Algen-basier­te Carbonfaser­komposite – ein neu­er CO2-spei­chern­der Werk­stoff für die Orthopädietechnik

Th. Brück, D. Garbe, F. Melcher, H. Seif
Carbonfaserkomposite sind ein präferierter Hochleistungswerkstoff in der Orthopädietechnik, da er sich durch geringes Gewicht und hohe mechanische Belastbarkeit auszeichnet. Die industrielle Herstellung ist jedoch mit sehr hohen Energiekosten und Treibhausgasemissionen verbunden. Um die legislativen Nachhaltigkeitsziele der Bundesregierung zu erreichen, sucht die Industrie aktuell nach neuen Prozesslösungen zur Darstellung biobasierter, erneuerbarer Carbonfaserkomposite. Die „GreenCarbon“-Technologieplattform der Technischen Universität München ermöglicht erstmals, aus Algenöl nachhaltige und CO₂-speichernde Carbonfaserkomposite herzustellen, die äquivalente physikalische und mechanische Eigenschaften wie konventionelle Mineralöl-basierte Carbonfaserkomposite aufweisen. Diese biobasierten Carbonfaserkomposite erreichen die gleichen Qualitätsmerkmale wie kommerzielle Produkte, die auch für die Medizintechnik zertifiziert sind. In einem Demonstratorprojekt konnten die Technologiepartner der Technischen Universität München und Elysium Industries GmbH (Weßling) nun erstmals eine Fußheberorthese herstellen, die alle Funktionstests dieser Produktklasse erfüllt. Weitere Anwendungsbeispiele, die der Orthopädietechnik Wege in eine nachhaltige CO₂-speichernde Bioökonomie aufzeigen, sind geplant.

Ein­lei­tung

Car­bon­fa­sern und Car­bon­fa­ser­kom­po­si­te sind als Hoch­leis­tungs- und Leicht­bau­werk­stoff aus der Ortho­pä­die­tech­nik nicht mehr weg­zu­den­ken. Meist wird die­ser Werk­stoff als soge­nann­tes vor­ge­fer­tig­tes „Pre­preg“, mit Matrix vor­im­prä­gnier­tes Car­bon­fa­ser­ge­we­be, in die gewünsch­te Form gebracht, aus­ge­här­tet und fin­det dann Ein­satz als las­ten­tra­gen­des Bau­teil in Pro­the­sen oder in der Orthe­tik, z. B. als Fuß­he­ber­or­the­se1.

Wäh­rend sowohl gerin­ges Gewicht und hohe Belast­bar­keit als auch ein­fa­che Ver­ar­beit­bar­keit von Car­bon­fa­ser­kom­po­si­ten gro­ße Vor­tei­le brin­gen, so ist die Her­stel­lung die­ses Werk­stof­fes mit einer sehr hohen Ener­gie- und CO₂-Last ver­bun­den, die nicht im Ein­klang mit aktu­el­len Nach­hal­tig­keits­zie­len von Indus­trie und Poli­tik steht2 3. Kon­ven­tio­nel­le Car­bon­fa­ser eben­so wie Ver­bund­har­ze (Matrix) zur Dar­stel­lung von Car­bon­fa­ser­kom­po­si­ten wer­den aus Mine­ral­öl-basier­ten Grund­stof­fen gewon­nen4. Im Fokus der Car­bon­fa­ser­her­stel­lung steht hier die Platt­form­che­mi­ka­lie Acryl­ni­tril, die als Mono­mer hoch­gra­dig gif­tig ist5 6. Die Umset­zung von Acryl­ni­tril zur Car­bon­fa­ser ist ein zwei­stu­fi­ger Pro­zess, wobei jeder Schritt bei erhöh­tem Druck und Tem­pe­ra­tu­ren jen­seits von bis zu 1000 °C durch­ge­führt wer­den muss.

