Mit Lebens­er­fah­rung an den Start

Thomas Lang, Geschäftsführer des Dinslakener Sanitätshauses Lang, rät Betrieben, auf der Suche nach Auszubildenden offen zu sein. Er selbst hat mit dieser Strategie nur gute Erfahrungen gemacht. Sein 52-jähriger, studierter Mitarbeiter Stephan Drucks erzählt, was ihn dazu motiviert hat, in seinem Alter noch eine Ausbildung zum Orthopädietechniker zu beginnen.

Bewer­bun­gen für eine Aus­bil­dung zu sich­ten, gehört für Tho­mas Lang zum All­tag. Vor rund einem Jahr lös­te ein Schrei­ben jedoch Ver­wun­de­rung aus und mach­te den Geschäfts­füh­rer des gleich­na­mi­gen Dins­la­ke­ner Sani­täts­hau­ses neu­gie­rig: Dr. Ste­phan Drucks, gebo­ren 1971, Stu­di­en­ab­schluss der Sozio­lo­gie. „War­um macht der das?“, frag­te sich Lang. Schnell stand für ihn fest: „Den muss ich ken­nen­ler­nen.“ Heu­te ist Drucks als Aus­zu­bil­den­der fes­ter Teil des Teams.

Beson­de­re Anek­do­ten im Anschrei­ben, gute Schul­no­ten, sozia­les Enga­ge­ment, Prak­ti­ka: Es gibt vie­le Din­ge, mit denen Bewerber:innen her­vor­ste­chen kön­nen. Für Tho­mas Lang gilt aller­dings grund­sätz­lich: Es geht doch um den Men­schen, was ist eine Bewer­bung auf Papier? Also muss­te ein per­sön­li­ches Tref­fen her – und dabei lern­te Lang den Men­schen hin­ter der Bewer­bungs­map­pe ken­nen. Die Aus­sa­ge „Das Arbei­ten an der Uni war nicht mehr meins“ konn­te er als Beweg­grund für den Wech­sel ins Hand­werk gut nach­voll­zie­hen. Und auch die Begrün­dung, war­um es jetzt aus­ge­rech­net der Bereich Ortho­pä­die-Tech­nik sein soll­te. Denn durch einen Schlag­an­fall sei­ner Mut­ter hat­te Drucks schon vor Jah­ren Kon­takt zu Sani­täts­häu­sern, ins­be­son­de­re zur Reha-Tech­nik. Das Alter spiel­te von Anfang an kei­ne Rol­le, auch wenn der Durch­schnitts­be­wer­ber für einen Aus­bil­dungs­platz im Betrieb zwi­schen 17 und 20 ist. „Bei stei­gen­dem Ren­ten­ein­tritts­al­ter hat Herr Drucks noch eini­ge Jah­re vor sich“, betont der Geschäfts­füh­rer, der u. a. eben­falls einen Quer­ein­stei­ger, Jahr­gang 1969, beschäf­tigt. Was ihm dage­gen eher zu den­ken gab: „Der Ton ist im Hand­werk ein ande­rer als an der Uni“, sagt er und lacht. Doch Drucks schau­te für ein paar Tage in der Werk­statt vor­bei – und es pass­te sofort. Neben sei­nem gro­ßen Inter­es­se am Beruf über­zeug­te er vor allem auch mit sei­nem Auf­tre­ten, Aus­drucks­ver­mö­gen und Umgang. „Jugend­spra­che und Flau­sen im Kopf“ muss­ten ihm nicht aus­ge­trie­ben wer­den, statt­des­sen waren Gesprä­che mit Kund:innen auf Augen­hö­he von Anfang an kein Problem.

