Kom­pli­ka­tio­nen und Kom­pli­ka­ti­ons­ma­nage­ment nach inver­sen Schulterendoprothesen

J. Jerosch, M. Herwig
Die Zahl der inversen Schulterprothesen hat im letzten Jahrzehnt von Jahr zu Jahr deutlich zugenommen. Im vorliegenden Artikel werden die klinisch relevanten Komplikationen besprochen und auf die notwendige Diagnostik hingewiesen. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Weichteilbalancierung gelegt; zudem werden Therapieoptionen dargestellt.

Ein­lei­tung

Die Zahl der schul­ter­pro­the­ti­schen Ver­sor­gun­gen in Deutsch­land steigt ste­tig an. Es kommt ins­be­son­de­re zu einem Anstieg soge­nann­ter inver­ser Schul­ter­pro­the­sen, deren Zahl inzwi­schen auf mehr als 11.000 Implan­ta­tio­nen pro Jahr ange­stie­gen ist.

Anzei­ge

Welt­weit wer­den die meis­ten Schul­ter­pro­the­sen von Ope­ra­teu­ren implan­tiert, die weni­ger als zehn Implan­ta­tio­nen pro Jahr durch­füh­ren 1. Das bringt die Gefahr mit sich, dass sich die Zahl der Kom­pli­ka­tio­nen erhöht. Die inver­se Schul­ter­pro­the­tik führt durch­aus zu einer guten Rekon­struk­ti­on der Funk­ti­on bei Pati­en­ten mit Rota­to­ren­man­schet­ten­de­fek­ten 2. Durch die Umkeh­rung von Kon­ve­xi­tät am Gleno­id und Kon­ka­vi­tät am Hume­rus wird das Dreh­zen­trum dista­li­siert und medi­a­li­siert, was zu einer Reduk­ti­on des Dreh­mo­ments und zu einem zusätz­li­chen Recruit­ment von Del­ta­fa­sern führt (Abb. 1a u. b) 3.

Dista­li­sie­rung:

  • Vor­teil: Ver­bes­se­rung des Momen­tarms für den M. del­to­ide­us um 25 %

Medi­a­li­sie­rung:

  • Vor­teil: Rota­ti­ons­zen­trum in Pro­jek­ti­on auf den gleno­ida­len Kno­chen redu­ziert die Implantat-Knochen-Belastung
  • Nach­tei­le: Sca­pu­la-Not­ching, Ver­lust der Del­toid­kon­tur, Reduk­ti­on des Momen­tarms für den M. infraspinatus

Gleich­zei­tig ent­ste­hen jedoch Kom­pli­ka­tio­nen wie Insta­bi­li­tä­ten mit Luxa­ti­on (Abb. 2), akro­mia­le Frak­tu­ren sowie Locke­run­gen gleno­ida­ler und hume­ra­ler Kom­po­nen­ten, die in die­ser Art bei den bis­he­ri­gen Pro­the­sen nicht bekannt waren. Vil­la­cis et al. (2016) 4 unter­such­ten die Kom­pli­ka­tio­nen nach Schul­ter­voll­pro­the­sen im Ver­gleich mit inver­sen Pro­the­sen bei 10.844 Pro­the­sen. Die Kom­pli­ka­ti­ons­ra­te bezüg­lich Infek­ti­on und Dis­lo­ka­ti­on war unter­schied­lich zu Unguns­ten der inver­sen Prothesen.

Inzi­denz von Luxa­tio­nen nach inver­sen Schulterprothesen

Die Luxa­ti­on ist eine der häu­figs­ten Kom­pli­ka­tio­nen der inver­sen Pro­the­tik. Zum­stein et al. (2011) 5 berich­te­ten in einer Reviewar­beit über eine Inzi­denz von 4,7 %. Ande­re Autoren berich­te­ten über eine Luxa­ti­ons­ra­te von 2,4 bis 31 % 6 7 8 9 10 11 12. Die Rich­tung der Luxa­ti­on ist übli­cher­wei­se nach vor­ne und erfolgt durch Exten­si­on, Adduk­ti­on und Innen­ro­ta­ti­on. Gene­rell wird die Früh­in­sta­bi­li­tät (inner­halb der ers­ten 3 Mona­te) von der Spä­t­in­sta­bi­li­tät (spä­ter als 3 Mona­te nach der Erst­im­plan­ta­ti­on) unter­schie­den 13.