Beim Pro­zess der Car­bon­fa­ser­pro­duk­ti­on wird im ers­ten Schritt Acryl­ni­tril als Grund­bau­stein poly­me­ri­siert und in soge­nann­te Polyacrylnitril(PAN)-Faser umge­wan­delt, die dann nicht mehr mit einer Toxi­zi­tät behaf­tet ist7. Die­se auch in der Tex­til­in­dus­trie ver­wen­de­te PAN-Faser wird einer kon­trol­lier­ten Ver­bren­nung unter Sau­er­stoff­aus­schluss unter­wor­fen8. Die­ser Pro­zess wird auch als Pyro­ly­se bezeich­net und erlaubt die indus­tri­el­le Pro­duk­ti­on von Car­bon­fa­ser. Je nach Qua­li­tät der PAN-Faser und der Effi­zi­enz des Pyro­ly­se­pro­zes­ses kön­nen Car­bon­fa­sern mit unter­schied­li­chen mecha­ni­schen Eigen­schaf­ten gewon­nen wer­den. Für die Ortho­pä­die­tech­nik kom­men meist Car­bon­fa­sern mit mitt­le­ren bis hohen Zug­fes­tig­kei­ten zum Ein­satz9.

Ähn­lich wie bei der Car­bon­fa­ser­her­stel­lung wird auch die Matrix, die in der Her­stel­lung von Car­bon­fa­ser­kom­po­si­ten die Stei­fig­keit des Mate­ri­als ein­stellt, aus Mine­ral­öl-basier­ten Grund­bau­stei­nen her­ge­stellt10. Meist kom­men hier kon­ven­tio­nel­le Epoxid­har­ze auf Basis von Epi­chlor­hy­drin als mono­me­rer Grund­bau­stein zum Ein­satz. Um die Stei­fig­keit des Har­zes ein­zu­stel­len, müs­sen die Epi­chlor­hy­drin-basier­ten Mono­mer­bau­stei­ne räum­lich kreuz­ver­netzt wer­den11. Dies erfolgt meist unter Ein­satz eines Ver­net­zers auf Phe­nol­ba­sis, wie Bis­phe­nol A12. Jedoch wird aktu­ell Bis­phe­nol A als Ver­net­zer sehr kon­tro­vers dis­ku­tiert, da er im Ver­dacht steht, die Repro­duk­ti­ons­fä­hig­keit und das Immun­sys­tem des Men­schen nega­tiv zu beein­flus­sen13. Legis­la­ti­ve Vor­ga­ben zwin­gen die Indus­trie des­halb, zukünf­tig auf Ersatz­stof­fe zurück­zu­grei­fen14. Um die Nach­hal­tig­keit die­ser Har­ze zu erhö­hen und auch huma­ne Toxi­zi­tät zu ver­mei­den, sucht die Indus­trie gera­de nach neu­en Grund­bau­stei­nen und Ver­net­zern zur Her­stel­lung von erneu­er­ba­ren Matrix­kom­po­nen­ten, die jedoch die glei­chen phy­si­ka­li­schen und mecha­ni­schen Eigen­schaf­ten wie Mine­ral­öl-basier­te Pro­duk­te mit sich brin­gen müs­sen15 16. Wei­ter­hin ist anzu­mer­ken, dass für die Her­stel­lung von Kom­po­sit­ma­te­ria­li­en etwa die zehn­fa­che Men­ge an Matrix im Ver­gleich zu Car­bon­fa­ser zum Ein­satz kommt. Damit ist die Dar­stel­lung von nach­hal­ti­gen Har­zen allein men­gen­mä­ßig schon prio­ri­tär zu betrachten.

Um die Nach­hal­tig­keit, Bio­kom­pa­ti­bi­li­tät und Kli­ma­ef­fi­zi­enz von Car­bon­fa­ser-basier­ten Werk­stof­fen zu ver­bes­sern, star­te­te der Wer­ner Sie­mens-Lehr­stuhl für Syn­the­ti­sche Bio­tech­no­lo­gie der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Mün­chen im Jahr 2019 das vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung (BMBF) geför­der­te Ver­bund­pro­jekt „Green­Car­bon“, in dem erst­mals nach­hal­ti­ge Pro­zess­we­ge zur Dar­stel­lung von Algen­öl-basier­ter Car­bon­fa­ser ent­wi­ckelt und in den halb­tech­ni­schen Maß­stab über­führt wur­den. In die­sem Pro­jekt gelang es erst­mals sowohl CO₂-nega­ti­ve Pro­zess­we­ge zur Dar­stel­lung von Car­bon­fa­ser als auch für Ver­bund­har­ze zu ent­wi­ckeln17 18.

