Reha­vi­si­on: Akti­on vor Reaktion!

Hamburg war am 9. und 10. Juni Schauplatz des neuen nationalen Branchentreffs „Rehavision“. Der Einladung der Leistungserbringergemeinschaft Rehavital, zu der rund 115 Sanitätshäuser und Gesundheitsfachbetriebe gehören, folgten mehr als 300 Gäste aus den Mitgliedsunternehmen sowie Industrie- und Netzwerkpartner.

„Wir stel­len uns den aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen der Bran­che und wer­den gemein­sam Lösun­gen für alle der­zei­ti­gen Brand­her­de erar­bei­ten. Gleich­zei­tig möch­ten wir auch für die The­men der Zukunft vor­be­rei­tet sein“, fass­te Gast­ge­ber und Reha­vi­tal-Geschäfts­füh­rer Jens Sell­horn den Anlass und die inhalt­li­che Aus­rich­tung der Ver­an­stal­tung zusam­men. Die­se Posi­ti­on beton­te zum Auf­takt des breit gefass­ten Netz­werk­for­mats am Mit­tag des zwei­ten Tages auch Patrick Gru­nau, Pro­ku­rist und Bereichs­lei­ter Poli­tik, Kom­mu­ni­ka­ti­on und Mar­ke­ting bei der Reha­vi­tal: „Wir sind gut bera­ten, zu wis­sen, was über­mor­gen pas­sie­ren wird.“ Der Anspruch sei es, sich nicht in einer Posi­ti­on des Reagie­rens, son­dern des Agie­rens zu befinden.

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In die­sem Sin­ne war Sven Gábor Jánsz­ky ein smart gewähl­ter Refe­rent. Der Zukunfts­for­scher nahm das Publi­kum in sei­nem ein­ein­halb Stun­den lan­gen Vor­trag mit auf eine Rei­se in die dyna­mi­sche Ent­wick­lung der glo­ba­len Gesund­heits­la­ge. So habe sich etwa die Lebens­er­war­tung der Men­schen in den letz­ten 200 Jah­ren ver­dop­pelt, was auf eine Rei­he ver­schie­de­ner Fak­to­ren zurück­ge­he, ins­be­son­de­re des medi­zi­ni­schen Fort­schritts und eines ver­bes­ser­ten Zugangs zum loka­len Gesund­heits­sys­tem. Die tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lung sei eng ver­knüpft mit dem Zugriff und der Ver­ar­bei­tung von Daten, z. B. im Bereich der Mobi­li­tät oder der Gesund­heit. Wäh­rend aktu­ell noch pri­mär mit soge­nann­ten Echt­zeit-Daten gear­bei­tet wer­de, gehö­re den „Pro­gno­se-Daten“ die Zukunft. Ein Feld, das ins­be­son­de­re auch Inhaber:innen der OT-Betrie­be in Ham­burg auf­hor­chen ließ. Die Jung­un­ter­neh­mer Tho­mas Möl­ler und Mat­thi­as Let­ter­mann wol­len einer­seits ihre Kund­schaft sowohl im sta­tio­nä­ren als auch im Online-Han­del bedie­nen (Möl­ler), ande­rer­seits das Tages­ge­schäft und die stra­te­gi­sche Zukunfts­aus­rich­tung von­ein­an­der ent­kop­peln (Let­ter­mann).

Bei­de gehör­ten auch der anschlie­ßen­den Podi­um­s­run­de an, die zusam­men mit Jens Sell­horn, Patrick Gru­nau und dem Trans­for­ma­ti­ons­ex­per­ten und aktu­el­lem CEO des Wort & Bild Ver­lags (Apo­the­ken Umschau) Andre­as Arnt­zen über ein „Markt­um­feld im Wan­del“ dis­ku­tier­te. Letzt­ge­nann­ter gab gleich pla­ka­tiv die unter­neh­me­ri­sche Rich­tung vor: „Die Digi­ta­li­sie­rung als radi­ka­ler Wan­del erfor­dert auch radi­ka­le Ant­wor­ten.“ Mat­thi­as Let­ter­mann nahm den Ball sogleich auf und stell­te in Aus­sicht, künf­tig u. a. das eige­ne Mar­ke­ting­bud­get zu erhö­hen, um die Sicht­bar­keit im Markt zu stär­ken. Arnt­zen ermu­tig­te die Run­de dazu, auch dem Mes­sen mit der Kon­kur­renz nicht aus dem Weg zu gehen: „Wett­be­werb macht erst die eige­ne Leis­tung visi­bel.“ Unter Umstän­den erge­be es auch Sinn, Part­ner­schaf­ten in der Gesund­heits­bran­che ein­zu­ge­hen, anstatt zu ver­su­chen, Zukunfts­pro­jek­te in Eigen­re­gie zu bewäl­ti­gen. Jens Sell­horn sprach in die­sem Kon­text von „Netz­wer­ken auf Augenhöhe“.

Wie so ein Netz­werk aus­se­hen könn­te, prä­sen­tier­te im Anschluss Hol­ger Gne­kow. Der Inha­ber der Ham­bur­ger Adler Apo­the­ke gehört zu einer regio­na­len Ver­bund­grup­pe aus Heil- und Hilfs­mit­tel­ver­sor­gern, Pfle­ge­hei­men und Ärz­ten, die über eine gemein­sa­me Soft­ware ein Pati­en­ten­ma­nage­ment­sys­tem als Pilot­pro­jekt initi­iert hat­te. Die Reha­vi­tal selbst hat zuletzt bereits meh­re­re Syn­er­gien zum Woh­le der eige­nen Mit­glieds­be­trie­be ein­ge­lei­tet. Über das Toch­ter­un­ter­neh­men CSE Health­ca­re ist z. B. in Zusam­men­ar­beit mit der Opta-Data-Grup­pe die App „Caremed.one“ ent­wi­ckelt wor­den, die Sani­täts­häu­ser bei der Wund­do­ku­men­ta­ti­on von Patient:innen unterstützt.

Bei all den facet­ten­rei­chen Anstren­gun­gen, die OT-Betrie­be fit für die Zukunft zu machen, woll­te Det­lef Möl­ler, Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der der Reha­vi­tal, aber nicht die gegen­wär­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen außer Acht las­sen. Extre­me Fracht­kos­ten­stei­ge­run­gen, Mate­ri­al­lie­fer­eng­päs­se und ein sich ver­schär­fen­der Wett­be­werb sei­en eine ernst­zu­neh­men­de Belas­tungs­pro­be für die Bran­che. „Um die­se The­men erfolg­reich zu meis­tern, bedarf es eines star­ken Ver­bun­des im Rücken, wie wir ihn mit der Reha­vi­tal haben“, setzt Möl­ler auf die Kraft der Gemein­schaft. Zur Doku­men­ta­ti­on des Erreich­ten über die gemein­sa­me Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung in Kom­bi­na­ti­on mit der offe­nen und inspi­rie­ren­den Netz­werk­platt­form soll das For­mat „Reha­vi­si­on“ nach der erfolg­rei­chen Pre­mie­re nun im Zwei-Jah­res-Rhyth­mus sei­ne Fort­set­zung finden.

Micha­el Blatt

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