Was sind heu­te noch Kon­tra­in­di­ka­tio­nen der Kompressionstherapie?

J. Dissemond1, S. Eder2, S. Läuchli3, H. Partsch4, M. Stücker5
Die Kompressionstherapie ist eine nebenwirkungsarme konservative Therapie, die im deutschsprachigen Raum eine lange Tradition hat. Bei den Indikationen der Kompressionstherapie kann man im Bereich der Wundbehandlung zwei wesentliche Einsatzbereiche differenzieren. Die Verbesserung der Hämodynamik ist insbesondere bei phlebologischen Krankheitsbildern von großer Bedeutung. Zudem sollte die Kompressionstherapie bei nahezu allen Patienten mit Ödemen der unteren Extremitäten angewendet werden. Heute gibt es zunehmend weniger Kontraindikationen, die gegen die Durchführung einer Kompressionstherapie in der klinischen Praxis sprechen. Entsprechend aktuellen Leitlinien sind diese Kontraindikationen die fortgeschrittene periphere arterielle Verschlusskrankheit, die dekompensierte Herzinsuffizienz, die septische Phlebitis und Phlegmasia coerulea dolens. Zudem gibt es einige Patienten, bei denen eine engmaschige Kontrolle erfolgen sollte. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Patienten mit nässenden Hautveränderungen oder Polyneuropathie. Kontrovers diskutiert wird weiterhin der Einsatz der Kompressionstherapie bei akuten Infektionskrankheiten wie beispielsweise dem Erysipel. Aufgrund der Vielzahl der heute zur Verfügung stehenden Kompressionsmaterialien und -systeme kann bei dem Großteil aller Patienten mit Wunden und Ödemen der unteren Extremitäten eine Kompressionstherapie durchgeführt werden. Diese sollte sich dann als patientengerechte Versorgung an den Komorbiditäten und individuellen Bedürfnissen sowie Fähigkeiten der Patienten orientieren.

 

Kli­nik und Poli­kli­nik für Der­ma­to­lo­gie, ­Vene­ro­lo­gie und All­er­go­lo­gie, Universitäts­klinikum Essen
Kli­nik für Gefäß­chir­ur­gie und Gefäß­medizin,Schwarzwald-Baar Kli­ni­kum, Villingen-Schwenningen
Kli­nik für Der­ma­to­lo­gie, Universitäts­spital Zürich sowie Der­ma­to­lo­gi­sches Zen­trum ­Zürich, Schweiz
4   Stein­häusl 126, 3033 Alt­leng­bach, Österreich
Kli­nik für Der­ma­to­lo­gie, Vene­ro­lo­gie und All­er­go­lo­gie und Venen­zen­trum der ­Der­ma­to­lo­gi­schen und Gefäß­chir­ur­gi­schen Kli­ni­ken, Kli­ni­ken der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum

 

Ein­lei­tung

Die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie ist seit vie­len Jahr­zehn­ten eine wich­ti­ge und neben­wir­kungs­ar­me Säu­le der kon­ser­va­ti­ven The­ra­pie vie­ler Pati­en­ten mit chro­ni­schen Wun­den und Öde­men der unte­ren Extre­mi­tä­ten [1]. Die wis­sen­schaft­lich beleg­te Evi­denz ist für kei­nen ande­ren Bereich der Wund­be­hand­lung so gut wie für die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie des Ulcus cru­ris veno­sum [2–4]. Neben den Pati­en­ten mit chro­ni­scher venö­ser Insuf­fi­zi­enz (CVI) ist die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie aber nahe­zu bei allen Pati­en­ten mit Wun­den und Öde­men indi­ziert (Tab. 1) [5, 6]. Somit kann man für die zen­tra­len Aspek­te des Ein­sat­zes der Kom­pres­si­ons­the­ra­pie in der Wund­be­hand­lung zusam­men­fas­send zwei wesent­li­che Indi­ka­tio­nen dif­fe­ren­zie­ren [7], für die dann unter­schied­li­che Behand­lungs­op­tio­nen mög­lich sind (Abb.  1). Einer­seits ist es die Ver­bes­se­rung der Hämo­dy­na­mik: Für eine Ein­engung der Venen im Ste­hen und Gehen wer­den höhe­re Druck­wer­te von min­des­tens 40 mmHg benö­tigt. Ander­seits die Ödem­re­duk­ti­on. Hier kann eine aus­rei­chen­de Wir­kung auch schon mit nied­ri­gen Ruhe­druck­wer­ten um 20 mmHg erzielt werden.