Ursa­chen für Instabilitäten

Fak­to­ren für eine Insta­bi­li­tät kön­nen eine nicht aus­rei­chen­de Weich­teil­span­nung, ein mecha­ni­sches Impinge­ment, eine fal­sche Ver­si­on der gleno­ida­len Kom­po­nen­te oder eine fal­sche Tor­si­on der hume­ra­len Kom­po­nen­te sein. Bei den von Kohan et al. (2017) 14 unter­such­ten Pati­en­ten mit einer insta­bi­len inver­sen Pro­the­se zeig­ten 68  % eine unge­nü­gen­de Weich­teil­span­nung und 10 % eine N.-axillaris-Schädigung. Vie­le Pati­en­ten hat­ten einen asym­me­tri­schen Abrieb im Bereich des Poly­ethy­lens. Ein asym­me­tri­scher Poly­ethy­len­ab­rieb war für 60 % der Spät­dis­lo­ka­tio­nen ver­ant­wort­lich. Eine erneu­te Insta­bi­li­tät konn­ten die Autoren bei 29 % der Früh­lu­xa­tio­nen und bei 40 % der Spät­lu­xa­tio­nen ermitteln.

Geschlecht und BMI

Chal­mers et al. (2014) 15 zeig­ten eine Inzi­denz an Früh­lu­xa­tio­nen von 2,9 %, wobei beson­ders vor­ope­rier­te Pati­en­ten eine Risi­ko­grup­pe dar­stell­ten. 64 % waren männ­li­che Pati­en­ten; 82 % hat­ten einen BMI von 32,2. Eine geschlos­se­ne Repo­si­ti­on war bei 44 % erfolg­reich; 45 % benö­tig­ten einen Wech­sel des Polyethyleninlays.

Pade­gi­mas et al. (2016) 16 zeig­ten, dass Pati­en­ten mit einer pri­mä­ren Defektar­thro­pa­thie ein gerin­ge­res Dis­lo­ka­ti­ons­ri­si­ko auf­wei­sen. Auch hier stell­te ein hoher BMI einen Risi­ko­fak­tor dar. Kei­ne Dis­lo­ka­ti­on konn­te durch eine geschlos­se­ne Repo­si­ti­on behan­delt wer­den; alle wur­den ope­ra­tiv behandelt.

Hume­ra­le Inklination

Erick­son et al. (2015) 17 unter­such­ten den Ein­fluss der hume­ra­len Inkli­na­ti­on anhand eines Lite­ra­tur-Reviews bei 2.222 Schul­tern. Von die­sen hat­ten 79,3 % eine Inkli­na­ti­on von 155 Grad und 20,7 % von 135 Grad. Die Inzi­denz des Sca­pu­la-Not­chings betrug 2,83 % in der 135-Grad-Grup­pe und 16,8 % in der 155-Grad-Grup­pe; die Rate der Dis­lo­ka­ti­on betrug 1,74 % in der 135-Grad-Grup­pe und 2,33 % in der 155-Grad-Grup­pe. Die Autoren schluss­fol­ger­ten dar­aus, dass das Sca­pu­la-Not­ching signi­fi­kant häu­fi­ger bei Pro­the­sen mit 155 Grad Inkli­na­ti­on als bei Pro­the­sen mit 135 Grad Inkli­na­ti­on vor­kommt und dass sich die Dis­lo­ka­ti­ons­ra­te nicht signi­fi­kant unterscheidet.

Off­set

Eine adäqua­te Weich­teil­span­nung ist essen­ti­ell für die Sta­bi­li­tät der inver­sen Pro­the­se. Hier­zu zäh­len das ver­ti­ka­le Off­set (Distanz Acro­mi­on zum Tub. majus) sowie das late­ra­le Off­set (Distanz Tub. majus zum Gleno­id) 18.

