Welt­kon­gress und Leit­mes­se in der Bran­che einzigartig

Das Know-how von Handwerk und Medizin zum Wohle des Patienten zusammenbringen – dies ist alle zwei Jahre der Anspruch der OTWorld in Leipzig. Der interprofessi­onelle Ansatz von Weltkongress und internationaler Leit­messe zeigt sich in 2020 noch einmal verstärkt durch die erstmals geteilte Kongressleitung in Person von Prof. Dr. med. Christoph Josten und OTM Michael Schäfer.

Wel­che Erwar­tun­gen die Con­fair­med GmbH als Organi­sator des Kon­gres­ses und der Bun­des­in­nungs­ver­band für Ortho­pä­die-Tech­nik (BIV-OT) als des­sen ideel­ler Trä­ger an die neue Dop­pel­spit­ze haben, und wie sich unter ande­rem das die Bran­che wei­ter­hin bestim­men­de The­ma MDR vom 12. bis zum 15. Mai auf der OTWorld wider­spie­geln wird, berich­tet Georg Blo­me, Geschäfts­füh­rer des BIV-OT und der Con­fair­med GmbH, zusam­men mit Ant­je Feld­mann, OTWorld-Pro­jekt­ver­ant­wort­li­che sei­tens der Con­fair­med, im Gespräch mit der OT.

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OT: Herr Blo­me, bevor wir auf die OTWorld 2020 zu spre­chen kom­men – was ist Ihnen auch gut ein­ein­halb Jah­re nach der letz­ten Aus­ga­be von Welt­kon­gress und Leit­mes­se noch nach­haltig aus 2018 in Erin­ne­rung geblieben? 

Georg Blo­me: Neben der wie­der von vie­len Sei­ten gelob­ten Qua­li­tät der Sym­po­si­en und der beein­dru­cken­den Key­­­no­te-Prä­sen­ta­tio­nen den­ke ich immer wie­der ger­ne an die über­aus posi­ti­ve Stim­mung in Mes­se und Kon­gress zurück. Es hat sich auch in 2018 gezeigt, dass auf der OTWorld die welt­wei­te Bran­che zuhau­se ist, hier Exper­ten aus aller Welt zusam­men­kom­men und die zukunfts­ori­en­tier­te Patien­tenversorgung im Mit­tel­punkt steht.

OT: Frau Feld­mann, das Feed­back auf 2018 fiel auf Sei­ten der Refe­ren­ten, Aus­stel­ler und Fach­pu­bli­kum durch­weg posi­tiv aus – gab es den­noch Berei­che, wo Sie sagen: „Hier kön­nen wir noch bes­ser werden“? 

Ant­je Feld­mann: Wir freu­en uns natür­lich, dass wir 2018 eine erfolg­rei­che Ver­an­stal­tung hin­ge­legt haben und die Zufrie­den­heit bei allen Betei­lig­ten hoch war. Aber als Ver­anstalter gehen wir auch mit offe­nen Augen und Ohren über die OTWorld. Wir schau­en, ob und wie Neu­es ange­nom­men wird, wo viel­leicht auch Fall­stri­cke auf­ge­tre­ten sind, die man im Vor­feld nicht im Blick hat­te. Mit ein wenig Abstand zur Ver­an­stal­tung – wenn alle Ein­drü­cke gesackt sind – be­ginnt dann auch die Zeit des Rück­blicks und der kri­ti­schen Bewer­tung. Dies machen wir zusam­men mit den Kol­le­gen der Leip­zi­ger Mes­se. Wir wer­ten gemein­sam Zah­len und Rück­mel­dun­gen aus den Gre­mi­en, von Besu­chern und Aus­stellern aus. Das mün­det dann bei­spiels­wei­se in ganz prak­tische Umset­zun­gen wie tech­ni­sche Auf­rüs­tun­gen oder die Idee, neue Kon­gress­for­ma­te ein­zu­füh­ren, um die Attraktivi­tät für Kon­gress­be­su­cher wei­ter zu steigern.

OT: Kurz vor Weih­nach­ten ist das Pro­gramm für 2020 erschie­nen – skiz­zie­ren Sie bit­te den Weg bis zur Veröffentlichung. 