In der täg­li­chen Pra­xis erhal­ten aller­dings sehr vie­le Pati­en­ten mit chro­ni­schen Wun­den und Öde­men kei­ne Kom­pres­si­ons­the­ra­pie [8]. Einer der Grün­de hier­für ist die Angst der Anwen­der, eine Kom­pres­si­ons­the­ra­pie zu ver­ord­nen, weil die­se even­tu­ell kon­tra­in­di­ziert sein und somit dem Pati­en­ten scha­den könn­te. In den letz­ten Jah­ren gibt es zuneh­mend Erkennt­nis­se aus kli­ni­schen Stu­di­en, die bele­gen, dass bei einer Rei­he von Krank­heits­bil­dern, die frü­her als Kon­tra­in­di­ka­tio­nen gal­ten, die­se Befürch­tung unbe­grün­det ist. Bei eini­gen die­ser Krank­heits­bil­der kann heu­te sogar eine Emp­feh­lung für die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie aus­ge­spro­chen wer­den [5].

Es war somit das Ziel die­ser Exper­ten­grup­pe, die heu­te pro­pa­gier­ten Kon­tra­in­di­ka­tio­nen der Kom­pres­si­ons­the­ra­pie kri­tisch zu hin­ter­fra­gen und in die­ser Über­sichts­ar­beit zu diskutieren.

Kon­tra­in­di­ka­tio­nen der Kompressionstherapie

Eine sehr gute ers­te Ori­en­tie­rung hin­sicht­lich der Kon­tra­in­di­ka­tio­nen der Kom­pres­si­ons­the­ra­pie stellt die aktu­el­le S2k-Leit­li­nie der Deut­schen Gesell­schaft für Phle­bo­lo­gie und Lym­pho­lo­gie (DGPL) mit dem Titel „Medi­zi­ni­sche Kom­pres­si­ons­the­ra­pie der Extre­mi­tä­ten mit medi­zi­ni­schem Kom­pres­si­ons­strumpf (MKS), phle­bo­lo­gi­schem Kom­pres­si­ons­ver­band (PKV) und medi­zi­ni­schen adap­ti­ven Kom­pres­si­ons­sys­te­men (MAK)“ dar [9]. Hier sind fol­gen­de Kon­tra­in­di­ka­tio­nen aufgeführt:

  • Fort­ge­schrit­te­ne peri­phe­re arte­ri­el­le Verschlusskrankheit
  • Dekom­pen­sier­te Herzinsuffizienz
  • Phleg­ma­sia coe­ru­lea dolens
  • Sep­ti­sche Phlebitis

Fort­ge­schrit­te­ne peri­phe­re arte­ri­el­le Verschlusskrankheit

Die peri­phe­re arte­ri­el­le Ver­schluss­krank­heit (PAVK) bezeich­net eine Ein­schrän­kung der Durch­blu­tung der die Extre­mi­tä­ten ver­sor­gen­den Arte­ri­en. Dies kann gra­du­ell durch Steno­sen oder kom­plett durch Okklu­si­on ver­ur­sacht wer­den. Eine fort­ge­schrit­te­ne PAVK wird auch als „kri­ti­sche Ischä­mie“ bezeich­net und liegt vor, wenn min­des­tens einer der fol­gen­den Para­me­ter gemes­sen wur­de [9]:

  • ABI < 0,5
  • Knö­chel­arte­ri­en­druck < 60 mmHg
  • Zehen­druck < 30 mmHg
  • TcP02 < 20 mmHg Fußrücken
    (ABI: Ank­le-Bra­chi­al-Index; TcP02: Trans­ku­ta­ne Sauerstoffpartialdruckmessung)

Bei dem Vor­lie­gen von einem die­ser Befun­de ist der Pati­ent einem ent­spre­chend ver­sier­ten Zen­trum mit der Fra­ge nach einer Revas­ku­la­ri­sa­ti­on vor­zu­stel­len. Gut tast­ba­re Fuß­pul­se spre­chen zwar gegen eine fort­ge­schrit­te­ne PAVK, sind aber nicht bewei­send. Vor der ers­ten Anla­ge einer Kom­pres­si­ons­the­ra­pie soll­te daher mög­lichst auch eine appa­ra­ti­ve Unter­su­chung mit Bestim­mung des Ank­le-Bra­chi­al-Index (ABI, syn­onym auch als ABPI [Ank­le-Bra­chi­al-Pres­su­re-Index] oder KADI [Knö­chel-Arm-Druck-Index] bezeich­net) erfol­gen [1]. Alter­na­tiv sind ein­fa­che Metho­den zur Über­prü­fung der arte­ri­el­len Per­fu­si­on vor geplan­ter Kom­pres­si­ons­the­ra­pie auch der Buer­gers Test und der Pole Test [10].

