Digitalisierung

Nach­hal­tig­keits­be­richt ein­fach gemacht

Neues digitales Tool unterstützt Handwerksbetriebe bei der freiwilligen Nachhaltigkeitsberichterstattung und reduziert den bürokratischen Aufwand.

Zuge­ge­ben – Ortho­pä­die-Tech­nik-Betrie­be sind auf­grund ihrer gro­ßen Büro­kra­tiel­ast kei­ne Fans davon, wei­te­re Berich­te anzu­fer­ti­gen. Des­halb gibt es erst ein­mal die gute Nach­richt für die Betrie­be: Die EU-Kom­mis­si­on hat eini­ge ihrer eige­nen Maß­nah­men mit dem „Omni­bus-Paket 1“ zur Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung (Cor­po­ra­te Sus­taina­bi­li­ty Report­ing Direc­ti­ve / CSRD) gekippt, was für eine spür­ba­re Erleich­te­rung bei den Hand­werks­be­trie­ben sor­gen dürf­te. Denn: Auch wenn vie­le Betrie­be auf­grund ihrer Grö­ße und ihres Umsat­zes nicht direkt zur Bericht­erstat­tung ver­pflich­tet wor­den wären, so hät­ten sie indi­rekt für ihre Her­stel­ler Infor­ma­tio­nen bereit­stel­len müs­sen, da die­se wie­der­um ver­pflich­tet gewe­sen wären, einen Nach­hal­tig­keits­be­richt anzu­fer­ti­gen. „Die Welt ver­än­dert sich vor unse­ren Augen. Die Euro­päi­sche Uni­on braucht eine star­ke Wirt­schaft, um ihre Wer­te zu ver­tei­di­gen und ihre Zie­le inner­halb und außer­halb der EU zu errei­chen. Der Abbau unnö­tig kom­ple­xer EU-Vor­schrif­ten ist ein wesent­li­cher Bestand­teil unse­res Plans, Euro­pa wett­be­werbs­fä­hi­ger zu machen. Verein­fachung heißt nicht Dere­gu­lie­rung. Es geht dar­um, unse­re Zie­le intel­li­gen­ter und weni­ger auf­wen­dig zu errei­chen, damit sich unse­re Unter­neh­men, ins­be­son­de­re unse­re KMU, auf Wachs­tum, Beschäf­ti­gung und Inno­va­ti­on konzen­trieren und uns dabei hel­fen kön­nen, den grü­nen und den ­digi­ta­len Wan­del zu ver­wirk­li­chen. Heu­te unter­neh­men wir einen wich­ti­gen ers­ten Schritt in die­se Rich­tung“, erklär­te EU-Wirt­schafts­kom­mis­sar Val­dis Dombrovskis.

Gro­ße Unter­neh­men blei­ben in der Pflicht

Nun haben sich die Brüs­se­ler EU-Poli­ti­ker zu einer Rol­le rück­wärts ent­schie­den, um die unver­hält­nis­mä­ßi­ge Büro­kra­tiel­ast zu schmä­lern. Nur Unter­neh­men mit mehr als 1.000 Beschäf­tig­ten und einem Umsatz­er­lös von mehr als 450 Mil­lio­nen Euro wer­den ab dem Geschäfts­jahr 2027 ver­pflich­tet, einen Nach­hal­tig­keits­be­richt zu schreiben.

Klingt doch gut für die Hand­werks­be­trie­be, könn­te man mei­nen. Doch auch wenn nun kei­ne Pflicht mehr besteht, wird die Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung in Zukunft den­noch an Bedeu­tung gewin­nen. Ban­ken bei­spiels­wei­se ach­ten bei der Kre­dit­ver­ga­be ver­mehrt dar­auf, ob Unter­neh­men einen ent­spre­chen­den Bericht vor­le­gen kön­nen oder nicht. Und auch in Zei­ten des Fach­kräf­te­man­gels ist es ein Kri­te­ri­um für jun­ge Leu­te zu wis­sen, wie nach­hal­tig der Betrieb ist, für den sie poten­zi­ell arbei­ten wollen.

Des­halb ist es für Betrie­be mög­lich, auch frei­wil­lig einen Nach­hal­tig­keits­be­richt zu erstel­len. Dafür gibt es den soge­nann­ten „Vol­un­t­a­ry Sus­taina­bi­li­ty Report­ing Stan­dard for SMEs“ (VSME), der sich gezielt an klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­men (KMU) rich­tet und so etwas wie der „klei­ne Bru­der“ des gro­ßen Nach­hal­tig­keits­be­richts ist. Hier müs­sen weni­ger Anfor­de­run­gen erfüllt wer­den, ohne jedoch auf das Wesent­li­che zu verzichten.

Damit Hand­werks­be­trie­be die­sen Bericht mög­lichst ein­fach erstel­len kön­nen, wur­de durch den „Zukunfts-Kom­pass Hand­werk“ ein ent­spre­chen­des digi­ta­les Tool auf­ge­setzt, das bei der Umset­zung hilft. Kon­kret bedeu­tet das, dass die Betrie­be mit einem struk­tu­rier­ten Fragen­katalog mit prak­ti­schen Mul­ti­ple-Choice-Optio­nen durch den Pro­zess geführt wer­den, KI-gestütz­te Text­vor­schlä­ge für eine effi­zi­en­te Bericht­erstel­lung erhal­ten sowie kos­ten­lo­se Mar­ke­ting­ma­te­ria­li­en zur Kom­mu­ni­ka­ti­on nach außen bekommen.

Der „Zukunfts-Kom­pass Hand­werk“ ist in die Ear­ly-Access-­Pha­se gestar­tet und stellt ein opti­mier­tes Instru­men­ta­ri­um für die frei­wil­li­ge Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung im Hand­werk zur Ver­fü­gung. Nicht alle Funk­tio­nen sind in der Test­pha­se ver­füg­bar, für mehr als eine ers­te Ori­en­tie­rung wird es aber den­noch rei­chen. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt es unter zukunfts-kompass-handwerk.de.

 

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