Feld­mann: Wir begin­nen tat­säch­lich schon im Som­mer nach der Vor­ver­an­stal­tung mit der Pla­nung der nächs­ten OTWorld. Dann tref­fen wir uns mit den Kongressprä­sidenten zu einem ers­ten inten­si­ven Aus­tausch und für die ers­ten inhalt­li­chen Abspra­chen zur Aus­rich­tung des Welt­kon­gres­ses. Im fol­gen­den Herbst wird es dann kon­kret mit der inhalt­li­chen Aus­ge­stal­tung. Das Programm­komitee nimmt sei­ne Arbeit mit der ers­ten Sit­zung auf und dis­ku­tiert Struk­tur, For­ma­te, The­men und Referen­tenvorschläge für die OTWorld. In Dort­mund lau­fen alle Fäden zusam­men. Aus den Ergeb­nis­sen der Abspra­chen und Anfra­gen ent­wi­ckelt sich dann eine Programmstruk­tur. Anschlie­ßend beginnt die hei­ße Pha­se: Abs­tracts ge­hen ein, vor­struk­tu­rier­te Sym­po­si­en wer­den vervollstän­digt und im Okto­ber vor der OTWorld wird das Pro­gramm in der abschlie­ßen­den Sit­zung des Pro­gramm­ko­mi­tees fina­li­siert. Wie Sie bereits sag­ten, konn­ten wir kurz vor Weih­nach­ten das Ver­an­stal­tungs­pro­gramm auf der Web­site online stel­len. Das ist immer ein Mei­len­stein, der uns ganz deut­lich sagt: wir gehen mit Rie­sen­schrit­ten auf die OTWorld zu!

Digi­ta­li­sie­rung for­ma­t­über­grei­fend im Fokus

OT: Wie spie­gelt sich die Digi­ta­li­sie­rung der Tech­ni­schen Ortho­pä­die im Kon­gress­pro­gramm wider? 

Feld­mann: Das The­ma Digi­ta­li­sie­rung grei­fen wir an allen Tagen über alle Ver­an­stal­tungs­for­ma­te auf. In meh­re­ren Sym­po­si­en geht es schwer­punkt­mä­ßig um Digitalisie­rung mit The­men wie „Digi­ta­les Design in der Ortho­pä­­die-Tech­nik & Ortho­pä­die-Schuh­tech­nik“ oder „Digi­ta­le Kon­zep­te aus der Pra­xis für die Pra­xis“. Die praxisorien­tierten Kur­se wid­men sich unter ande­rem der digi­ta­len Form­er­fas­sung oder digi­ta­len Werks­statt­pro­zes­sen. Auch im neu­en For­mat Spe­zia­lis­ten-Work­shop geht es nicht nur um inno­va­ti­ve moder­ne Werk­stof­fe, son­dern auch um deren Ver­ar­bei­tung in der addi­ti­ven Fer­ti­gung. In mehre­ren frei­en The­men­blö­cken gehen dann gezielt die Bei­trä­ge auch auf die Ent­wick­lun­gen im 3D-Druck ein. Und nicht zuletzt wird auch das The­ma Digi­ta­li­sie­rung im deut­schen Gesund­heits­we­sen eine Rol­le spielen.

OT: Mit den bei­den Prä­si­den­ten Prof. Dr. Chris­toph Jos­ten und Micha­el Schä­fer gibt es erst­mals ein Duo aus Ärz­te­schaft und Hand­werk in der Kon­gress­lei­tung. Wie kam es zu die­ser Dop­pel­stra­te­gie und was erwar­ten Sie sich von der inhalt­li­chen Partnerschaft? 

Blo­me: Der BIV-OT und die Con­fair­med ste­hen für einen inter­dis­zi­pli­nä­ren Ansatz in der Pati­en­ten­ver­sor­gung. Nur wenn die Stär­ken aus Medi­zin und Hand­werk zusammen­kommen, kann der Pati­ent opti­mal pro­fi­tie­ren. Konse­quenterweise ver­fol­gen wir die­sen Ansatz auch in der Prä­sidentschaft unse­res Kon­gres­ses. Medi­zin und Hand­werk auf Augen­hö­he stellt damit als Signal auch die Wei­chen für neue Impul­se in der Pro­gramm­ge­stal­tung. So prä­sen­tie­ren wir in 2020 welt­weit aner­kann­te Leucht­turm­pro­jek­te, die sich durch eine inter­dis­zi­pli­nä­re Zusam­men­ar­beit zum Woh­le der Pati­en­ten auszeichnen.

OT: Die OTWorld fällt 2020 mit der Dead­line zur verbindli­chen Anwen­dung der EU-Medi­zin­pro­duk­te-Ver­ord­nung (MDR) zusam­men. In wel­chem Maße wird sich das The­ma im Pro­gramm wiederfinden? 

Blo­me: Die MDR berührt Her­stel­ler von Seri­en­pro­duk­ten, Händ­ler und Her­stel­ler von Son­der­an­fer­ti­gun­gen gleicher­maßen. Die Deut­sche Gesell­schaft für inter­pro­fes­sio­nel­le Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung e. V. (DGIHV) beschäf­tigt sich in ein­er­ei­ge­nen Arbeits­grup­pe seit eini­ger Zeit mit den Anfor­derungen und gibt Umset­zungs­hil­fen für die Bran­che. Im Mai 2020 wer­den vie­le Fra­gen for­mal geklärt sein, den­noch wer­den wei­ter­hin prak­ti­sche Fra­gen auf Sei­ten der Akteu­re bestehen. Daher wer­den wir an jedem Ver­an­stal­tungs­tag im Forum Sani­täts­haus die unter­schied­li­chen Aspek­te der Ver­ord­nung und deren Umset­zung in Vor­trä­gen beleuch­ten. Eine Podi­ums­dis­kus­si­on wird die MDR aus Sicht der betei­lig­ten Akteu­re aus Poli­tik, Indus­trie und Leistungser­bringer unter Betei­li­gung euro­päi­scher Ver­bands­sicht auf­greifen. Aber nicht nur auf der OTWorld bleibt das The­maim Fokus. Die Con­fair­med bie­tet auch in 2020 wie­der spe­zi­el­le Semi­na­re zur MDR, Qua­li­täts­ma­nage­ment und ISO 13485 an.

