Aus­wir­kun­gen von Lum­bal­ban­da­gen auf die Rücken­mus­kel­ak­ti­vi­tät beim Gehen

C. Anders, A. Hübner
Studien, die Auswirkungen von Lumbalbandagen auf die Rumpfmuskulatur untersuchten, erzielten widersprüchliche Ergebnisse. Daher wurde die Aktivität von Rückenmuskeln mittels Oberflächen-EMG (OEMG) an 42 gesunden Personen beim Gehen auf einem Laufband (2–6 km/h) erfasst. Die Messungen wurden ohne (U1), mit angelegter Bandage (U2) sowie nach drei Stunden Tragezeit ebenfalls mit angelegter Bandage (U3) durchgeführt. Für den M. multifidus und den M. longissimus wurden Verringerungen der mittleren OEMG-Amplituden zu U2 beobachtet, die jedoch zu U3 praktisch nicht mehr nachweisbar waren. Der M. iliocostalis wies unabhängig von der Tragedauer einen Anstieg der mittleren Amplitudenwerte bei angelegter Bandage auf. Die Ergebnisse widersprechen somit einer generellen aktivitätsvermindernden Wirkung elastischer Rumpfbandagen.

Ein­lei­tung

Elas­ti­sche Rumpf­ban­da­gen wer­den haupt­säch­lich zur Prä­ven­ti­on 1 2 und/oder zur unter­stüt­zen­den Behand­lung von Rücken­schmer­zen ein­ge­setzt 3 4. Ein­her­ge­hend mit ihrer brei­ten Anwen­dung wur­den Aus­wir­kun­gen des Tra­gens von Rumpf­ban­da­gen bereits häu­fig unter­sucht 5 6, sodass es auf den ers­ten Blick dies­be­züg­lich kei­nen For­schungs­be­darf mehr zu geben scheint. Bei nähe­rer Betrach­tung wird jedoch schnell klar, dass sich ein Groß­teil der vor­lie­gen­den Stu­di­en gar nicht mit Lum­bal­ban­da­gen, son­dern bei­spiels­wei­se mit Rumpf­orthe­sen 7 8 oder unelas­ti­schen Gür­teln 9 befasst und sich inso­fern die Ergeb­nis­la­ge deut­lich ver­schlech­tert. Die ver­blei­ben­den Unter­su­chun­gen zu elas­ti­schen Rumpf­ban­da­gen unter­such­ten unter ande­rem deren Wir­kung auf den intraab­do­mi­na­len Druck 10 oder auch auf den intra­mus­ku­lä­ren Druck von Rücken­mus­keln 11. Wei­te­re Stu­di­en ver­wen­de­ten Ultra­schall 12, CT 13 und sogar MR-Unter­su­chun­gen 14 bzw. wand­ten bio­me­cha­ni­sche Model­le an, um den Effekt von Rumpf­ban­da­gen auf die mus­ku­lär gene­rier­te akti­ve Sta­bi­li­sie­rung der Wir­bel­säu­le zu ana­ly­sie­ren 15. Die­se Unter­su­chun­gen hat­ten mehr­heit­lich zum Ziel, die durch das Tra­gen von Rumpf­ban­da­gen erhöh­te pas­si­ve Wir­bel­säu­len­sta­bi­li­tät 16 17 18 19 und dadurch ver­mu­te­te Inak­ti­vi­tätsatro­phie der Rücken­mus­keln zu bewei­sen oder zu widerlegen.

Dar­über hin­aus wur­den bereits meh­re­re Stu­di­en durch­ge­führt, die die Wir­kung von Lum­bal­ban­da­gen auf die Rücken­mus­ku­la­tur anhand von Oberflächen-EMG-(OEMG-)Untersuchungen eva­lu­iert haben 20 21. Die Ergeb­nis­se wur­den in einer Meta-Ana­ly­se zusam­men­ge­fasst 22, die aber vor allem die Not­wen­dig­keit wei­te­rer Unter­su­chun­gen zeig­te, da die vor­lie­gen­den Ergeb­nis­se alles ande­re als über­ein­stim­mend waren: Je nach­dem, wel­cher Ban­da­gen­typ ver­wen­det wur­de und wel­che phy­si­schen Akti­vi­täts­cha­rak­te­ris­ti­ka unter­sucht wur­den, vari­ier­ten die Ergeb­nis­se zwi­schen erhöh­ter, ver­min­der­ter oder auch unver­än­der­ter Rumpf­mus­kel­ak­ti­vi­tät 23 24.

