iOrt – Ent­wick­lung einer über­wa­chen­den Orthe­se mit neu­ar­ti­gem opti­schen Sensorsystem

Lenn­art Van De Vel­de1, Dirk Krem­ser1, Ulrich Jahn­ke2, Ger­nod Heil­mann1, Hol­ger Flatt3, Oli­ver Stüb­be4
Die im Rah­men eines Koope­ra­ti­ons­pro­jek­tes ent­wi­ckel­te zwei­scha­li­ge Ent­las­tungs­or­the­se zur Behand­lung aku­ter Fußul­zer­a­tio­nen wird im 3D-Druck­ver­fah­ren her­ge­stellt und inte­griert addi­tiv gefer­tig­te opti­sche Sen­so­ren und Indus­trie­sen­so­ren zur Druck­mes­sung. Die Sen­so­ren erfas­sen Druck­be­las­tun­gen in Echt­zeit und über­mit­teln die Daten an eine Smart­phone-App, über die Ärz­te indi­vi­du­el­le The­ra­pie­pa­ra­me­ter ein­stel­len und Hin­wei­se an Pati­en­ten aus­ge­ben kön­nen. Die Ver­stell­ein­heit an der Orthe­se erlaubt manu­el­le Anpas­sun­gen der Druck­ver­tei­lung. Zum Ende des Pro­jekts konn­te die Funk­tio­na­li­tät der von den vier Pro­jekt­part­nern – Ser­vice­fer­ti­gung Krem­ser GmbH, Addi­ti­ve Mar­king GmbH, die TH Ost­west­fa­len-Lip­pe und das Fraun­ho­fer IOSB-INA – ent­wor­fe­nen zwei­scha­li­gen Ent­las­tungs­or­the­se in einem Test­lauf bestä­tigt werden.

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Val­gi­sie­ren­de Orthe­sen­be­hand­lung bei sym­pto­ma­ti­scher Varus­fehl­stel­lung. Tes­tung der zu erwar­ten­den Ent­las­tung nach val­gi­sie­ren­der hoher tibia­ler Umstellungsosteotomie

P. Minz­laff, T. Sai­er, P. U. Bru­cker, B. Hal­ler, A. B. Imhoff, S. Hinterwimmer
Der Zweck die­ser Stu­die bestand dar­in zu unter­su­chen, ob die zu erwar­ten­de post­ope­ra­ti­ve Schmerz­re­duk­ti­on nach val­gi­sie­ren­der hoher tibia­ler Umstel­lungs­os­teo­to­mie (HTO) zuver­läs­sig pro­gnos­ti­zier­bar ist durch vor­über­ge­hen­den prä­ope­ra­ti­ven Ein­satz einer Knie-Ent­las­tungs­or­the­se. 57 Pati­en­ten mit sym­pto­ma­ti­scher Varus­fehl­stel­lung wur­den 6 bis 8 Wochen lang mit einer val­gi­sie­ren­den Knie­ent­las­tungs­or­the­se behan­delt. Die Schmerz­in­ten­si­tät im ent­spre­chen­den Knie­kom­par­ti­ment wur­de vor und nach die­ser Behand­lung anhand der visu­el­len Ana­logska­la (VAS) über­wacht. Ein soge­nann­ter Brace-Test war posi­tiv bei Schmerz­re­duk­ti­on medi­al und feh­len­den neu auf­ge­tre­te­nen Sym­pto­men late­ral. In die­sen Fäl­len wur­de eine val­gi­sie­ren­de HTO als erfolg­ver­spre­chen­de chir­ur­gi­sche Opti­on gewer­tet. Bei den Pati­en­ten, die nach­fol­gend ope­riert wur­den, erfolg­te ein Jahr post­ope­ra­tiv eine erneu­te kli­ni­sche Kon­trol­le, um das post­ope­ra­ti­ve Ergeb­nis mit dem Resul­tat des Brace-Tests zu ver­glei­chen. Der VAS-Mit­tel­wert sank von 6,7 [Stan­dard­ab­wei­chung (SD) 1,6] auf 2,5 Punk­te (SD 1,7) (p < 0.001) nach dem Brace-Test. Ins­ge­samt fiel der Test bei 48 Pati­en­ten posi­tiv aus. Davon unter­zo­gen sich 29 Pati­en­ten einer val­gi­sie­ren­den HTO. Der durch­schnitt­li­che VAS-Wert post­ope­ra­tiv betrug 1,9 (SD 1,7) Punk­te, wobei kein signi­fi­kan­ter Unter­schied zum Ergeb­nis des Brace-Tests vor­lag. 19 Pati­en­ten mit posi­ti­vem Test ent­schie­den sich zunächst für eine kon­ser­va­ti­ve The­ra­pie. Bei drei von neun Pati­en­ten mit nega­ti­vem Test wur­de eine Kniet­o­tal­en­do­pro­the­se implan­tiert. Die­se Stu­die zeigt, dass der vor­über­ge­hen­de Ein­satz einer val­gi­sie­ren­den Knie­ent­las­tungs­or­the­se durch­aus geeig­net ist, das zukünf­ti­ge Ope­ra­ti­ons­er­geb­nis einer HTO im Hin­blick auf die zu erwar­ten­de post­ope­ra­ti­ve Schmerz­re­duk­ti­on zu pro­gnos­ti­zie­ren. Der Brace-Test gibt sowohl dem Pati­en­ten als auch dem ortho­pä­di­schen Chir­ur­gen prä­ope­ra­tiv detail­lier­te­re Infor­ma­tio­nen, ins­be­son­de­re bei kri­ti­schen oder grenz­wer­ti­gen Indi­ka­tio­nen. Dem­zu­fol­ge stellt die­ser Test ein brauch­ba­res Instru­ment zum Tes­ten der Ent­las­tung vor der Indi­ka­ti­ons­stel­lung für eine HTO dar. Evi­denz­grad III.

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