In der DGPL-Leit­li­nie wird zudem dar­auf hin­ge­wie­sen, dass bei Ver­wen­dung unelas­ti­scher Mate­ria­li­en eine Kom­pres­si­ons­ver­sor­gung noch bei einem abso­lu­ten Knö­chel­arte­ri­en­druck zwi­schen 50 und 60 mmHg unter eng­ma­schi­ger kli­ni­scher Kon­trol­le durch­ge­führt wer­den kann [9]. Hier kön­nen dann Kurz­zug­ma­te­ria­li­en mit einem Anfangs­druck bis maxi­mal 40 mmHg ein­ge­setzt wer­den [11]. Eine wei­te­re Alter­na­ti­ve für die­se Pati­en­ten sind Mehr­kom­po­nen­ten­sys­te­me, die meist auch mit gerin­ge­ren Druck­wer­ten um 20 mmHg erhält­lich sind [12]. Vie­le Fir­men bezeich­nen die­se Sys­te­me als „Lite“-Version. Auch eini­ge der neu­en adap­ti­ven Kom­pres­si­ons­ban­da­gen kön­nen durch die geziel­te Ein­stel­lung über Klett­ver­schlüs­se unter­halb der gemes­se­nen arte­ri­el­len Druck­wer­te indi­vi­du­ell ange­passt wer­den [12]. Mit den ver­schie­de­nen Kom­pres­si­ons­sys­te­men kön­nen heu­te somit die meis­ten Pati­en­ten (mit Ulcus cru­ris mix­t­um) nach Aus­schluss einer fort­ge­schrit­te­nen PAVK mit einer adäqua­ten Kom­pres­si­ons­the­ra­pie behan­delt wer­den [11, 13].

Dekom­pen­sier­te Herzinsuffizienz

Als Herz­in­suf­fi­zi­enz wird ent­spre­chend der WHO-Defi­ni­ti­on die ver­min­der­te kör­per­li­che Belast­bar­keit auf­grund einer ven­tri­ku­lä­ren Funk­ti­ons­stö­rung bezeich­net. Die häu­figs­ten Ursa­chen hier­für sind eine koro­na­re Herz­krank­heit (KHK), arte­ri­el­le Hyper­to­nie und Vor­hof­flim­mern. Ers­te ein­fach zu erken­nen­de kli­ni­sche Zei­chen einer Herz­in­suf­fi­zenz sind bei­spiels­wei­se Dys­pnoe, Lethar­gie, tro­cke­ner Hus­ten und Nyk­tu­rie. Wenn die­se Sym­pto­me vor­lie­gen, soll­ten die Pati­en­ten mög­lichst kar­dio­lo­gisch vor­ge­stellt wer­den. Die Ein­tei­lung der Herz­in­suf­fi­zi­enz erfolgt dann ent­spre­chend der Klas­si­fi­ka­ti­on der New York Heart Asso­cia­ti­on (NYHA) in die Sta­di­en I–IV. Als dekom­pen­sier­te Herz­in­suf­fi­zi­enz, die eine Kon­tra­in­di­ka­ti­on der Kom­pres­si­ons­the­ra­pie dar­stellt, wer­den die NYHA-Sta­di­en III und IV bezeich­net [14].

  • NYHA III: Höher­gra­di­ge Ein­schrän­kung der kör­per­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit bei gewohn­ter Tätig­keit. Kei­ne Beschwer­den in Ruhe. Gerin­ge kör­per­li­che Belas­tung ver­ur­sacht Erschöp­fung, Rhyth­mus­stö­run­gen, Luft­not oder Angi­na pectoris.
  • NYHA IV: Beschwer­den bei allen kör­per­li­chen Akti­vi­tä­ten und in Ruhe. Bettlägerigkeit.

Durch die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie kommt es zu einer zusätz­li­chen Mobi­li­sa­ti­on von Flüs­sig­kei­ten aus der Peri­phe­rie. Dies kann bei Pati­en­ten mit dekom­pen­sier­ter Herz­in­suf­fi­zi­enz zu einer Ver­schlech­te­rung der kli­ni­schen Situa­ti­on mit dem Auf­tre­ten von bei­spiels­wei­se Lun­gen­öde­men bis hin zu einem kar­dia­len Schock führen.