Aktu­ell wer­den Rumpf­ban­da­gen in der Behand­lung von Rücken­schmer­zen auch des­we­gen ein­ge­setzt, um den damit asso­zi­ier­ten Kraft- und Koor­di­na­ti­ons­pro­ble­men der Rumpf­mus­ku­la­tur ent­ge­gen­zu­wir­ken 25 26. Jedoch steht bis­her eine sys­te­ma­ti­sche Unter­su­chung hin­sicht­lich der phy­sio­lo­gi­schen Wir­kung elas­ti­scher Lum­bal­ban­da­gen aus. Die­sem Ziel wid­me­te sich die vor­lie­gen­de Stu­die, indem der Ein­fluss des Tra­gens von Rumpf­ban­da­gen auf die ober­fläch­li­chen Rücken­mus­keln wäh­rend des Gehens auf einem Lauf­band unter­sucht wur­de. Als Haupt­ziel­pa­ra­me­ter wur­de die mitt­le­re OEMG-Ampli­tu­de sowie deren Varia­bi­li­tät beim Gehen ohne und mit ange­leg­ter Rumpf­ban­da­ge defi­niert. Ein­flüs­se der Geschlechts­zu­ge­hö­rig­keit, des aktu­el­len phy­si­schen Akti­vi­täts­ni­veaus (anhand unter­schied­li­cher Geh­ge­schwin­dig­kei­ten) und der Tra­ge­dau­er der Ban­da­ge wur­den berück­sich­tigt. Auf­grund des als nied­rig ein­zu­schät­zen­den Akti­vi­täts­ni­veaus beim Gehen soll­te der pas­siv sta­bi­li­sie­ren­de Effekt der Lum­bal­ban­da­ge hoch sein und damit zu einer gene­rel­len Ver­min­de­rung der Akti­vi­tät der Rücken­mus­keln führen.

Metho­dik

Unter­su­chungs­de­sign und unter­such­te Population

Die Stu­die wur­de als Wie­der­ho­lungs­un­ter­su­chung durch­ge­führt. Dafür wur­den 42 gesun­de Test­per­so­nen ein­be­zo­gen (22 Frau­en, Alter: 24 ± 7 Jah­re; 20 Män­ner, Alter: 28 ± 7 Jah­re). Alle Teil­neh­mer wur­den kli­nisch-ortho­pä­disch unter­sucht; Per­so­nen mit wie­der­hol­ten Epi­so­den von Rücken­schmerz bzw. aktu­ell vor­han­de­nen Rücken­schmer­zen oder Ope­ra­tio­nen an der Wir­bel­säu­le wur­den aus­ge­schlos­sen. Für die Unter­su­chung lag ein posi­ti­ves Votum der Ethik­kom­mis­si­on der Fried­rich-Schil­ler-Uni­ver­si­tät Jena vor (379306/13). Vor Beginn der Unter­su­chung wur­den alle Teil­neh­mer aus­führ­lich über das Ziel und die Inhal­te der Stu­die auf­ge­klärt und gaben ihr schrift­li­ches Ein­ver­ständ­nis zur Studienteilnahme.

