Achs- und Rota­ti­ons­ver­än­de­run­gen an der wach­sen­den unte­ren ­Extre­mi­tät: ­Beson­der­hei­ten und kon­ser­va­ti­ve Behandlungsmöglichkeiten

S. Götz
Bevor Maß­nah­men zur Behand­lung oder Beein­flus­sung der Bein­sta­tik bei Kin­dern und Jugend­li­chen ergrif­fen wer­den, müs­sen der alters­spe­zi­fi­sche Ent­wick­lungs­stand und das Wis­sen über den zu erwar­ten­den Spon­tan­ver­lauf zur Abgren­zung reel­ler Patho­lo­gien rich­tig ein­ge­schätzt und bewer­tet werden.
Auf­ga­be der Kin­der­or­tho­pä­den ist es, Fehl­stel­lun­gen in ihrer Ursa­che zu ergrün­den und zu ent­schei­den, ob eine mani­fes­te prä­ar­thro­ti­sche Defor­mi­tät vor­liegt, die bereits im Jugend­al­ter einer Behand­lung bedarf.
Die über­wie­gen­de Zahl an ver­meint­li­chen Rota­ti­ons- oder Achs­feh­lern ist idio­pa­thi­scher Gene­se. Hier­zu zäh­len vor allem der Innen­ro­ta­ti­ons­gang sowie das Genu varum und valgum.
Die The­ra­pie erwie­se­ner behand­lungs­be­dürf­ti­ge Achs­feh­ler ist grund­sätz­lich ope­ra­ti­ver Art, allei­ni­ge kon­ser­va­ti­ve Metho­den sind hier erfolg­los. Beson­de­re Fäl­le des kind­li­chen Genu varum, der infan­ti­le Mor­bus Blount sowie Kno­chen­stoff­wech­sel­er­kran­kun­gen kön­nen aber orthe­tisch durch­aus sinn­voll unter­stützt wer­den. Auch der kind­li­che oder juve­ni­le Inver­si­ons­gang kann gele­gent­lich schuh­tech­nisch posi­tiv beein­flusst werden.
Bei noch offe­nen Wachs­tums­fu­gen ste­hen ele­gan­te Ope­ra­ti­ons­ver­fah­ren zur Wachs­tums­len­kung bei Achs­de­for­mi­tä­ten zur Ver­fü­gung, die den Kin­dern post­ope­ra­tiv eine unein­ge­schränk­te Mobi­li­tät erlau­ben. Rota­ti­ons­de­for­mi­tä­ten hin­ge­gen erfor­dern in jedem Alter knö­cher­ne Korrekturosteotomien.

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Kin­der­ärzt­li­che Ent­schei­dungs­grund­la­gen für die Ein­la­gen- und Orthe­sen­ver­sor­gung bei kind­li­chen Fußfehlstellungen

T. Köh­ler
Auf­rich­ten, Ste­hen, Gehen und Lau­fen sind wesent­li­che Mei­len­stei­ne in der Ent­wick­lung von Kin­dern. Bei The­ra­pien und Ver­ord­nun­gen für die­se spe­zi­el­le Pati­en­ten­kli­en­tel sind daher fach­über­grei­fend evo­lu­ti­ons­bio­lo­gi­sche, ent­wick­lungs­phy­sio­lo­gi­sche und bio­me­cha­ni­sche Aspek­te, Fak­ten und Wir­kun­gen auf die sich ent­wi­ckeln­den Kno­chen zu beachten.
Bei kind­li­chen Knick-Senk­fü­ßen wird zwi­schen fle­xi­blen phy­sio­lo­gi­schen und neu­ro­ge­nen For­men einer­seits sowie rigi­den kon­trak­ten Knick-Senk­fü­ßen ande­rer­seits unter­schie­den. Vie­le der soge­nann­ten habi­tu­el­len oder idio­pa­thi­schen Knick-Senk­fuß-Defor­mi­tä­ten haben neu­ro­ge­ne bzw. struk­tu­rel­le Ursa­chen. Eine frü­he Ver­sor­gung soll die Kin­der unter­stüt­zen, damit sie sich sta­bil auf­rich­ten, das Lau­fen gut erler­nen und dabei Knie- und Hüft­ge­len­ke, Becken und Wir­bel­säu­le gut sta­bi­li­siert werden.

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