Bei dem Groß­teil der meist älte­ren Pati­en­ten mit Öde­men der unte­ren Extre­mi­tä­ten liegt jedoch eine Herz­in­suf­fi­zi­enz in den NYHA-Sta­di­en I oder II vor. Hier stellt die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie kei­ne Kon­tra­in­di­ka­ti­on dar. In der Pra­xis sind meist fol­gen­de Aspek­te hilf­reich: Pati­en­ten, die zwei Stock­wer­ke Trep­pen stei­gen kön­nen, und Pati­en­ten mit einem Ruhe­puls unter 100 haben in der Regel kei­ne dekom­pen­sier­te Herz­in­suf­fi­zi­enz und kön­nen mit einer Kom­pres­si­ons­the­ra­pie behan­delt wer­den [15]. Im All­ge­mei­nen ist bei kar­dia­len Öde­men zu emp­feh­len, die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie mit leich­te­ren Drü­cken zu begin­nen. Bei Ver­schlech­te­rung der kli­ni­schen Sym­pto­me, wie z. B. Dys­pnoe, soll­te die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie sofort been­det werden.

Phleg­ma­sia coe­ru­lea dolens

Die Phleg­ma­sia coe­ru­lea dolens ist eine sehr sel­ten auf­tre­ten­de, schwers­te Ver­laufs­form der Venen­throm­bo­se. Hier­bei kommt es per­akut durch Stö­run­gen der Mikro­zir­ku­la­ti­on zu dem Ver­schluss aller Venen einer Extre­mi­tät. Durch die Abfluss­stö­rung resul­tie­ren mas­si­ve Öde­me, so dass der Gewe­be­druck stark ansteigt. In der Fol­ge kann es zu einer voll­stän­di­gen Unter­bre­chung der arte­ri­el­len Ver­sor­gung kom­men. Die Betrof­fe­nen haben sehr aus­ge­präg­te Schmer­zen. In die­ser poten­ti­ell lebens­be­droh­li­chen Situa­ti­on ist die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie der zya­no­ti­schen Extre­mi­tät strikt kon­tra­in­di­ziert. Viel­mehr muss rasch eine Throm­bek­to­mie ggf. kom­bi­niert mit einer Fas­zio­to­mie und Anti­ko­agu­la­ti­on durch­ge­führt werden.

Sep­ti­sche Phlebitis

Die sep­ti­sche Phle­bi­tis ist gekenn­zeich­net durch die Tri­as venö­se Throm­bo­se, Inflamm­a­ti­on und Bak­te­ri­ämie. Die sep­ti­sche Phle­bi­tis nach intra­ve­nö­sen Kathe­tern gilt als sel­ten, viel häu­fi­ger fin­den sich mecha­nisch oder che­misch indu­zier­te Phle­bit­i­den [16]. Der kli­ni­sche Ver­lauf und die Aus­prä­gung sind sehr varia­bel. Vie­le Pati­en­ten zei­gen einen gut­ar­ti­gen Ver­lauf, der nach rela­tiv mini­ma­ler The­ra­pie rasch abheilt. Sel­te­ner kann es zu schwe­re­ren sys­te­mi­schen Infek­tio­nen bis hin zum Schock kom­men. Wesent­li­che Bau­stei­ne der The­ra­pie sind die Sanie­rung des Infekt­fo­kus, wie bei­spiels­wei­se die Ent­fer­nung einer intra­ve­nö­sen Kanü­le, sowie die sys­te­mi­sche Gabe von Anti­bio­ti­ka. Bei sehr aus­ge­präg­ten Befun­den muss über eine chir­ur­gi­sche Inter­ven­ti­on und/oder eine Anti­ko­agu­la­ti­on nach­ge­dacht wer­den [17]. Es gibt kei­ne sys­te­ma­ti­schen Unter­su­chun­gen zu der Fra­ge der Anti­ko­agu­la­ti­on bei sep­ti­scher Phle­bi­tis. In Ana­lo­gie zur Ober­flä­chen­throm­bo­se der Bei­ne kann bei grö­ße­rem Kali­ber der betrof­fe­nen Vene eine Anti­ko­agu­la­ti­on in Pro­phy­la­xe­do­sie­rung und bei einer Annä­he­rung des Throm­bus an die tie­fen Venen auf weni­ger als 3 cm eine Anti­ko­agu­la­ti­on in the­ra­peu­ti­scher Dosie­rung emp­foh­len wer­den. Dif­fe­ren­ziert wer­den muss die che­misch oder mecha­nisch indu­zier­te Phle­bi­tis nach intra­ve­nö­sen Kathe­tern von der sep­ti­schen Phle­bi­tis, die sich durch ein gestör­tes All­ge­mein­be­fin­den mit Fie­ber und eine posi­ti­ve Blut­kul­tur unter­schei­den lässt. Eine Throm­bo­phle­bi­tis nach intra­ve­nö­sem Kathe­ter ohne Fie­ber, Stö­rung des All­ge­mein­be­fin­dens und ohne posi­ti­ve Blut­kul­tur ist kei­ne sep­ti­sche Phle­bi­tis und soll­te daher mit Kom­pres­si­ons­the­ra­pie behan­delt wer­den. Anders als bei ande­ren ober­fläch­li­chen Throm­bo­sen gilt bei der sep­ti­schen Phle­bi­tis tra­di­tio­nell die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie als kon­tra­in­di­ziert. Nach Kennt­nis der Autoren gibt es kei­ne Publi­ka­ti­on zu den Fol­gen einer Kom­pres­si­ons­the­ra­pie bei sep­ti­scher Phle­bi­tis. Vor die­sem Hin­ter­grund kann kri­tisch dis­ku­tiert wer­den, ob die sep­ti­sche Phle­bi­tis tat­säch­lich eine Kon­tra­in­di­ka­ti­on für die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie darstellt.

