Ers­te Bache­lor- und Mas­ter­ab­sol­ven­tin­nen verabschiedet

Premiere an der BUFA:  Die ersten Bachelor- und Masterabsolventinnen des Studiengangs Orthopädie- und Rehabilitationstechnik sind verabschiedet worden. Lorena Klingebiel, Gina Steguweit, Jana Plückebaum und Eva Jungbluth nahmen ihre Urkunden während einer Feierstunde in Dortmund entgegen. Für alle geht es beruflich in der Orthopädie-Technik weiter: Frauenpower für das Handwerk!

Stu­di­en­gan­glei­te­rin Dr. Ann-Kath­rin Höm­me begrüß­te die Abgän­ge­rin­nen sowie deren Fami­li­en und Freun­de, die unter Ein­hal­tung der Coro­na-Regeln in der Bun­des­fach­schu­le für Ortho­pä­die-Tech­nik (BUFA) zusam­men­ka­men. „Wir stel­len gemein­sam mit der Fach­hoch­schu­le Dort­mund eine Ein­heit dar“, beton­te Höm­me. Die enge Ver­zah­nung, mit der die BUFA für den Stu­di­en­gang wirbt, wer­de auch hin­ter den Kulis­sen gelebt. „Genau so haben wir uns das vor­ge­stellt.“ Lars Grun, Vor­sit­zen­der des Ver­eins der Bun­des­fach­schu­le Ortho­pä­die-Tech­nik, schal­te­te sich online zu, um eini­ge Wor­te an die Absol­ven­tin­nen zu rich­ten. Er freut sich, dass mit dem Abschluss alle einen Platz in OT-Betrie­ben gefun­den haben und dort in unter­schied­li­chen Posi­tio­nen tätig wer­den: „Wir haben Nach­wuchs für das Fach geschaf­fen“, beton­te er. Prof. Dr.-Ing. Tho­mas Fel­der­hoff, Lei­ter des Stu­di­en­gangs sei­tens der FH Dort­mund, blick­te auf die Anfän­ge und die Ent­wick­lung des Stu­di­en­gangs zurück und bedank­te sich bei allen Betei­lig­ten für die frucht­ba­re Zusammenarbeit.

Den Beruf mit Herz und Hand leben

„Die Stu­die­ren­den sind Pio­nie­re und schrei­ben heu­te Stu­di­en­gangs­ge­schich­te“, beton­te Höm­me. Ab sofort gehör­ten sie zu den Inge­nieu­rin­nen der Ortho­­pä­­die- und Reha­bi­li­ta­ti­ons­tech­nik. Ein facet­ten­rei­ches Gebiet, bei dem der Mensch mit sei­nen indi­vi­du­el­len Beson­der­hei­ten im Mit­tel­punkt ste­he. „Wir sind stolz auf die Leis­tun­gen, die Sie erbracht haben“, lob­te Höm­me die Absol­ven­tin­nen und gab ihnen Leit­sät­ze ein­fluss­rei­cher Per­sön­lich­kei­ten mit auf den Weg, dar­un­ter einen von Schrift­stel­le­rin Astrid Lind­gren: „Frei­heit bedeu­tet, dass man nicht unbe­dingt alles so machen muss wie ande­re Men­schen“. Höm­me wünscht den Absol­ven­tin­nen, dass sie pas­sio­niert, offen und krea­tiv arbei­ten, ihren Beruf mit Herz und Hand leben. „Sie kön­nen nicht nach Sche­ma F ver­sor­gen. Jeder Mensch ist anders.“ Nach­dem auch Schul­lei­ter Ste­fan Bie­rin­ger Dan­kes­wor­te an die Stu­di­en­gangs­lei­tung und das zuge­hö­ri­ge Team aus­ge­spro­chen hat­te, lie­ßen die Absol­ven­tin­nen – davon eine Bache­lor und drei Mas­ter – ihre Zeit an der BUFA und FH Revue pas­sie­ren. Mit der Über­ga­be der Zeug­nis­se ist die­se Rei­se nun vorbei.