Ver­suchs­durch­füh­rung

Die Loko­mo­ti­ons­un­ter­su­chung wur­de auf einem Lauf­band (QUASAR.med., HP Cos­mos) durch­ge­führt, wobei allen Teil­neh­mern eine adäqua­te Zeit zur Gewöh­nung ein­ge­räumt wur­de. Für eine erfolg­rei­che Habi­tua­ti­on an die Loko­mo­ti­on auf dem Lauf­band muss­te die indi­vi­du­el­le Beur­tei­lung des Gehens sowohl sei­tens des Teil­neh­mers als auch des Unter­su­chungs­lei­ters über­ein­stim­mend als „natür­lich“ erfol­gen. Die Kri­te­ri­en dafür waren eine gera­de Kör­per­hal­tung, ein frei­er Arm­schwung ohne Fest­hal­ten am Hand­lauf, Blick gera­de­aus und eine situa­ti­ons­ad­äqua­te Schritt­fre­quenz 27 28. Für die OEMG-Mes­sun­gen (sie­he unten) gin­gen die Pro­ban­den im „steady sta­te“ für jeweils min­des­tens 30 kom­plet­te Dop­pel­schrit­te, wobei die Geh­ge­schwin­dig­kei­ten zwi­schen 2 und 6 km/h vari­ier­ten. Die Abfol­ge der Geh­ge­schwin­dig­kei­ten war dabei indi­vi­du­ell ran­do­mi­siert und wur­de für alle Tests bei­be­hal­ten, die zunächst das Gehen ohne Ban­da­ge (U1), dann direkt im Anschluss mit ange­leg­ter Ban­da­ge (U2) und eben­falls mit ange­leg­ter Ban­da­ge, aber nach drei Stun­den Tra­ge­zeit (U3) umfass­ten. Die ver­wen­de­te Ban­da­ge war die jeweils geschlechts­spe­zi­fi­sche und indi­vi­du­ell grö­ßen­an­ge­pass­te Vari­an­te der Ban­da­ge „Lum­bo­Train®“ (Bau­er­feind AG, Abb. 1). Wäh­rend der Unter­su­chung tru­gen alle Pro­ban­den ihr eige­nes beque­mes Schuh­werk ohne höhe­re Absät­ze (maxi­mal 2 cm).

OEMG-Erfas­sung und ‑Ver­ar­bei­tung

Es erfolg­te eine her­kömm­li­che bipo­la­re OEMG-Mes­sung des M. mul­ti­fi­dus, des M. ilio­cos­ta­lis und des M. lon­gis­si­mus simul­tan an bei­den Kör­per­sei­ten. Dabei wur­den fol­gen­de Sys­te­me eingesetzt:

  • Ver­stär­ker: Bio­vi­si­on (Ver­stär­kung: 1000),
  • Mess­sys­tem: ToM, DeMe­Tec (A/D‑Rate: 2048/s, Auf­lö­sung: nV/24 Bit [0,6 µV/Bit]),
  • Mess­soft­ware: ATIS­Arec, GJB.

Die Lage der unter­such­ten Mus­keln ist in Abbil­dung  2 sche­ma­tisch dar­ge­stellt; Abbil­dung 3 zeigt die appli­zier­ten Elek­tro­den anhand von Pro­ban­den­bil­dern. Die Aus­wahl der unter­such­ten Mus­keln rich­te­te sich neben ihrer durch die paa­ri­ge Anord­nung ent­lang der Wir­bel­säu­le ana­to­misch ableit­ba­ren Exten­si­onsund Rota­ti­ons­wir­kung auf die Wir­bel­säu­le 29 ins­be­son­de­re auch nach ihrer unter­schied­lich defi­nier­ten Funk­ti­on hin­sicht­lich der Sta­bi­li­sie­rung (M. mul­ti­fi­dus) oder der Mobi­li­sie­rung (M. lon­gis­si­mus und M. ilio­cos­ta­lis) des Rump­fes 30 31.

