OTWorld

Welt­kon­gress bie­tet Echt­zeit­über­set­zung aufs Smartphone

Echtzeitübersetzung per App: Wie KI auf der OTWorld Sprachbarrieren abbauen und den Weltkongress internationaler machen soll.

Der Welt­kon­gress der OTWorld bie­tet in die­sem Jahr erst­mals eine KI-gestütz­te Simul­tan­über­set­zung an. Wel­che Vor­tei­le das mit sich bringt und wie die Besu­cher das Ange­bot nut­zen kön­nen, dar­über hat die OT-Redak­ti­on mit Ant­je Feld­mann gespro­chen. Sie ist Pro­jekt­lei­te­rin der Con­fairm­ed GmbH, Ver­an­stal­ter des Weltkongresses.

Bereits seit vie­len Jah­ren wer­den sämt­li­che Ver­an­stal­tun­gen des Welt­kon­gres­ses der OTWorld für die Besu­cher simul­tan über­setzt. 2026 wird dabei erst­mals auf den Ein­satz von KI zurückgegriffen.­Warum haben Sie sich zu die­sem Schritt entschieden?

Ant­je Feld­mann: Wir erwei­tern dadurch unser Ser­vice­an­ge­bot, erhö­hen die Fle­xi­bi­li­tät und machen Über­set­zung für deut­lich mehr Men­schen zugäng­lich. KI‑Dolmetschsysteme haben in den ver­gan­ge­nen Jah­ren enor­me Fort­schrit­te erzielt – ins­be­son­de­re bei Prä­zi­si­on, Geschwin­dig­keit und Sta­bi­li­tät. Für uns als Ver­an­stal­ter eines inter­na­tio­nal aus­ge­rich­te­ten Welt­kon­gres­ses ist es eine Chan­ce, sprach­li­che Bar­rie­ren wei­ter zu redu­zie­ren und Wis­sen für alle Teil­neh­mer mög­lichst unmit­tel­bar ver­füg­bar zu machen sowie gleich­zeitig unser Ange­bot ska­lier­ba­rer und nach­hal­ti­ger zu gestalten.

Wel­chen Mehr­wert bringt die KI-gestütz­te Simul­tan­über­set­zung den Besuchern?

Die KI‑Dolmetschung ermög­licht es, Inhal­te in Echt­zeit zu ver­fol­gen – ­prä­zise, sta­bil und deut­lich schnel­ler anpass­bar als die klas­si­sche Kabi­nen­lö­sung, die wir bis­her ein­ge­setzt haben. Der ent­schei­den­de Vor­teil ist die Nut­zung des eige­nen Smart­phones – nach dem Prin­zip „Bring your own device“. Teil­neh­mer müs­sen sich vor Beginn ihres Vor­trags­pro­gramms kei­ne Kopf­hö­rer mit Emp­fän­gern mehr aus­lei­hen, son­dern kön­nen die Über­set­zung an ihrem eige­nen Smart­phone mit eige­nen Kopf­hö­rern hören oder auch die Unter­ti­tel mit­le­sen. Per­so­nen, die visu­el­le Unter­stüt­zung bevor­zu­gen, kön­nen dies jeder­zeit über die mit­lau­fen­den Unter­ti­tel abrufen.

Auch deutsch­spra­chi­ge Besu­cher pro­fi­tie­ren natür­lich: Sie kön­nen bei­spiels­wei­se eng­lisch­spra­chi­ge Vor­trä­ge direkt in deut­scher Spra­che ver­fol­gen oder bei Bedarf zwi­schen den Spra­chen wech­seln. So wird es leich­ter, inter­na­tio­na­le Inhal­te zu ver­ste­hen und sich aktiv an Dis­kus­sio­nen zu betei­li­gen. Vie­le emp­fin­den das als zusätz­li­che Sicher­heit, wenn man gleich­zei­tig hören und mit­le­sen kann.

Wie kön­nen die Besu­cher das Ange­bot nutzen?

Die Nut­zung ist sehr ein­fach: Teil­neh­mer ver­bin­den ihr mobi­les Gerät mit dem kos­ten­lo­sen Ver­an­stal­tungs-Wlan, das im gesam­ten Kongress­bereich ver­füg­bar ist. Alles, was sie brau­chen, ist dann die App des Anbie­ters. An jedem Saal­ein­gang oder im Saal scan­nen sie einen QR‑Code und kön­nen sich die Über­set­zungs-App her­un­ter­la­den. In der App wäh­len sie ihren Saal aus und ent­schei­den sich für die gewünsch­te Spra­che. Der Audio­stream und/oder die Unter­ti­tel star­ten dann auto­ma­tisch. Die App läuft im Hin­ter­grund wei­ter, sodass Besu­cher vor Ort ihr Smart­phone in die Tasche ste­cken kön­nen, wäh­rend der Audio­stream wei­ter­läuft. Es wer­den kei­ne per­sön­li­chen Daten benö­tigt oder abge­fragt, und die Lösung funk­tio­niert auf allen gän­gi­gen Smartphones.

Wel­che Spra­chen kön­nen gewählt werden?

In den Kon­gress­sä­len 1 bis 4 wer­den alle Vor­trä­ge in Deutsch und Eng­lisch über­setzt. Für eine grö­ße­re Besu­cher­grup­pe bie­ten wir zusätz­lich eine pol­ni­sche Über­set­zung an. Damit berück­sich­ti­gen wir die sprach­li­chen Bedürf­nis­se unse­rer inter­na­tio­na­len Teil­neh­mer. Wir kön­nen auf wei­te­re inter­na­tio­na­le Besu­cher­grup­pen im Kon­gress auch fle­xi­bel reagie­ren und wäh­rend der lau­fen­den Ver­an­stal­tung wei­te­re Spra­chen für die KI-Dol­met­schung hinzufügen.

Für den Fall, dass der Akku im Tages­ver­lauf nach­lässt: Habe ich als Besu­cher die Mög­lich­keit, mein Han­dy zu laden?

Ja, selbst­ver­ständ­lich. Wir haben im Kon­gress­be­reich Lade­sta­tio­nen ein­ge­rich­tet. Dort kön­nen Power­banks – gegen Pfand – aus­ge­lie­hen und das Smart­phone wie­der nach­geladen werden.

Die Fra­gen stell­te Pia Engelbrecht

 

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