PLW: Bun­des­sie­ge­rin freut sich auf auf­re­gen­des Gesellinnenjahr

Beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks hat sich Paula Junge aus Niedersachsen den ersten Platz im Bundeswettbewerb in der Orthopädie-Technik gesichert und wurde am 3. Dezember auch vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) mit allen Sieger:innen aus den anderen teilnehmenden Gewerken geehrt. Die Orthopädietechnikerin gewann dabei die 70. Austragung des Wettbewerbs. Die 23-Jährige geht in ihrer Freizeit mit viel Freude zum Sport, kocht und näht gerne. Im Gespräch mit der OT berichtet sie über ihre Erfahrungen mit dem Wettbewerb, wie sie zur Orthopädie-Technik gekommen ist und ob sie die OTWorld 2022 besucht.

OT: Wie haben Sie von dem Leis­tungs­wett­be­werb gehört und war­um haben Sie sich ent­schie­den dar­an teilzunehmen?

Pau­la Jun­ge: Ich habe von mei­nen Arbeits­kol­le­gen von dem Leis­tungs­wett­be­werb gehört und habe nach der Lan­des­sie­ger­eh­rung eine Ein­la­dung zum Wett­be­werb in Dort­mund per E‑Mail bekom­men. Ich woll­te die­se ein­ma­li­ge Chan­ce nut­zen und habe mir gedacht: „Dabei sein ist alles“.

OT: Wel­che Erfah­run­gen haben Sie beim Leis­tungs­wett­be­werb gesammelt?

Jun­ge: Ich habe vie­le net­te Leu­te aus ganz Deutsch­land ken­nen­ge­lernt und mir ein Bild davon machen kön­nen, wie unter­schied­lich in ande­ren Fir­men gear­bei­tet wird. Ein paar neue Arbeits­tech­ni­ken habe ich durch die ande­ren gelernt, was für mich sehr auf­schluss­reich war.

OT: Wie hat Ihnen der Aus­tausch mit ande­ren Orthopädietechniker:innen im Rah­men des Bun­des­fi­na­les in der Bun­des­fach­schu­le für Ortho­pä­die-Tech­nik (BUFA) gefallen?

Jun­ge: Der Aus­tausch wäh­rend des Wett­be­werbs und davor/danach hat mir wirk­lich sehr gut gefal­len, denn so konn­ten wir eini­ges ver­glei­chen und bespre­chen. Zum Bei­spiel die unter­schied­li­chen Berufs­schu­len, Prü­fun­gen, Zukunfts­ori­en­tie­run­gen, Fir­men­spe­zia­li­sie­run­gen usw.

OT: Was haben Sie im Rah­men des Bun­des­wett­be­werbs für eine Arbeits­pro­be gefertigt?

Jun­ge: Ich habe eine Unter­schen­kel­orthe­se mit wei­chem Innen­schaft aus Pols­ter­ma­te­ri­al und einem Car­bo­nau­ßen­schaft bau­en müs­sen. Dabei soll­ten wir den Armie­rungs­plan sel­ber pla­nen. Vor­ge­ge­ben waren zwei Laschen; eine unter dem Knie und eine auf dem Fußrücken.

OT: Wie bewer­ten Sie den Wett­be­werb? Kön­nen Sie Aus­zu­bil­den­den raten dar­an teilzunehmen?

Jun­ge: Der Wett­be­werb läuft sehr fair und gerecht ab. Jeder kann Fra­gen stel­len und um Hil­fe bit­ten. Die Prü­fer waren immer zur Stel­le. Auf jeden Fall wer­de ich es jedem emp­feh­len, dar­an teil­zu­neh­men, allein schon wegen der Erfah­run­gen, die dort gesam­melt wer­den und der gan­zen Leu­ten, die man dort kennenlernt.

OT: Wie hat die Coro­na-Pan­de­mie Ihren beruf­li­chen All­tag ver­än­dert bzw. geprägt? 

Jun­ge: Wir arbei­ten momen­tan mit Mas­ke, Abstand und Hand­hy­gie­ne, also so, wie es über­all gefor­dert wird. Ein Schnell­test wird jetzt auch für die meis­ten Heim-/Haus­be­su­che benö­tigt. Am Anfang der Pan­de­mie haben wir im Schicht­dienst gear­bei­tet, aber das ist zum Glück nicht mehr so.

OT: Wie sind Sie zur Ortho­pä­die-Tech­nik gekommen?

Jun­ge: Ich habe als Jugend­li­che ein Kor­sett getra­gen, weil ich Sko­lio­se habe und da durf­te ich ein paar Mal in die Werk­statt schau­en. Ganz so schnell bin ich dann aber bei der Berufs­su­che nicht dar­auf gekom­men, erst in Kom­bi­na­ti­on mit der Berufs­be­ra­tung und Gesprä­chen inner­halb mei­ner Familie.

OT: Wie sieht Ihre beruf­li­che Zukunft aus?

Jun­ge: Ich möch­te in den nächs­ten Jah­ren ger­ne den Teil vier und even­tu­ell auch den Teil drei des Meis­ters machen und mich dann erst­mal auf mein Gesel­lin­nen­le­ben ein­las­sen. Wenn Wei­ter­bil­dun­gen auf mich zukom­men, wer­de ich sie bestimmt annehmen.

OT: Pla­nen Sie einen Besuch der OTWorld 2022 in Leipzig?

Jun­ge: Wenn die OTWorld statt­fin­det, wür­de ich sehr ger­ne mal dort­hin. Bis jetzt war ich auch noch nie da, aber ich wür­de mich sehr über die Erfah­rung und Ein­drü­cke freuen.

OT: Wie infor­mie­ren Sie sich über die neu­es­ten Ent­wick­lun­gen im Fach?

Jun­ge: Über inter­ne Fort- und Wei­ter­bil­dun­gen, Kol­le­gen, Social Media und über Ihre Zeit­schrift ORTHOPÄDIE TECHNIK.

OT: Wel­che Wün­sche haben Sie für das Jahr 2022?

Jun­ge: Ich wür­de mir auf jeden Fall wün­schen, dass man die Coro­na-Pan­de­mie in den Griff bekommt und sämt­li­che Ver­an­stal­tun­gen wie­der statt­fin­den kön­nen, unter ande­rem auch die OTWorld in Leip­zig. Außer­dem wün­sche ich mir ein auf­re­gen­des, span­nen­des und lehr­rei­ches Gesellinnenjahr.

Die Fra­gen stell­te Hei­ko Cordes.

 

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