Für die OEMG-Mes­sun­gen wur­den Ein­mal­elek­tro­den mit einem Elek­tro­den­durch­mes­ser von 1,6 cm und einem Inter­elek­tro­den­ab­stand von 2,5 cm ver­wen­det (H93SG, Covi­di­en). Die Elek­tro­den­po­si­tio­nen wur­den immer durch die­sel­be erfah­re­ne Per­son bestimmt (CA) und rich­te­ten sich nach den inter­na­tio­na­len Emp­feh­lun­gen 32: Für den M. mul­ti­fi­dus (MF) erfolg­te die Posi­tio­nie­rung der Elek­tro­den am media­len Rand der Ver­bin­dungs­li­nie zwi­schen dem tast­ba­ren Dorn­fort­satz des ers­ten Len­den­wir­bels (L1) und der unte­ren Darm­bein­spit­ze mit der kau­da­len Elek­tro­de auf Höhe L4, für den M. ilio­cos­ta­lis (ICO) auf Höhe L2 und dort 1 cm medi­al der Ver­bin­dungs­li­nie zwi­schen unte­rer Darm­bein­spit­ze und dem am wei­tes­ten kau­dal tast­ba­ren Rip­pen­rand; schließ­lich wur­den die Elek­tro­den für den M. lon­gis­si­mus (LO) senk­recht aus­ge­rich­tet, wobei die kau­da­le Elek­tro­de auf dem sicht­ba­ren Mus­kel­bauch auf Höhe L1 posi­tio­niert wur­de. Vor dem Auf­brin­gen der Elek­tro­den wur­den die jewei­li­gen Regio­nen mit­tels abra­si­ver Pas­te (Epi­cont, GE Medi­cal Sys­tems) vor­be­rei­tet und ggf. rasiert. Zusätz­lich wur­den die elek­tri­sche Her­z­ak­ti­vi­tät durch ein wei­te­res Elek­tro­den­paar ent­lang der Herz­ach­se sowie die Fer­sen­auf­satz­zei­ten anhand von unter den Schuh­ab­sät­zen ange­brach­ten Druck­sen­so­ren simul­tan zum OEMG erfasst (FS402, Inter­link Electronics).

Die erfass­ten OEMG-Daten wur­den wie folgt verarbeitet:

  • Band­pass­fil­te­rung zwi­schen 35 Hz und 400 Hz,
  • Notch-Fil­te­rung bei 50 Hz.

Die Eli­mi­na­ti­on der elek­tri­schen Her­z­ak­ti­vi­tät erfolg­te über einen tem­pla­te­ba­sier­ten Algo­rith­mus 33. Anhand der Druck­sen­so­ren wur­den die Fer­sen­auf­satz­zei­ten iden­ti­fi­ziert und für die wei­te­re Ver­ar­bei­tung dann ledig­lich voll­stän­di­ge Schrit­te ver­wen­det, die um maxi­mal 10 % vom jewei­li­gen Medi­an abwi­chen 34. Die OEMG-Daten wur­den als rms („root mean squa­re“) wei­ter­ver­ar­bei­tet. Alle gül­ti­gen Schrit­te wur­den auf 100 % zeit­nor­miert (Zeit­auf­lö­sung: 0,5 % = 201 Mess­wer­te) und gemit­telt 35. Dar­aus ergab sich jeweils eine reprä­sen­ta­ti­ve gemit­tel­te Ampli­tu­den­ver­laufs­kur­ve pro Pro­band, Mus­kel und Unter­su­chungs­si­tua­ti­on, anhand derer die Haupt­ziel­pa­ra­me­ter mitt­le­re Ampli­tu­de und Ran­ge berech­net wur­den. Dabei ent­spricht die mitt­le­re Ampli­tu­de dem arith­me­ti­schen Mit­tel aller Ein­zel­wer­te über den nor­mier­ten Schritt und die Ran­ge die auf die­sen Mit­tel­wert bezo­ge­ne rela­ti­ve Dif­fe­renz zwi­schen dem jeweils vor­kom­men­den Maxi­mum und Minimum.

Zur Tes­tung gene­rel­ler Ein­flüs­se der Kör­per­sei­te (rechts, links: 2 Stu­fen), der Situa­ti­on (U1, U2, U3: 3 Stu­fen) und der Geh­ge­schwin­dig­keit (2-–6 km/h: 5 Stu­fen) wur­den die Daten getrennt für jeden Mus­kel einer ANOVA mit Mess­wie­der­ho­lung unter­wor­fen (Geschlecht als Zwi­schen­sub­jekt­fak­tor). Für die Post-hoc-Tes­tung wur­den für die mitt­le­ren Ampli­tu­den­wer­te die Unter­schie­de zwi­schen den Unter­su­chungs­zeit­punk­ten als rela­ti­ve Dif­fe­ren­zen bezo­gen auf U1 berech­net; die Dif­fe­ren­zen für die ­Ran­ge gin­gen direkt in die Berech­nung ein, da die­se Wer­te bereits nor­miert waren.

