OTWorld

Zum 50. Geburts­tag fei­er­te OTWorld Rekord

Vom 19. bis 22. Mai fand die OTWorld in Leipzig statt und brachte 21.400 Fachbesucher aus 92 Ländern, 623 Aussteller aus 41 Ländern sowie mehr als 300 internationale Referenten zusammen. Im Mittelpunkt der Jubiläumsausgabe zum 50-jährigen Bestehen der OTWorld standen Rehabilitation, Ausbildung, integrative Versorgung, Robotik, Künstliche Intelligenz sowie Versorgung in Krisen- und Kriegsregionen.

Leit­mo­tiv der Ver­an­stal­tung war der Slo­gan: „Du machst den Unter­schied“, was sich auch in der Eröff­nungs­ver­an­stal­tung wie­der­fand. Von Schau­spie­ler Tan Caglar mode­riert, mach­ten Lara Wil­kin und Hari Bud­ha Magar mit ihren Geschich­ten deut­lich, wel­chen Unter­schied Ver­sor­gung für Men­schen machen kann.

Die Bran­che denkt nach vorn

Mit 623 Aus­stel­lern aus 41 Län­dern erreich­te die OTWorld 2026 die höchs­te Betei­li­gung ihrer Geschich­te. Beson­ders stark wuchs die Reha-Tech­nik mit mehr als 120 Aus­stel­lern. In den Hal­len tra­fen digi­ta­le Fer­ti­gungs­pro­zes­se auf hand­werk­li­che Prä­zi­si­on, intel­li­gen­te Pro­the­tik auf moder­ne Ortho­pä­die-Schuh­tech­nik, Robo­tik auf Ver­sor­gungs­pra­xis, Künst­li­che Intel­li­genz auf Alltagserfahrung.

„Ortho­pä­die-Schuh­tech­nik aus Deutsch­land hat lan­ge um die inter­na­tio­na­le Auf­merk­sam­keit gerun­gen. Die OTWorld 2026 mach­te deut­lich, wie das Wis­sen aus Deutsch­land über die Ein­la­gen­ver­sor­gung hin­aus in den ande­ren Län­dern inzwi­schen ange­kom­men ist. Wir begrüß­ten Besu­cher aus New York, Tai­wan und Aus­tra­li­en“, erklär­te Annet­te Kerkhoff, Refe­ren­tin und Pro­jekt­lei­te­rin des Kom­pe­tenz­zen­trums Ortho­pä­die­schuh­tech­nik (Kom­Zet O.S.T.).

Inter­na­tio­na­le Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen unter­stri­chen vor allem die Bedeu­tung der OTWorld für Ver­net­zung und Wis­sens­trans­fer. „Die Inter­na­tio­nal Socie­ty for Pro­sthe­tics and Ortho­tics (ISPO) steht seit Jahr­zehn­ten stolz an der Sei­te der OTWorld in Leip­zig – ver­bun­den durch das gemein­sa­me Enga­ge­ment, unser Fach­ge­biet vor­an­zu­brin­gen, in dem Inno­va­ti­on, Zusam­men­ar­beit und Ziel­ori­en­tie­rung zusam­men­kom­men“, unter­strich San­dra Ram­dial, Prä­si­den­tin der Inter­na­tio­nal Socie­ty for Pro­sthe­tics and Ortho­tics (ISPO). „Wir schät­zen die Mög­lich­kei­ten, die die OTWorld bie­tet, um Kon­tak­te zu knüp­fen, Wis­sen aus­zu­tau­schen und sowohl mit eta­blier­ten Per­sön­lich­kei­ten als auch mit neu­en Stim­men aus den Berei­chen Pro­the­tik, Orthe­tik, Mobi­li­tät und Assis­tenz­tech­no­lo­gien in den Dia­log zu tre­ten. […] Gemein­sam stär­ken wir nicht nur unse­ren Berufs­stand, son­dern gestal­ten auch eine inklu­si­ve­re und bar­rie­re­freie­re Zukunft für die Men­schen, die wir versorgen.“

