Wenn Druck die Haut zer­stört — Anfor­de­run­gen an die Deku­bi­tus­pro­phy­la­xe und ‑behand­lung

S. Gün­ther
Ein Deku­bi­tal­ge­schwür, kurz „Deku­bi­tus“, ist eine chro­ni­sche Wun­de der Haut und der dar­un­ter­lie­gen­den Gewe­be­schich­ten, die in der Regel durch Druck über knö­cher­nen Vor­sprün­gen ent­steht. Das Gewe­be wird dabei nicht genü­gend mit Sauer­stoff ver­sorgt; bei schwe­ren Gra­den kommt es zu Nekro­sen. Betrof­fen sind häu­fig immo­bi­le, älte­re Men­schen mit lan­gen Lie­ge­zei­ten im Bett. Risi­ko­fak­to­ren sind unter ande­rem schlech­te Kör­per­pfle­ge, über­mä­ßi­ges Schwit­zen, Haut­er­kran­kun­gen, Man­gel­er­näh­rung, Infek­tio­nen und Inkon­ti­nenz. Eine beson­de­re Risi­ko­grup­pe sind Dia­be­ti­ker, die auf­grund von Sen­si­bi­li­täts­stö­run­gen klei­ne Druck­ge­schwü­re häu­fig nicht bemerken.

Der Arti­kel schil­dert anhand zwei­er Fall­bei­spie­le die Grund­vor­aus­set­zun­gen für eine adäqua­te Deku­bi­tus­be­hand­lung und ‑pro­phy­la­xe (Erhe­bung der Risi­ko­fak­to­ren, stän­di­ge Haut­in­spek­ti­on und ‑pfle­ge, eine indi­vi­du­ell ange­pass­te Lage­rung, Ernäh­rungs­um­stel­lung, inter­dis­zi­pli­nä­re Zusam­men­ar­beit mit Ärz­ten, Sani­täts­häu­sern und The­ra­peu­ten). Zudem wer­den die Anfor­de­run­gen an eine sinn­vol­le Bedarfs­er­mitt­lung dis­ku­tiert, um das pas­sen­de Hilfs­mit­tel aus­zu­wäh­len, ins­be­son­de­re Anti­de­ku­bi­tus­ma­trat­zen und ‑sitz­kis­sen.

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Vali­dier­te Ein­schät­zung der indi­vi­du­el­len Sto­ma­ver­sor­gung anhand des LSD-Score

W. Dros­te
Peris­to­ma­le Haut­lä­sio­nen sind die häu­figs­ten mit einem Sto­ma asso­zi­ier­ten Kom­pli­ka­tio­nen und bedeu­ten oft eine erheb­li­che Redu­zie­rung der Lebens­qua­li­tät für Men­schen mit einem Sto­ma. Eine all­ge­mein aner­kann­te Nomen­kla­tur und Klas­si­fi­ka­ti­on die­ser Kom­pli­ka­tio­nen hat sich bis­lang noch nicht eta­bliert. Eine zehn­köp­fi­ge Exper­ten­grup­pe hat einen ganz­heit­li­chen Score zur Ein­schät­zung peris­to­ma­ler Haut­lä­sio­nen mit dem Resul­tat einer The­ra­pie­emp­feh­lung und mit Ver­sor­gungs­hin­wei­sen ent­wi­ckelt, kon­sen­tiert und vali­diert. Der LSD-Score beschreibt drei haupt­säch­li­che Bewer­tungs­ka­te­go­rien: L = Haut­lä­si­on, S = Sto­masta­tus und D = Dise­a­se (Sys­tem­er­kran­kung bzw. Sys­tem­the­ra­pie mit Aus­wir­kun­gen auf die Stomaversorgung). 

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