Gerä­te zur selbst­be­stimm­ten Geh­t­he­ra­pie mit rezi­pro­ker Bein­füh­rung – neu­ro­or­tho­pä­di­sche Empfehlungen

W. M. Stro­bl
Bei Kin­dern und Erwach­se­nen mit einer schwe­ren Bewe­gungs­stö­rung auf­grund einer neu­ro­mo­to­ri­schen Erkran­kung müs­sen die phy­sio­lo­gisch und psy­cho­lo­gisch wich­ti­gen Steh- und Geh­funk­tio­nen mit ortho­pä­die­tech­ni­schen Hilfs­mit­teln ersetzt wer­den. Bei einer aus­ge­präg­ten Becken-Rumpf- und Bei­n­ach­sen-Insta­bi­li­tät kann ein Geh­trai­ner mit rezi­pro­ker Bein­füh­rung die­ses Ziel errei­chen. Zahl­rei­che Beob­ach­tungs­stu­di­en und Erfah­run­gen von Zen­tren berich­ten von posi­ti­ven Effek­ten der Geh­trai­ner auf die kör­per­li­che und psy­chi­sche Ent­wick­lung von Kin­dern mit Zere­bral­pa­re­sen. Ins­be­son­de­re Gang­ge­schwin­dig­keit, Aus­dau­er, Bewe­gungs­aus­maß der Gelen­ke und psy­cho­mo­to­ri­sche Ent­wick­lung kön­nen güns­tig beein­flusst wer­den. Die wis­sen­schaft­li­che Evi­denz ist jedoch wie in vie­len ande­ren Fäl­len mul­ti­moda­ler kon­ser­va­ti­ver Behand­lungs­maß­nah­men bei der der­zei­ti­gen Stu­di­en­la­ge noch nicht aus­rei­chend, um eine abschlie­ßen­de Stel­lung­nah­me abge­ben zu kön­nen. Die Erfah­run­gen des Ver­fas­sers zei­gen jedoch sub­jek­tiv sehr zufrie­den­stel­len­de Ergeb­nis­se für alle drei der hier beschrie­be­nen Geh­trai­ner-Model­le bei der Ver­sor­gung von Kin­dern mit neu­ro­mo­to­ri­schen Bewegungsstörungen.

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Heim­be­atmung: Indi­ka­tio­nen, Beatmungs­for­men und Hilfsmittel

L.-O. Har­nisch, M. Roess­ler
Die maschi­nel­le Heim­be­atmung gewinnt zuneh­mend an Bedeu­tung für Pati­en­ten mit pul­mo­na­len und neu­ro­mus­ku­lä­ren Erkran­kun­gen. Spe­zi­el­le Heim­be­atmungs­ge­rä­te, die für den Ein­satz außer­halb des Kran­ken­hau­ses kon­zi­piert sind, ermög­li­chen vie­le ver­schie­de­ne Beatmungs­for­men. Mit die­sen Gerä­ten kann eine nicht­in­va­si­ve Beatmung durch­ge­führt wer­den, wie sie haupt­säch­lich bei Pati­en­ten mit Lun­gen­er­kran­kun­gen ein­ge­setzt wird. Gleich­wohl kann mit die­sen Gerä­ten auch eine inva­si­ve Beatmung über eine Tra­che­al­ka­nü­le, die typi­scher­wei­se bei Pati­en­ten mit neu­ro­mus­ku­lä­ren Erkran­kun­gen not­wen­dig ist, in der häus­li­chen Umge­bung der Pati­en­ten durch­ge­führt wer­den. Über den inva­si­ven bzw. nicht­in­va­si­ven Modus hin­aus bie­ten moder­ne Heim­be­atmungs­ge­rä­te eine Viel­zahl wei­te­rer Beatmungs­mo­di, die im Grun­de genom­men auf zwei Basis­ein­stel­lun­gen mit Modi­fi­ka­tio­nen zurück­ge­führt wer­den kön­nen: volu­men- oder druck­kon­trol­lier­te Beatmung. Wird ein Pati­ent über eine Tra­che­al­ka­nü­le beatmet, so muss die Pfle­ge des Sto­mas und die Kon­trol­le der Tra­che­al­ka­nü­le geübt und mehr­fach täg­lich durch­ge­führt wer­den, um eine gefahr­lo­se Heim­be­atmung zu ermög­li­chen. Auch der Umgang mit Not­fall­si­tua­tio­nen des Tra­cheo­s­to­mas muss allen Betei­lig­ten bekannt und von die­sen ein­ge­übt sein.

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