Schieds­ver­fah­ren mit IKK Clas­sic ver­zö­gert sich

Die qualitätsgesicherte und zeitnahe wohnortnahe Versorgung mit rehatechnischen Hilfsmitteln wie Rollstühlen, Rollatoren, oder Bade-/Duschhilfen für die Patientinnen und Patienten der IKK Classic bleibt nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft der Leistungserbringerorganisationen (ARGE) unter Druck: Nachdem die monatelangen Vertragsverhandlungen zwischen der ARGE und der IKK Classic über zehn Produktgruppen im November 2020 gescheitert waren, leitete die ARGE im Dezember beim Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) ein Schiedsverfahren ein. Doch wann eine Entscheidung fällt, ist bislang nicht abzusehen.

Weil sich bei­de Par­tei­en nicht auf eine Schieds­per­son ver­stän­di­gen konn­ten, hat die ARGE am 14. Janu­ar 2021 beim BAS, dem unter ande­rem die Rechts­auf­sicht über die bun­des­un­mit­tel­ba­ren Trä­ger der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung obliegt, die Bestim­mung einer Schieds­per­son bean­tragt. Sobald dies gesche­hen ist, muss die Schieds­per­son inner­halb von drei Mona­ten die strit­ti­gen Ver­trags­in­hal­te festlegen.

Nach Ansicht der ARGE set­ze die IKK Clas­sic bis­lang Rah­men­be­din­gun­gen vor­aus, die zu einer Ver­rin­ge­rung der Ver­sor­gungs­qua­li­tät füh­ren. Als „Blau­pau­se“ dafür die­ne ein zwi­schen IKK Clas­sic und Sani­med GmbH abge­schlos­se­ner Ein­zel­ver­trag. Bis zum Schluss des Ver­fah­rens dür­fen die etwa drei Mil­lio­nen Ver­si­cher­ten der IKK Clas­sic nur von den­je­ni­gen Sani­täts­häu­sern ver­sorgt wer­den, die dem von der ARGE kri­ti­sier­ten Ver­trag bei­getre­ten sind.

Nun wer­de die Zeit­span­ne län­ger, „in der die Ver­si­cher­ten der IKK Clas­sic mit einer – auch im Ver­gleich zu ande­ren gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­run­gen – ver­min­der­ten Qua­li­tät bei der Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung rech­nen müs­sen“, for­mu­liert Alf Reu­ter, Prä­si­dent des Bun­des­in­nungs­ver­bands für Ortho­pä­die-Tech­nik (BIV-OT), die Befürch­tung der ARGE-Mit­glie­der. Neben dem BIV-OT gehö­ren der ARGE die Leis­tungs­er­brin­ger­ge­mein­schaf­ten Cura­san GmbH, Reha­vi­tal Gesund­heits­ser­vice GmbH, RSR Reha-Ser­vice-Ring GmbH, Sani­täts­haus Aktu­ell AG und Egroh eG an. Als nicht hin­nehm­bar wer­de von der ARGE bei­spiels­wei­se der Ver­sand von Hilfs­mit­teln gänz­lich ohne per­sön­li­che Bera­tung der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten sowie ohne Mon­ta­ge des Hilfs­mit­tels vor Ort angesehen.

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