Die Touren führen gezielt zu ausgewählten Stationen. So wird am Messemittwoch (20. Mai) zum Thema Additive Fertigung unter anderem der Messestand der Firma Dreve besucht. Das Unternehmen aus dem westfälischen Unna zeigt, wie digital die Orthopädie-Schuhtechnik sein kann.
Die OT-Redaktion hat im Vorfeld der OTWorld ein Interview mit David Bockhorn, Vertriebsleiter der Dreve-Firmengruppe, geführt:
Dreve ist 1949 mit Fokus auf den Dentalbereich gegründet worden und hat sich dort zu einem weltweit führenden Unternehmen entwickelt. Wann und wie rückte die Orthopädie-Schuhtechnik in den Fokus?
David Bockhorn: Die Orthopädie-Schuhtechnik rückte für Dreve vor einigen Jahren stärker in den Fokus, als deutlich wurde, dass sich auch in diesem Handwerk digitale Prozesse zunehmend etablieren. Als Unternehmen mit langjähriger Erfahrung in materialbasierten Lösungen und digitalen Fertigungsprozessen lag es nahe, dieses Know-how gezielt auf die Anforderungen der OST zu übertragen. Unser Ziel war und ist es, Betriebe dabei zu unterstützen, Arbeitsabläufe effizienter, reproduzierbarer und zukunftssicher zu gestalten.
Sie setzen bei der Leistenproduktion auf den 3D-Druck. Warum haben Sie sich dazu entschieden?
Der 3D-Druck bietet in der Leistenproduktion klare Vorteile: Er ermöglicht eine hohe Präzision, eine gleichbleibende Qualität und eine deutlich schnellere Umsetzung individueller Versorgungen. Gleichzeitig schafft er digitale Prozesssicherheit, weil Daten gespeichert, angepasst und bei Bedarf reproduziert werden können. Für viele Betriebe ist das ein wichtiger Schritt, um handwerkliche Qualität mit moderner Fertigung zu verbinden und Ressourcen effizient einzusetzen.
Interessierte können sich direkt für die Innovation Walks anmelden. Wer „die OT“ abonniert hat, darf sich freuen, denn für Abonnenten ist die Teilnahme kostenfrei. Wer das Fachmagazin noch nicht im Dauerbezug hat, zahlt pro Innovation Walk 89 Euro.
Nehmen Sie uns einmal kurz mit auf die Kundenreise: Wie lange dauert es von dem Moment an, in dem der Kunde den Betrieb betritt, bis der Techniker den Leisten in den Händen hält?
Das hängt immer etwas vom jeweiligen Betriebsablauf ab, aber durch digitale Prozesse lässt sich dieser Weg heute sehr effizient gestalten. Nach der Erfassung der relevanten Fußdaten kann die Bearbeitung direkt starten und der Leisten zeitnah für die Fertigung vorbereitet werden. Wichtig ist uns dabei, die Einstiegshürden in die Digitalisierung so gering wie möglich zu halten. Deshalb bieten wir künftig einen neuen Modellierservice an, den wir auch als Neuheit zur OTWorld vorstellen. Damit kann der Kunde frei entscheiden, in welcher Form er uns die Daten zur Verfügung stellt – ob per Trittschaum, Scan oder Blauabdruck. So schaffen wir maximale Flexibilität und ermöglichen einen einfachen Zugang zu digitalen Prozessen, ohne dass bestehende Abläufe sofort vollständig umgestellt werden müssen.
Über welche Frage von einem Besucher würden Sie sich am Messestand während der OTWorld 2026 freuen?
Ich würde mich besonders über die Frage freuen: „Wie kann ich digitale Prozesse in meinem Betrieb konkret und wirtschaftlich sinnvoll integrieren?“ Genau dort setzen wir an. Es geht nicht um Digitalisierung um ihrer selbst willen, sondern um Lösungen, die den Arbeitsalltag erleichtern, Qualität sichern und Betrieben helfen, sich zukunftsfähig aufzustellen.
Und daran anschließend: Was sollte jeder Besucher auf dem Dreve-Stand am Ende für sich mitgenommen haben?
Jeder Besucher sollte mit dem Gefühl vom Stand gehen, dass Digitalisierung in der Orthopädie-Schuhtechnik praxisnah, beherrschbar und wirtschaftlich sinnvoll umsetzbar ist. Uns ist wichtig zu zeigen, dass moderne Technologien kein Ersatz für das Handwerk sind, sondern ein Werkzeug, um handwerkliche Kompetenz noch gezielter einzusetzen. Wer unseren Stand verlässt, sollte konkrete Ideen mitnehmen, wie sich Prozesse im eigenen Betrieb weiterentwickeln lassen.
Die Fragen stellte Heiko Cordes.
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