Krank­heits­bil­der mit beson­de­ren Risiken

In vie­len Leit­li­ni­en und Exper­ten­emp­feh­lun­gen gab es die sehr unglück­lich gewähl­te Bezeich­nung der rela­ti­ven Kon­tra­in­di­ka­tio­nen [18]. In der aktu­el­len Ver­si­on der DGPL-Leit­li­nie wird bewusst auf die­sen Begriff ver­zich­tet. Statt­des­sen wird auf Krank­heits­bil­der mit beson­de­ren Risi­ken hin­ge­wie­sen. In die­sen Fäl­len soll­te die The­ra­pie­ent­schei­dung unter Abwä­gen von Nut­zen und Risi­ko sowie der Aus­wahl des am bes­ten geeig­ne­ten Kom­pres­si­ons­mit­tels getrof­fen wer­den [9].

Kon­kret benannt wer­den fol­gen­de Risiken:

  • Aus­ge­präg­te näs­sen­de Dermatosen
  • Unver­träg­lich­keit auf Kompressionsmaterial
  • Fort­ge­schrit­te­ne peri­phe­re Neuropathie
  • Schwe­re Sen­si­bi­li­täts­stö­run­gen der Extremität
  • Pri­mär chro­ni­sche Polyarthritis

Aus­ge­präg­te näs­sen­de Dermatosen

Bei aus­ge­präg­ten näs­sen­den Der­ma­to­sen gilt es, zuerst die Ursache(n) der Haut­ver­än­de­run­gen zu klä­ren. Bei Pati­en­ten mit bei­spiels­wei­se CVI ist es häu­fig eine Stau­ungs­der­ma­ti­tis, die zu näs­sen­den Ekze­men füh­ren kann. Da sich das An- und Aus­zie­hen eben­so wie die Kör­per­hy­gie­ne mit durch­näss­ten Kom­pres­si­ons­ma­te­ria­li­en schwie­rig gestal­tet und die Gefahr der bak­te­ri­el­len Super­in­fek­ti­on besteht, soll­te das Ekzem auch topisch behan­delt wer­den. Meist kom­men hier hoch­po­ten­te Glu­ko­kor­ti­ko­ide in einer feuch­ten Gale­nik wie bei­spiels­wei­se eine Beta­me­tha­son-Lotion für eini­ge weni­ge Tage zum Ein­satz [19]. Alter­na­tiv kommt es auch unter Zink­leim­ver­bän­den bei mobi­len Pati­en­ten meist zu einer guten Ödem­re­duk­ti­on und einem raschen Abtrock­nen der näs­sen­den Veränderungen.

In der Leit­li­nie der DGPL fin­det sich bei den Indi­ka­tio­nen der Kom­pres­si­ons­the­ra­pie der Hin­weis auf „ent­zünd­li­che Der­ma­to­sen der Bei­ne“. Bei sol­chen Krank­heits­bil­dern ist somit die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie, ein­ge­bun­den in ein Gesamt­kon­zept, mit­tel­fris­tig ein wich­ti­ger Aspekt der Behandlung.

Unver­träg­lich­keit auf Kompressionsmaterial

Vie­le Pati­en­ten beschrei­ben sub­jek­ti­ve Unver­träg­lich­kei­ten der Haut wie bei­spiels­wei­se Juck­reiz und Schup­pung, die durch die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie ver­ur­sacht oder ver­stärkt wer­den. Oft liegt hier eine Ver­schlech­te­rung der vor­be­stehen­den tro­cke­nen Haut zugrun­de, die durch adäqua­te Haut­pfle­ge bei­spiels­wei­se mit harn­stoff­hal­ti­gen Exter­na wie bei­spiels­wei­se 5 % Urea in DAC-Basis­sal­be ver­hin­dert wer­den kann [19].

