AG Tele­ma­tik arbei­tet an Rüst­zeug für das E‑Rezept

Das E-Rezept kommt! Wie Sanitätshäuser und OT-Betriebe in die Telematikinfrastruktur sowie die digitalen Prozesse eingebunden werden können, analysiert die vom Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik (BIV-OT) im Herbst 2020 gegründete Arbeitsgruppe Telematik. Zu den Mitgliedern gehört die Opta Data Abrechnungs GmbH. Wie die AG die Zeit bis zur „Scharfschaltung“ des E-Rezepts im Hilfsmittelsektor nutzt, berichtet Dr. Jan Helmig, Bereichsleiter Projekt- & Produktmanagement sowie Leiter Digitalisierung des Abrechnungsdienstleisters.

OT: Herr Dr. Hel­mig, der Ter­min­plan steht, ab 1. Juli 2026 ist die elek­tro­ni­sche Ver­ord­nung für die Hilfs­mit­tel­ver­sor­ger ver­pflich­tend. Neh­men die Betrie­be das The­ma ernst genug, berei­ten sie sich vor?

Dr. Jan Hel­mig: Da ist die Lage sehr hete­ro­gen. Vor allem gro­ße Sani­täts­häu­ser set­zen sich damit aus­ein­an­der. Etli­che sind schon neu­gie­rig auf den 1. Janu­ar 2024, wenn sich die Betrie­be bereits frei­wil­lig an die TI anschlie­ßen kön­nen. Bei klei­ne­ren Unter­neh­men ste­hen zur­zeit ande­re Pro­ble­me wie die Medi­cal Device Regu­la­ti­on (MDR) im Vor­der­grund. Sie müs­sen sich erst ein­mal infor­mie­ren, was das E‑Rezept für sie bedeu­tet. Mit der äußerst tat­kräf­ti­gen AG Tele­ma­tik ist der BIV-OT hier­für gut auf­ge­stellt. Die AG ist sehr aktiv dabei, die Anfor­de­run­gen für die nöti­gen Pro­zes­se zu beschrei­ben. Der Aus­tausch zwi­schen allen Betei­lig­ten läuft sehr gut. Unse­re gemein­sa­me Arbeit ist letzt­lich die Basis für umfas­sen­de Schu­lun­gen und Hand­rei­chun­gen, die der BIV-OT sei­nen Mit­glie­dern künf­tig lie­fern kann. Des­halb kön­nen sich spe­zi­ell klei­ne Betrie­be aktu­ell zurück­leh­nen, müs­sen noch kei­ne kon­kre­ten Maß­nah­men umset­zen, son­dern sich viel­mehr infor­mie­ren – zum Bei­spiel über die kon­kre­ten Inhal­te und Ergeb­nis­se aus der AG Telematik.

OT: Wie vie­le Leis­tungs­er­brin­ger sind an der AG beteiligt?

Hel­mig: Im Arbeits­gre­mi­um sit­zen sie­ben Leis­tungs­er­brin­ger ver­schie­de­ner Größenordnung.

In drei Pha­sen zum funk­tio­nie­ren­den Prozess

OT: Wor­an arbei­tet die AG Tele­ma­tik gera­de und was ist in Zukunft geplant?

Hel­mig: Die AG hat beim Pro­jekt elek­tro­ni­sche Verordnung/Hilfsmittel gera­de die 1. Pha­se der Pro­zess­ana­ly­se ein­ge­läu­tet und nimmt die bis­her in den Sani­täts­häu­sern und ortho­pä­die­tech­ni­schen Werk­stät­ten gän­gi­gen Vor­ge­hens­wei­sen unter die Lupe. Gemein­sam beur­tei­len wir, wo kri­ti­sche Punk­te sind und was sich in Zukunft ändern muss. In der 2. Pha­se ermit­teln wir die dar­aus resul­tie­ren­den tech­no­lo­gi­schen Kon­se­quen­zen, Defi­ni­tio­nen von Schnitt­stel­len oder Anfor­de­run­gen an den Daten­fluss. Hier ergän­zen Abrech­nungs­dienst­leis­ter und Anbie­ter von ERP-Lösun­gen die Grup­pe. Pha­se 3 über­führt alle Erkennt­nis­se in einen Feld­ver­such. Der Gesamt­pro­zess wird in einem begrenz­ten Umfang mit ech­ten Ver­ord­nun­gen und alles was dran­hängt real durch­ge­spielt. Dabei sol­len all die hete­ro­ge­nen Part­ner ein­be­zo­gen wer­den, die an der Ver­sor­gung betei­ligt sind – inklu­si­ve Arzt­pra­xen und Kran­ken­kas­sen. Dann zeigt sich, ob die neu­en Pro­zes­se funk­tio­nie­ren oder an wel­chen Stel­len nach­jus­tiert wer­den muss.

