Mehr als eine Frage der Haltung

Fachleute aus Medizin, Physiotherapie und Orthopädie-Technik trafen dort auf Betroffene und Angehörige, um aktuelle Entwicklungen und praktische Erfahrungen auszutauschen.
Den Auftakt bildeten Beiträge aus medizinischer Perspektive zur Einordnung und Behandlung der Skoliose. Dr. Domenic Grisch (Kinderspital Zürich) stellte die verschiedenen Arten der Erkrankung vor – von der idiopathischen sowie kongenitalen über die neuromuskuläre bis hin zur degenerativen Skoliose. Dr. Christian Hülstrunk (Asklepios Katharina-Schroth-Klinik Bad Sobernheim) beleuchtete darüber hinaus mögliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit.
Einen zentralen Stellenwert nahm die Rolle der Orthopädie-Technik ein. Urs Schweingruber (Ortho-Team Zürich) präsentierte verschiedene Versorgungsmöglichkeiten und deren Anwendung je nach Indikation und Verlauf. Der Einfluss von Sport als Bestandteil der Therapie wurde von Dr. Florian Schaub (Kinderspital Zürich) eingeordnet. Auch operative Verfahren wurden im Rahmen des Kongresses thematisiert. Prof. José Miguel Spirig und Prof. Christoph Laux (Universitätsklinik Balgrist) gaben Einblicke in aktuelle Techniken zur Versteifung der Wirbelsäule.
Besonders greifbar wurde die Thematik durch die Erfahrungsberichte von drei Patientinnen und Patienten. Diese schilderten im Gespräch mit Physiotherapeutin Rachel Cott (Kinderspital Zürich) ihren Alltag mit Korsett, insbesondere die Herausforderungen, die sich über längere Behandlungsverläufe hinweg ergeben.
Am Nachmittag folgten praxisorientierte Workshops, die sich an Fachleute sowie an Betroffene und Angehörige richteten. Im Workshop „Mit Herz und Haltung – Eltern unterstützen, um Kinder zu stärken“, durchgeführt von Dr. Sylvia Willy und Mia Suter (beide VSS), standen familiäre Dynamiken im Umgang mit Skoliose im Mittelpunkt. Dabei stellte sich heraus, dass die betroffenen Kinder meist weniger besorgt sind als die Eltern und diesen sogar als mentale Unterstützung dienen.
Der Workshop „Neustart: Ideen für ein Heimprogramm nach einer Skoliose-Operation“ unter Leitung von Jasmin Erni (Universitätsklinik Balgrist) widmete sich der postoperativen Rehabilitation. Die Physiotherapeutin machte deutlich, wie bedeutsam gezieltes Training ist, und zeigte den Teilnehmern konkrete Übungen für zu Hause. Ein weiterer Workshop bot durch Prof. José Spirig, Prof. Christoph Laux und Ramona Binder (Stryker) eine anschauliche Demonstration einer Operation zur Begradigung der Wirbelsäule. Parallel dazu erhielten betroffene Kinder und Jugendliche im Rahmen eines Jugendprogramms eine altersgerechte Einführung in das Krankheitsbild sowie ein begleitendes Kreativangebot.
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