Reha-Ser­vice-Ring: Digi­ta­li­sie­rung der Hilfsmittelversorgung

Nach zwei digitalen Ausgaben von Gesellschafterversammlung und Fachtagung begrüßte Thomas Piel, Geschäftsführer bei der RSR Reha-Service-Ring GmbH, die Mitglieder erstmals wieder in Präsenz im Hamburger Hotel Hyperion.

Ein Blick auf den Geschäfts­be­richt zeig­te, wel­che The­men den Reha-Ser­vice-Ring 2021 beweg­ten. Gemein­sam mit Sani­täts­haus Aktu­ell arbei­te­te RSR inten­siv am neu­en Ver­trag­spor­tal, das im März 2022 online ging. Ein wei­te­res wich­ti­ges The­ma waren die pan­de­mie­be­dingt stei­gen­den Prei­se in den Berei­chen Reha und Medi­zin­tech­nik, die sich nur zum Teil in den ver­han­del­ten Ver­trä­gen abbil­den las­sen würden.

Bei der Fach­ta­gung stand das The­ma Digi­ta­li­sie­rung im Fokus. The­re­sa Dehm und Romy Kepp­ler prä­sen­tier­ten die Gesund­heits­platt­form gesund.de, die Patient:innen mit Haus- und Fachärzt:innen, Apo­the­ken, Heil- und Hilfs­mit­tel­er­brin­gern und wei­te­ren loka­len Gesund­heits­ver­sor­gern sowie alle unter­ein­an­der ver­bin­den soll. Ziel sei es, loka­le Gesund­heits­ver­sor­gung und Digi­ta­li­sie­rung zu ver­knüp­fen. Mit der App kön­nen u. a. Rezep­te bei Apo­the­ken in der Nähe ein­ge­reicht, Medi­ka­men­te und Gesund­heits­pro­duk­te bestellt und Arzt­ter­mi­ne gebucht wer­den. Künf­tig wer­den auch Heil- und Hilfs­mit­tel­er­brin­ger, Pfle­ge­ein­rich­tun­gen, digi­ta­le Gesund­heits- und Pfle­ge­an­wen­dun­gen sowie Gesund­heits­sport- und Kran­ken­trans­port­an­bie­ter, Heb­am­men und wei­te­re Leis­tungs­er­brin­ger ein­be­zo­gen. The­re­sa Dehm und Romy Kepp­ler zeig­ten am Bei­spiel eines fik­ti­ven Sani­täts­hau­ses, wie deren Ange­bot in der App inte­griert und nutz­bar gemacht wer­den soll. Auch für die Leis­tungs­er­brin­ger­sei­te wird der Zugang über ein „Cock­pit“ ange­bo­ten. Hier kön­nen z. B. der daten­schutz­kon­for­me Kon­takt zu Kund:innen abge­wi­ckelt, zen­tra­le Pro­zes­se gema­nagt und Ein­stel­lun­gen für die Sicht­bar­keit auf gesund.de vor­ge­nom­men werden.

Wie die „Zukunft der digi­tal ver­netz­ten Arzt­pra­xis“ aus­sieht, zeig­te Mar­cus May von der Com­puGroup Medi­cal auf. Weni­ger Ein­zel­pra­xen und mehr medi­zi­ni­sche Ver­sor­gungs­zen­tren, mehr Frau­en im Arzt­be­ruf und mehr Akteur:innen, die in Teil­zeit tätig sind – für May zen­tra­le Ver­än­de­run­gen der Struk­tu­ren im Gesund­heits­we­sen. Durch die Tele­ma­tik­in­fra­struk­tur sei es mög­lich, alle Akteur:innen zu ver­net­zen und einen siche­ren, sek­toren­über­grei­fen­den Aus­tausch zu rea­li­sie­ren. Dazu wür­den nach dem Ver­si­cher­ten­stamm­da­ten­ma­nage­ment und dem Not­fall­da­ten­ma­nage­ment der elek­tro­ni­sche Medi­ka­ti­ons­plan, die Kom­mu­ni­ka­ti­on im Medi­zin­we­sen sowie die elek­tro­ni­sche Pati­en­ten­ak­te (ePA), der elek­tro­ni­sche Arzt­brief sowie die ab 1. Juli 2022 ver­pflich­ten­de elek­tro­ni­sche Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung (eAU) gehö­ren. Ab Sep­tem­ber wer­de zudem das E‑Rezept in den Pilot­re­gio­nen Schles­wig-Hol­stein und West­fa­len-Lip­pe erprobt. Spä­ter sol­len die elek­tro­ni­sche Pati­en­ten­ak­te 2.0 sowie soge­nann­te Medi­zi­ni­sche Infor­ma­ti­ons­ob­jek­te, wie z. B. der elek­tro­ni­sche Impf­pass oder der elek­tro­ni­sche Mut­ter­pass folgen.

Dem The­ma „Digi­ta­les Ent­lass­ma­nage­ment im Kran­ken­haus“ wid­me­te sich Bir­git Dehn von Sani­täts­haus Aktu­ell. Sie erläu­ter­te den aktu­el­len Stand beim Kran­ken­haus­zu­kunfts­ge­setz, bei dem es u. a. um Vor­ha­ben wie Pati­en­ten­por­ta­le für digi­ta­les Auf­nah­me- und Ent­lass­ma­nage­ment, digi­ta­le Pfle­ge- und Behand­lungs­do­ku­men­ta­ti­on, kli­ni­sche Ent­schei­dungs­un­ter­stüt­zungs­sys­te­me sowie online­ba­sier­ten Bet­ten­nach­weis und tele­me­di­zi­ni­sche Netz­werk­struk­tu­ren geht. Zudem stell­te Dehn die digi­ta­le Ent­lass- und Über­lei­tungs­platt­form „Cas­e­form“ vor, bei der Sani­täts­haus Aktu­ell und die Nube­di­an GmbH die Anfor­de­run­gen für die Suche von Leis­tungs­er­brin­gern im Hilfs­mit­tel­be­reich mit­ge­stal­tet haben.

Mit wei­te­ren span­nen­den Vor­trä­gen berei­cher­ten Andre­as Sönt­ge­rath von Schwarz­wild Mar­ke­ting zum The­ma „Goog­le my Busi­ness“ sowie Dr. Lenn­art Lenk vom Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Schles­wig-Hol­stein zu „Her­aus­for­de­run­gen in der Kin­der­leuk­ämie­for­schung im zeit­li­chen Wan­del“ die Ver­an­stal­tung. „Wir haben bei unse­rer dies­jäh­ri­gen Fach­ta­gung hoch­in­ter­es­san­te und für unse­re Bran­che sehr nütz­li­che Prä­sen­ta­tio­nen gese­hen und gehört“, resü­mier­te Tho­mas Piel. „Ins­be­son­de­re die Ideen für die Zukunft der Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung haben uns sehr inspi­riert und wur­den im Anschluss leb­haft diskutiert.“

Der Vor­stand
Dino Voß­loh (RSC-Reha-Ser­vice-Cen­ter, Iser­lohn), Robert Schul­ze (Reha-Activ, Rös­rath) und Thors­ten Mül­ler (Sani­täts­haus Mül­ler, Lem­go) ste­hen dem RSR Reha-Ser­vice-Ring wei­ter­hin als ehren­amt­li­che GbR-Geschäfts­füh­rer vor. Ein­stim­mig wur­den sie auf der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung bis 2025 wiedergewählt. 
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