BIV-OT zur PG 08: Stan­dard da – Struk­tur fehlt

Nach Fortschreibung der Produktgruppe 08 kritisiert der BIV-OT fehlende strukturelle Anpassungen. Der Verband fordert, den Stand der Technik in der Einlagenversorgung unabhängig von Festbetragslogiken abzubilden.

Der GKV-Spit­zen­ver­band hat die Pro­dukt­grup­pe 08 „Ein­la­gen“ des Hilfs­mit­tel­ver­zeich­nis­ses fort­ge­schrie­ben und die Neu­fas­sung am 14. Janu­ar 2026 im Bun­des­an­zei­ger ver­öf­fent­licht. Aus Sicht des Bun­des­in­nungs­ver­ban­des für Ortho­pä­die-Tech­nik (BIV-OT) besteht dabei eine zen­tra­le Leer­stel­le: Der Stand der Tech­nik muss im Hilfs­mit­tel­ver­zeich­nis abbild­bar sein – ohne dass eine Fest­be­trags­lo­gik die Wei­ter­ent­wick­lung der Ver­sor­gung struk­tu­rell verhindert.

Als Stand der Tech­nik ist aus Sicht des BIV-OT das „Kom­pen­di­um — Qua­li­täts­stan­dard im Bereich Fuß und Schuh“ der Deut­schen Gesell­schaft für inter­pro­fes­sio­nel­le Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung (DGIHV) maß­geb­lich. Der Stan­dard ist von aner­kann­ten Exper­ten erar­bei­tet, von den ein­schlä­gi­gen medi­zi­ni­schen und tech­ni­schen Fach­ver­bän­den und Fach­ge­sell­schaf­ten emp­foh­len und in Aus‑, Fort- und Wei­ter­bil­dung der Gesund­heits­hand­wer­ke imple­men­tiert. Er struk­tu­riert den Weg von der ärzt­li­chen Indi­ka­ti­on zur tech­ni­schen Lösung und schafft eine ein­heit­li­che Logik für Ärz­te, Leis­tungs­er­brin­ger, Kos­ten­trä­ger und Medi­zi­ni­schen Dienst.

BIV-OT und Spit­zen­ver­band für Ortho­pä­die-Schuh­tech­nik e. V. (Spi­OST) haben in ihrer Stel­lung­nah­me vom 10. Juni 2025 ange­regt, die PG 08 ent­lang die­ses Stan­dards neu zu struk­tu­rie­ren – nicht nur, um den Stand der Tech­nik adäquat abzu­bil­den, son­dern auch im Sin­ne von Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rung und der Umset­zung der Hilfs­mit­tel­richt­li­ne des Gemein­sa­men Bun­des­aus­schus­ses (G‑BA) für die elek­tro­ni­sche Ver­ord­nung. Der GKV-Spit­zen­ver­band (GKV-SV) hat dies abge­lehnt und dies unter ande­rem mit Ver­weis auf Fest­be­trags­fra­gen und Rechts­un­si­cher­hei­ten begrün­det (Über­mitt­lung an den BIV-OT am 15. Janu­ar 2026). Aus Sicht des BIV-OT darf eine Fest­be­trags­lo­gik nicht dazu füh­ren, dass der Stand der Tech­nik dau­er­haft unbe­rück­sich­tigt bleibt.

Als Begrün­dung der Nicht­be­trach­tung einer neu­en Struk­tur gemäß DGIHV-Qua­li­täts­stan­dards gab der GKV-SV an, die Glie­de­rungs­struk­tur der Pro­dukt­grup­pe 08 „Ein­la­gen“ stel­le die Rah­men­be­din­gun­gen für die Fest­be­trags­grup­pen­bil­dung und die Fest­set­zung von Fest­be­trä­gen für Ein­la­gen dar. Eine Ände­rung der Struk­tur wür­de damit eine Ände­rung der der­zeit gel­ten­den Fest­be­trä­ge nach sich zie­hen. Unter Ein­hal­tung der gel­ten­den gesetz­li­chen Rege­lun­gen und unter Beach­tung des BSG-Urteils vom 07.04.2022 sei aktu­ell eine rechts­si­che­re neue Aus­ge­stal­tung und Erhe­bung der Fest­be­trä­ge sowie der Fest­be­trags­grup­pen­sys­te­me nicht mög­lich. Eine wei­te­re Über­prü­fung und gege­be­nen­falls Anpas­sung der Pro­dukt­grup­pen­struk­tur kön­ne erfol­gen, sobald hier­für rechts­si­che­re Rege­lun­gen bestünden.

Der BIV-OT votiert nun dafür, gemein­sam mit dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit (BMG), dem Spi­OST, dem GKV-SV und unter Ein­be­zug der DGIHV, den Kno­ten­punkt  Stand der Tech­nik, Sys­te­ma­ti­sie­rung des Ver­sor­gungs­pfa­des und Fest­be­trä­ge trans­pa­rent zu klä­ren und eine pra­xis­taug­li­che Lösung zeit­nah zu ermöglichen.

 

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