AnzeigeUnternehmensnachfolge im Sanitätshaus

Drei Wege – mit jeweils eigenen Herausforderungen
Klassischerweise stehen Inhabern drei Optionen offen: die familieninterne Übergabe, der Verkauf an einen leitenden Mitarbeiter oder der Verkauf an einen externen Erwerber. In der Praxis gelingt die familieninterne Lösung immer seltener – die nächste Generation hat oft andere berufliche Pläne. Auch interne Nachfolgen scheitern häufig an der Finanzierung, da die Kaufpreise für etablierte Sanitätshäuser durch hohe regulatorische Markteintrittsbarrieren regelmäßig im siebenstelligen Bereich liegen.
Was ein Betrieb heute wert ist
Die Bewertung erfolgt im Gesundheitshandwerk meist über ein Vielfaches des nachhaltigen EBITDA. Dies entspricht dem Jahresüberschuss bereinigt um nicht-operative Sondereffekte (wie bspw. vom Inhaber privat genutzte Firmenfahrzeuge) plus Abschreibungen, Steuern und Zinsen. Größe, Versorgungsschwerpunkt und Profitabilität bestimmen dabei die Höhe des EBITDA-Multiplikators. Faktoren wie ein eingespieltes Team mit OT-Meistern und eine geringe Abhängigkeit von einzelnen Zuweisern können darüber hinaus wertsteigernd wirken.
Strategische Erwerber gewinnen an Bedeutung
In den letzten Jahren sind im Sanitätshaus-Markt zunehmend strategische Investoren aktiv, die gezielt mittelständische Häuser zu Verbünden zusammenführen. Für Verkäufer bietet das den Vorteil, dass solche Erwerber den regulatorischen Rahmen kennen und flexible Übergangsmodelle ermöglichen – vom vollständigen Ausstieg bis zur Rückbeteiligung oder einer Weiterführung als Geschäftsführer.
„Für viele Inhaber ist nicht der Kaufpreis allein entscheidend, sondern was nach dem Verkauf mit Betrieb, Mitarbeitern und Patienten passiert. Für uns ist gerade der Erhalt der lokalen Marke und die Sicherung aller Arbeitsplätze wichtig“, sagt Dr. Konstantin Rutz, geschäftsführender Gesellschafter der Moviva Gruppe, die mittelständische Sanitätshäuser und OT-Betriebe in einem bundesweiten Verbund zusammenführt.
Verbundlösung nicht nur in Nachfolgesituationen attraktiv
Für viele Inhaber ist der Anschluss an einen Verbund kein Ausstieg, sondern eine Möglichkeit, den eigenen Betrieb langfristig stärker aufzustellen. Der Druck durch steigende Personalkosten und gekürzte Vertragspreise infolge der GKV-Reform trifft kleinere Häuser besonders hart. In einem Verbund lassen sich Einkauf, Abrechnung, IT und Verwaltung bündeln – die Arbeit am Patienten bleibt vor Ort und wird gestärkt.
„Wir erleben oft, dass der Wunsch nach einem Verbund nicht nur mit Nachfolge zu tun hat, sondern mit dem Bedürfnis, gemeinsam stärker zu sein. Viele schätzen den Austausch mit Kollegen, das gemeinsame Bewältigen regulatorischer Themen und dass sie wieder mehr Zeit für ihr Kerngeschäft haben“, ergänzt Christian Legler, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter der Moviva Gruppe.
Was Inhaber jetzt tun sollten
Wer in den nächsten drei bis fünf Jahren an eine strategische Partnerschaft oder eine Nachfolge denkt, sollte sich frühzeitig orientieren: eine indikative Bewertung einholen, mögliche Käufergruppen verstehen und einen realistischen Zeitplan aufstellen. Auch wer (noch) nicht verkaufen will, profitiert davon – denn die Maßnahmen, die einen Betrieb verkaufsfähig machen, sind dieselben, die ihn im laufenden Betrieb robuster und profitabler aufstellen.
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