Mit Audrey Hepburn im Bruststudio

Groß, hell und fast schon luxuriös – so empfängt das Sanitätshaus Lettermann seine Kundinnen mit Brustoperationen in seinem Bruststudio. Über die Studioeinrichtung und ausgewähltes Personal wolle das Unternehmen mit Sitz in Viersen den Kundinnen Wertschätzung vermitteln, wie die Prokuristin Nicole Lettermann im Gespräch mit der OT-Redaktion erklärt.

Das Stu­dio­sty­ling mit der sehr prä­sen­ten Audrey Hepburn erzeu­ge den Ein­druck, als Frau in eine Bou­tique und nicht als Kran­ke in eine medi­zi­ni­sche Ein­rich­tung zu gehen. Bereits mit die­sem Umfeld unter­stüt­ze das Sani­täts­haus das Selbst­be­wusst­sein der Frau­en, so Let­ter­mann. Denn im Mit­tel­punkt der Bera­tung müss­ten die Frau­en ste­hen, die doch Bit­te­res erlebt hät­ten: „Sie wur­den teils von ihren Män­nern ver­las­sen, füh­len sich even­tu­ell nicht mal mehr als Frau­en. Ein wert­schät­zen­der Umgang ist hier zwin­gend not­wen­dig.“ Lei­der wür­den die Frau­en in vie­len Sani­täts­häu­sern in klei­nen, dunk­len Kabi­nen hin­ter einem Vor­hang neben einer Kabi­ne für die Ein­la­gen­ver­sor­gung über ihre Geschich­te spre­chen müs­sen, um eine Ver­sor­gung mit Brust­pro­the­sen oder ‑teil­pro­the­sen zu erhal­ten. „Das ist nicht hilf­reich für die Psy­che und in der Ver­sor­gung“, sagt die 56-Jährige.

Über das Ambi­en­te hin­aus set­ze das Unter­neh­men im Brust­stu­dio auf erfah­re­ne und ganz beson­ders empa­thi­sche Mit­ar­bei­te­rin­nen. „Empa­thie kann man nicht ler­nen. Kei­ne Chan­ce. Die hat man oder nicht“, betont Let­ter­mann, die eine Aus­bil­dung als Trai­ne­rin und Coach hat. Umso bes­ser kön­ne man die Mit­ar­bei­te­rin­nen im Bereich der Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung schu­len. Bei den jähr­li­chen Semi­na­ren und Refres­her­kur­sen und bei Schu­lun­gen zu Neu­pro­duk­ten setzt das Sani­täts­haus auf die Pro­du­zen­ten und ihre Ange­bo­te: „Die haben super ange­neh­me Mit­ar­bei­ter und tol­le Schulungen.“

Vom BH bis zur maß­ge­schnei­der­ten Brustepithese

Im Brust­stu­dio bie­tet das Sani­täts­haus alles rund um die Ver­sor­gung für Frau­en nach Brust­ope­ra­tio­nen an: Denn „alles, was die gesun­de Brust braucht, benö­tigt auch die ope­rier­te“, erklärt Let­ter­mann. Die ange­bo­te­nen brust­pro­the­ti­schen Hilfs­mit­tel kom­men in ihrem Haus von Amoe­na und die BHs sowie Bade­mo­den von Ani­ta. Alle Grö­ßen und Qua­li­tä­ten sei­en vor­rä­tig, sodass die Kun­din­nen wie in einer Bou­tique die aus­ge­such­te Ware sofort mit­neh­men könn­ten. In reprä­sen­ta­ti­ven The­ken fi nden die Kun­din­nen ver­schie­de­ne Brust­pro­the­sen und ‑teil­pro­the­sen in unter­schied­li­chen Grö­ßen und Qua­li­tä­ten. „Es ist uns wich­tig, dass die Frau­en die Pro­the­sen anfas­sen kön­nen, um sich mit ihnen ver­traut zu machen“, erklärt Let­ter­mann. So könn­ten sie auch die Unter­schie­de in den Mate­ria­li­en ertas­ten, von denen eini­ge gege­be­nen­falls eine Auf­zah­lung erfor­dern. Schließ­lich über­neh­men die Kran­ken­kas­sen nur alle zwei Jah­re die Kos­ten für eine neue Brust­pro­the­se oder- teil­pro­the­se. Wobei der Trend klar zu Teil­pro­the­sen gehe, da immer brust­auf­bau­en­der ope­riert wer­de. Des­halb habe das Unter­neh­men im ver­gan­ge­nen Jahr in eine neue Tech­nik inves­tiert, berich­tet Let­ter­mann: „Wir gehö­ren zu den sehr weni­gen Betrie­ben in Deutsch­land, die ein Mess­sys­tem von Amoe­na ver­wen­den, um indi­vi­du­el­le exter­ne Brust­auf­bau­ten, sprich Maß­epi­the­sen, erstel­len zu kön­nen. Damit kön­nen unse­re fünf Mit­ar­bei­te­rin­nen die ope­rier­te Brust bei beson­ders star­ker Ver­nar­bung an die nicht­ope­rier­te anglei­chen. Das ist psy­chisch wie phy­sisch eine gro­ße Ent­las­tung für die Frauen.“