OT: Die Titel „Welt­kon­gress“ und „Inter­na­tio­na­le Leit­mes­se“ wol­len berech­tigt sein. In wel­chen Berei­chen doku­men­tiert sich die glo­ba­le Prä­senz der Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung wäh­rend der Zeit der OTWorld? 

Feld­mann: Die OTWorld hat durch­aus beein­dru­cken­de Zah­len und Inhal­te zu bie­ten. In ihrer Kom­bi­na­ti­on aus Weltleit­messe und Welt­kon­gress ist sie in unse­rer Bran­che ein­zig­ar­ti­gund die inter­na­tio­nal füh­ren­de Ver­an­stal­tung. Alle nationa­len und inter­na­tio­na­len Markt­füh­rer wer­den im Mai anwe­send sein, wir rech­nen wie­der welt­weit mit der höchs­ten An­zahl an Pro­dukt­pre­mie­ren und Neu­hei­ten, die von den Aus­stellern prä­sen­tiert wer­den. Nicht zuletzt ist die OTWorld die von der Fach­welt am bes­ten besuch­te Mes­se. All das sind ein­drucksvolle Bele­ge für den Titel.

OT: Erst­mals ist die TAR-Kon­fe­renz als Satel­li­ten­ver­an­stal­tung in das Gesche­hen der OTWorld ein­ge­bet­tet. Wer ver­birgt sich hin­ter der Abkür­zung und in wel­cher Form pro­fi­tie­ren die Ver­anstaltungen voneinander? 

Feld­mann: TAR steht für „Tech­ni­cal­ly Assis­ted Rehabilita­tion“ und ver­steht sich als euro­päi­sche Platt­form für den Trans­fer von For­schung in die Pra­xis im Bereich der assisti­ven Tech­no­lo­gien in der Reha­bi­li­ta­ti­on. Die Ver­an­stal­tung hat bis­lang alle zwei Jah­re in Ber­lin statt­ge­fun­den. Wir freu­en uns sehr, dass die Tagung nun am 14. und 15. Mai paral­lel zur OTWorld in Leip­zig statt­fin­den wird. Mit ihrer wis­senschaftlichen Aus­rich­tung wird sie eine gelun­ge­ne Er­gänzung zu den anwen­dungs­ori­en­tier­ten The­men im Welt­kongress sein. Die Kom­bi­na­ti­on aus OTWorld und TAR in Kon­gress und Aus­stel­lung wird für Besu­cher, Aus­stel­ler und Kon­gress­teil­neh­mer ganz sicher neue Ein­drü­cke und einen span­nen­den Erfah­rungs­aus­tausch bieten.

OT: Das Kon­gress- und Mes­se­ge­sche­hen erstreckt sich über vier Ver­an­stal­tungs­ta­ge. Wie berei­ten Sie sich auf das erfolg­rei­che Absol­vie­ren die­ses „Fach-Mara­thons“ vor? 

Feld­mann: Die prak­ti­schen Vor­be­rei­tun­gen gehen tatsäch­lich bis zum letz­ten Arbeits­tag in Dort­mund, an dem wir noch alles Not­wen­di­ge packen, was wir vor Ort in Leip­zig benö­ti­gen. Dank der Digi­ta­li­sie­rung nimmt dies aber von Ver­an­stal­tung zu Ver­an­stal­tung ab. Die Zeit, sich men­tal tat­säch­lich auf vier Tage OTWorld ein­zu­stel­len, ist eigent­lich kaum vor­han­den. Man ist bis zuletzt noch sehr im „Wor­an-muss-ich-noch-alles-den­ken-Modus“.

Blo­me: Da ist es natür­lich von Vor­teil, dass wir zusam­men mit den Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen der Leip­zi­ger Mes­se ein ein­ge­spiel­tes Team sind und auf eine Men­ge Erfahrungs­wissen zurück­grei­fen kön­nen. Umso mehr freut man sich auf all das, was kommt und ich ver­su­che auch im eige­nen Kalen­der Platz für Pro­gramm-High­lights zu fin­den, die ich unbe­dingt live erle­ben möch­te. Nach die­sen vier Tagen OT­­World-Mara­thon ist man durch­aus erschöpft, so dass dann eher die men­ta­le und kör­per­li­che Nach­be­rei­tung im Vorder­grund steht.

Die Fra­gen stell­te Micha­el Blatt.

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