Einerseits steigt seit Jahren die Anzahl der Verordnungen der DiGA, wie dem aktuellen Bericht über die Inanspruchnahme und Entwicklung der Versorgung mit DiGA zu entnehmen ist. Bis Ende 2025 wurden insgesamt 1,9 Millionen DiGA verordnet oder genehmigt. 82 Prozent (1,6 Mio.) dieser Anwendungen wurden im Berichtszeitraum aktiviert. Andererseits kritisiert unter anderem der GKV-Spitzenverband, dass DiGA weiterhin ohne nachgewiesenen Nutzen vorläufig in das DiGA-Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgenommen werden können und es vor allem im ersten Jahr einen Sonderweg bei der Preisgestaltung gibt.
Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, erklärte anlässlich der Veröffentlichung des Berichts: „Die Bedeutung der Apps auf Rezept in der Versorgung wächst. Neben den steigenden Verordnungszahlen zeigt sich das daran, dass mehr als die Hälfte der zur Erprobung aufgenommenen Anwendungen zu einem späteren Zeitpunkt dauerhaft in das DiGA-Verzeichnis aufgenommen wurde. Diese Anwendungen haben ihren Nutzen für die Patientinnen und Patienten unter Beweis gestellt.“ Im Weiteren kritisiert sie dagegen, dass die Aufnahme in das DiGA-Verzeichnis weiterhin ohne Nutzennachweis erfolgt und merkt an, dass insgesamt 16 DiGA wieder aus dem Verzeichnis gestrichen wurden, da sie auch im Verlauf keinen Nutzen für die Versorgung nachweisen konnten. „Damit bleiben die Apps auf Rezept insgesamt immer noch hinter ihren Möglichkeiten zurück“, so das Fazit von Stoff-Ahnis.
Eurocom-Geschäftsführerin Oda Hagemeier zieht ein anderes Resümee: „Wir sehen es als dringend geboten, Digitale Gesundheitsanwendungen als Bestandteile einer Versorgungskette gesamtökonomisch zu betrachten und dabei ihre Systemwirkung und patientenrelevante Aspekte einzubeziehen. Denn indem DiGA als orts- und zeitunabhängige sowie evidenzbasierte Therapieoption Versorgungslücken schließen und Patientensouveränität stärken, haben sie einen Mehrwert für Patient und Gesundheitssystem: Sie halten Versorgung aufrecht – trotz knapper finanzieller und personeller Ressourcen.“ Aktuell sind 59 DiGA im Verzeichnis gelistet, unter anderem zum Thema Knie- und Schulterversorgung, Nicht-Raucher-Programm oder Unterstützung bei der Gewichtsfindung.
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