Schnel­le Erst­ver­sor­gung in der Klinik

Vor dem Besuch des Brust­stu­di­os steht die Erst­ver­sor­gung in der Kli­nik. Das Sani­täts­haus arbei­tet mit zwei Kli­ni­ken in der Regi­on eng zusam­men. Die Kli­ni­ken pla­nen für den drit­ten oder vier­ten post­ope­ra­ti­ven Tag einen fes­ten Ter­min mit einer der Fach­kräf­te des Sani­täts­hau­ses ein. So bekom­men die Pati­en­tin­nen schnell eine Erst­ver­sor­gung und ver­tie­fen­de Infor­ma­tio­nen über wei­ter­füh­ren­de Mög­lich­kei­ten. „Die meis­ten Frau­en kön­nen die Fül­le der Infor­ma­tio­nen kurz nach der OP nicht ver­ar­bei­ten, das ist zu dem Zeit­punkt auch nicht not­wen­dig“, unter­streicht Let­ter­mann. „Aber sie haben einen ers­ten Ein­druck und kom­men dann nach zwei oder drei Mona­ten zu uns, um sich umfas­send bera­ten zu lassen.“

Ande­re Kun­din­nen kämen auf Emp­feh­lung, ent­deck­ten ihre Ser­vices in den Sozia­len Medi­en oder über ihre jähr­li­che Moden­schau. Ins­be­son­de­re auf Face­book und Insta­gram sei das Unter­neh­men sehr aktiv. Eini­ge Frau­en kämen aber zu ihnen, weil sie mit der Ver­sor­gung durch ein ande­res Sani­täts­haus nicht zufrie­den sei­en. „Wir sehen viel zu vie­le unpas­sen­de Ver­sor­gun­gen“, kri­ti­siert Let­ter­mann. Die Kun­din­nen ihres Brust­stu­di­os wür­den bis zu 80 Kilo­me­ter Anrei­se auf sich nehmen.

Pro­ku­ris­tin Nico­le Let­ter­mann vom Sani­täts­haus Let­ter­mann wünscht sich mehr Wert­schät­zung im Umgang mit brust­am­pu­tier­ten Frau­en. Foto: Susan­ne Grabarz

Nie­der­ge­las­se­ne Ärz­te und Fach­ärz­te sei­en den regel­mä­ßi­gen Infor­ma­ti­ons­be­su­chen, mit denen sie über Ver­sor­gungs­mög­lich­kei­ten nach Brust-OPs und den oft mit­be­trof­fe­nen Lymph­drü­sen auf dem Lau­fen­den gehal­ten wer­den, sehr auf­ge­schlos­sen, beob­ach­tet die Pro­ku­ris­tin. Seit fast einem Jahr ver­sucht das Sani­täts­haus die Wis­sens­lü­cken der Medi­zi­ner in die­sem Bereich gemein­sam mit Amoe­na zu schlie­ßen. Eine Außen­dienst­mit­ar­bei­te­rin des Sani­täts­hau­ses besucht die Ärz­te, die brust­am­pu­tier­te Pati­en­tin­nen behan­deln, und infor­miert sie über moder­ne Ver­sor­gungs­kon­zep­te mit Voll- und Teil­brust­epi­the­sen sowie Hilfs­mit­teln für die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie. Zum ganz­heit­li­chen Ansatz der Ver­sor­gung gehö­ren auch die manu­el­le Lymph­drai­na­ge und die appa­ra­ti­ve inter­mit­tie­ren­de Kom­pres­si­ons­the­ra­pie (AIK). Wirt­schaft­lich sei es ein lang­fris­ti­ges Invest­ment, wie Nico­le Let­ter­mann abschlie­ßend bemerkt. Das Sani­täts­haus mit ins­ge­samt 140 Mit­ar­bei­tern sei aber ein Voll­sor­ti­men­ter und da gehö­re die Ver­sor­gung nach Brust-OPs selbst­ver­ständ­lich dazu. „Und wenn man etwas macht, dann mit Leidenschaft!“

Ruth Jus­ten

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