OT: Wann sol­len die ein­zel­nen Pha­sen abge­schlos­sen sein?

Hel­mig: Mit Pha­se 1 – der Pro­zess­ana­ly­se – sind wir bis zum Som­mer beschäf­tigt. Da arbei­tet die AG sehr aus­führ­lich, denn jeder ein­zel­ne Pro­zess, jeder Input soll detail­liert auf­ge­nom­men wer­den. Pha­se 2 mit der Ein­be­zie­hung ver­schie­de­ner Abrech­nungs­dienst­leis­ter und Schnitt­stel­len­an­bie­ter ist für die 2. Jah­res­hälf­te geplant. Ende 2021 möch­ten wir dann mit Kos­ten­trä­gern ins Gespräch kom­men. Die 3. Pha­se des Feld­tests mit Kran­ken­kas­sen und Ärz­ten kann erst star­ten, wenn die äuße­ren Rah­men­be­din­gun­gen abge­klärt sind – wie zum Bei­spiel Aus­ga­be und Ein­satz von Authen­ti­fi­zie­rungs­kar­ten der Sani­täts­häu­ser für den Zugang zur TI. Dies wird wohl frü­hes­tens 2022 gesche­hen. Der End­punkt des Pro­jekts hängt schluss­end­lich von der Pan­de­miela­ge ab. Vor­ge­se­hen ist Ende 2022, damit wir genü­gend Vor­lauf haben, um der Gema­tik GmbH, die für Auf­bau, Betrieb und Wei­ter­ent­wick­lung der TI ver­ant­wort­lich ist, Gestal­tungs­ideen für die Pro­zes­se in der Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung zu lie­fern. Der Aus­tausch mit der Gema­tik wird ergän­zend dazu schon wäh­rend der Lauf­zeit der Pha­sen 1 und 2 regel­mä­ßig gesucht, um so eine hohe Über­ein­stim­mung zwi­schen den Ergeb­nis­sen der Arbeits­grup­pe und den Vor­stel­lun­gen der Gema­tik zu erzielen.

OT: Wie oft trifft sich die AG Tele­ma­tik und wel­che beson­de­ren Her­aus­for­de­run­gen haben sich bis­her für den Ein­satz des E‑Rezepts in der Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung herauskristallisiert?

Hel­mig: Wir tref­fen uns in einem zwei- bis drei­wö­chi­gen Rhyth­mus – und jeder Ter­min hat neue Über­ra­schun­gen parat. Wir spre­chen hier von „Knack­punkt­pro­zes­sen“, die kniff­lig sind, weil sie zum Bei­spiel der­zeit noch viel Papier erfor­dern auf­grund von Doku­men­ta­ti­ons­vor­schrif­ten oder vie­le Abstim­mungs­run­den benö­ti­gen, bezie­hungs­wei­se spe­zi­el­len abrech­nungs­tech­ni­schen Details ent­spre­chen müs­sen. Aktu­ell zäh­len wir fünf der­ar­ti­ge Knack­punkt­pro­zes­se. Häu­fig haben die ver­schie­de­nen Betrie­be ver­schie­de­ne Ansät­ze, damit umzu­ge­hen. So man­cher Pro­zess für ein und den­sel­ben Vor­gang unter­schei­det sich von Unter­neh­men zu Unter­neh­men. Hier wer­den wir letzt­lich abs­tra­hie­ren müssen.

OT: Wel­che Bei­spie­le gibt es für die­se „Knack­punkt­pro­zes­se“?

Hel­mig: Dazu gehört die digi­ta­le Signa­tur, wel­che die Unter­schrift per Hand erset­zen soll. Hier könn­te bei­spiels­wei­se ein Fin­ger­print auf einem Tablet vie­les ver­ein­fa­chen. Zu den offe­nen Fra­gen, die wir bear­bei­ten, zäh­len eben­so die Inhal­te des Leis­tungs­er­brin­ger­ver­zeich­nis­ses. Dabei geht es zum Bei­spiel um die Fest­le­gung, wie voll­stän­dig die­ses  Ver­zeich­nis sein soll, wer Ein­fluss dar­auf hat. Nicht zuletzt ist rele­vant, wann die jewei­li­ge elek­tro­ni­sche Ver­ord­nung für die Kos­ten­trä­ger erst­mals sicht­bar ist und ab wann sie dar­auf zugrei­fen kön­nen. Im Gegen­satz zum Arz­nei­mit­tel­re­zept läuft die Bewil­li­gung über den Leis­tungs­er­brin­ger und nicht aus­schließ­lich über den Arzt. Die freie Wahl des Leis­tungs­er­brin­gers durch die Ver­si­cher­ten muss zudem künf­tig gewähr­leis­tet sein.