Clout­hi­er et al. (2013) 19 zeig­ten in einer bio­me­cha­ni­schen Unter­su­chung auf, dass die Ver­wen­dung eines erhöh­ten Off­sets zur Sta­bi­li­tät bei­trägt. Hen­nin­ger et al. (2012) 20 zeig­ten eben­so, dass eine Late­ra­li­sa­ti­on des Rota­ti­ons­zen­trums die Sta­bi­li­tät der inver­sen Pro­the­sen erhöht, was jedoch durch eine Zunah­me der del­to­ida­len Abduk­ti­ons­kraft erkauft wird.

Läder­mann et al. (2014) 21 unter­such­ten die Län­ge des Hume­rus bei inver­sen Pro­the­sen. Sie ermit­tel­ten in ihrem Lite­ra­tur­re­view eine Ände­rung der hume­ra­len Län­ge von ‑5 bis + 5 mm und einen Unter­schied in der Gesamt­län­ge des Arms zwi­schen 5 und 27 mm. Die akro­mio­hu­me­ra­le Distanz betrug 22 mm. Eine hume­ra­le Ver­kür­zung erhöh­te das Risi­ko der Dis­lo­ka­ti­on und führ­te zu einer deut­li­chen Ver­schlech­te­rung der ante­rio­ren akti­ven Ele­va­ti­on. Die Autoren schluss­fol­ger­ten dar­aus, dass eine Rekon­struk­ti­on der hume­ra­len Län­ge für die post­ope­ra­ti­ve Funk­ti­on ent­schei­dend ist, um eine Dis­lo­ka­ti­on zu ver­hin­dern. Es kann eine Ver­län­ge­rung von 0 bis 2 cm erfol­gen; dar­über hin­aus ist mit neu­ro­lo­gi­schen Kom­pli­ka­tio­nen zu rechnen.

M. sub­s­ca­pu­la­ris

Es fehlt eine Evi­denz, um eine Sub­s­ca­pu­la­ris­re­kon­struk­ti­on zur bes­se­ren Sta­bi­li­tät zu bele­gen. Edwards et al. (2009) 22 emp­feh­len den­noch die Sub­s­ca­pu­la­ris­re­kon­struk­ti­on, weil sie dar­in einen Vor­teil gegen­über der Luxa­ti­ons­pro­phy­la­xe sehen. Ande­rer­seits ergibt der supero­la­te­ra­le Zugang mit Schutz des Sub­s­ca­pu­la­ris eine erhöh­te Luxa­ti­ons­ra­te 23. Als Nach­teil der Sub­s­ca­pu­la­ris­re­kon­struk­ti­on wird unter ande­rem das Risi­ko einer Ner­vus-axil­la­ris-Schä­di­gung, eine Zunah­me des Sca­pu­la-Not­chings und die schwie­ri­ge­re Expo­si­ti­on bis hin zur Del­to­id-Schä­di­gung ange­se­hen 24.

Ack­land et al. (2010) 25 und Jer­rett et al. (2013) 26 sehen den obe­ren Anteil des Mus­kels als Abduk­tor und den unte­ren Anteil als Adduk­tor an, der zu einer erhöh­ten Sta­bi­li­tät bei­trägt. Edwards und Mit­ar­bei­ter (2009) 27 unter­such­ten 138 Pati­en­ten mit inver­ser Schul­ter­pro­the­tik und ohne Sub­s­ca­pu­la­ris-Rekon­struk­ti­on. Alle post­ope­ra­ti­ven Luxa­tio­nen waren bei Pati­en­ten mit nicht wie­der­her­stell­ba­rem Sub­s­ca­pu­la­ris ein­ge­tre­ten. Auch Chal­mers et al. (2014) 28 sahen als Risi­ko­fak­tor einen Sub­s­ca­pu­la­ris­de­fekt und eine Revi­si­ons­ope­ra­ti­on an.