In der Berufs­schu­le über­zeugt der 52-Jäh­ri­ge eben­falls. Ein wei­te­rer Vor­teil: „Wenn man ihn zum Kun­den schickt, merkt der gar nicht, dass es ein Azu­bi ist“, scherzt Lang. Was man Men­schen 50+ zudem posi­tiv unter­stel­len könn­te: Die Lebens- und Fami­li­en­pla­nung ist ver­mut­lich schon abge­schlos­sen, mit einem Aus­fall oder Weg­gang ist eher weni­ger zu rech­nen. „Das ist für mich nicht rele­vant. Das Leben pas­siert ein­fach. Egal ob 20 oder 50.“ Für Lang ist ent­schei­dend, ob jemand Inter­es­se zeigt, hand­werk­li­ches Geschick mit­bringt, ein gutes Auf­tre­ten hat und vor allem, ob der- oder die­je­ni­ge mensch­lich ins Team passt. Aber ist ein Hand­werk denn auch in höhe­rem Alter tat­säch­lich noch etwas? „Der Beruf ist nicht mehr der glei­che wie vor 40 Jah­ren“, fin­det Lang. Wäh­rend sein Vater noch an der Dreh­bank stand und Gelen­ke schmied, sei­en die Tätig­kei­ten heu­te deut­lich weni­ger kör­per­lich anspruchsvoll.

Als unge­wohnt emp­fin­det der Geschäfts­füh­rer es jedoch, Drucks die glei­chen – teils auch simp­len – Auf­ga­ben wie allen ande­ren Aus­zu­bil­den­den zu geben. Doch Gleich­be­hand­lung schreibt er groß. Auf der ande­ren Sei­te sind die Ansprü­che an Drucks manch­mal den­noch etwas höher: „Man erwar­tet schon mehr von ihm als von einem 17-Jäh­ri­gen. Aller­dings nicht, was fach­li­che Din­ge angeht, son­dern dass er mit­denkt“, stellt Lang immer wie­der fest. Jetzt, rund ein Jahr nach Aus­bil­dungs­start, freut er sich nach wie vor über den Neu­zu­gang im Team. Es kann sich also auf der Suche nach Nach­wuchs­kräf­ten loh­nen, nicht den gewohn­ten Weg zu wäh­len, son­dern nach links und rechts zu schau­en. „Sei­en Sie offen“, rät er Personalentscheider:innen in ande­ren Betrie­ben. Immer wie­der habe er Bewerber:innen, die ande­re viel­leicht gar nicht wahr­ge­nom­men hät­ten, zum Vor­stel­lungs­ge­spräch ein­ge­la­den. Und das mit Erfolg. Dass ein schlech­ter Schul­ab­schluss kein Aus­schluss­kri­te­ri­um sein muss, beweist z. B. einer sei­ner aktu­el­len Azu­bis. In der Berufs­schu­le kommt er heu­te gut klar. „Er war direkt sym­pa­thisch und kann super mit Men­schen umge­hen“, hebt Lang wei­te­re Kom­pe­ten­zen des jun­gen Man­nes hervor.

Wel­che Bewer­bung flat­tert wohl als nächs­tes her­ein? Lang lässt sich über­ra­schen und fegt mög­li­che Vor­ur­tei­le wie­der ein­mal vom Tisch.

Pia Engel­brecht

Ein Beruf mit Sinn

Im Gespräch mit der OT-Redak­ti­on erläu­tert Dr. ­Ste­phan Drucks, was ihn dazu moti­viert hat, Ortho­pä­die­tech­ni­ker zu wer­den, wie Betrie­be auf sei­ne Bewer­bung ­reagiert haben und war­um er sich auch heu­te immer wie­der für die Aus­bil­dung ent­schei­den würde.

OT: Das Durch­schnitts­al­ter bei Aus­bil­dungs­start liegt in Deutsch­land bei rund 20 Jah­ren. War­um haben Sie sich nach Ihrem Sozio­lo­gie­stu­di­um und vie­len Jah­ren im Beruf so spät noch für eine Aus­bil­dung entschieden?

