Code-Set für eine ICF-basier­te Ver­sor­gung mit Unter­schen­kel­orthe­sen (AFOs) – wie aus Schei­tern Erkennt­nis­ge­winn wird

B. C. Veh­se, A. Espei, G. Kan­del, B. Pütt­mann, P. Fröhlingsdorf
Unter­schen­kel­orthe­sen sind eine häu­fi­ge Ver­sor­gung bei Kin­dern mit neu­ro­lo­gi­schen Grund­er­kran­kun­gen. Auf der Grund­la­ge der Domä­nen Struk­tur, Funk­ti­on, Akti­vi­tät und Teil­ha­be des bio­psy­cho­so­zia­len Modells der Inter­na­tio­nal Clas­si­fi­ca­ti­on of Func­tio­n­ing, Disa­bi­li­ty and Health (ICF) soll­te in der Arbeits­grup­pe „Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung“ des Netz­werks Cere­bral­pa­re­se e. V. eine Zuord­nung fest­ge­leg­ter Orthe­sen­ty­pen zu Befund­kon­stel­la­tio­nen erar­bei­tet wer­den. Im Ver­lauf der Dis­kus­sio­nen zeig­te sich, dass die Varia­bi­li­tät der Befun­de und Ver­sor­gungs­zie­le kei­ne spe­zi­fi­sche Dif­fe­ren­zie­rung der Orthe­sen­zu­ord­nung über die ICF erlaubt. Um den­noch eine ICF-basier­te Ent­schei­dung bei der Aus­wahl einer geeig­ne­ten Unter­schen­kel­orthe­se tref­fen zu kön­nen, wur­de ein Code-Set als Ori­en­tie­rungs­hil­fe ent­wi­ckelt. Der aus die­sem Pro­zess her­vor­ge­hen­de Erkennt­nis­ge­winn unter­streicht die indi­vi­du­el­le Ver­sor­gung unter Berück­sich­ti­gung der im Mit­tel­punkt ste­hen­den Teil­ha­be­zie­le der Kinder.

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Habi­tu­el­ler Zehen­gang – ers­te Ergeb­nis­se einer The­ra­pie mit Unterschenkelorthesen

N. Ber­ger, M. Salz­mann, P. Pro­din­ger, A. Hap­fel­mei­er, M. Bauer
Bei der Behand­lung des idio­pa­thi­schen bzw. habi­tu­el­len Zehen­gangs hat sich bis heu­te unter der gro­ßen Zahl von The­ra­pie­an­sät­zen kei­ne Behand­lungs­form weit­räu­mig durch­set­zen kön­nen. In der hier vor­ge­stell­ten retro­spek­ti­ven Stu­die wur­de ein The­ra­pie­an­satz unter­sucht, bei dem Kin­der mit habi­tu­el­lem Zehen­gang mit­tels Unter­schen­kel­orthe­sen mit ring­för­mi­gem Fuß­teil ver­sorgt wur­den. Zunächst tru­gen die Pati­en­ten die Orthe­sen Tag und Nacht für 6 Wochen; nach einer Über­gangs­zeit von 2 bis 4 Wochen wur­den die Orthe­sen wei­te­re 6 Wochen nur nachts getra­gen. Es wur­den 22 Pati­en­ten ein­ge­schlos­sen. Das Alter bei Behand­lungs­be­ginn betrug durch­schnitt­lich 7,0 Jah­re (Ran­ge: 2,5–13,1). Der Anteil des Zehen­gangs zu Behand­lungs­be­ginn betrug nach Ein­schät­zung der Eltern im Durch­schnitt 89 % (Ran­ge: 50–100 %). Nach The­ra­pie­en­de (d. h. 4 Mona­te nach Behand­lungs­be­ginn) betrug die durch­schnitt­li­che im Bar­fuß­gang auf Zehen­spit­zen ver­brach­te Zeit nur noch 11 % (Ran­ge: 0–50 %). Nach 12 Mona­ten zeig­ten 73 % der Kin­der (16 von 22) kei­nen oder nur einen spo­ra­di­schen Zehen­gang. Die ers­ten Ergeb­nis­se die­ser retro­spek­ti­ven Stu­die zei­gen, dass die The­ra­pie mit Unter­schen­kel­orthe­sen mit ring­för­mi­ger Fuß­fas­sung bei der Behand­lung des habi­tu­el­len Zehen­gangs einen wert­vol­len Bau­stein dar­stel­len kann.

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