Ergeb­nis­se

ANOVA

Mitt­le­re Amplitudenwerte

In der ANOVA konn­ten signi­fi­kan­te und rele­van­te Sei­ten­dif­fe­ren­zen für ICO und LO (Tab. 1) mit jeweils höhe­ren Wer­ten auf der rech­ten Kör­per­sei­te nach­ge­wie­sen wer­den. Außer­dem wie­sen die Män­ner für MF und LO signi­fi­kant höhe­re mitt­le­re Ampli­tu­den­wer­te als die Frau­en auf, wobei gene­rell alle Wer­te mit zuneh­men­der Geh­ge­schwin­dig­keit eben­falls anstie­gen (p < 0,001 für alle Mus­keln; Abb. 4). Daher wur­den die Ein­zel­re­sul­ta­te für Män­ner und Frau­en in der Fol­ge getrennt sowie sepa­rat für jede Kör­per­sei­te dar­ge­stellt. Obwohl die Situa­ti­on für alle Mus­keln einen signi­fi­kan­ten Ein­fluss hat­te (MF, LO: p < 0,001; ICO: p < 0,05), waren die Aus­wir­kun­gen nicht ein­heit­lich (sie­he unten).

Ran­ge

Die Ran­ge zeig­te für ICO und LO eben­falls sys­te­ma­ti­sche Unter­schie­de zwi­schen den Kör­per­sei­ten (s. Tab. 1), wobei hier die lin­ke Sei­te die höhe­ren Wer­te auf­wies. Gene­rell erhöh­ten sich die Ampli­tu­den­schwan­kun­gen eben­falls wie bereits die mitt­le­ren Ampli­tu­den zusam­men mit zuneh­men­der Geh­ge­schwin­dig­keit (s. Abb. 4). Für den Haupt­ef­fekt „Situa­ti­on“ konn­te für alle Rücken­mus­keln ein gene­rel­ler und hoch­si­gni­fi­kan­ter Ein­fluss nach­ge­wie­sen wer­den, wobei unab­hän­gig von der Tra­ge­dau­er wäh­rend des Tra­gens der Ban­da­ge die Wer­te für die Ran­ge erhöht waren (s. Abb. 4).

Dif­fe­ren­zen zwi­schen U1 und U2/U3

Zum Zeit­punkt U2 konn­te für MF und LO bei bei­den Geschlech­tern eine ten­den­zi­el­le Ver­min­de­rung der mitt­le­ren Ampli­tu­den­wer­te beob­ach­tet wer­den, die für den LO im Aus­maß und in der Anzahl signi­fi­kan­ter Unter­schie­de für die unter­such­ten Frau­en deut­lich aus­ge­präg­ter war als für die Män­ner (Frau­en MF und LO ‑11 % bis ‑5 %; Män­ner LO ‑9 % bis ‑6 %; Abb. 5). Die­ser Trend zur Ver­rin­ge­rung der mitt­le­ren Ampli­tu­den­wer­te kehr­te sich zum Zeit­punkt U3 jedoch mehr­heit­lich um. Ledig­lich die mitt­le­ren Ampli­tu­den für den LO der Frau­en blie­ben wei­ter­hin ten­den­zi­ell ver­min­dert, wie­sen jedoch nur noch punk­tu­ell signi­fi­kan­te Unter­schie­de auf. Für den ICO lie­ßen sich jedoch prak­tisch durch­ge­hend ten­den­zi­ell zu U2 und deut­lich stär­ker, mit meh­re­ren signi­fi­kan­ten Unter­schie­den zu U3, Anstie­ge der mitt­le­ren Ampli­tu­den nach­wei­sen (s. Abb. 5). Die Ran­ge wies unab­hän­gig vom Geschlecht deut­li­che, oft­mals signi­fi­kant erhöh­te Wer­te sowohl zu U2 als auch zu U3 auf, wobei sowohl die Aus­prä­gung als auch die Anzahl nach­weis­ba­rer Signi­fi­kan­zen für die Frau­en erneut höher war als für die Män­ner (s. Abb. 5).

Für bei­de Para­me­ter sind die beschrie­be­nen Effek­te ohne Berück­sich­ti­gung der unter­schied­li­chen Geh­ge­schwin­dig­kei­ten in der eben­falls dar­ge­stell­ten geschwin­dig­keits­un­ab­hän­gi­gen Betrach­tung zusam­men­ge­fasst (s. Abb. 5).