Ste­phan Drucks: Ich fra­ge mich öfter, war­um ich das nicht schon eher gemacht habe. Mei­ne Eltern hat­ten bei­de eine Aus­bil­dung im kauf­män­ni­schen Bereich absol­viert. Mir leg­ten sie aber nie nahe, es ihnen nach­zu­ma­chen. Mir wur­de sug­ge­riert, der ers­te Bil­dungs­weg bis zum Stu­di­um sei der eigent­lich nor­ma­le und rich­ti­ge Weg. Die­se Erwar­tung schien selbst­ver­ständ­lich, ohne dass es in der Fami­lie dafür ein Vor­bild, eine Begrün­dung, Aus­tausch oder Unter­stüt­zung gege­ben hät­te. Ich mag For­schungs­ar­beit, aber als Pro­fes­sor sah ich mich nie, und ande­re Beschäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten wer­den durch Wis­sen­schafts­zeit­ver­trags­ge­setz und ultra­kur­ze Ver­trä­ge immer frag­wür­di­ger. Schließ­lich ent­schied ich mich, statt­des­sen kon­se­quent mei­nen Inter­es­sen zu fol­gen. Die Ent­schei­dung zur Aus­bil­dung war letzt­lich leicht: Ortho­pä­die-Tech­nik ist ein Beruf, mit dem man Men­schen kon­kret und mit­un­ter ganz exis­ten­zi­ell wei­ter­hel­fen kann. Das macht Sinn. Ich woll­te nicht irgend­ei­ne Aus­bil­dung machen, son­dern Ortho­pä­die-Tech­nik ler­nen. Mein vor­he­ri­ger Beruf war nicht ansatz­wei­se ähn­lich, und eine Umschu­lung wur­de mir nicht in Aus­sicht gestellt, also habe ich mich um einen Aus­bil­dungs­platz bewor­ben, um das Gan­ze gründ­lich zu machen.

OT: War­um war es Ihnen wich­tig, einen hand­werk­li­chen Beruf zu erler­nen? Und wie sind Sie auf den Bereich Ortho­pä­die-Tech­nik auf­merk­sam geworden?

Drucks: Ein paar Stu­di­en­jah­re lang hat­te ich mehr gejobbt als stu­diert, dabei oft schwer kör­per­lich gear­bei­tet. Dar­an dach­te ich eigent­lich immer ger­ne zurück. Pri­vat baue ich mir immer mal Din­ge selbst, hat­te aber nie wie ein rich­tiger Hand­wer­ker mit spe­zi­el­len Werk­zeu­gen gear­bei­tet, und immer Leu­te benei­det, die das kön­nen. Nun woll­te ich aber gar nicht vor allem irgend­was Hand­werk­li­ches machen, son­dern etwas, was jeden Tag jeman­dem hilft. Mit tech­ni­schen Hilfs­mit­teln befas­se ich mich pri­vat seit dem Schlag­an­fall mei­ner Mut­ter vor etwa fünf Jah­ren. Als ein vom Arbeits­amt ver­mit­tel­ter Coach mich auf mein frü­he­res Inter­es­se an Fahr­rä­dern ansprach, wuss­te ich auf ein­mal, dass ich zwar nicht mehr an Fahr­rä­dern, aber unbe­dingt an Roll­stüh­len schrau­ben woll­te. Von Ortho­pä­die-Tech­nik hat­te ich vor­her schon gele­sen und dann fiel der Ent­schluss ziem­lich plötz­lich. Der gro­ße Kon­trast zur uni­ver­si­tä­ren Arbeit ist im Grun­de fol­ge­rich­tig: Dort wur­de zuneh­mend zu Gesund­heits­kom­pe­tenz und deren sys­te­mi­schen Vor­aus­set­zun­gen gear­bei­tet. Ich hielt es für min­des­tens eben­so wesent­lich, kon­kre­ten Per­so­nen tat­kräf­tig gesund­heits­re­le­van­te Ange­bo­te zu machen. Medi­zin stu­die­ren woll­te ich nun nicht gera­de mehr. Aber Pro­the­tik und Orthe­tik sind genau­so wichtig.

OT: Hat­ten Sie Beden­ken, dass Ihr Alter ein Ausschluss­kriterium für Betrie­be sein könn­te oder Sie auf­grund Ihrer Vita womög­lich als über­qua­li­fi­ziert wahr­ge­nom­men werden?

Drucks: Wegen mei­nes Alters aus­ge­schlos­sen zu wer­den, hielt ich für mög­lich. Dar­über nach­zu­den­ken, bringt ­einen aber in eine defen­si­ve Hal­tung und lenkt vom Wesent­lichen ab. Ich bin froh, die­sen Beden­ken nicht nach­ge­ge­ben zu haben. Es gab die Sor­ge, als über­qua­li­fi­ziert zu gel­ten, obwohl ich das ja offen­sicht­lich nicht war. Sozio­lo­gie­stu­di­um und Pro­mo­ti­on in Erzie­hungs­wis­sen­schaf­ten qua­li­fi­zie­ren selbst­ver­ständ­lich nicht für Ortho­pä­die-Tech­nik. Ich wäre dazu qua­li­fi­ziert, Fra­gen nach Zuschrei­bun­gen wie „Über­qua­li­fi­ka­ti­on“ oder Fra­gen nach Aus­schluss­ri­si­ken in ein For­schungs­pro­jekt umzu­schrei­ben. Viel­leicht bie­tet sich das ja irgend­wann ein­mal an. Aber als Ortho­pä­die­tech­ni­ker ste­he ich halt ganz am Anfang.

