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Zukunfts­tag: Bran­che for­dert mehr Tempo

Zwischen politischem Anspruch und praktischer Umsetzung bewegten sich die Diskussionen beim 10. Opta-Data-Zukunftstag in Berlin.

Beein­dru­ckend war die Kulis­se des 10. Opta-Data-Zukunfts­ta­ges im Axi­ca in Ber­lin. Zwi­schen der Bot­schaft der USA und der Aka­de­mie der Küns­te, in ­unmit­tel­ba­rer Nähe des Bran­den­bur­ger Tors, fand das Jubi­lä­um des ­Zukunfts­ta­ges einen mehr als wür­di­gen Rah­men – genau dort, wo die Gesund­heits­bran­che Gehör sucht: im poli­ti­schen Zen­trum der Bundeshauptstadt.

Mit Susan­ne Bor­chardt war die gesund­heits­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Uni­ons­frak­ti­on der Ein­la­dung der Orga­ni­sa­to­ren gefolgt. Vor rund 200 Gäs­ten sprach sie über Her­aus­for­de­run­gen und Pro­ble­me des deut­schen Gesund­heits­we­sens. Die Gema­tik als natio­na­le Digi­ta­li­sie­rungs­be­hör­de des Gesund­heits­we­sens kri­ti­sier­te Bor­chardt erneut für deren behä­bi­ge Umset­zung von Digi­ta­li­sie­rungs­vor­ha­ben. Statt die aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen zügig zu adres­sie­ren, wür­den Zeit­räu­me von meh­re­ren Jah­ren genannt. Eine Ein­schät­zung, der vie­le Zuhö­re­rin­nen und Zuhö­rer zustim­mend folg­ten. Inhalt­lich setz­te sich die CDU-Poli­ti­ke­rin anschlie­ßend jedoch vor allem mit Kran­ken­häu­sern und Pfle­ge aus­ein­an­der. Von Sani­täts­häu­sern oder Hilfs­mit­teln war kaum die Rede. Ledig­lich im Abschnitt über die aktu­el­le Debat­te zum GKV-Bei­trags­satz­sta­bi­li­sie­rungs­ge­setz sprach sie über Leis­tungs­er­brin­ger in der Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung, die sich – wie nahe­zu jede Berufs­grup­pe im Gesund­heits­we­sen – über die ange­kün­dig­ten Maß­nah­men beschwer­ten. Bor­chardts Fazit über­rasch­te: „Wenn sich alle beschwe­ren, dann haben wir ­viel­leicht doch etwas rich­tig gemacht.“

Die Fra­ge, was rich­tig und was falsch läuft, stand auch bei Dr. Eck­art von Hirsch­hau­sen im Mit­tel­punkt. In ­einem ein­drück­li­chen Vor­trag sprach er über die Wechsel­wirkungen von Natur­schutz und Gesund­heit und ­beleuch­te­te dabei auch die Rol­le der Digi­ta­li­sie­rung in die­sem Kontext.

Hilfs­mit­tel-Leis­tungs­er­brin­ger kamen am Nach­mit­tag auf ihre Kos­ten, als eine hoch­ka­rä­tig besetz­te Gesprächs­run­de über die Mög­lich­kei­ten und Hin­der­nis­se der ­Digi­ta­li­sie­rung in der Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung dis­ku­tier­te. Teil­neh­mer waren Bene­dikt Stef­fen, Geschäfts­füh­rer der Opta-Data-Grup­pe, Alf Reu­ter, Prä­si­dent des Bun­des­in­nungs­ver­ban­des für Ortho­pä­die-Tech­nik (BIV-OT), Den­nis Gies­feldt, stell­ver­tre­ten­der Geschäfts­füh­rer des VVHC, sowie Ulf Dos­ter, Geschäfts­füh­rer Sani­täts­haus Aktu­ell. Alle Betei­lig­ten ver­si­cher­ten, dass die Bran­che alles in ihrer Macht Ste­hen­de getan habe, um bereit für den Anschluss an die Tele­ma­tik­in­fra­struk­tur (TI) zu sein. Tech­nisch sei der Weg grund­sätz­lich berei­tet, so Stef­fen, doch es fehl­ten grund­sätz­li­che Ent­schei­dun­gen und der fina­le Startschuss.

Alf Reu­ter plä­dier­te dafür, „auf die Prak­ti­ker hören“. Mit dem Pilot­pro­jekt für die eVer­ord­nung von ortho­pä­di­schen Hilfs­mit­teln sei die Bran­che bereits in Vor­leis­tung getre­ten, um gute digi­ta­le Pro­zes­se zu schaf­fen. Zugleich mach­te Reu­ter deut­lich, dass wei­ter­hin Fra­gen offen sei­en. So sei etwa die Zeit, bis ein Rezept „scharf geschal­tet“ wer­de – also von der Ver­ord­nung bis zur Ver­füg­bar­keit bei den Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten – zu lang. „Die Zei­ten, in denen Pati­en­ten direkt nach dem Arzt­be­such ihr Rezept ein­lö­sen, sind aktu­ell vor­bei. Die müs­sen war­ten und sind frus­triert und lösen dann ihr Rezept woan­ders ein, wenn über­haupt“, so Reuter.

Mah­nen­de Wor­te wie die­se, gepaart mit einer gro­ßen ­Digi­ta­li­sie­rungs­be­reit­schaft, präg­ten die Atmo­sphä­re der Ver­an­stal­tung. Bereits seit gut zwei Jahr­zehn­ten fin­det der Zukunfts­tag statt. Er gibt regel­mä­ßig Ein­bli­cke in das, was im Gesund­heits­we­sen bereits digi­ta­li­siert ist – und was künf­tig digi­ta­li­siert wer­den soll. Dazu pass­te auch der Auf­tritt von „odi“, dem Über­ra­schungs­gast des dies­jäh­ri­gen Zukunfts­ta­ges. Der klei­ne wei­ße Robo­ter betrat mit fes­tem Schritt die Büh­ne und beton­te im „Inter­view“ mit ­Opta-Data-Geschäfts­füh­rer Andre­as Fischer, wie wich­tig die Men­schen für das Gesund­heits­we­sen bleiben.

Hei­ko Cordes

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