Dis­kus­si­on

Das Ziel die­ser Stu­die war, den Ein­fluss einer elas­ti­schen Lum­bal­ban­da­ge auf die Akti­vie­rungs­cha­rak­te­ris­tik von Rücken­mus­keln an gesun­den Per­so­nen beim Gehen zu quan­ti­fi­zie­ren. Auf­grund der teil­wei­se gegen­sätz­li­chen Ver­än­de­rung, ins­be­son­de­re der mitt­le­ren Ampli­tu­den­wer­te, kann kei­ne ein­fa­che, gene­ra­li­sier­ba­re Ant­wort gege­ben wer­den. Trotz der vor­han­de­nen Sei­ten- und Geschlechts­dif­fe­ren­zen kön­nen jedoch mus­kel­spe­zi­fi­sche Reak­tio­nen beob­ach­tet wer­den, die für die unter­such­ten Frau­en ein­deu­ti­ger bzw. stär­ker aus­ge­prägt waren. Wäh­rend für den ICO zu U2 und U3 ins­be­son­de­re bei den Frau­en ein deut­li­cher Anstieg der mitt­le­ren Ampli­tu­den zu ver­zeich­nen war, wie­sen unab­hän­gig vom Geschlecht sowohl MF als auch LO zu U2 ver­min­der­te Wer­te auf, die sich aller­dings zu U3 den Aus­gangs­wer­ten zu U1 wie­der annä­her­ten bzw. sogar höhe­re Wer­te als ohne Ban­da­ge erreich­ten. Inso­fern kann die Ver­än­de­rung der Wer­te von U2 zu U3 als Gewöh­nungs­ef­fekt inter­pre­tiert wer­den. Ob sich die­ser Umkehr­trend aller­dings noch wei­ter fort­setzt, kann hier nicht beant­wor­tet wer­den, da der Beob­ach­tungs­zeit­raum der aktu­el­len Stu­die nur drei Stun­den umfass­te. Die­se Ein­schrän­kung berück­sich­ti­gend spricht aller­dings eini­ges dafür, dass die Wer­te zu U3 eher die tat­säch­li­chen Effek­te wider­spie­geln, die nicht durch zunächst ablau­fen­de Anpas­sungs­vor­gän­ge mas­kiert werden.

Die im Gegen­satz zu den unter­schied­li­chen Aus­wir­kun­gen auf die mitt­le­ren Ampli­tu­den prak­tisch durch­ge­hend mani­fes­tier­te Erhö­hung der Ran­ge reprä­sen­tiert eine ver­stärk­te Dif­fe­renz zwi­schen Anspan­nung und Ent­span­nung der Rücken­mus­keln und gibt damit indi­rek­te Hin­wei­se auf eine dadurch ver­bes­ser­te Durch­blu­tungs­si­tua­ti­on, die die meta­bo­li­sche Ver­sor­gung der Mus­ku­la­tur gleich­sin­nig beein­flus­sen soll­te. Eine ver­bes­ser­te Ver­sor­gung ist wie­der­um mit einer ver­bes­ser­ten mus­ku­lä­ren Per­for­mance ver­bun­den 36. Gene­rell konn­ten die aus ande­ren Stu­di­en an Rumpf­mus­keln bekann­ten geschlechts­as­so­zi­ier­ten Ampli­tu­den­un­ter­schie­de bestä­tigt wer­den 37. Zudem unter­la­gen die mitt­le­ren Ampli­tu­den­wer­te einem gene­rel­len Anstieg mit zuneh­men­der Geh­ge­schwin­dig­keit. Um dies aus­zu­glei­chen, wur­den rela­ti­ve Ampli­tu­den­dif­fe­ren­zen ver­wen­det. Den­noch wie­sen die Frau­en für bei­de Ziel­pa­ra­me­ter die grö­ße­ren und sta­tis­tisch häu­fi­ger nach­weis­ba­ren Ver­än­de­run­gen auf, obwohl ent­spre­chend ange­pass­te Män­ner- bzw. Frau­en­mo­del­le der Ban­da­gen ver­wen­det wur­den, die somit trotz der im Rumpf­be­reich dif­fe­rie­ren­den Becken-Tail­len-Kon­stel­la­ti­on ver­gleich­ba­re Druck­ver­tei­lungs­mus­ter sicher­stel­len. Ob das sich zwi­schen Män­nern und Frau­en unter­schei­den­de Gang­bild mit grö­ße­ren rota­to­ri­schen Bewe­gun­gen in der Fron­tal­ebe­ne bei Frau­en 38 für die geschlechts­spe­zi­fi­schen Unter­schie­de ver­ant­wort­lich gemacht wer­den kann, bleibt an die­ser Stel­le spe­ku­la­tiv, denn dies­be­züg­lich wur­den kei­ne Daten erfasst.

