Sen­so­ren in der Ortho­pä­die- und Reha-Technik

Mar­kus Stefka
Wäh­rend es für den Leser müh­sam erschei­nen mag, jeden zwei­ten Arti­kel mit „in Zei­ten der Digi­ta­li­sie­rung“ begin­nen zu müs­sen, ist es doch so, dass wir in Zei­ten der Digi­ta­li­sie­rung immer öfter ortho­pä­die­tech­ni­sche The­men betrach­ten müs­sen, die sich vom all­ge­mei­nen Bild der Bran­che abhe­ben: Addi­ti­ve Fer­ti­gung, Digi­ta­le Ver­ord­nun­gen oder wie in die­sem Arti­kel das The­ma der Sensorik.
Die­ser Bei­trag betrach­tet die Sen­so­rik in Bezug auf das brei­te Feld der Ortho­pä­die- und Reha-Tech­nik und bie­tet eine Fül­le an Mög­lich­kei­ten, Ideen und Infor­ma­tio­nen für völ­li­ge Neu­lin­ge, aber auch für Spe­zia­lis­ten. Der The­men­um­fang ist enorm.
Der Arti­kel beginnt mit einer Über­sicht über Sen­so­ren, die häu­fig oder weni­ger häu­fig in der Bran­che genutzt wer­den, da ein bes­se­res Ver­ständ­nis der tech­ni­schen Grund­la­gen die Anwen­dung in der Pra­xis erleich­tert. Danach len­ken wir das The­ma auf die Vor­tei­le der Sen­so­rik und auf Pro­duk­te, die bereits am Markt erhält­lich sind oder es hof­fent­lich bald sein wer­den. Der Arti­kel berührt auch The­men, die nicht nur pri­mär für den Ortho­pä­die­tech­ni­ker und Reha-Tech­ni­ker span­nend sind, son­dern auch für eng zusam­men­ar­bei­ten­de Grup­pen wie Phy­sio­the­ra­peu­ten oder Fach­ärz­te. Nach­dem das Sani­täts­haus in vie­len Belan­gen aber ein ers­ter Ansprech­part­ner für vie­le The­ma­ti­ken ist, scheint die­ser Zugang durch­aus ange­mes­sen und realistisch.
Wir been­den den Arti­kel mit einem Fazit und einem Aus­blick auf die Zukunft.

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Zuver­läs­sig­keits­ana­ly­se intui­ti­ver Pro­the­sen­steue­run­gen der obe­ren Extre­mi­tät – Berück­sich­ti­gung essen­zi­el­ler Ein­fluss­fak­to­ren für erfolg­rei­che pro­the­ti­sche Anwendung

G. Brand­mayr, H.-W. van Vliet
Ein Ver­sor­gungs­pro­zess, der das Trai­ning des Anwen­ders mit dem Trai­ning der Mus­ter­er­ken­nung (ME) ver­eint, maxi­miert die Per­for­mance einer Pro­the­se, auf­ge­baut aus 2 Hand­ge­lenk­ach­sen und einer Hand mit 2 Griff­ar­ten. Zu deren Steue­rung wur­de 8‑Ka­nal-EMG vom Unter­arm­stumpf zu je 4 Merk­ma­len ver­ar­bei­tet und mit linea­rer Dis­kri­mi­nanz­ana­ly­se klas­si­fi­ziert. Sowohl die Beschrän­kung auf intui­ti­ve Steu­er­be­we­gun­gen trotz phy­sio­lo­gi­scher Ein­schrän­kun­gen als auch ME-Trai­ning unter ein­ge­schränk­ten Bedin­gun­gen im Labor ver­ur­sa­chen Fehl­funk­tio­nen unter Anwen­dungs­be­din­gun­gen. Zur Abhil­fe wird die ME stets für die gera­de aktu­el­len Bedin­gun­gen neu trai­niert. Anhand einer Fall­stu­die wur­de unter­sucht, ob durch Opti­mie­rung der Steu­er­be­we­gun­gen und Ein­bin­dung der Anwen­dungs­be­din­gun­gen in das ME-Trai­ning die Feh­ler­ra­te so weit redu­ziert wer­den kann, dass die ME trotz EMG-Ände­run­gen zuver­läs­sig über Mona­te funk­tio­niert. Über einen Zeit­raum von 6 Mona­ten wur­den 7 Sit­zun­gen mit vari­ie­ren­der Kon­trak­ti­ons­stär­ke und Arm­stel­lung auf­ge­nom­men. Bewe­gungs­feh­ler wur­den per Acti­ve Error Ratio (AER) und Total Error Ratio (TER) gemes­sen. Erset­zen der intui­ti­ven Hand­ge­lenks­fle­xi­on mit Uln­ar­ab­duk­ti­on sowie Erset­zen des Schlüs­sel­grif­fes mit dem Werk­zeug­griff ver­rin­ger­te die AER von 7,4 auf 2,9 %. Labor­be­din­gun­gen erge­ben eine AER von 1,4 %, die jedoch unter Anwen­dungs­be­din­gun­gen auf 12,4 % steigt. Umfas­sen­des ME-Trai­ning konn­te die AER wie­der auf 5,1 % redu­zie­ren. Der Aus­schluss nied­ri­ger Kon­trak­ti­ons­stär­ken redu­zier­te die AER wei­ter auf 2,8 %. Die­se Fall­stu­die zeigt, dass sich die Steue­rung unter Anwen­dungs­be­din­gun­gen maß­geb­lich (9‑fach) ver­schlech­tert. ME-Trai­ning und das Opti­mie­ren der Steu­er­be­we­gun­gen kön­nen die­se Ein­flüs­se, inklu­si­ve Neu­an­le­gen der Pro­the­se, weit­ge­hend kompensieren.

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