Wich­tig ist es hier, all­er­gi­sche Reak­tio­nen dia­gnos­tisch abzu­gren­zen. In dem Kapi­tel „Ver­träg­lich­keit“ der DGPL-Leit­li­nie wird dar­auf hin­ge­wie­sen, dass eine All­er­gie in Form einer Urti­ka­ria oder eines all­er­gi­schen Kon­takt­ek­zems auf die ein­ge­setz­ten Kom­pres­si­ons­ma­te­ria­li­en extrem sel­ten ist. Häu­fi­ger kann eine All­er­gie auf Latex oder Gum­mi vor­kom­men, die aber bei moder­nen Kom­pres­si­ons­ma­te­ria­li­en, mit weni­gen Aus­nah­men, nicht mehr gebräuch­lich sind [20]. Bei dem kli­ni­schen Ver­dacht auf Kon­takt­all­er­gie soll­te eine Epi­ku­tan­tes­tung durch­ge­führt wer­den, um die ver­mu­te­ten All­er­ge­ne durch einen Haut­test zu objek­ti­vie­ren [9].

Fort­ge­schrit­te­ne peri­phe­re Neu­ro­pa­thie, z. B. bei Men­schen mit Diabetes

Auch bei Pati­en­ten mit fort­ge­schrit­te­ner peri­phe­rer Neu­ro­pa­thie ist eine sach­ge­recht ange­leg­te Kom­pres­si­ons­the­ra­pie grund­sätz­lich mög­lich. Aller­dings führt die Neu­ro­pa­thie dazu, dass Pati­en­ten eine zu kräf­ti­ge Kom­pres­si­on bzw. zu enge oder schlecht sit­zen­de Mate­ria­li­en nicht spü­ren. So kann es durch die feh­len­de Rück­mel­dung über Schmer­zen bei die­sen Pati­en­ten bei nicht kor­rek­ter Anla­ge gehäuft zu Druck­stel­len oder Schnür­fur­chen kommen.

Schwe­re Sen­si­bi­li­täts­stö­run­gen der Extremität

Hier gel­ten die glei­chen Aspek­te wie bei den Pati­en­ten mit fort­ge­schrit­te­ner peri­phe­rer Neu­ro­pa­thie. Bei den Risi­ken und Neben­wir­kun­gen der Kom­pres­si­ons­the­ra­pie wird in der Leit­li­nie der DGPL u. a. dar­auf hin­ge­wie­sen, dass es durch unsach­ge­mä­ßes Ban­da­gie­ren zu Schmer­zen und Druck­schä­den kom­men kann. Bei schwe­ren Sen­si­bi­li­täts­stö­run­gen der Extre­mi­tä­ten fehlt die­se Warn­funk­ti­on des Kör­pers. Somit ist die regel­mä­ßi­ge kli­ni­sche Inspek­ti­on der Haut hier beson­ders wichtig.

Pri­mär chro­ni­sche Polyarthritis

Die pri­mär chro­ni­sche Poly­ar­thri­tis wird heu­te syn­onym meist als rheu­ma­to­ide Arthri­tis bezeich­net. Sie ist die häu­figs­te und schwers­te Erkran­kung aus der Grup­pe der ent­zünd­lich-rheu­ma­ti­schen Sys­tem­er­kran­kun­gen. Etwa zwei Drit­tel der Betrof­fe­nen sind Frau­en. Die Pati­en­ten berich­ten ins­be­son­de­re mor­gens über Schwel­lung und Über­wär­mung der Gelen­ke sowie über Schmer­zen in die­sen. Beglei­tend kommt es oft zu einer Syn­ovi­tis. Auch bei Pati­en­ten mit pri­mär chro­ni­scher Poly­ar­thri­tis ist die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie nicht kon­tra­in­di­ziert. Die Pati­en­ten kön­nen aller­dings auf­grund von Gelenk­schmer­zen und/oder Fehl­stel­lun­gen die Mate­ria­li­en häu­fig nicht selbst­stän­dig an- oder aus­zie­hen. Oft gelingt dies bes­ser, wenn die Pati­en­ten ent­spre­chen­de An- und Aus­zieh­hil­fen nut­zen [1]. Wenn die Pati­en­ten Analge­ti­ka ein­neh­men, kann es zudem sein, dass sie Schmer­zen durch Fehl­an­wen­dun­gen der Kom­pres­si­on nicht oder erst spät bemerken.

Dis­kus­si­on

In einer aktu­el­len Über­sichts­ar­beit wur­den noch wei­te­re Kon­tra­in­di­ka­tio­nen der Kom­pres­si­ons­the­ra­pie aus ver­schie­de­nen inter­na­tio­na­len Leit­li­ni­en und Exper­ten­emp­feh­lun­gen zusam­men­ge­tra­gen, von denen eini­ge hier exem­pla­risch dis­ku­tiert wer­den [18].