Hin­sicht­lich ihrer Sym­me­trie lie­gen für Rücken­mus­keln nur weni­ge Unter­su­chun­gen vor, die jedoch bereits vor­han­de­ne Sei­ten­dif­fe­ren­zen beschrie­ben haben, wenn auch vor­ran­gig auf mor­pho­lo­gi­scher Ebe­ne 39. Die in der aktu­el­len Stu­die ermit­tel­ten Sei­ten­dif­fe­ren­zen sind dem­nach am ehes­ten der natür­li­chen Asym­me­trie auf­grund der Hän­dig­keit zuzuordnen.

Zeit­be­zo­ge­ne Unter­schie­de der rela­ti­ven OEMG-Ampli­tu­den­dif­fe­ren­zen sind ins­be­son­de­re für MF und LO offen­sicht­lich: Der zunächst zu beob­ach­ten­de deut­li­che Ampli­tu­den­ab­fall zu U2 redu­zier­te sich bzw. kehr­te sich zu U3 sogar um. Das unter­streicht die Not­wen­dig­keit, wei­te­re Stu­di­en hin­sicht­lich des Effekts unter­schied­li­cher Tra­ge­zei­ten für Lum­bal­ban­da­gen durch­zu­füh­ren, um hier genaue­re, weil begründ­ba­re Emp­feh­lun­gen aus­spre­chen zu kön­nen. Dar­über hin­aus gibt es kei­ner­lei Stu­di­en, die sich der Fra­ge wid­men, inwie­fern unter­schied­li­che kör­per­li­che Akti­vi­tä­ten hier­bei berück­sich­tigt wer­den müs­sen. In der aktu­el­len Stu­die wur­den die Pro­ban­den ent­spre­chend der Her­stel­ler­vor­ga­be ange­wie­sen, mög­lichst wenig zu sit­zen, sich nicht hin­zu­le­gen und ansons­ten vor allem zu gehen, dabei aber über­mä­ßi­ge kör­per­li­che Anstren­gun­gen zu vermeiden.

Inter­es­sant war wei­ter­hin zu beob­ach­ten, dass im Gegen­satz zu MF und LO für den ICO gene­rell eine mit dem Tra­gen der Ban­da­gen asso­zi­ier­te Erhö­hung der OEMG-Ampli­tu­den zu beob­ach­ten war, die durch die sta­bi­li­sie­ren­de Wir­kung der Ban­da­gen ver­ur­sacht sein könn­te: Obwohl der ICO als Rücken­mus­kel bei beid­sei­ti­ger Akti­vie­rung exten­die­rend wirkt, hat er eine erheb­li­che rota­to­ri­sche Wir­kung bei ein­sei­ti­ger Akti­vie­rung. Die­se Wir­kung ent­fal­tet der ICO natür­li­cher­wei­se wäh­rend des Gehens im Rah­men der gegen­ro­ta­to­ri­schen Rumpf­be­we­gun­gen. Die pas­siv sta­bi­li­sie­ren­de Wir­kung der Ban­da­ge erschwert offen­sicht­lich die­se Bewe­gung und aug­men­tiert dem­nach den ICO.