Nie­man­den benachteiligen

OT: Wie arbei­tet die AG mit der Gema­tik kon­kret zusammen?

Hel­mig: Unter ande­rem fin­det über die Gre­mi­en des BIV-OT ein inten­si­ver Aus­tausch statt. Die Gema­tik ist sehr offen für Infor­ma­tio­nen und Erkennt­nis­se, for­dert die­se ein, lässt sich aber nicht in die Kar­ten schau­en. Denn die Gema­tik sieht sich der Neu­tra­li­tät ver­pflich­tet, will sich nicht von irgend­ei­ner Sei­te ver­ein­nah­men las­sen. Das ist im Sin­ne eines kla­ren Pro­zes­ses auch genau rich­tig. Aller­dings strö­men der­zeit auf­grund der Viel­zahl der Akti­vi­tä­ten der Gema­tik mit allen Leis­tungs­er­brin­gern im Gesund­heits­we­sen vie­le Anfor­de­run­gen auf die Gema­tik ein und hier zeich­net sich ein Kapa­zi­täts­pro­blem ab. Inso­fern stel­len wir die Ergeb­nis­se der Arbeits­grup­pe für den Hilfs­mit­tel­be­reich der Gema­tik gern als Hil­fe­stel­lung zur Verfügung.

OT: Was heißt das für die Arbeit der AG?

Hel­mig: Wir müs­sen die Unter­schie­de des Rezepts in der Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung zum Arz­nei­mit­tel­re­zept in unse­ren Emp­feh­lun­gen deut­lich her­aus­ar­bei­ten, damit die Gema­tik „unse­ren“ Pro­zess grund­sätz­lich ver­steht. Wesent­lich ist hier vor allem die Ver­voll­stän­di­gung der vom Arzt ver­ord­ne­ten Pro­dukt­art (Sie­ben­stel­ler) durch den Leis­tungs­er­brin­ger, dem die kon­kre­te Aus­wahl des Ein­zel­pro­dukts ent­spre­chend des The­ra­pie­kon­zepts obliegt (Zehn­stel­ler). Bis­her geht die Gema­tik davon aus, dass das Ein­zel­pro­dukt von vorn­her­ein vor­ge­ge­ben ist – ver­gleich­bar mit dem Arz­nei­mit­tel­re­zept. In die­sem Bereich kommt das E‑Rezept ja zuerst zum Ein­satz. Die Gestal­tungs­spiel­räu­me durch die Leis­tungs­er­brin­ger und deren Ein­fluss auf die The­ra­pie kennt der jet­zi­ge Gema­tik Ent­wurf, der auf die Ver­schrei­bung von Medi­ka­men­ten aus­ge­rich­tet ist, noch nicht. In den kom­men­den drei Jah­ren müs­sen wir des­halb im Sin­ne der Leis­tungs­er­brin­ger Ein­fluss auf die Gestal­tung des digi­ta­len Work­flows neh­men. Der Gema­tik ist wich­tig, dass kein Ver­si­cher­ter benach­tei­ligt wird. Wir fin­den immer mehr Gehör, dass auf Sei­ten der Leis­tungs­er­brin­ger eben­so wenig Benach­tei­li­gung statt­fin­den darf. Zuguns­ten der wohn­ort­na­hen Ver­sor­gung sind viel­fäl­ti­ge Inter­es­sen zu berück­sich­ti­gen – vom klei­nen Ortho­pä­die­tech­nik­be­trieb bis zum gro­ßen Sanitätshaus.

Papier noch allgegenwärtig

OT: Wie schwer wird es für die Bran­che, sich von papier­ba­sier­ten Vor­gän­gen zu lösen und kom­plett auf digi­ta­le Pro­zes­se umzusteigen?

