MDR-Live-Video­talk: OT-Bran­che sieht sich auf gutem Weg

Die OT-Branche hat keine Angst vor dem Inkrafttreten der Medical Device Regulation (MDR) am 26. Mai 2021. Dies unterstrichen die 225 Teilnehmer des Live-Videotalks: „Es ist 5 vor 12 – MDR-Experten beantworten die wichtigsten Fragen für den Endspurt" im Rahmen einer während der Veranstaltung am 11. Mai durchgeführten Umfrage. Der Großteil der Betriebe fühlt sich gut vorbereitet, wenngleich an einigen Stellen noch Nachbesserungsbedarf besteht.

Unter­stüt­zung bei der Vor­be­rei­tung auf die MDR bekommt das Fach unter ande­rem vom Bun­des­in­nungs­ver­band für Ortho­pä­die-Tech­nik (BIV-OT): „Wenn sich jeder Betrieb oder jedes Unter­neh­men selbst um die Umset­zung küm­mern müss­te, gäbe das Kraut und Rüben, ent­spre­chend war es uns wich­tig, ein­fa­che Struk­tu­ren zu schaf­fen und so vie­le Hil­fe­stel­lun­gen wie mög­lich zur Ver­fü­gung zu stel­len“, erklärt Lars Grun, Vor­stands­mit­glied und Vor­sit­zen­der des Berufs­bil­dungs­aus­schus­ses im BIV-OT.

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Axel Sig­mund, Lei­tung Berufs­bil­dung, For­schung und Digi­ta­li­sie­rung im Bun­des­in­nungs­ver­band und Mit­glied der AG MDR der Deut­schen Gesell­schaft für inter­pro­fes­sio­nel­le Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung e. V. (DGIHV), unter­streicht die­se Aus­sa­ge und ergänzt: „Es gibt unter­schied­li­che Sicht­wei­sen auf die MDR, aber am Ende zählt ein gemein­sa­mer Blick auf die Sache, einen Weg zu berei­ten, der für alle gang­bar ist.“ Die pro­fes­sio­nel­le Umset­zung der MDR in Deutsch­land hat auch in ande­ren euro­päi­schen Län­dern für Nach­fra­gen gesorgt. So sind aktu­ell bei­spiels­wei­se Frank­reich und die Schweiz sehr am deut­schen Kon­zept interessiert.

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Eine frü­he Fra­ge aus dem Teil­neh­mer­kreis beschäf­tig­te sich mit einem prak­ti­schen Punkt: „Muss mei­ne Home­page auch MDR-kon­form sein?“ „Natür­lich soll­te man auf sei­ner Home­page kei­ne fal­schen Ver­spre­chun­gen oder Anga­ben machen, aber das ist kein klas­si­sches MDR-The­ma“, ant­wor­te­te Axel Sig­mund. Und Lars Grun bestä­tig­te: „Die MDR zielt in ers­ter Linie auf die Ver­sor­gung ab.“

Als drit­ter Refe­rent war Mario Hom­mel, Mit­glied der Geschäfts­lei­tung der Jütt­ner Unter­neh­mens­grup­pe und eben­falls in der AG MDR der DGIHV aktiv, zuge­schal­tet. Die Bran­che habe bei der Vor­be­rei­tung zur Umset­zung der Medi­zin­pro­duk­te-Ver­ord­nung nicht bei null anfan­gen müs­sen: „Auch vor der MDR hat­ten wir schon Auf­la­gen und Regu­la­ri­en zu erfül­len. Am Ende geht es dar­um, altes deut­sches Recht in moder­nes euro­päi­sches Recht umzu­wan­deln.“ Ziel der Ver­ord­nung sei es, die Pati­en­ten­si­cher­heit zu erhö­hen. Ent­spre­chend wich­tig sei bei Jütt­ner die effi­zi­en­te Umset­zung des Qualitätsmanagements.

„Hut ab vor dem, was Mario Hom­mel und sei­ne Mann­schaft in die­sem Bereich auf die Bei­ne gestellt haben“, kom­men­tier­te Sebas­ti­an Kal­ten­bach, Audi­tor beim ZDH-Zert, den vor­an­ge­gan­ge­nen Vor­trag.  Qua­li­täts­ma­nage­ment müs­se bei Betrie­ben unter­schied­li­cher Grö­ßen­ord­nung zwar stets eine Rol­le spie­len, in der Pra­xis gebe es aber natür­lich unter­schied­li­che Vor­ge­hens­wei­sen. „Ich kann sagen, dass die Bran­che auf einem sehr guten Weg ist“, so sein Zwischenfazit.

Als Medi­en­part­ner der vom Ver­lag Ortho­pä­die-Tech­nik und der Con­fairm­ed GmbH orga­ni­sier­ten Talk­run­de war Mat­thi­as Rein­hard, Ver­triebs­lei­ter für Heil- und Hilfs­mit­tel beim Abrech­nungs­dienst­leis­ter Opti­ca, zuge­schal­tet. Er prä­sen­tier­te dem Publi­kum an den Bild­schir­men schlan­ke und effi­zi­en­te Soft­ware­lö­sun­gen aus sei­nem Hau­se, die auch das The­ma MDR mit­ein­be­zie­hen. Für Rein­hard bot die Ver­an­stal­tung nicht nur eine Büh­ne für das eige­ne Pro­dukt: „Ich habe viel Posi­ti­ves aus die­ser Gesprächs­run­de mit­ge­nom­men. Din­ge, die ich wei­ter­lei­ten kann, um auch für uns Detail­an­pas­sun­gen vor­neh­men zu können.“

Dass sich die mehr­fach ange­spro­che­ne AG MDR mit dem Stich­tag 26. Mai auf­lö­sen wird, glaubt indes kei­ner der anwe­sen­den Gesprächs­gäs­te. Im Gegen­teil, wie Axel Sig­mund aus­führt: „Wir haben vie­le Punk­te schon erfolg­reich umge­setzt. Anpas­sun­gen wird es aber auch wei­ter­hin geben. Bei­spiels­wei­se wird uns die kli­ni­sche Nach­ver­fol­gung auch wei­ter­hin beschäf­ti­gen. Wir müs­sen auch ein­fach sehen, wie die Rück­mel­dun­gen aus der Pra­xis in den kom­men­den sechs Mona­ten sein wer­den.“ Das sieht auch Mario Hom­mel so. „Die MDR ist ein Pro­zess, bei dem regel­mä­ßi­ge Über­prü­fun­gen auch in Zukunft gewähr­leis­tet blei­ben müs­sen.“ Sebas­ti­an Kal­ten­bach schloss mit den Wor­ten: „Natür­lich wird uns die MDR auch in Zukunft beschäf­ti­gen, das Inkraft­tre­ten nimmt die Anfor­de­run­gen an alle Betei­lig­ten ja nicht vom Markt. Durch Sprech­stun­den und Semi­na­re kön­nen wir aber alle Betrie­be und Unter­neh­men wei­ter­hin unter­stüt­zen und auf einen guten Weg brin­gen. Auf die­sem guten Weg befin­den sich die meis­ten aber bereits.“

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