Anwen­dung intel­li­gen­ter Tech­nik in der Ortho­pä­die-Tech­nik

Mit rund 1,5 Millionen Euro Fördersumme geht das neue Anwendungszentrum für Intelligente Maschinen in der Medizintechnik (ANIMMED) in Mannheim an den Start. Diese Fördersumme erhält ANIMMED vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, das im Rahmen des Forums Gesundheitsstandort Baden-Württemberg insgesamt 13,9 Millionen Euro für acht Projekte zur Verfügung stellt.

Ziel von ANIMMED ist es, gemein­sam mit Medi­zin- oder Ortho­pä­die­technik­un­ter­neh­men Pro­duk­te oder Instru­men­te mit Metho­den der Künst­li­chen Intel­li­genz (KI) neu- oder wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Die Pro­jekt­part­ner – die Fraun­ho­fer-Pro­jekt­grup­pe für Auto­ma­ti­sie­rung in der Medi­zin und Bio­tech­no­lo­gie PAMB und das Hein­rich-Lanz-Zen­trum für Digi­ta­le Gesund­heit (HLZ) – pla­nen zunächst mit einer zwei­jäh­ri­gen Lauf­zeit.

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Seit dem Start des Zen­trums im Juni die­sen Jah­res forscht das Team um Prof. Dr.-Ing. Jan Stall­kamp unter ande­rem am The­ma Kathe­ter­ein­satz bei Schlag­an­fall­pa­ti­en­ten per KI. „Bei der Ver­sor­gung von Schlag­an­fall­pa­ti­en­ten zählt jede Minu­te“, so Prof. Stall­kamp, Abtei­lungs­ei­ter der Fraun­ho­fer-Pro­jekt­grup­pe für Auto­ma­ti­sie­rung in der Medi­zin und Bio­tech­no­lo­gie PAMB in Mann­heim. „Wenn es uns gelingt, die Kathe­ter­ein­füh­rung durch Auto­ma­ti­sie­rung mit­hil­fe Künst­li­cher Intel­li­genz schnel­ler und prä­zi­ser zu gestal­ten als bis­her, kön­nen wir Fol­ge­schä­den für die Pati­en­ten ver­rin­gern und die Kli­ni­ken unab­hän­gi­ger vom lang­jäh­ri­gen Erfah­rungs­wis­sen ihrer Ärz­te machen.“

Für sol­che For­schun­gen benö­ti­ge das Team eine „Unmen­ge an Daten“, für deren Beschaf­fung unter ande­rem das Hein­rich-Lanz-Zen­trum für Digi­ta­le Gesund­heit (HLZ) der kom­ple­men­tä­re Part­ner sei. „Unse­re unmit­tel­ba­re Nähe zum Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Mann­heim erleich­tert außer­dem den Zugang zu Exper­ten und Know-how aller medi­zi­ni­schen Berei­che“, so der Pro­jekt­lei­ter, der zudem einer der Direk­to­ren am Mann­hei­mer Insti­tut für Intel­li­gen­te Sys­te­me in der Medi­zin MIISM an der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät Mann­heim der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg ist.

Die­sen Ansatz, Schwach­stel­len bereits exis­tie­ren­der Sys­te­me aus­zu­ma­chen und mit­hil­fe selbst­ler­nen­der Tech­nik Pro­zes­se zu ver­bes­sern, möch­te das Team auch auf dem Gebiet der Tech­ni­schen Ortho­pä­die ver­fol­gen, erklär­te der Inge­nieur und Hoch­schul­leh­rer. „Denk­bar ist der Ein­satz Künst­li­cher Intel­li­genz etwa bei der Pro­the­sen­steue­rung oder ‑anpas­sung, aber auch in Gestalt von Robo­tern im Ope­ra­ti­ons­saal.“ Hier­bei zie­le man vor allem auf klei­ne­re und mitt­le­re Unter­neh­men, die sich mit ihren Ideen ans PAMB wen­den kön­nen oder sich für eige­ne neue Pro­duk­te durch den Ein­satz von KI anre­gen las­sen möch­ten.

„Gelingt uns der Nach­weis, dass Künst­li­che Intel­li­genz den jeweils erwar­te­ten Mehr­wert lie­fert, dann ist Künst­li­che Intel­li­genz die Zukunft der Medizin(technik) und KI wird die Pro­zes­se im Gesund­heits­we­sen in Deutsch­land zukünf­tig ent­schei­dend ver­än­dern“, sagt Prof. Stall­kamp abschlie­ßend.

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