Hel­mig: Papier ist noch all­ge­gen­wär­tig, in klei­ne­ren und genau­so in den grö­ße­ren Betrie­ben. Schon allein auf­grund der Anfor­de­run­gen der Kran­ken­kas­sen. So ist die papier­ba­sier­te Ver­ord­nung nach wie vor Vor­schrift – inzwi­schen ver­bun­den mit zahl­rei­chen Medi­en­brü­chen. Also wird digi­tal gesen­det, aus­ge­druckt, unter­schrie­ben, gefaxt und wie­der ein­ge­scannt. Wenn bei den Kran­ken­kas­sen das Papier noch ganz oben auf der Prio­ri­tä­ten­lis­te steht, müs­sen die Leis­tungs­er­brin­ger die­sen Vor­ga­ben fol­gen. Das wird durch die elek­tro­ni­sche Ver­ord­nung sicher anders – aber da ist sei­tens aller Pro­zess­be­tei­lig­ten wie zum Bei­spiel Ärz­ten, Soft­ware­häu­sern und Kran­ken­kas­sen noch Vor­ar­beit zu leis­ten. Schließ­lich liegt gro­ßes Poten­zi­al dar­in, den gesam­ten Pro­zess durch den Ver­zicht auf Medi­en­brü­che zu ent­schla­cken und zu beschleunigen.

OT: Könn­te spe­zi­ell für die bis­her wenig digi­ta­len Betrie­be ein Vor­teil dar­in lie­gen, im Zuge des E‑Rezepts einen ganz gro­ßen Sprung in Rich­tung Digi­ta­li­sie­rung zu schaffen?

Hel­mig: Ja, durch die Ein­füh­rung der elek­tro­ni­schen Ver­ord­nung könn­ten sie sogar einen dop­pel­ten Sprung machen: hin­ein in eine digi­ta­le Welt, in der mit­hil­fe smar­te­rer Pro­zes­se zugleich der Ver­wal­tungs­auf­wand redu­ziert wird. Die Vor­aus­set­zung sind Spe­zi­fi­ka­tio­nen, die auf die Beson­der­hei­ten der Bran­che ein­ge­hen. Wenn wir ein­fach nur das umset­zen, was wir heu­te an teils umständ­li­chen Ver­wal­tungs­vor­gän­gen sehen, kann man die­se Poten­zia­le nicht heben.

OT: Müs­sen sich die Betrie­be im Zusam­men­hang mit dem E‑Rezept auf gro­ße Umwäl­zun­gen ihrer Pro­zes­se einstellen?

Hel­mig: Kein Betrieb wird sei­ne Pro­zes­se zu 100 Pro­zent ändern müs­sen. So gibt es bereits eine gute Infra­struk­tur für den elek­tro­ni­schen Kos­ten­vor­anschlag, die man wei­ter­hin nut­zen kann. Auch wer sei­ne Abrech­nun­gen selbst vor­nimmt, kann dies bei­be­hal­ten. Wir berück­sich­ti­gen bei unse­ren Vor­schlä­gen an die Gema­tik zudem die bis­her ver­wen­de­ten Daten­stan­dards. Eini­ges ändern wird sich hin­ge­gen am Emp­fangs­tre­sen, wo die Ver­ord­nun­gen ver­ar­bei­tet wer­den. Da soll kein Papier mehr her­ein­rau­schen, statt­des­sen wer­den QR-Codes ein­ge­setzt. In der AG Tele­ma­tik möch­ten wir die­se Schnitt­stel­le so ent­wi­ckeln, dass sie in die täg­li­che Arbeit gut hin­ein­passt. Um einen nach­voll­zieh­ba­ren, stan­dar­di­sier­ten Ablauf zu ermög­li­chen, ana­ly­sie­ren wir die ver­schie­de­nen Inter­ak­ti­ons­punk­te zwi­schen den mit einem E‑Rezept befass­ten Par­tei­en. Wir den­ken hier­bei die gesam­te Ket­te Arzt­pra­xis – Pati­en­ten – Leis­tungs­er­brin­ger – Kos­ten­trä­ger mit. Wir möch­ten einen so attrak­ti­ven Pro­zess ent­wer­fen, dass die Betrie­be nicht bis 2026 war­ten möch­ten, um ihn einzusetzen.

Mobi­li­tät ermöglichen

OT: Vie­le Ver­sor­gun­gen fin­den nicht im Sani­täts­haus oder ortho­pä­die­tech­ni­schen Betrieb, son­dern in Kran­ken­häu­sern, Pfle­ge­ein­rich­tun­gen oder bei Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten zu Hau­se statt. Dort wer­den unter ande­rem Unter­schrif­ten benö­tigt. Wie wird sicher­ge­stellt, dass der Zugang zur TI mobil mög­lich ist?

