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Anzei­geUnter­neh­mens­nach­fol­ge im Sanitätshaus

Die Nachfolgefrage ist für viele inhabergeführte Sanitätshäuser und OT-Betriebe zur drängenden strategischen Aufgabe geworden. Laut KfW stehen in den kommenden fünf Jahren bundesweit rund 560.000 mittelständische Unternehmen vor einem Generationswechsel – ein erheblicher Teil davon auch im Hilfsmittelmarkt. Wer den Übergang aktiv gestaltet, sichert nicht nur den Lebenswert seines Betriebs, sondern auch Arbeitsplätze, Versorgungssicherheit für Patientinnen und Patienten und die eigene Altersvorsorge.

Drei Wege – mit jeweils eige­nen Herausforderungen

Klas­si­scher­wei­se ste­hen Inha­bern drei Optio­nen offen: die fami­li­en­in­ter­ne Über­ga­be, der Ver­kauf an einen lei­ten­den Mit­ar­bei­ter oder der Ver­kauf an einen exter­nen Erwer­ber. In der Pra­xis gelingt die fami­li­en­in­ter­ne Lösung immer sel­te­ner – die nächs­te Gene­ra­ti­on hat oft ande­re beruf­li­che Plä­ne. Auch inter­ne Nach­fol­gen schei­tern häu­fig an der Finan­zie­rung, da die Kauf­prei­se für eta­blier­te Sani­täts­häu­ser durch hohe regu­la­to­ri­sche Markt­ein­tritts­bar­rie­ren regel­mä­ßig im sie­ben­stel­li­gen Bereich liegen.

Was ein Betrieb heu­te wert ist

Die Bewer­tung erfolgt im Gesund­heits­hand­werk meist über ein Viel­fa­ches des nach­hal­ti­gen EBITDA. Dies ent­spricht dem Jah­res­über­schuss berei­nigt um nicht-­ope­ra­ti­ve Son­der­ef­fek­te (wie bspw. vom Inha­ber pri­vat genutz­te Fir­men­fahr­zeu­ge) plus Abschrei­bun­gen, Steu­ern und Zin­sen. Grö­ße, Ver­sor­gungs­schwer­punkt und Pro­fi­ta­bi­li­tät bestim­men dabei die Höhe des EBIT­DA-­Mul­ti­pli­ka­tors. Fak­to­ren wie ein ein­ge­spiel­tes Team mit OT-Meis­tern und eine gerin­ge Abhän­gig­keit von ­ein­zel­nen Zuwei­sern kön­nen dar­über hin­aus wert­steigernd wirken.

Stra­te­gi­sche Erwer­ber gewin­nen an Bedeutung

In den letz­ten Jah­ren sind im Sani­täts­haus-Markt zu­nehmend stra­te­gi­sche Inves­to­ren aktiv, die gezielt mit­tel­stän­di­sche Häu­ser zu Ver­bün­den zusam­men­füh­ren. Für Ver­käu­fer bie­tet das den Vor­teil, dass sol­che Erwer­ber den regu­la­to­ri­schen Rah­men ken­nen und fle­xi­ble Über­gangs­mo­del­le ermög­li­chen – vom voll­stän­di­gen Aus­stieg bis zur Rück­be­tei­li­gung oder einer Wei­ter­füh­rung als Geschäftsführer.

„Für vie­le Inha­ber ist nicht der Kauf­preis allein ent­schei­dend, son­dern was nach dem Ver­kauf mit Betrieb, Mit­ar­bei­tern und Pati­en­ten pas­siert. Für uns ist gera­de der Erhalt der loka­len Mar­ke und die Siche­rung aller Arbeits­plät­ze wich­tig“, sagt Dr. Kon­stan­tin Rutz, geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter der Movi­va Grup­pe, die mit­tel­stän­di­sche Sani­täts­häu­ser und OT-Betrie­be in einem bun­des­wei­ten Ver­bund zusammenführt.

Ver­bund­lö­sung nicht nur in Nach­fol­ge­si­tua­tio­nen attraktiv

Für vie­le Inha­ber ist der Anschluss an einen Ver­bund kein Aus­stieg, son­dern eine Mög­lich­keit, den eige­nen Betrieb lang­fris­tig stär­ker auf­zu­stel­len. Der Druck durch stei­gen­de Per­so­nal­kos­ten und gekürz­te Ver­trags­prei­se infol­ge der GKV-Reform trifft klei­ne­re Häu­ser beson­ders hart. In einem Ver­bund las­sen sich Ein­kauf, Abrech­nung, IT und Ver­wal­tung bün­deln – die Arbeit am Pati­en­ten bleibt vor Ort und wird gestärkt.

„Wir erle­ben oft, dass der Wunsch nach einem Ver­bund nicht nur mit Nach­fol­ge zu tun hat, son­dern mit dem Bedürf­nis, gemein­sam stär­ker zu sein. Vie­le schät­zen den Aus­tausch mit Kol­le­gen, das gemein­sa­me Bewäl­ti­gen regu­la­to­ri­scher The­men und dass sie wie­der mehr Zeit für ihr Kern­ge­schäft haben“, ergänzt Chris­ti­an Legler, eben­falls geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter der Movi­va Gruppe.

Was Inha­ber jetzt tun sollten

Wer in den nächs­ten drei bis fünf Jah­ren an eine strate­gische Part­ner­schaft oder eine Nach­fol­ge denkt, soll­te sich früh­zei­tig ori­en­tie­ren: eine indi­ka­ti­ve Bewer­tung ein­holen, mög­li­che Käu­fer­grup­pen ver­ste­hen und einen rea­lis­ti­schen Zeit­plan auf­stel­len. Auch wer (noch) nicht ver­kau­fen will, pro­fi­tiert davon – denn die Maß­nah­men, die einen Betrieb ver­kaufs­fä­hig machen, sind die­sel­ben, die ihn im lau­fen­den Betrieb robus­ter und pro­fi­ta­bler aufstellen.

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