Dia­be­tes mellitus

Im Rah­men eines dia­be­ti­schen Fuß­syn­droms (DFS) kommt es häu­fig zu teils sehr aus­ge­präg­ten Öde­men im Fuß­be­reich. Zudem kön­nen Men­schen mit Dia­be­tes auch gehäuft ande­re Ursa­chen für Öde­me und somit Indi­ka­tio­nen für eine Kom­pres­si­ons­the­ra­pie haben. Das Vor­han­den­sein eines Dia­be­tes mel­li­tus stellt per se kei­ne Kon­tra­in­di­ka­ti­on der Kom­pres­si­ons­the­ra­pie dar [21]. Aller­dings kön­nen Pati­en­ten mit Dia­be­tes mel­li­tus im Lau­fe der Erkran­kung gehäuft eine PAVK und eine peri­phe­re Neu­ro­pa­thie mit Sen­si­bi­li­täts­stö­run­gen der Extre­mi­tä­ten ent­wi­ckeln [22]. Bei dem Vor­lie­gen die­ser Kom­or­bi­di­tä­ten gel­ten bei der Durch­füh­rung einer Kom­pres­si­ons­the­ra­pie die zuvor beschrie­be­nen Aspek­te [23].

Throm­bo­sen

In der aktu­el­len DGPL-Leit­li­nie wer­den eben­so wie in den gän­gi­gen aktu­el­len Lehr­bü­chern throm­bo­em­bo­li­sche Venen­krank­hei­ten bei den Indi­ka­tio­nen der Kom­pres­si­ons­the­ra­pie expli­zit auf­ge­führt. Kon­kret benannt wer­den hier ober­fläch­li­che Venen­throm­bo­sen, tie­fe Bein­ve­nen­throm­bo­sen, Arm­ve­nen­throm­bo­sen, Zustand nach Throm­bo­sen, post­throm­bo­ti­sches Syn­drom und Throm­bo­se­pro­phy­la­xe bei mobi­len Pati­en­ten [9]. Die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie ist heu­te, ggf. in Ver­bin­dung mit einer rheo­lo­gi­schen Anti­ko­agu­lan­ti­en-The­ra­pie, für die Behand­lung von Throm­bo­sen der Goldstandard.

Aku­te Infektionskrankheiten

Die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie wur­de bis­lang in den aku­ten Pha­sen von Infek­ti­ons­krank­hei­ten wie bei­spiels­wei­se dem Ery­si­pel nicht emp­foh­len. Hin­ter­grund ist die Befürch­tung der The­ra­peu­ten, die Erre­ger sys­te­misch zu ver­schlep­pen, so dass es zu einer Sep­sis kom­men könn­te. Kli­ni­sche Stu­di­en oder Fall­be­richts­er­i­en, die die­se Kom­pli­ka­ti­on bestä­ti­gen, gibt es nicht. Es ent­spricht aber einem aktu­el­len Kon­sens, die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie bei Pati­en­ten mit aku­tem Ery­si­pel erst nach dem Abklin­gen der Akut­pha­se und der Mobi­li­sa­ti­on der Pati­en­ten ein­zu­set­zen [1]. In der prak­ti­schen Erfah­rung der Autoren kann die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie bei vie­len aku­ten Infek­ti­ons­krank­hei­ten bereits von Beginn an erfolg­reich ein­ge­setzt wer­den und die Rück­bil­dung von Schmer­zen und Öde­men unter­stüt­zen. Hier­für wer­den initi­al oft Sys­te­me mit nied­ri­ge­ren Ruhe­druck­wer­ten um 20 mmHg ein­ge­setzt [12].

Inflamm­a­to­ri­sche Krankheitsbilder

Sinn­voll für die Unter­stüt­zung des Hei­lungs­pro­zes­ses ist eine Kom­pres­si­ons­the­ra­pie auch bei Pati­en­ten mit Vas­ku­li­tis oder Vas­kul­opa­thien, Necro­bio­sis lipo­idi­ca und ande­ren inflamm­a­to­ri­schen Krank­heits­bil­dern, bei denen es beglei­tend zu Öde­men der Extre­mi­tä­ten oder zumin­dest zu Wund­rand­öde­men kommt. Bei der Live­do­vas­kul­opa­thie tre­ten zudem throm­bo­ti­sche Ver­schlüs­se der­ma­ler Gefä­ße auf. Daher wird hier die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie nicht nur für die Unter­stüt­zung der Abhei­lung, son­dern auch für die Rezi­div­pro­phy­la­xe emp­foh­len [1, 12].