Nicht nur für die Stu­die­ren­den war die­ser Tag ein beson­de­rer. Abschied­neh­men hieß es auch auf der ande­ren Sei­te: Dr. Ann-Kath­rin Höm­me und ihre Stell­ver­tre­te­rin Chris­tin Rupprecht beglei­te­ten die vier Frau­en sei­tens der BUFA wäh­rend des gesam­ten Weges, vom Auf­nah­me­ge­spräch über Lehr- und Prü­fungs­pha­sen bis hin zum Abschluss. „Die Stu­die­ren­den lau­fen bei uns nicht als Num­mer“, so Höm­me. „Wir haben einen direk­ten Draht zu ihnen, ken­nen jeden ein­zel­nen per­sön­lich.“ Höm­me ist stolz auf die Ent­wick­lung und die guten Ergeb­nis­se, die die Absol­ven­tin­nen vor­wei­sen kön­nen. Das sei – beson­ders unter erschwer­ten Coro­na-Bedin­gun­gen – nicht selbst­ver­ständ­lich. Dank der fle­xi­blen Struk­tur des Stu­di­en­gangs war das Leh­ren und Ler­nen durch­gän­gig mög­lich. Die Modu­le konn­ten in unter­schied­li­cher Rei­hen­fol­ge belegt wer­den, auch Pro­jek­te wur­den bei Bedarf vor­ge­zo­gen oder nach hin­ten gescho­ben. Ande­re Ange­bo­te konn­ten digi­tal umge­setzt wer­den. „Die Stu­die­ren­den hat­ten immer einen Fuß im Betrieb und kamen dadurch nicht aus dem prak­ti­schen Arbei­ten heraus.“

Für Höm­me ist der ers­te Abschluss­jahr­gang Beweis dafür, dass die Ein­füh­rung des Stu­di­en­gangs Ortho­pä­die- und Reha­bi­li­ta­ti­ons­tech­nik und die Zusam­men­ar­beit mit der FH Dort­mund der rich­ti­ge Schritt war. Wei­te­rer Nach­wuchs ist im Kom­men: Zum Win­ter­se­mes­ter 2021/22 sind zehn Frau­en und Män­ner gestartet.

Pia Engel­brecht

Gut vor­be­rei­tet ins Berufs­le­ben starten

Für die OT haben die vier Stu­den­tin­nen auf ihre Zeit an der BUFA und FH Dort­mund zurück­ge­blickt und ihre Erfah­run­gen aus­ge­tauscht – Gina Ste­gu­weit, Jana Plü­ckebaum und Eva Jung­bluth gemein­sam als Mas­ter­ab­sol­ven­tin­nen und Lore­na Klin­ge­biel als Bachelorabsolventin.

OT: Was hat Ihnen beson­ders gut gefal­len? Gibt es Verbesserungspotenzial?

Gina Ste­gu­weit, Jana Plü­ckebaum, Eva Jung­bluth: Posi­tiv war, dass wir die erlern­te Theo­rie sowohl in unse­ren Unter­neh­men als auch an der BUFA in der Pra­xis anwen­den konn­ten. Beson­ders gut gefal­len hat uns die Mischung aus Theo­rie, Pra­xis­ein­hei­ten und För­de­rung indi­vi­du­el­ler Schwer­punk­te in Pro­jek­ten und Aus­ar­bei­tun­gen. Auch der Aus­tausch in klei­nen Grup­pen kam nicht zu kurz. Durch die indi­vi­du­el­le Anmel­dung zu den ein­zel­nen Modu­len war viel Fle­xi­bi­li­tät gege­ben. Es gab unter­schied­li­che Prü­fungs­for­men und ‑arten, mit teil­wei­se selbst­ge­wähl­ten Interessenschwerpunkten.

Lore­na Klin­ge­biel: Beson­ders gut gefal­len hat mir die inten­si­ve und indi­vi­du­el­le Betreu­ung. An das wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten muss­te ich mich erst ein­mal gewöh­nen. Sicher wären hier ein bis zwei Übun­gen mehr sinn­voll gewe­sen, bei denen mög­li­che Stra­te­gien zur Recher­che, zum Auf­bau von Arbei­ten und die Zita­ti­on genau­er vor­ge­stellt wer­den. Zudem hät­te ich mir ein wenig mehr Mög­lich­kei­ten gewünscht, das theo­re­tisch Erlern­te im täg­li­chen Berufs­ge­sche­hen ein­brin­gen zu kön­nen. Doch für die Anwen­dung der Modulthe­men fehl­te zumeist die Zeit im beruf­li­chen Alltag.

