Dia­be­tes Kon­gress 2019: Neue Prä­si­den­tin zum 55. Jubiläum

Zum 54. Diabetes Kongress der Deutschen Diabetes ­Gesellschaft (DDG) begrüßten die Ausrichter vom ­29. Mai bis 1. Juni knapp 6.000 Teilnehmer und damit 500 weniger als zur Vorjahrestagung.

Unter der Lei­tung des dies­jäh­ri­gen Kon­gressprä­si­den­ten Prof. Dr. Micha­el Roden stand die Ver­an­stal­tung unter der Über­schrift „Dia­be­tes – nicht nur eine Typ-Fra­ge“. In mehr als 77 Sym­po­si­en, ­22 Work­shops sowie Dis­kus­si­ons­run­den und wis­sen­schaft­li­chen Kurz­bei­trä­gen infor­mier­ten sich die Teil­neh­mer über die neu­es­ten Ent­wick­lun­gen der Dia­be­tes­for­schung und ‑behand­lung. Unter ande­ren stan­den die The­men Dia­be­tes­klas­si­fi­ka­ti­on, Remis­si­on und gen­der­be­zo­ge­ne Aspek­te, Umwelt­fak­to­ren, psy­cho­so­zia­le Aspek­te und die Lebens­qua­li­tät von Men­schen mit Dia­be­tes mel­li­tus auf dem Programm.

Ers­te Frau an der Spit­ze der DDG

Neben den fach­li­chen The­men dreh­te sich das Kon­gress­ge­sche­hen auch um die Wei­ter­ent­wick­lung der DDG und die Ver­sor­gungs­si­cher­heit der Pati­en­ten. Die medi­zi­ni­sche Fach­ge­sell­schaft wur­de am 7. April 1964 in Wies­ba­den gegrün­det und ver­tritt 55 Jah­re nach ihrer Grün­dung die Inter­es­sen von rund 9.000 Mit­glie­dern und den rund sie­ben Mil­lio­nen an Dia­be­tes erkrank­ten Men­schen in Deutsch­land. Im Jubi­lä­ums­jahr führt erst­mals eine Frau die Fach­ge­sell­schaft: Vor­stands­mit­glied der DDG und Ärzt­li­che ­Direk­to­rin der Kli­nik für Inne­re Medi­zin I des Mari­en­hos­pi­tals Stutt­gart, Prof. Dr. med. Moni­ka Kel­le­rer, trat in Ber­lin für zwei Jah­re ihren Pos­ten als Prä­si­den­tin der DDG an. Sie folgt auf Prof. Dr. Dirk Mül­ler-Wie­land, der als Past-Prä­si­dent eben­so im Vor­stand der DDG tätig sein wird.

Im Vor­stand der Fach­ge­sell­schaft sit­zen wei­ter­hin: Vize-Prä­si­dent Prof. Dr. Andre­as Neu, Ober­arzt an der Uni­ver­si­täts­kli­nik für Kin­der- und Jugend­me­di­zin Tübin­gen, Prof. Dr. Jens Aber­le, Ärzt­li­cher Lei­ter des Ambu­lanz­zen­trums des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums Ham­burg-Eppen­dorf (UKE), Prof. Dr. Joa­chim Spran­ger, Direk­tor der Medi­zi­ni­schen Kli­nik für Endo­kri­no­lo­gie und Stoff­wech­sel­me­di­zin an der ­Cha­ri­té Uni­ver­si­täts­me­di­zin Ber­lin, Prof. Dr. Ralf Lob­mann, Ärzt­li­cher Direk­tor der Kli­nik für Endo­kri­no­lo­gie, Dia­be­to­lo­gie und Ger­ia­trie des Kli­ni­kums Stutt­gart, Dr. Hans-Mar­tin Reu­ter, Gemein­schafts­pra­xis für Inne­re Medi­zin Dia­be­to­lo­gi­sche Schwer­punkt­pra­xis in Jena, Dr. Mat­thi­as Kaltheu­ner, Gemein­schafts­pra­xis für Inne­re Medi­zin & Dia­be­to­lo­gie & All­ge­mein­me­di­zin Lever­ku­sen und Prof. Dr. Hen­drik Leh­nert, Direk­tor der Medi­zi­ni­schen Kli­nik I des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums Schles­wig-Hol­stein in Lübeck.

Nach­wuchs­för­de­rung im Fokus

In ihrer Antritts­re­de rück­te die neue Prä­si­den­tin die Nach­wuchs­för­de­rung in den Vor­der­grund. Sie beton­te, dass nach Exper­ten­schät­zung die Anzahl der Dia­be­tes­pa­ti­en­ten in den nächs­ten 20 Jah­ren auf bis zu 12 Mil­lio­nen Men­schen in Deutsch­land anstei­gen kön­ne. Gleich­zei­tig gebe es nur an acht Uni­ver­si­tä­ten eigen­stän­di­ge bet­ten­füh­ren­de kli­ni­sche Lehr­stüh­le für Dia­be­to­lo­gie in Deutsch­land. „Wir brau­chen den Erhalt und Aus­bau der dia­be­to­lo­gi­schen Lehr­stüh­le, um die­se Her­aus­for­de­rung meis­tern zu kön­nen“, sag­te Kel­le­rer. „Wer soll sonst den ärzt­li­chen Nach­wuchs in Zukunft aus­bil­den, wer die Pati­en­ten betreu­en und kli­ni­sche Stu­di­en durchführen?“

Zusätz­lich will sich die Prä­si­den­tin für die Wei­ter­ent­wick­lung der Zer­ti­fi­zie­rung wich­ti­ger Aspek­te in der Dia­be­testhe­ra­pie ein­set­zen, um die Qua­li­tät der Ver­sor­gung zu stei­gern. Sie begrüß­te in ihrer Rede aus­drück­lich die im Koali­ti­ons­ver­trag der aktu­el­len Bun­des­re­gie­rung fest­ge­leg­te „Natio­na­le Dia­be­tes-Stra­te­gie“, for­der­te aber, dass die­se Stra­te­gie end­lich bei der Bevöl­ke­rung ankom­men müs­se und auf Län­der­ebe­ne kon­kre­te Plä­ne zu deren Umset­zung ent­wi­ckelt wer­den. „Gro­ßen Erkennt­nis­ge­winn für opti­ma­le Vor­beu­gung und indi­vi­du­el­le The­ra­pie ver­spre­chen wir uns dar­über hin­aus von der digi­ta­len Pati­en­ten-Akte, die wir wei­ter­hin enga­giert vor­an­brin­gen wol­len“, ergänz­te Moni­ka Kellerer.

Vom 20. bis 23. Mai 2020 wird in Ber­lin der Dia­be­tes Kon­gress 2020 unter der Lei­tung von Kon­gressprä­si­dent Prof. Dr. Hen­drik Leh­nert stattfinden.

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