Hel­mig: Die Mobi­li­tät ist noch ein Rie­sen­pro­blem. In der ver­füg­ba­ren Lösung für Ärz­te und Apo­the­ken ist alles sta­tio­när ange­legt: Man geht von einem Tre­sen aus, auf dem das Daten­le­se­ge­rät steht. Das geht natür­lich an der Ver­sor­gungs­pra­xis im Bereich Hilfs­mit­tel vor­bei. Bei Opta Data sind wir gera­de in ein Pro­jekt mit Heb­am­men ein­ge­bun­den, die sich schon im Som­mer die­ses Jah­res frei­wil­lig an die TI anschlie­ßen kön­nen. Hier ent­wi­ckeln wir Model­le, um mit Tablet oder Smart­pho­ne auf die TI zuzu­grei­fen. Die­se wer­den sicher­lich auf die Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung adap­tier­bar sein. Die Gema­tik hat das Pro­blem erkannt und in ihrem White­pa­per zur TI 2.0 betont, dass der Zugang mobil mög­lich sein muss.

OT: Wie wird sich der Zugang zur TI verändern?

Hel­mig: Die Zukunft des gesam­ten Sys­tems wird mei­nes Erach­tens auf einer Daten­cloud basie­ren, wel­che die heu­te noch nöti­gen Hard­ware-Kon­nek­to­ren (tech­ni­sches Herz­stück, über das zum Bei­spiel die IT-Sys­te­me der Ärz­te, Kran­ken­häu­ser und Leis­tungs­er­brin­ger mit der TI und den E‑He­alth-Kar­ten­ter­mi­nals ver­bun­den wer­den) ver­zicht­bar macht. Dies wür­de die Kos­ten für die gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung sen­ken, denn die Kon­nek­to­ren müs­sen alle vier Jah­re aus­ge­tauscht bzw. erneu­ert wer­den. Wenn sich die Hilfs­mit­tel­ver­sor­ger ab 2024 anbin­den kön­nen, wird die nöti­ge Tech­no­lo­gie anders aus­se­hen als heute.

OT: Auf wel­che Wei­se wird die in den Start­lö­chern ste­hen­de elek­tro­ni­sche Pati­en­ten­ak­te (ePA) mit dem E‑Rezept verknüpft?

Hel­mig: Mit dem Anschluss an die TI haben die Betrie­be auto­ma­tisch Zugang zu den soge­nann­ten Fach­diens­ten wie E‑Rezept und ePA. Bereits in die­sem Jahr wird die ePA aus­ge­rollt, noch in einer simp­len Ver­si­on. Bei der ePA bestim­men die Ver­si­cher­ten, ob sie die­se nut­zen, ob und wem sie Inhal­te frei­schal­ten bzw. Schreib­zu­griff gewähren.

OT: Wie „dick“ sind die „Bret­ter“, die im Zuge der Ein­füh­rung bzw. Aus­wei­tung digi­ta­ler Pro­zes­se noch zu boh­ren sind?

Hel­mig: Die Coro­na-Kri­se hat einen gewal­ti­gen Digi­ta­li­sie­rungs­schub gebracht und viel Über­zeu­gungs­ar­beit abge­nom­men. Vie­le Betrie­be haben sich dar­an gewöhnt, dass die Digi­ta­li­sie­rung eine gute Sache sein kann, die das Hand­werk nicht infra­ge stellt und mehr Chan­cen als Risi­ken birgt.

Die Fra­gen stell­te Cath­rin Günzel.

AG Tele­ma­tik infor­miert zum E‑Rezept
Am 7. Juli 2021, 15.00 bis 17.30 Uhr, plant der BIV-OT eine digi­ta­le Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung für die ihm ange­schlos­se­nen Mit­glieds­be­trie­be der Innun­gen und Fach­ver­bän­de, um sie in Sachen E‑Rezept auf dem Lau­fen­den zu hal­ten. Mit dabei: BIV-OT-Prä­si­dent Alf Reu­ter, BIV-OT-Vor­stands­mit­glied Tho­mas Münch, zustän­dig für den Bereich Digi­ta­li­sie­rung und Ver­tre­ter der AG Tele­ma­tik, Axel Sig­mund, Lei­tung Berufs­bil­dung, Digi­ta­li­sie­rung und For­schung beim BIV-OT, Kirs­ten Abel, Spre­che­rin des Prä­si­di­ums des BIV-OT, sowie Dr. Jan Hel­mig von Opta Data. Zudem sind wei­te­re Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen in Vor­be­rei­tung, bei­spiels­wei­se nach der Som­mer­pau­se 2021 sowie auf der OTWorld 2022. 
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