend ist ein ver­trau­ens­vol­les Zusam­men­wir­ken von Pati­en­ten und Tech­ni­ker. Die kon­ser­va­ti­ve Sko­lios­e­the­ra­pie mit­tels Kor­setts ist immer als Team­leis­tung anzu­se­hen und bedarf einer engen Zusam­men­ar­beit von Arzt, Tech­ni­ker, Phy­sio­the­ra­peu­ten sowie dem Pati­en­ten selbst und sei­ner Familie.

Weiterlesen

Stan­dar­di­sie­rungs­mög­lich­kei­ten der Kor­sett­ver­sor­gung nach Chê­ne­au durch CAD – Chan­cen und Risiken

H.-R. Weiß
Mitt­ler­wei­le wird die Behand­lung der idio­pa­thi­schen Sko­lio­se mit einem Kor­sett als wirk­sam ange­se­hen. Die Wir­kungs­wei­se der moder­nen Chê­ne­au-Ver­sor­gung geht jedoch weit über die Beherr­schung der Krüm­mungs­zu­nah­me im Wachs­tums­al­ter hin­aus. Mitt­ler­wei­le ist belegt, dass auch bei Krüm­mun­gen jen­seits der 50°-Grenze bedeut­sa­me kos­me­ti­sche Kor­rek­tu­ren der Rumpf­a­sym­me­trie mög­lich sind. Die Ent­wick­lung des Chê­ne­au-Kor­setts vom Gips­mo­dell zur CAD/­CAM-basier­ten Ver­sor­gung kann nach neu­es­ten Erkennt­nis­sen zu einer Ver­bes­se­rung des Ver­sor­gungs­stan­dards bei­tra­gen. Mit der CAD/­CAM-Tech­nik besteht die Mög­lich­keit einer Ver­sor­gung inner­halb weni­ger Tage. Ohne erprob­te Biblio­thek und ohne Super­vi­si­on durch einen Spe­zia­lis­ten hat eine sol­che Ver­sor­gung hin­ge­gen kei­ne Vor­tei­le für den Patienten.

Weiterlesen
Anzeige