Die in die­sem Pro­jekt ent­wi­ckel­ten Car­bon­fa­ser­kom­po­sit-Werk­stof­fe haben die glei­chen phy­si­ka­li­schen und mecha­ni­schen Eigen­schaf­ten wie kom­mer­zi­el­le Äqui­va­len­te auf Mine­ral­öl­ba­sis und wur­den bereits posi­tiv in Anwen­dun­gen für den Automobil‑, Flug­zeug- und den Bau­sek­tor getes­tet19 20.

Um nun auch ers­te Anwen­dun­gen die­ser neu­en Werk­stof­fe in der Ortho­pä­die­tech­nik zu demons­trie­ren, gin­gen die For­schen­den der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Mün­chen eine stra­te­gi­sche Koope­ra­ti­on mit dem Münch­ner Orthe­tik-Start-up Ely­si­um Indus­tries GmbH (https://elysium-industries.com/) ein, in der erst­mals eine Fuß­he­ber­or­the­se aus nach­hal­ti­gen Car­bon­fa­ser­kom­po­si­ten her­ge­stellt und getes­tet wur­de. Ers­te Ergeb­nis­se die­ser Inter­ak­ti­on wur­den pro­mi­nent auf der OTWorld 2024 vorgestellt.

„Green­Car­bon“ – Die Kon­ver­si­on von CO₂ zu nach­hal­ti­gen Car­bon­fa­sern und Ver­bund­har­zen mit Algenbiotechnologie

Am Anfang des Pro­zess­we­ges steht ein unschein­ba­rer Orga­nis­mus, die Mikro­alge Microchlo­r­op­sis sali­na. Die­se Mikro­al­ge kann in tech­nisch ein­fa­chen, kas­ka­die­ren­den Pho­to­bio­re­ak­to­ren in Salz­was­ser kul­ti­viert wer­den (Abb. 1; 21. Um zu wach­sen, benö­tigt sie nur Licht, weni­ge mine­ra­li­sche Nähr­stof­fe und das Treib­hausgas CO2. Wie bei Land­pflan­zen ermög­licht die Pho­to­syn­the­se die Umwand­lung von CO₂ in Bio­mas­se. Jedoch ist die Pho­to­syn­the­se bei die­ser Mikro­al­ge viel bes­ser als bei Land­pflan­zen, was ihr ermög­licht, etwa zehn­mal schnel­ler zu wach­sen und ent­spre­chend mehr Bio­mas­se zu gene­rie­ren22. Wei­ter­hin kön­nen die­se Mikro­al­gen auf Brach­flä­chen ange­baut wer­den und kon­kur­rie­ren damit nicht mit der kon­ven­tio­nel­len Land­wirt­schaft. Ent­zieht man der Alge wäh­rend der Kul­ti­vie­rung einen spe­zi­fi­schen Nähr­stoff, wie z. B. Stick­stoff, so wan­delt die Alge nun CO₂ in Tri­gly­ce­rid-basier­te Öle (Gly­ce­rin, das mit drei lang­ket­ti­gen Fett­säu­ren veres­tert ist) als Ener­gie­spei­cher­stoff um und spei­chert die­se inner­halb ihrer Zel­len (Abb. 2) 23. Die­se Algen­öle haben eine sehr ähn­li­che che­mi­sche Zusam­men­set­zung wie pflanz­li­che Öle, z. B. Raps- oder Son­nen­blu­men­öl. Da die Alge jedoch schnel­ler wächst als Land­pflan­zen, kann man auf viel weni­ger Flä­che jedoch sehr viel mehr Öl her­stel­len24 25. Wäh­rend man auf 1 ha Raps­mo­no­kul­tur einen Öler­trag von ca. 1,5 t im Jahr erreicht, kann man auf der glei­chen Flä­che mit Algen­kul­ti­vie­rung etwa 19 t Algen­öl im Jahr produzieren.

Das Algen­öl wird dann mit eta­blier­ten Ver­fah­ren aus den Algen­zel­len iso­liert und je nach gewünsch­tem End­pro­dukt einer ande­ren Pro­zess­ket­te zuge­führt26.

