Digi­ta­le Pro­zes­se im Betrieb integrieren

Wenn sich ab 19. Mai die Tore der Leipziger Messe öffnen, dann präsentieren Hersteller aus dem In- und Ausland den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern der OTWorld wieder ihre Neuigkeiten, Dienstleistungen und Weiterentwicklungen. Als Orientierungshilfe bietet der Verlag Ortho­pädie-Technik den Besuchern ­erst­malig Rundgänge an, und zwar zu den Themen Additive Fertigung, Orthetik und Prothetik.

Die Tou­ren füh­ren gezielt zu aus­ge­wähl­ten Sta­tio­nen. So wird am Mes­se­mitt­woch (20. Mai) zum The­ma Addi­ti­ve Fer­ti­gung unter ande­rem der Mes­se­stand der Fir­ma Dre­ve besucht. Das Unter­neh­men aus dem west­fä­li­schen Unna zeigt, wie digi­tal die Ortho­pä­die-Schuh­tech­nik sein kann.

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Die OT-Redak­ti­on hat im Vor­feld der OTWorld ein Inter­view mit David Bock­horn, Ver­triebs­lei­ter der Dre­ve-­Fir­men­grup­pe, geführt:

Dre­ve ist 1949 mit Fokus auf den Den­tal­be­reich gegrün­det wor­den und hat sich dort zu einem welt­weit füh­ren­den Unter­neh­men ent­wi­ckelt. Wann und wie rück­te die Ortho­­pä­die-Schuh­tech­nik in den Fokus?

David Bock­horn: Die Ortho­pä­die-Schuh­tech­nik rück­te für Dre­ve vor eini­gen Jah­ren stär­ker in den Fokus, als deut­lich wur­de, dass sich auch in die­sem Hand­werk digi­ta­le Pro­zes­se zuneh­mend eta­blie­ren. Als Unter­neh­men mit lang­jäh­ri­ger Erfah­rung in mate­ri­al­ba­sier­ten Lösun­gen und digi­ta­len Fer­ti­gungs­pro­zes­sen lag es nahe, die­ses Know-how gezielt auf die Anfor­de­run­gen der OST zu über­tra­gen. Unser Ziel war und ist es, Betrie­be dabei zu unter­stüt­zen, Arbeits­ab­läu­fe effi­zi­en­ter, repro­du­zier­ba­rer und zukunfts­si­cher zu gestalten.

Sie set­zen bei der Leis­ten­pro­duk­ti­on auf den 3D-Druck. War­um haben Sie sich dazu entschieden?

Der 3D-Druck bie­tet in der Leis­ten­pro­duk­ti­on kla­re Vor­tei­le: Er ermög­licht eine hohe Prä­zi­si­on, eine gleich­blei­ben­de Qua­li­tät und eine deut­lich schnel­le­re Umset­zung indi­vi­du­el­ler Ver­sor­gun­gen. Gleich­zeitig schafft er digi­ta­le Pro­zess­si­cher­heit, weil Daten gespei­chert, ange­passt und bei Bedarf repro­du­ziert wer­den kön­nen. Für vie­le Betrie­be ist das ein wich­ti­ger Schritt, um hand­werk­li­che Qua­li­tät mit moder­ner Fer­ti­gung zu ver­bin­den und Res­sour­cen effi­zi­ent einzusetzen.

Rund­gän­ge auf der OTWorld
Inter­es­sier­te kön­nen sich direkt für die Inno­va­ti­on Walks anmel­den. Wer „die OT“ abon­niert hat, darf sich freu­en, denn für Abon­nen­ten ist die Teil­nah­me kos­ten­frei. Wer das Fach­ma­ga­zin noch nicht im Dau­er­be­zug hat, zahlt pro Inno­va­ti­on Walk 89 Euro. 

 

Neh­men Sie uns ein­mal kurz mit auf die Kun­den­rei­se: Wie lan­ge dau­ert es von dem Moment an, in dem der Kun­de den Betrieb betritt, bis der Tech­ni­ker den Leis­ten in den Hän­den hält?

Das hängt immer etwas vom jewei­ligen Betriebs­ab­lauf ab, aber durch digi­ta­le Pro­zes­se lässt sich die­ser Weg heu­te sehr effi­zi­ent gestal­ten. Nach der Erfas­sung der rele­van­ten Fuß­da­ten kann die Bear­bei­tung direkt star­ten und der Leis­ten zeit­nah für die Fer­ti­gung vor­be­rei­tet wer­den. Wich­tig ist uns dabei, die Ein­stiegs­hür­den in die Digi­ta­li­sie­rung so gering wie mög­lich zu hal­ten. Des­halb bie­ten wir künf­tig einen neu­en Model­lier­ser­vice an, den wir auch als Neu­heit zur OTWorld vor­stel­len. Damit kann der Kun­de frei ent­schei­den, in wel­cher Form er uns die Daten zur Ver­fü­gung stellt – ob per Tritt­schaum, Scan oder Blau­ab­druck. So schaf­fen wir maxi­male Fle­xi­bi­li­tät und ermög­li­chen einen ein­fa­chen Zugang zu digi­ta­len Pro­zes­sen, ohne dass bestehen­de Abläu­fe sofort voll­stän­dig umge­stellt wer­den müssen.

Über wel­che Fra­ge von einem Besu­cher wür­den Sie sich am Mes­se­stand wäh­rend der OTWorld 2026 freuen?

Ich wür­de mich beson­ders über die Fra­ge freu­en: „Wie kann ich digi­ta­le Pro­zes­se in mei­nem Betrieb kon­kret und wirt­schaft­lich sinn­voll inte­grie­ren?“ Genau dort set­zen wir an. Es geht nicht um Digi­ta­li­sie­rung um ihrer selbst wil­len, son­dern um Lösun­gen, die den Arbeits­all­tag erleich­tern, Qua­li­tät sichern und Betrie­ben hel­fen, sich zukunfts­fä­hig aufzustellen.

Und dar­an anschlie­ßend: Was soll­te jeder Besu­cher auf dem Dre­ve-Stand am Ende für sich mit­ge­nom­men haben?

Jeder Besu­cher soll­te mit dem Gefühl vom Stand gehen, dass Digi­ta­li­sie­rung in der Ortho­pä­die-Schuh­tech­nik pra­xis­nah, beherrsch­bar und wirt­schaft­lich sinn­voll umsetz­bar ist. Uns ist wich­tig zu zei­gen, dass moder­ne Tech­no­lo­gien kein Ersatz für das Hand­werk sind, son­dern ein Werk­zeug, um hand­werk­li­che Kom­pe­tenz noch geziel­ter ein­zu­set­zen. Wer unse­ren Stand ver­lässt, soll­te kon­kre­te Ideen mit­neh­men, wie sich Pro­zes­se im eige­nen Betrieb wei­ter­ent­wi­ckeln lassen.

Die Fra­gen stell­te Hei­ko Cordes.

 

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