Leis­tungs­er­brin­ger­ge­mein­schaf­ten kri­ti­sie­ren Online-Einlagenversorgung

Die sogenannte Online-Einlagenversorgung, die die Barmer Ersatzkasse ihren Mitgliedern bis zum Stopp durch das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) am 18. Oktober ermöglicht hat, sorgte für geschlossene Reihen in der Branche. Auch die Leistungserbringergemeinschaften Rehavital und Sanitätshaus Aktuell äußerten sich kritisch gegenüber dieser Art der Versorgung.

„Unse­re Hal­tung zur von der Bar­mer Ersatz­kas­se über­nom­me­nen Online-Ein­la­gen­ver­sor­gung durch Craft­soles ist glas­klar“, sagt Patrick Gru­nau, Bereichs­lei­ter Poli­tik, Kom­mu­ni­ka­ti­on & Mar­ke­ting beim Reha­vi­tal Gesund­heits­ser­vice. „Eine Ver­sor­gung mit Hilfs­mit­teln muss indi­vi­du­ell sein. Patient:innen dür­fen nicht allein gelas­sen wer­den mit der Ver­mes­sung von Fehl­stel­lun­gen ihrer Füße. Das kann nur schief gehen!“ Er sehe in die­ser Art der Ver­sor­gung sogar eine Gefahr für das Gesund­heits­wohl. Des­halb begrü­ße er, dass Reha­vi­tal gemein­sam mit den wei­te­ren Part­nern der Arbeits­grup­pe „AG PG 08 Online-Ein­la­gen TK/Barmer“ recht­li­che Schrit­te gegen­über der Bar­mer Ersatz­kas­se geprüft habe. „Auch Kran­ken­kas­sen müs­sen sich an die Vor­ga­ben des Hilfs­mit­tel­ver­zeich­nis­ses hal­ten“, so der Bereichs­lei­ter. Zudem begrü­ße Reha­vi­tal die Signa­le füh­ren­der Fach­ge­sell­schaf­ten und des BIV-OT zuguns­ten einer indi­vi­du­el­len Ver­sor­gung der Patient:innen von Pro­fis. Das rei­che nach Mei­nung von Patrick Gru­nau jedoch nicht. „Wir müs­sen unse­re Leis­tun­gen kla­rer her­aus­stel­len und den Patient:innen zei­gen, dass wir bes­ser und gesün­der ver­sor­gen.“ Auch in dem Zusam­men­hang sei es gut, dass die Leis­tungs­er­brin­ger­ge­mein­schaf­ten schon län­ger gemein­sam mit dem BIV-OT den Schul­ter­schluss gesucht hätten.

Ein­la­gen auf Rezept? Nein Danke!

Das sieht auch Anja Faber-Dry­ga­la so. Die Pro­ku­ris­tin und Lei­te­rin des Bereichs Recht und Gesund­heits­po­li­tik bei der Sani­täts­haus Aktu­ell AG ant­wor­tet auf die Fra­ge „Online-Ein­la­gen auf Rezept?“ mit einem kla­ren: „Nein Dan­ke!“ Die Leis­tungs­er­brin­ger­ge­mein­schaft ist eben­falls Mit­glied der Arbeits­grup­pe „AG PG 08 Online-Ein­la­gen TK/Barmer“ und unter­stützt die gemein­sa­men Schrit­te gegen die Bar­mer Ersatz­kas­se, zu denen auch ein koor­di­nier­tes Kla­ge­ver­fah­ren zählt. „Wir sehen ver­schie­de­ne mög­li­che recht­li­che Ansät­ze“, sagt die Juris­tin. Es lie­gen ver­schie­de­ne Ver­stö­ße vor, unter ande­rem gegen das Hilfs­mit­tel­ver­zeich­nis (HMV) des GKV-Spit­zen­ver­ban­des, das Hand­werks­recht und das Wett­be­werbs­recht. „Wir sind sehr froh, dass sich auch die Poli­tik par­tei­über­grei­fend gegen das Modell der E‑Versorgung aus­spricht und hier kla­re Kan­te gegen eine Ver­schie­bung von Haf­tungs­ri­si­ken auf den Lai­en zeigt“, so Anja Faber-Dry­ga­la. Neben den recht­li­chen und poli­ti­schen Schrit­ten plä­diert sie für eine Auf­klä­rung der Ver­si­cher­ten über die Risi­ken, aber auch eine stär­ke­re Sen­si­bi­li­sie­rung von Ärzt:innen und Patient:innen für die Not­wen­dig­keit einer indi­vi­du­el­len Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung durch Fach­leu­te und damit durch Orthopädie(schuh)techniker:innen.

 

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