Zur Pro­duk­ti­on von nach­hal­ti­ger Car­bon­fa­ser wird das bio­ge­ne Öl che­mo­en­zy­ma­tisch in sei­ne Bestand­tei­le Gly­ce­rin und freie Fett­säu­ren auf­ge­trennt (Abb. 3). Die frei­en Fett­säu­ren kön­nen dann in Bio­ke­ro­sin oder einen Ther­mo­plas­ten umge­wan­delt wer­den. Das Gly­ce­rin wird über ein neu­es che­mo­ka­ta­ly­ti­sches Ver­fah­ren in Acryl­ni­tril umge­wan­delt, was dann über indus­tri­ell eta­blier­te Pro­zess­we­ge (Dralon Pro­zess) in nach­hal­ti­ge PAN-Faser und über kon­trol­lier­te Pyro­ly­se in hoch­wer­ti­ge Car­bon­fa­ser kon­ver­tiert wird (Abb. 3). Im Green­Car­bon-Pro­jekt konn­ten unter Ein­satz des hier auf­ge­zeig­ten Pro­zess­pfa­des auf einer indus­tri­el­len Pro­duk­ti­ons­stre­cke etwa 300 kg an nach­hal­ti­ger Car­bon­fa­ser aus bio­lo­gisch basier­tem Acryl­ni­tril gefer­tigt wer­den (Abb. 4). Dies zeigt, dass bio­ge­ne Car­bon­fa­ser auf bereits exis­tie­ren­den Pro­duk­ti­ons­an­la­gen ohne Tech­no­lo­gie­an­pas­sun­gen gefer­tigt wer­den kön­nen. Basie­rend auf die­sen Pro­zess­da­ten konn­ten ers­te tech­no­öko­no­mi­sche und Lebens­zy­klus­ana­ly­sen auf­ge­stellt wer­den. Die­se Ana­ly­sen erga­ben, dass etwa 50 kg Algen­tro­cken­mas­se benö­tigt wird, um 1 kg Car­bon­fa­ser her­zu­stel­len. Die Flä­chen­ef­fi­zi­enz des Pro­zes­ses konn­te mit einem Bedarf von 4,3 m² zur Dar­stel­lung von 1 kg Car­bon­fa­ser pro Jahr bezif­fert wer­den. Beson­ders erwäh­nens­wert ist, dass die glo­ba­len Treib­haus­gas-Emis­si­ons­wer­te mit ‑1,87 kg CO₂ eq/kg Car­bon­fa­ser berech­net wer­den konn­ten. Damit stellt die aktu­el­le Pro­zess­rou­te zur Her­stel­lung von nach­hal­ti­gen Car­bon­fa­sern eine akti­ve Sen­ke für das Treib­haus­gas CO₂ dar. Da das Algen­öl-basier­te Gly­ce­rin ursprüng­lich aus atmo­sphä­ri­schem CO₂ stammt, dient die Car­bon­fa­ser damit als per­ma­nen­ter und wert­schöp­fen­der CO₂-Spei­cher. Die indus­tri­el­le Nut­zung die­ser Car­bon­fa­ser ermög­licht somit auch poten­ti­ell zusätz­li­che Erlö­se über CO₂-Zer­ti­fi­ka­te zu bekom­men. Es ist hier zusam­men­fas­send fest­zu­hal­ten, dass das neue Algen-basier­te Car­bon­fa­ser-Her­stel­lungs­ver­fah­ren CO₂-nega­tiv und auch unter öko­no­mi­schen Rah­men­be­din­gun­gen indus­tri­ell umsetz­bar wäre.

In Syn­er­gie zur Her­stel­lung der „Grü­nen Car­bon­fa­ser“ kann das bio­ge­ne Öl auch direkt in ein Epoxid­harz umge­setzt wer­den (Abb. 3). In einem ers­ten Schritt wer­den die Dop­pel­bin­dun­gen in den Fett­säu­ren bio­ka­ta­ly­tisch mit dem Enzym Lipa­se epoxi­diert (Abb. 1,27. In einem zwei­ten Schritt wer­den die Epoxid­grup­pen über einen ther­mo­che­mi­schen Schritt geöff­net und mit einem bio­ge­nen Ver­net­zer in einem drei­di­men­sio­na­len Netz­werk ver­bun­den. Im Green­Car­bon-Pro­jekt wur­de Tann­in­säu­re, ein Abfall­pro­dukt der Tee­pro­duk­ti­on, als bio­ge­ner Ver­net­zer der Epoxid­grup­pen erfolg­reich ein­ge­setzt (Abb. 5). Dies erlaub­te erst­mals die Dar­stel­lung von einem kom­plett bio­gen her­ge­stell­ten Epoxid­harz mit ver­gleich­ba­ren che­mi­schen, phy­si­ka­li­schen und mecha­ni­schen Eigen­schaf­ten von Mine­ral­öl-basier­ten Epoxid­har­zen28 29. Ein wei­te­rer Vor­teil von der Nut­zung der Tann­in­säu­re als Kreuz­ver­net­zer in bio­ge­nen Epoxid­har­zen ist, dass die­ser natür­li­che Stoff nah­rungs­mit­tel­taug­lich und für den Men­schen nicht gif­tig ist30 31.