OT: Wie haben die Betrie­be schließ­lich auf Ihre Bewer­bung reagiert?

Drucks: Ich bekam ins­ge­samt wenig Rück­mel­dung. Ob das am Alter lag, weiß ich gar nicht. Wich­ti­ger war viel­leicht, dass ich mich erst recht kurz vor Ausbildungs­beginn zum Bewer­ben ent­schlos­sen hat­te. Die ein­zi­ge ­tele­fo­ni­sche Rück­mel­dung kam vom Chef des Betrie­bes, in dem ich dann auch den Aus­bil­dungs­ver­trag unter­schrieb. Eine Bewer­bung von jeman­dem in mei­nem Alter und mit mei­nen Qua­li­fi­ka­tio­nen wur­de hier als eine Neue­rung wahr­ge­nom­men, auf die man sich ein­fach mal ein­las­sen kann. Das war dann wohl der Chef, den ich brauchte.

Von­ein­an­der lernen

OT: Was haben Sie auf­grund Ihrer Berufs- und Lebens­erfahrung jün­ge­ren Aus­zu­bil­den­den voraus?

Drucks: Kon­kre­te Vor­tei­le betref­fen die Berufs­schu­le. Ich schrei­be ver­gleichs­wei­se ger­ne und sicher Tex­te ver­schie­de­ner Art und ste­he mit grö­ße­rem Ver­gnü­gen als vie­le Jün­ge­re zum Refe­rie­ren vor­ne im Klas­sen­raum, weil das für mich gefühlt der bes­te und der natür­li­che Platz ist. Das erleich­tert es, sich zum Ler­nen zu moti­vie­ren und etwas für die Noten zu tun. Inwie­fern das ande­ren Azu­bis nüt­zen kann und ob dar­in Vor­tei­le für die prak­ti­sche Arbeit und für den Betrieb lie­gen, könn­te sich noch her­aus­stel­len bzw. bespro­chen und aus­pro­biert werden.

OT: Was ler­nen Sie im Gegen­zug von Ihren Mitazubis?

Drucks: Von Mit­a­zu­bis kann ich alles ler­nen, was die schon kön­nen und wis­sen, wenn sie mich dar­an teil­ha­ben las­sen. Das beruht auf Gegen­sei­tig­keit und ist unab­hän­gig vom Alters­un­ter­schied. Das wur­de klar in der Woche über­be­trieb­li­cher Lehr­lings­un­ter­wei­sung im Juni. Wir arbei­te­ten par­al­lel an ver­schie­de­nen Auf­ga­ben. Man war immer mal irgend­wo einen Schritt vor­aus und an ande­rer Stel­le einen Schritt zurück. Und dann fragt und hilft man sich gegen­sei­tig. Man tauscht sich halt aus.

OT: Wie ist das Ver­hält­nis zwi­schen Ihnen und (womög­lich jün­ge­ren) Ausbilder:innen und Mitarbeiter:innen? Spie­len Ihr Alter und Ihre Berufs­er­fah­rung dabei eine Rolle?