Den­noch müs­sen die vor­ge­stell­ten Ergeb­nis­se mit Vor­sicht inter­pre­tiert wer­den, da sie an gesun­den Pro­ban­den ermit­telt wur­den. Ob sich gleich­sin­ni­ge Ergeb­nis­se auch bei Rücken­schmerz­pa­ti­en­ten ermit­teln las­sen, bleibt Unter­su­chun­gen an einer geeig­ne­ten Pati­en­ten­kli­en­tel vor­be­hal­ten. Jedoch las­sen die vor­han­de­nen Befun­de an Rücken­schmerz­pa­ti­en­ten dies bereits ver­mu­ten, da eine erhöh­te Kokon­trak­ti­ons­ak­ti­vi­tät aller Rumpf­mus­keln zur Erhö­hung der seg­menta­len Sta­bi­li­tät bei Rücken­schmerz­pa­ti­en­ten bereits nach­ge­wie­sen wer­den konn­te 40. Es bleibt somit wei­te­ren sys­te­ma­ti­schen Unter­su­chun­gen an Rücken­schmerz­pa­ti­en­ten vor­be­hal­ten, die­se Aus­sa­gen auch für Schmerz­pa­ti­en­ten zu bestä­ti­gen oder zu widerlegen.

Fazit

Die Wir­kung elas­ti­scher Rumpf­ban­da­gen auf die Akti­vi­täts­cha­rak­te­ris­tik von Rücken­mus­keln beim Gehen ist nicht ein­heit­lich und unter­liegt zudem zeit­li­chen Ver­än­de­run­gen. Wäh­rend nach Anle­gen der Ban­da­ge für MF und LO eine Abnah­me der mitt­le­ren OEMG-Ampli­tu­den regis­triert wird, sind die­se Ver­än­de­run­gen nach einer Tra­ge­zeit von drei Stun­den prak­tisch nicht mehr nach­weis­bar. Der ICO wies eine von der Tra­ge­zeit unab­hän­gi­ge Erhö­hung der mitt­le­ren Ampli­tu­den­wer­te mit ange­leg­ter Ban­da­ge auf. Für alle unter­such­ten Rücken­mus­keln kann eine Zunah­me der Ampli­tu­den­schwan­kun­gen über den nor­mier­ten Schritt iden­ti­fi­ziert wer­den. Die­se Zunah­me der Ampli­tu­den­schwan­kun­gen ist poten­zi­ell mit einer Ver­bes­se­rung der meta­bo­li­schen Ver­sor­gung der unter­such­ten Mus­keln in Ver­bin­dung zu brin­gen. Eine gene­rell ver­min­der­te mus­ku­lä­re Akti­vie­rung der Rücken­mus­keln kann in der vor­lie­gen­den Stu­die nicht ermit­telt wer­den. Damit kann die Gefahr einer Inak­ti­vi­tätsatro­phie durch elas­ti­sche Rumpf­ban­da­gen weit­ge­hend ver­neint werden.

Dank­sa­gung

Die Stu­die wur­de durch För­der­mit­tel der Bau­er­feind AG unter­stützt (809752 W1482) und im Bewe­gungs­la­bor des Kom­pe­tenz­zen­trums für Inter­dis­zi­pli­nä­re Prä­ven­ti­on an der Fried­rich-Schil­ler-Uni­ver­si­tät Jena (geför­dert durch die Berufs­ge­nos­sen­schaft Nah­rungs­mit­tel und Gast­ge­wer­be) durchgeführt.

Inter­es­sen­kon­flikt

Der Arti­kel ent­hält ori­gi­na­le Stu­di­en­ergeb­nis­se und erfüllt die ethi­schen und wis­sen­schaft­li­chen Anfor­de­run­gen an Unter­su­chun­gen am Men­schen. Die Spon­so­ren waren weder in die Ent­wick­lung des Stu­di­en­de­signs, die Daten­auf­nah­me, die Daten­ana­ly­se, die Inter­pre­ta­ti­on der Ergeb­nis­se noch in die Erstel­lung des Manu­skripts invol­viert. Inso­fern kann jeg­li­che äuße­re Ein­fluss­nah­me auf die Stu­di­en­ergeb­nis­se und deren Inter­pre­ta­ti­on ver­neint werden.

Für die Autoren:
apl. Prof. Dr. med. habil. Chris­toph Anders
Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Jena
Kli­nik für Unfall‑, Hand und Wiederherstellungschirurgie
FB Moto­rik, Patho­phy­sio­lo­gie und
Bio­me­cha­nik
07740 Jena
christoph.anders@med.uni-jena.de

Begut­ach­te­ter Beitrag/reviewed paper

Zita­ti­on
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