Auch hier konn­ten pro­jekt­be­glei­ten­de tech­no­öko­no­mi­sche und Lebens­zy­klus­ana­ly­sen zei­gen, dass der Pro­zess unter öko­no­mi­schen Rah­men­be­din­gun­gen indus­tri­ell ska­lier­bar ist, CO₂ ein­spart und wert­schöp­fend bindet.

Mecha­ni­sche Eigen­schaf­ten von nach­hal­ti­gen Carbonfaserkompositen

Inner­halb der Green­Car­bon-Pro­jekt­dau­er wur­den sowohl die nach­hal­ti­gen Car­bon­fa­sern aus Algen­öl als auch die bio­ge­nen Har­ze einer Rei­he von Prüf­ver­fah­ren unterworfen.

Kon­ven­tio­nel­le mecha­ni­sche Kenn­da­ten wie Faser­durch­mes­ser (7 µm), Bruch­deh­nung (1,8 %) und Zug­fes­tig­keit (4,1 GPa) der grü­nen Car­bon­fa­sern waren ver­gleich­bar mit kom­mer­zi­el­len, auf Mine­ral­öl-basie­ren­den Car­bon­fa­ser­pro­duk­ten eines deut­schen Car­bon­fa­ser­her­stel­lers (Tab. 1). Die Kenn­da­ten der nach­hal­ti­gen Car­bon­fa­ser waren somit inner­halb der Spe­zi­fi­ka­tio­nen für indus­tri­ell gefer­tig­te Car­bon­fa­ser­pro­duk­te, die bereits flä­chen­de­ckend im Auto­mo­bil­sek­tor zur Anwen­dung kom­men32 33 34. Die­se Pro­dukt­spe­zi­fi­ka­tio­nen sind auch zer­ti­fi­ziert für Anwen­dun­gen im Medi­zin­pro­dukt­e­be­reich, was die Ortho­pä­die­tech­nik inkludiert.

Ähn­lich ver­hiel­ten sich die tech­ni­schen Kenn­da­ten der bio­ge­nen Epoxid­har­ze. Das bio­ge­ne Epoxid­harz här­te­te über 16 h bei 120 °C aus (Abb. 4) und zeig­te dann die glei­chen Här­te­gra­de wie kom­mer­zi­el­le Epoxid­har­ze auf Basis von Mine­ral­öl­grund­stof­fen35. Das bio­ge­ne Epoxid­harz hat­te jedoch einen wesent­li­chen Vor­teil, da es bei über 200 °C wie­der auf­ge­schmol­zen wer­den konn­te, was poten­ti­ell eine Wie­der­ver­wen­dung und eine stoff­li­che Tren­nung der Car­bon­fa­ser und Harz­kom­po­nen­ten erlau­ben wür­de. Dies wäre ein anzu­stre­ben­der Pro­zess­weg zur stoff­li­chen Tren­nung und Wie­der­ver­wer­tung der Car­bon­fa­ser und Harz­kom­po­nen­ten, die bei kom­mer­zi­el­len Pro­dukt­lö­sun­gen bis­her nicht mög­lich ist.

Ers­te Schrit­te mit nach­hal­ti­gen Car­bon­fa­ser­kom­po­si­ten in der Orthetik