Drucks: Eine span­nen­de Fra­ge. Es gibt nicht das eine Ver­hält­nis zu allen ande­ren. Da sind Unter­schie­de, weil Leu­te eben unter­schied­lich sind. Aber es gibt schon Irri­ta­tio­nen durch die­se unge­wöhn­li­che Ver­knüp­fung von Sta­tus, Alter und Lebens­lauf. „Aus­ge­lernt“ sein und Berufs­erfahrung als Ortho­pä­die­tech­ni­ker, das sind schein­bar selbstverständ­lich an Lebens­pha­sen gebun­de­ne, jeden­falls im Betrieb gül­ti­ge Wäh­run­gen. Ein Mensch mittle­ren Alters ohne sol­che Meri­ten erscheint ­sper­rig, ja begrün­dungs­be­dürf­tig. Ich möch­te vor allem ler­nen, Hilfs­mittel zu bau­en und anzu­pas­sen. Mög­li­cher­wei­se gibt es aber unaus­ge­spro­che­ne ande­re Erwar­tun­gen an mich. Dann wäre es am bes­ten, mir die­se deut­lich zu sagen. Man­ches könn­te ich ja viel­leicht bedie­nen. Kom­mu­ni­ka­ti­on ist immer her­aus­for­dernd, aber umso mehr, wenn mit Sta­tus­hier­ar­chien ver­bun­de­ne Vor­stel­lun­gen irri­tiert wer­den. Hier­über machen sich Ausbilder:innen und Mitarbeiter:innen offen­sicht­lich auch Gedan­ken. Eine sag­te mir letz­tens, sie hät­te sich erst an den Gedan­ken gewöh­nen müs­sen, einem lebens­er­fah­re­ne­ren Men­schen Din­ge „wie für Blö­de“ zu erklä­ren. Genau das aber eröff­net mir Chan­cen, zu ler­nen und mich anzu­pas­sen. Ich freue mich, wenn man mich wie einen Men­schen behan­delt, der einen tech­ni­schen Beruf ler­nen möch­te. Auf den Platz als „nur Aus­zu­bil­den­der“ hin­ge­wie­sen zu wer­den, fin­de ich gelin­de gesagt über­flüs­sig. Das mit der Wei­sungs­bin­dung und den für Azu­bis typi­schen Auf­ga­ben ver­ste­he ich sowie­so. Ver­kramp­fun­gen beim Aus­spre­chen von Kri­tik gibt es immer. Zuwei­len liegt das aber auch am Alters­un­ter­schied. Ich wür­de bei Berufs­wahl und Aus­bil­dung mit 50+ dazu raten, Sor­gen wegen Alters­un­ter­schied und „Über­qua­li­fi­ka­ti­on“ erst mal den ande­ren Betei­lig­ten zu über­las­sen, aber spä­ter sen­si­bel auf deren Zei­chen zu ach­ten und die­se öfter aktiv anzu­spre­chen, als ich das bis­lang getan habe. Das erleich­tert womög­lich eini­ges. Ich habe da Vor­sät­ze. Ins­ge­samt wäre ich für mehr älte­re Aus­zu­bil­den­de in den Betrie­ben, damit das nor­ma­ler wird.

Die rich­ti­ge Entscheidung

OT: Wie reagie­ren die Kund:innen auf Sie?

Drucks: Kund:innen erwar­ten viel­leicht nicht als aller­ers­tes, dass ich der Aus­zu­bil­den­de bin. Es steht aber auf mei­nem Namens­schild. In Bera­tungs­ge­sprä­chen zeigt sich schnell, dass eine Kol­le­gin oder ein Kol­le­ge rou­ti­nier­ter und kennt­nis­rei­cher auf­tritt und wie die Rol­len ver­teilt sind. Um mög­li­che Zwei­fel aus­zu­räu­men, sage ich schon mal so etwas wie „die Kol­le­gin hat das Kommando“.

OT: Jetzt, rund ein Jahr nach Aus­bil­dungs­start: War es die rich­ti­ge Ent­schei­dung, den Weg Rich­tung Ortho­pä­die-Tech­nik einzuschlagen?

Drucks: Die Ent­schei­dung hal­te ich immer noch für rich­tig, obwohl das ers­te Jahr schwie­rig war. Im Novem­ber riss mir rechts die dista­le Bizeps­seh­ne. Das bedeu­te­te mona­te­lang Pau­se und immer noch Ein­schrän­kung. Damit stand alles infra­ge, zumal die Ver­let­zung mit Vor­ver­schleiß – also Alter – zu tun hat­te. Ein „nor­ma­ler“ Aus­bil­dungs­ver­lauf war dadurch nicht mög­lich, was für alle läs­tig ist. Aber letzt­lich möch­te ich Ortho­pä­die­tech­ni­ker wer­den. Außer­dem arbei­tet der Betrieb in moti­vie­ren­der Wei­se am Ausbildungskonzept.

Die Fra­gen stell­te Pia Engelbrecht.

 

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