Digi­ta­li­sie­rung ist kein Selbstzweck

Gro­ßes Inter­es­se galt dem neu­en For­mat OTWorld eSum­mit. Dort wur­de dis­ku­tiert, wie Künst­li­che Intel­li­genz, digi­ta­le Pro­zes­se und ver­netz­te Sys­te­me die Ver­sor­gung ver­än­dern kön­nen – nicht als abs­trak­te Zukunfts­er­zäh­lung, son­dern als kon­kre­te Fra­ge für Werk­statt, The­ra­pie, Kli­nik, Betrieb und Ver­sor­gungs­pra­xis. „Das Gesund­heits­we­sen ist eines der größ­ten Ver­wal­tungs­sys­te­me unse­rer Zeit“, erklär­te Frank Rudolf, Refe­rent für Heil- und Hilfs­mit­tel beim AOK-Bun­des­ver­band und Part­ner des eSum­mit. „Wenn wir Ver­sor­gung zukunfts­fä­hig machen wol­len, brau­chen wir dafür eine neue digi­ta­le Infra­struk­tur. Beim OTWorld eSum­mit ging es des­halb um Pati­en­ten­füh­rung, Ver­sor­gungs­do­ku­men­ta­ti­on, Leis­tungs­prü­fung, digi­ta­les Werk­statt-Manage­ment, Platt­form­lo­gik, Soft­ware und Künst­li­che Intel­li­genz. Das Ziel ist nicht mehr Tech­nik im Sys­tem. Das Ziel ist weni­ger Rei­bung, bes­se­re Zusam­men­ar­beit und mehr Zeit für das Eigent­li­che: die Ver­sor­gung der Menschen.“

Par­al­lel zur Welt­leit­mes­se brach­te der Welt­kon­gress Fach­leu­te aus Medi­zin, Tech­nik, The­ra­pie, Wis­sen­schaft und Ver­sor­gungs­pra­xis zusam­men. Mehr als 300 Refe­ren­ten aus über 30 Län­dern gestal­te­ten ein inter­na­tio­na­les Pro­gramm mit Sym­po­si­en, Work­shops, Vor­trä­gen und Pos­ter­prä­sen­ta­tio­nen. Im Mit­tel­punkt stan­den Reha­bi­li­ta­ti­on, inte­gra­ti­ve Ver­sor­gung und Aus­bil­dung – aber auch die Fra­ge, wie neu­es Wis­sen schnel­ler dort ankommt, wo es gebraucht wird: bei den Menschen.

„Der Welt­kon­gress hat gezeigt: Zukunft ent­steht nicht in ein­zel­nen Dis­zi­pli­nen. Sie ent­steht dort, wo Medi­zin, The­ra­pie, Tech­nik und Wis­sen­schaft gemein­sam auf den Men­schen schau­en. Die Zeit für Solis­ten ist vor­bei“, beton­te Dr. Doris Mai­er, Kon­gress­prä­si­den­tin und Ärzt­li­che Direk­to­rin an der BG Unfall­kli­nik Murnau.

„Die OTWorld ver­bin­det inter­na­tio­na­le Per­spek­ti­ven mit den kon­kre­ten Fra­gen des Ver­sor­gungs­all­tags. Genau dar­in liegt ihre Stär­ke: Sie bringt Wis­sen in Bewe­gung“, unter­strich Dipl.-OTM Tho­mas Münch, Kon­gress­prä­si­dent und Vor­stands­mit­glied des Bun­des­in­nungs­ver­ban­des für Ortho­pä­die-Tech­nik (BIV-OT).

„Die OTWorld zeigt die gan­ze Rele­vanz tech­ni­scher Ortho­pä­die. Sie ist ein Schlüs­sel zur Ambu­lan­ti­sie­rung, weil sie medi­zi­ni­sche The­ra­pie, Reha­bi­li­ta­ti­on und wohn­ort­na­he Ver­sor­gung mit­ein­an­der ver­bin­det. Sie schafft Über­gän­ge aus der Kli­nik in den All­tag. Und sie kann mit evi­denz­ba­sier­ten Ver­sor­gungs­kon­zep­ten früh ein­grei­fen, bevor aus Ein­schrän­kun­gen Leid, Pfle­ge­be­dürf­tig­keit und Fol­ge­kos­ten ent­ste­hen. Tech­ni­sche Ortho­pä­die wird in den Gesund­heits­sys­te­men noch immer unter­schätzt. Die OTWorld ist der Ort, an dem wir zei­gen, was die­se Fach­welt leis­ten kann“, beton­te Alf Reu­ter, Prä­si­dent des Bun­des­in­nungs­ver­ban­des für Orthopädie-Technik.

Die nächs­te OTWorld wird vom 16. bis 19. Mai 2028 in Leip­zig stattfinden.

 

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