Die Koope­ra­ti­on des Wer­ner Sie­mens-Lehr­stuhls für Syn­the­ti­sche Bio­tech­no­lo­gie der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Mün­chen und Ely­si­um Indus­tries GmbH hat­te zum Ziel, nach­hal­ti­ge Car­bon­fa­sern und Ver­bund­harz­kom­po­nen­ten, die im Green­Car­bon-Pro­jekt ent­wi­ckelt wur­den, in einer Orthe­tik-Anwen­dung zu tes­ten. Als ers­tes Demons­tra­tor­pro­dukt wur­de eine Fuß­he­ber­or­the­se aus­ge­wählt, die mit einem von Ely­si­um Indus­tries fest­ge­leg­ten Design und mecha­ni­schen Kenn­da­ten gene­riert wer­den soll­te. Da nicht genug nach­hal­ti­ge Car­bon­fa­sern für die Gene­rie­rung von „Prepreg“-Bauteilen vor­han­den war, wur­de ent­schie­den, den Demons­tra­tor unter Nut­zung einer neu­en Gele­ge-Tech­nik, die vom SGL-Lehr­stuhl für Car­bon Com­po­si­tes der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Mün­chen unter Lei­tung von Prof. Dr.-Ing. Klaus Drechs­ler ent­wi­ckelt wur­de, her­zu­stel­len. Initi­al wur­den die nach­hal­ti­gen Car­bon­fa­sern mit einer indus­tri­el­len Web­ma­schi­ne in ein Gewe­be ver­spon­nen. Die­se wur­den in mehr­schich­ti­ge Gele­ge über­führt, mit bio­ge­nem Epoxid­harz getränkt und in eine von Ely­si­um Indus­tries zur Ver­fü­gung gestell­te Form gebracht (Abb. 6). Das fer­tig geform­te Bau­teil wur­de in eine Plas­tik­ver­pa­ckung gelegt und einer Imprä­gnie­rung unter Vaku­um unter­zo­gen. Anschlie­ßend wur­de das Bau­teil bei 120 °C aus­ge­här­tet und nach­ge­hend aus der Form geho­ben. Die Rän­der der Fuß­he­ber­or­the­se wur­den manu­ell nach­ge­ar­bei­tet, um über­schüs­si­ge Harz­res­te zu ent­fer­nen. Die nach­ge­schal­te­te mecha­ni­sche Tes­tung ergab die glei­chen mecha­ni­schen und Belas­tungs-Kenn­wer­te wie eine gleich­wer­ti­ge Fuß­he­ber­or­the­se, die mit kon­ven­tio­nel­len Car­bon­fa­ser­kom­po­si­ten halb-auto­ma­ti­siert unter indus­tri­el­len Bedin­gun­gen gefer­tigt wurde.

Damit konn­te erst­mals eine Anwen­dung von nach­hal­ti­gen Car­bon­fa­ser­kom­po­sit­bau­tei­len in der Ortho­pä­die­tech­nik gezeigt werden.

Aus­blick und strate­gische Einordung

Für eine indus­tri­el­le Anwen­dung der in die­sem Arti­kel beschrie­be­nen nach­hal­ti­gen und CO₂-nega­ti­ven Car­bon­fa­ser­kom­po­sit­bau­tei­le muss die Pro­duk­ti­on auf einen indus­tri­el­len Maß­stab geho­ben wer­den, was auch eine Dar­stel­lung von vor­ge­fer­tig­ten Kom­po­sit­bau­tei­len in einem „Prepreg“-Verfahren ermög­li­chen wür­de. Dies wür­de eine auto­ma­ti­sier­te bzw. halb­au­to­ma­ti­sier­te Pro­duk­ti­on von Orthe­sen- und Pro­the­sen­bau­tei­len im indus­tri­el­len Maß­stab erlau­ben und so den Weg für eine nach­hal­ti­ge und kli­ma­ef­fi­zi­en­te Anwen­dung von Car­bon­fa­ser-basier­ten Leicht­bau­tei­len ebnen. Damit wäre Anwen­dung und Ver­ar­beit­bar­keit der nach­hal­ti­gen Car­bon­fa­ser­kom­po­si­te gleich­wer­tig mit den bis­he­ri­gen Mine­ral­öl-basier­ten Bauteilen.

Die Inno­va­tio­nen im Bereich der CO₂-bin­den­den Car­bon­fa­s­er­werk­stof­fe ebnen den Weg in eine kli­ma­ef­fi­zi­en­te und zir­ku­lä­re Bio­öko­no­mie für den Indus­trie­sek­tor der Ortho­pä­die­tech­nik. Die­ses Sze­na­rio ist nicht nur im Lich­te der wach­sen­den Nach­hal­tig­keits­de­bat­te von gro­ßer Wich­tig­keit, son­dern erhält mit dem demo­gra­phi­schen Wan­del der indus­tria­li­sier­ten Gesell­schaf­ten in Euro­pa eine her­aus­ra­gen­de sozio­öko­no­mi­sche Bedeut­sam­keit. Eine indus­tri­el­le Ska­lie­rung von nach­hal­ti­gen Cabon­fa­ser­tech­no­lo­gien wür­de wei­ter­hin die Tech­no­lo­gie­füh­rer­schaft im Bereich der Mate­ri­al­tech­nik für Euro­pa sichern. Eine ers­te Anwen­dung die­ser neu­en Tech­no­lo­gien im Ortho­pä­die­tech­nik­sek­tor ist beson­ders sinn­voll, da hier im Ver­gleich zum Auto­mo­bil­sek­tor eher klei­ne Mate­ri­al-Men­gen­ge­rüs­te gefor­dert sind und eher Pro­dukt-Qua­li­täts­kri­te­ri­en und nicht mini­ma­le End­prei­se für eine indus­tri­el­le Imple­men­tie­rung aus­schlag­ge­bend sind.