Erfah­rung des Operateurs

Walch et al. (2012) 29 ver­gli­chen 240 kon­se­ku­ti­ve inver­se Pro­the­sen, die von iden­ti­schen Ope­ra­teu­ren zwi­schen Mai 1995 und Juni 2003 sowie im Zeit­raum zwi­schen Juli 2003 und März 2007 implan­tiert wur­den. Die post­ope­ra­ti­ve Kom­pli­ka­ti­ons­ra­te fiel in die­sem Zeit­raum von 19 % auf 10,8 %; bei Insta­bi­li­tä­ten zeig­te sich eine Reduk­ti­on von 7 % auf 3,2 % und bei Infek­ten von 4 % auf 0,9 %.

The­ra­pie der insta­bi­len inver­sen Schulterprothese

All­ge­mein wird emp­foh­len, nach einer Dis­lo­ka­ti­on mit geschlos­se­ner Revi­si­on zunächst eine Immo­bi­li­sa­ti­on in einer Schlin­ge mit Ver­mei­dung von Exten­si­on, Adduk­ti­on und Innen­ro­ta­ti­on durch­zu­füh­ren 30. Weit­aus bes­ser ist die Ver­sor­gung der Pati­en­ten mit einer Abduk­ti­ons­schie­ne für sechs Wochen. Kam die Luxa­ti­on in Zusam­men­hang mit einem signi­fi­kan­ten Trau­ma zustan­de oder ist die Repo­si­ti­on nicht zu hal­ten, müs­sen Pro­the­sen­po­si­tio­nie­rung und Weich­teil­span­nung sowie die Ope­ra­ti­ons­tech­nik über­prüft wer­den. Nach einer Luxa­ti­on soll­ten mög­li­che Ursa­chen, die beein­fluss­bar sind, eva­lu­iert wer­den. Hier­zu zäh­len Arm­län­ge, Weich­teil­span­nung, Ver­si­on der gleno­ida­len Kom­po­nen­te, Tor­si­on der hume­ra­len Kom­po­nen­te und das late­ra­le glen­o­hu­me­ra­le Offset.

Teu­sink et al. (2014) 31 zeig­ten bei aku­ter Dis­lo­ka­ti­on bei inver­sen Pro­the­sen in 50 % der Fäl­le vor­her­ge­hen­de Ope­ra­tio­nen; 80 % waren bereits zuvor mit einer Endo­pro­the­se ver­sorgt wor­den; 62 % waren Früh­dis­lo­ka­tio­nen inner­halb der ers­ten 90 Tage. Nach einer durch­schnitt­li­chen Nach­un­ter­su­chungs­zeit von 28 Mona­ten waren 62 % der Pro­the­sen sta­bil, 29 % benö­tig­ten eine wei­te­re Ope­ra­ti­on, 9 % ver­blie­ben insta­bil. Die Autoren schluss­fol­ger­ten dar­aus, dass bei einer ers­ten Luxa­ti­on bei inver­ser Pro­the­se eine geschlos­se­ne Repo­si­ti­on in etwas mehr als 50 % der Fäl­le mit einer anschlie­ßen­den Immo­bi­li­sa­ti­ons­pha­se in einer Orthe­se erfolg­reich sein kann.

Her­nan­dez und Mit­ar­bei­ter (2017) 32 berich­te­ten über eine Serie von Pati­en­ten, die nach insta­bi­ler Schul­ter­pro­the­se eine inver­se Pro­the­se erhiel­ten. Zwi­schen Janu­ar 2004 und Juli 2017 führ­ten die Autoren 82 Revi­sio­nen bei insta­bi­len Schul­ter­pro­the­sen durch. Davon waren 62 tota­le Schul­ter­pro­the­sen, 13 Hemi­pro­the­sen und 7 inver­se Endo­pro­the­sen. Die luxa­ti­ons­freie Über­le­bens­ra­te betrug nach 2 Jah­ren 87 % und nach 5 Jah­ren 79  %. 10 der 65 Pati­en­ten (15  %) hat­ten eine Luxa­ti­ons­epi­so­de nach der Revi­si­ons­ope­ra­ti­on. Eine per­sis­tie­ren­de Insta­bi­li­tät lag ins­be­son­de­re bei Pati­en­ten mit hohem BMI (> 35 kg pro qm) und bei vor­he­ri­ger Hemi­pro­the­se vor. Die Autoren schluss­fol­ger­ten dar­aus, dass eine inver­se Pro­the­se bei Pro­the­sen­in­sta­bi­li­tä­ten eine gute Indi­ka­ti­on dar­stellt. Etwa einer von 7 Pati­en­ten wird vor­aus­sicht­lich eine neue Insta­bi­li­tät erlei­den. Bei Pati­en­ten mit per­sis­tie­ren­den Insta­bi­li­tä­ten emp­feh­len die Autoren eine gro­ße Gleno­sphä­re und eine Erhö­hung des late­ra­len Offsets.