OT: Inwie­fern hat sich die Coro­na-Pan­de­mie auf das Stu­di­um ausgewirkt?

Ste­gu­weit, Plü­ckebaum, Jung­bluth: Zu Beginn der Pan­de­mie wur­de der Modul­plan durch die BUFA ange­passt, indem für einen spä­te­ren Zeit­punkt geplan­te Modu­le, die Pro­jekt­ar­bei­ten beinhal­te­ten, kurz­fris­tig vor­ge­zo­gen wur­den. Online­un­ter­richt hat sich für die Ver­mitt­lung von Theo­rie bewährt, beson­ders für die Stu­den­tin­nen, die nicht vor Ort wohn­ten. Die erlern­te Theo­rie konn­te dann in Prä­senz­ver­an­stal­tun­gen ange­wen­det werden.

Klin­ge­biel: Von der Coro­na-Pan­de­mie war bei mir der Teil des Stu­di­ums betrof­fen, in dem ich am Meis­ter­kurs teil­ge­nom­men habe. Im ers­ten Lock­down hat­ten wir etwa zwei Mona­te Online­un­ter­richt. Das war für alle neu und unge­wohnt, aber die BUFA hat sehr zügig reagiert, uns den Lern­stoff auf die­se Wei­se zu ver­mit­teln. Das hat gut geklappt, aber Prä­senz­un­ter­richt bleibt trotz­dem mei­ne ers­te Wahl.

OT: Füh­len Sie sich gut auf das Berufs­le­ben vorbereitet?

Ste­gu­weit, Plü­ckebaum, Jung­bluth: Ja, dadurch dass wir zwi­schen den Pha­sen an der BUFA immer im Unter­neh­men tätig waren, füh­len wir uns sehr gut vor­be­rei­tet. Wir sind breit auf­ge­stellt, sowohl in der Fer­ti­gung als auch in der Ent­wick­lung und im wis­sen­schaft­li­chen Arbeiten.

Klin­ge­biel: Das Stu­di­um hat mir eine gute Grund­la­ge geschaf­fen, um nun im Berufs­le­ben Fuß zu fas­sen und mei­ne bis­her gesam­mel­ten Erfah­run­gen und mein (Fach-)Wissen wei­ter zu ver­tie­fen und aus­zu­bau­en. Vor allem durch die Ein­bli­cke in die ver­schie­de­nen Berei­che wäh­rend des Stu­di­ums hat sich ein gewis­ser Weit­blick bei mir ent­wi­ckelt. Mit die­sem fällt es mir leich­ter, inter­dis­zi­pli­nä­re Hin­ter­grün­de zu ver­ste­hen, was sich vor­teil­haft auf das Berufs­le­ben auswirkt.

OT: Wie geht es für Sie nach dem Abschluss beruf­lich weiter?

Ste­gu­weit, Plü­ckebaum, Jung­bluth: Wir wer­den in den Berei­chen Werk­statt, digi­ta­le Fer­ti­gung und Qua­li­täts­ma­nage­ment arbeiten.

Klin­ge­biel: Ich habe eine tol­le Stel­le in mei­nem bis­he­ri­gen Unter­neh­men ange­tre­ten. Dafür bin ich aus dem Bereich Pati­en­ten­ver­sor­gung in die Pro­dukt­ent­wick­lung gewech­selt. Dort wer­de ich aber wei­ter­hin regel­mä­ßig mit der Ortho­pä­die-Tech­nik in Berüh­rung kom­men, was für mich auch eine Vor­aus­set­zung an die neue Stel­le war.

OT: Wel­chen Tipp möch­ten Sie künf­ti­gen Studienanfänger:innen mit auf den Weg geben? 

Ste­gu­weit, Plü­ckebaum, Jung­bluth: Legt Prü­fun­gen sofort nach Modu­len­de ab und schiebt sie nicht auf. Sie sam­meln sich ansons­ten nur an.

Klin­ge­biel: Ich kann aus eige­ner Erfah­rung nur wei­ter­ge­ben, die Semes­ter­ar­bei­ten im bes­ten Fall zum vor­ge­se­he­nen Zeit­raum zu schrei­ben. Dann habt ihr es am Ende etwas ent­spann­ter und könnt euch dann voll auf die Abschluss­ar­beit konzentrieren.

                                                                                                                 Die Fra­gen stell­te Pia Engelbrecht.

 

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