Aktu­ell wer­den wei­te­re Schrit­te für eine indus­tri­el­le Adap­ti­on der Tech­no­lo­gie-Platt­form Green­Car­bon im Ver­bund mit gro­ßen Indus­trie­part­nern im Mat4­Ze­ro-Koope­ra­ti­ons­ver­bund erar­bei­tet. Es wäre ziel­füh­rend, auch inter­es­sier­te Indus­trie­part­ner aus dem Ortho­pä­die­tech­nik-Sek­tor in die­sen Tech­no­lo­gie­ver­bund auf­zu­neh­men und als End­kun­den zu platzieren.

 

Für die Autoren:
Prof. Dr. Tho­mas Brück
Wer­ner Sie­mens-Lehr­stuhl für ­Syn­the­ti­sche Biotechnologie
TUM School of Natu­ral Sci­en­ces, ­Depart­ment Chemie
Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Mün­chen (TUM)
Lich­ten­berg­str. 4
85748 Gar­ching bei München
brueck@tum.de
Tel.: 089–289-13253

 

Begut­ach­te­ter Beitrag/reviewed paper

Zita­ti­on
Brück T, Gar­be D, Mel­cher F, Seif H. Algen-basier­te Car­bon­fa­ser­kom­po­si­te – ein neu­er CO2-spei­chern­der Werk­stoff für die Ortho­pä­die­tech­nik. Ortho­pä­die Tech­nik, 2025; 76 (2): 40–45

 

 

Tab. 1  Ver­gleich der phy­si­ka­li­schen Eigen­schaf­ten Algen­öl-basier­ter Car­bon­fa­ser ­(Bio-CF) im Ver­gleich zu Refe­renz­fa­sern (Ref-CF; vgl. SGL Car­bon. SIGRAFIL® Car­bon Fibers. 2024. https://www.sglcarbon.com/en/markets-solutions/material/sigrafil-continuous-carbon-fiber-tows/ (Zugriff am 02.11.2024)) basie­rend auf Mineralöl-Grundbausteinen.

Bio-CFRef-CF
Durch­mes­ser6,84 ± 0,22 µm7,0 µm
Bruch­deh­nung1,79 ± 0,42 %1,70 %
Zug­fes­tig­keit4,14 ± 1,03 GPa4,0 GPa

 

Quel­len­ver­zeich­nis

  1. Grunst MM, Wie­deri­en RC, Wil­ken JM. Car­bon fiber ank­le-foot ort­ho­ses in impai­red popu­la­ti­ons: A sys­te­ma­tic review. Pro­sthe­tics and Ortho­tics Inter­na­tio­nal, 2023; 47 (5): 457–465
  2. Kei­ner D et al. Tech­no-eco­no­mic assess­ment of atmo­sphe­ric CO₂-based car­bon fib­re pro­duc­tion enab­ling nega­ti­ve emis­si­ons. Miti­ga­ti­on and Adapt­a­ti­on Stra­te­gies for Glo­bal Chan­ge, 2023; 28 (8): 52 
  3. Pren­zel TM et al. Brin­ging Light into the Dark – Over­view of Envi­ron­men­tal Impacts of Car­bon Fiber Pro­duc­tion and Poten­ti­al Levers for Reduc­tion. Poly­mers, 2023; 16 (1): 12 
  4. Firou­zi E et al. An Over­view of Acrylo­ni­tri­le Pro­duc­tion Methods: Com­pa­ri­son of Car­bon Fiber Pre­cur­sors and Mar­ke­ting. Mini-Reviews in Orga­nic Che­mis­try, 2020; 17 (5): 570–588
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