Wei­te­re Aspekte

In der Leit­li­nie der DGPL wird zudem dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Kom­pres­si­ons­ver­sor­gung sofort zu ent­fer­nen ist, wenn eines der fol­gen­den Sym­pto­me vor­liegt [9]:

  • Blau- oder Weiß­fär­bung der Zehen
  • Miss­emp­fin­dun­gen und Taubheitsgefühle
  • Zuneh­men­de Schmerzen
  • Kurz­at­mig­keit und Schweißausbrüche
  • Aku­te Bewegungseinschränkungen

Um die­se Kom­pli­ka­tio­nen erfas­sen zu kön­nen, soll­ten Pati­en­ten mit Kom­pres­si­ons­the­ra­pie über die Risi­ken und Sym­pto­me auf­ge­klärt und in regel­mä­ßi­gen Inter­val­len kli­nisch gese­hen werden.

Fazit für die Praxis

Die wich­tigs­te kon­ser­va­ti­ve Behand­lungs­maß­nah­me bei Pati­en­ten mit chro­ni­schen Wun­den und Öde­men ist die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie. Es zeigt sich unter Berück­sich­ti­gung der Lite­ra­tur und den lang­jäh­ri­gen Erfah­run­gen einer Exper­ten­grup­pe, dass ein gro­ßer Teil der in der Ver­gan­gen­heit auf­ge­führ­ten Kon­tra­in­di­ka­tio­nen der Kom­pres­si­ons­the­ra­pie auf der Basis der aktu­ell ver­füg­ba­ren Lite­ra­tur und der kli­ni­schen Exper­ti­se aus heu­ti­ger Sicht nicht gerecht­fer­tigt ist. Für die täg­li­che Pra­xis kommt bei Pati­en­ten mit chro­ni­schen Wun­den dem Aus­schluss der fort­ge­schrit­te­nen PAVK („kri­ti­sche Ischä­mie“) sicher die größ­te Bedeu­tung zu.

Nach Aus­schluss der Kon­tra­in­di­ka­tio­nen ste­hen dann für die prak­ti­sche Durch­füh­rung der Kom­pres­si­ons­the­ra­pie bei Pati­en­ten mit chro­ni­schen Wun­den heu­te vie­le ver­schie­de­ne Sys­te­me zur Ver­fü­gung, so dass indi­vi­du­el­le Fak­to­ren, Vor­lie­ben und wirt­schaft­li­che Aspek­te bei der Aus­wahl oft berück­sich­tigt wer­den können.

 

Begut­ach­te­ter Beitrag/reviewed paper

 

Hin­weis:
Die­ser Bei­trag erschien bereits in ähn­li­cher Form unter dem­sel­ben Titel in der Zeit­schrift Wund­ma­nage­ment, 2020; 14 (1): 65–70.

Für die Autoren:
Prof. Dr. med. Joa­chim Dissemond
Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Essen
Kli­nik und Poli­kli­nik für Der­ma­to­lo­gie, Vene­ro­lo­gie und Allergologie
Hufe­land­str. 55
45147 Essen
Tel.: 0201–723-3894
joachim.dissemond@uk-essen.de

 

Zita­ti­on
Dis­se­mond J et al. Was sind heu­te noch Kontra­indikationen der Kom­pres­si­ons­the­ra­pie? ­Ortho­pä­die Tech­nik, 2026; 77 (1): 30–35

 

Tabellen/Abbildungen:

 

Quel­len­ver­zeich­nis

[1] Dis­se­mond J et al. Com­pres­si­on the­ra­py in pati­ents with venous leg ulcers. Jour­nal der Deut­schen Der­ma­to­lo­gi­schen Gesell­schaft, 2016; 14 (11): 1072–1087

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[6] Rabe E et al. Indi­ca­ti­ons for medi­cal com­pres­si­on sto­ckings in venous and lympha­tic dis­or­ders: an evi­dence-based con­sen­sus state­ment. Phle­bo­lo­gy, 2018; 33 (3): 163–184

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[9] Rabe E et al. Medi­zi­ni­sche Kom­pres­si­ons­the­ra­pie der Extre­mi­tä­ten mit Medi­zi­ni­schem Kom­pres­si­ons­strumpf (MKS), Phle­bo­lo­gi­schem Kom­pres­si­ons­ver­band (PKV) und Medi­zi­ni­schen adap­ti­ven Kom­pres­si­ons­sys­te­men (MAK). AWMF S2k-Leit­li­nie der DGP, 2018

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[12] Dis­se­mond J et al. Kom­pres­si­ons­the­ra­pie des Ulcus cru­ris veno­sum in der Pha­se der Ent­stau­ung. Medi­zi­ni­sche Kli­nik – Inten­siv­me­di­zin und Not­fall­me­di­zin, 2018; 113: 552–559

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