Für den Fall, dass nach adäqua­ter Dia­gnos­tik kei­ne Ursa­che für die Insta­bi­li­tät ermit­telt wer­den kann, kann in Ein­zel­fäl­len mit Hil­fe eines Anbin­dungs­schlauchs Sta­bi­li­tät erreicht wer­den 33 (Abb. 3). Anschlie­ßend ist nach Auf­fas­sung der Autoren die Immo­bi­li­sa­ti­on in einer Orthe­se für 3 Mona­te zu empfehlen.

Kli­ni­sche Relevanz

Die Insta­bi­li­tät einer inver­sen Schul­ter­pro­the­se stellt eine kli­nisch rele­van­te Kom­pli­ka­ti­on mit einer Inzi­denz zwi­schen 3 % und mehr als 10 % dar. Ein Risi­ko­fak­tor ist ins­be­son­de­re die feh­len­de Weich­teil­span­nung. Die­se kann unter ande­rem durch eine Ver­kür­zung des Hume­rus oder durch ein redu­zier­tes gleno­ida­les oder hume­ra­les Off­set ver­ur­sacht sein. Wei­ter­hin kön­nen eine pro­ble­ma­ti­sche Ein­stel­lung des Gleno­ids (Ver­si­on oder Inkli­na­ti­on) oder des Hume­rus (Tor­si­on) sowie auch Läh­mun­gen des N. axil­la­ris oder Frak­tu­ren im Bereich des Acro­mi­ons zur Insta­bi­li­tät führen.

Fazit

Bei einer Insta­bi­li­tät gilt es, zunächst die oben dar­ge­stell­ten Fak­to­ren zu eva­lu­ie­ren (Rota­ti­ons-CT sowie ArmGanz­auf­nah­men im Ver­gleich zur Gegen­sei­te). Fin­den sich hier Auf­fäl­lig­kei­ten, soll­te kei­ne geschlos­se­ne Repo­si­ti­on, son­dern eine ope­ra­ti­ve Revi­si­on erfol­gen. Las­sen sich kei­ne Auf­fäl­lig­kei­ten ermit­teln, kann eine geschlos­se­ne Repo­si­ti­on in etwa 50 % der Fäl­le erfolg­reich sein. Hier­an soll­te sich für 6 Wochen eine Immo­bi­li­sa­ti­on – idea­ler­wei­se in einem Abduk­ti­ons-­Brace – anschlie­ßen. Fin­den sich kei­ne bio­me­cha­ni­schen Auf­fäl­lig­kei­ten im Bereich der Pro­the­sen­geo­me­trie, kann in Ein­zel­fäl­len mit einem Anbin­dungs­schlauch eine Sta­bi­li­sie­rung ver­sucht wer­den. Danach emp­feh­len die Autoren bis zur nar­bi­gen Ein­hei­lung eine Brace-Anwen­dung für 3 Monate.

Für die Autoren:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jörg Jerosch
Chef­arzt der Kli­nik für Orthopädie,
Unfall­chir­ur­gie und Sportmedizin
Johan­na-Eti­en­ne-Kran­ken­haus gGmbH
Am Hasen­berg 46
41462 Neuss
j.jerosch@ak-neuss.de

Begut­ach­te­ter Beitrag/reviewed paper

Zita­ti­on
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