Zum 50. Geburtstag feierte OTWorld Rekord

Leitmotiv der Veranstaltung war der Slogan: „Du machst den Unterschied“, was sich auch in der Eröffnungsveranstaltung wiederfand. Von Schauspieler Tan Caglar moderiert, machten Lara Wilkin und Hari Budha Magar mit ihren Geschichten deutlich, welchen Unterschied Versorgung für Menschen machen kann.
Die Branche denkt nach vorn
Mit 623 Ausstellern aus 41 Ländern erreichte die OTWorld 2026 die höchste Beteiligung ihrer Geschichte. Besonders stark wuchs die Reha-Technik mit mehr als 120 Ausstellern. In den Hallen trafen digitale Fertigungsprozesse auf handwerkliche Präzision, intelligente Prothetik auf moderne Orthopädie-Schuhtechnik, Robotik auf Versorgungspraxis, Künstliche Intelligenz auf Alltagserfahrung.
„Orthopädie-Schuhtechnik aus Deutschland hat lange um die internationale Aufmerksamkeit gerungen. Die OTWorld 2026 machte deutlich, wie das Wissen aus Deutschland über die Einlagenversorgung hinaus in den anderen Ländern inzwischen angekommen ist. Wir begrüßten Besucher aus New York, Taiwan und Australien“, erklärte Annette Kerkhoff, Referentin und Projektleiterin des Kompetenzzentrums Orthopädieschuhtechnik (KomZet O.S.T.).
Internationale Partnerorganisationen unterstrichen vor allem die Bedeutung der OTWorld für Vernetzung und Wissenstransfer. „Die International Society for Prosthetics and Orthotics (ISPO) steht seit Jahrzehnten stolz an der Seite der OTWorld in Leipzig – verbunden durch das gemeinsame Engagement, unser Fachgebiet voranzubringen, in dem Innovation, Zusammenarbeit und Zielorientierung zusammenkommen“, unterstrich Sandra Ramdial, Präsidentin der International Society for Prosthetics and Orthotics (ISPO). „Wir schätzen die Möglichkeiten, die die OTWorld bietet, um Kontakte zu knüpfen, Wissen auszutauschen und sowohl mit etablierten Persönlichkeiten als auch mit neuen Stimmen aus den Bereichen Prothetik, Orthetik, Mobilität und Assistenztechnologien in den Dialog zu treten. […] Gemeinsam stärken wir nicht nur unseren Berufsstand, sondern gestalten auch eine inklusivere und barrierefreiere Zukunft für die Menschen, die wir versorgen.“
Digitalisierung ist kein Selbstzweck
Großes Interesse galt dem neuen Format OTWorld eSummit. Dort wurde diskutiert, wie Künstliche Intelligenz, digitale Prozesse und vernetzte Systeme die Versorgung verändern können – nicht als abstrakte Zukunftserzählung, sondern als konkrete Frage für Werkstatt, Therapie, Klinik, Betrieb und Versorgungspraxis. „Das Gesundheitswesen ist eines der größten Verwaltungssysteme unserer Zeit“, erklärte Frank Rudolf, Referent für Heil- und Hilfsmittel beim AOK-Bundesverband und Partner des eSummit. „Wenn wir Versorgung zukunftsfähig machen wollen, brauchen wir dafür eine neue digitale Infrastruktur. Beim OTWorld eSummit ging es deshalb um Patientenführung, Versorgungsdokumentation, Leistungsprüfung, digitales Werkstatt-Management, Plattformlogik, Software und Künstliche Intelligenz. Das Ziel ist nicht mehr Technik im System. Das Ziel ist weniger Reibung, bessere Zusammenarbeit und mehr Zeit für das Eigentliche: die Versorgung der Menschen.“
Parallel zur Weltleitmesse brachte der Weltkongress Fachleute aus Medizin, Technik, Therapie, Wissenschaft und Versorgungspraxis zusammen. Mehr als 300 Referenten aus über 30 Ländern gestalteten ein internationales Programm mit Symposien, Workshops, Vorträgen und Posterpräsentationen. Im Mittelpunkt standen Rehabilitation, integrative Versorgung und Ausbildung – aber auch die Frage, wie neues Wissen schneller dort ankommt, wo es gebraucht wird: bei den Menschen.
„Der Weltkongress hat gezeigt: Zukunft entsteht nicht in einzelnen Disziplinen. Sie entsteht dort, wo Medizin, Therapie, Technik und Wissenschaft gemeinsam auf den Menschen schauen. Die Zeit für Solisten ist vorbei“, betonte Dr. Doris Maier, Kongresspräsidentin und Ärztliche Direktorin an der BG Unfallklinik Murnau.
„Die OTWorld verbindet internationale Perspektiven mit den konkreten Fragen des Versorgungsalltags. Genau darin liegt ihre Stärke: Sie bringt Wissen in Bewegung“, unterstrich Dipl.-OTM Thomas Münch, Kongresspräsident und Vorstandsmitglied des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik (BIV-OT).
„Die OTWorld zeigt die ganze Relevanz technischer Orthopädie. Sie ist ein Schlüssel zur Ambulantisierung, weil sie medizinische Therapie, Rehabilitation und wohnortnahe Versorgung miteinander verbindet. Sie schafft Übergänge aus der Klinik in den Alltag. Und sie kann mit evidenzbasierten Versorgungskonzepten früh eingreifen, bevor aus Einschränkungen Leid, Pflegebedürftigkeit und Folgekosten entstehen. Technische Orthopädie wird in den Gesundheitssystemen noch immer unterschätzt. Die OTWorld ist der Ort, an dem wir zeigen, was diese Fachwelt leisten kann“, betonte Alf Reuter, Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik.
Die nächste OTWorld wird vom 16. bis 19. Mai 2028 in Leipzig stattfinden.
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